Alençon ist die Hauptstadt und mit Einwohnern (Stand ) auch die größte Stadt im Département Orne in der Region Normandie in Frankreich. Sie ist eine mit dem Regionalen Naturpark Normandie-Maine assoziierte Zugangsgemeinde.
Einige französische Könige trugen den Titel Herzog von Alençon, da dieser Titel nach 1549 dem drittgeborenen Sohn des Königs gegeben wurde.
Geografie mini|hochkant|links|Die Briante in Alençon Die Stadt Alençon liegt in Nordfrankreich am Südrand des Départements Orne in der nach der Stadt benannten Landschaft Campagne d’Alençon, etwa 90 Kilometer südöstlich von Caen und 48 Kilometer nördlich von Le Mans auf einer mittleren Höhe von 140 Metern über dem Meeresspiegel. Das Hôtel de ville steht auf einer Höhe von 136 Metern. Nachbargemeinden von Alençon sind Saint-Paterne - Le Chevain im Osten und Südosten, Saint-Germain-du-Corbéis im Südwesten sowie Damigny im Nordwesten. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 1068 Hektar. Alençon liegt an der Sarthe und dessen Nebenfluss Briante.
Die Stadt ist einer Klimazone des Typs Cfb (nach Köppen und Geiger) zugeordnet: Warmgemäßigtes Regenklima (C), vollfeucht (f), wärmster Monat unter 22 °C, mindestens vier Monate über 10 °C (b). Es herrscht Seeklima mit gemäßigtem Sommer.
Geschichte mini|links|Spitze aus Alençon aus dem 18. Jahrhundert, hier wurden die Techniken point d’Argentan und point d’Alençon gemischt In gallo-römischer Zeit war Alençon nur eine Furt über die Sarthe. Als befestigter Marktflecken wird Alençon im 11. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadt wuchs, wurde zur Grafschaft ernannt und zu Beginn des 15. Jahrhunderts zum Herzogtum. Im 16. Jahrhundert beeinflusste Margarete von Navarra das Leben der Stadt. Sie förderte die Reformation und einige Einwohner bekannten sich früh zum Calvinismus.
1665 wurde eine königliche Spitzenmanufaktur gegründet, deren point d’Alençon, wie die besondere Machart der Spitze genannt wurde, geheim gehalten wurde. Im Jahr 2010 wurde der point d’Alençon in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.
1793 erhielt Alençon im Zuge der Französischen Revolution (1789–1799) den Status einer Gemeinde und 1801 durch die Verwaltungsreform in der Regierungszeit Napoleon Bonapartes (1769–1821) das Recht auf kommunale Selbstverwaltung.
Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) war Alençon von der deutschen Wehrmacht besetzt (siehe auch Flugplatz Alençon-Valframbert). In der Nacht vom 8. auf den 9. Juni 1944 sowie tagsüber am 24. Juni, 17. Juli und 26. Juli wurde der Ort deshalb von der alliierten Luftwaffe bombardiert. Am 12. August 1944 wurde die Stadt von der 2e division blindée unter Generalmajor Leclerc befreit.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2011 2021 Einwohner 25.584 31.656 33.680 31.608 29.988 28.935 26.300 25.555 Quellen: Cassini und INSEE
Politik Alençon ist Sitz des Kommunalverbands Communauté urbaine d’Alençon, der Präfektur des Départements, der Unterpräfektur des Arrondissements sowie Hauptort von drei Kantonen.
Partnerstädte Quakenbrück (Deutschland) Koutiala (Mali) Basingstoke (England)
Kultur und Sehenswürdigkeiten Die gotische Basilika Notre-Dame d’Alençon steht im Stadtzentrum. Honoré de Balzac siedelte seinen Roman „Die alte Jungfer“ aus dem Werkzyklus „Nebenbuhler“ in Alençon an und vermittelte damit einen Eindruck von einer französischen Provinzstadt um 1830, einer Zeit, in der sich Republikaner und Royalisten verfeindet gegenüberstehen.
Im ehemaligen Jesuitenkolleg ist heute das Musée des Beaux-Arts et de la Dentelle untergebracht.
Wirtschaft und Infrastruktur mini|Bahnhof von Alençon Alençon ist ein Standort der Textil- und Elektroindustrie. Von enormer wirtschaftlicher Bedeutung für die Stadt wurde 1955 die Gründung und das Wachstum des weltweit exportierenden Unternehmens Moulinex.
Es gibt drei Lycées, sechs Berufsschulen, sechs Collèges sowie mehrere private und öffentliche Grundschulen in Alençon. Die Stadt verfügt über einen Bahnhof und einen touristisch und sportlich genutzten Flugplatz Alençon-Valframbert.
Lokale Produkte Auf dem Gemeindegebiet gelten kontrollierte Herkunftsbezeichnungen (AOC) für Maine-Anjou-Rindfleisch sowie geschützte geographische Angaben (IGP) für Rindfleisch der Bezeichnung Bœuf du Maine, Schweinefleisch (Porc de Normandie), Geflügel (Volailles du Maine, de Loué und de Normandie), Hühnereier (Œufs de Loué) und Cidre de Normandie oder normand.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt mini|hochkant|Geburtshaus der Therese von Lisieux Pierre Allix (1641–1717), reformierter Geistlicher Marthe de Roucoulle (1659–1741), Erzieherin Friedrichs des Großen Léonard Bourdon (1754–1807), Politiker, Präsident der Nationalversammlung von 1789 Jacques Julien Houton de Labillardière (1755–1834), Naturforscher und Reisender Jacques-René Hébert (1757–1794), Publizist, radikaler Revolutionär und Kirchengegner, hingerichtet Marie Anne Lenormand (1772–1843), Wahrsagerin Marie Chassevant (1836–1914), Musikpädagogin Pauline Martin (1861–1951), Karmeliterin Léonie Martin (1863–1941), Salesianerin Celine Martin (1869–1959), Karmeliterin Therese von Lisieux (1873–1897), Karmeliterin, 1925 heiliggesprochen Louise Hervieu (1878–1954), Malerin und Schriftstellerin Robert Olleris (1890–1957), Offizier André Couder (1897–1979), Astronom, Erfinder des Coudron-Teleskops Jean-Pierre Abeille (1907–1981), Verwaltungsbeamter Valentin Abeille (1907–1944), Verwaltungsbeamter und Résistancekämpfer Guy Renaudin (1918–2002), Bahnradsportler Daniel Balavoine (1952–1986), Sänger Anne Consigny (* 1963), Schauspielerin Laurence Leboucher (* 1972), Radrennfahrerin Abraham Poincheval (* 1972), Performancekünstler Lorànt Deutsch (* 1975), Schauspieler und Schriftsteller Benoît Tréluyer (* 1976), Rennfahrer Jonathan Cochet (* 1977), Rennfahrer Anthony Geslin (* 1980), Radrennfahrer Arnold Mvuemba (* 1985), Fußballspieler Agnès Raharolahy (* 1992), Leichtathletin Marc Fournier (* 1994), Radsportler Rémy Vita (* 2001), Fußballspieler
Persönlichkeiten, die hier gewirkt haben Pierre Caroli (um 1480–um 1550), Theologieprofessor und Reformator, war 1530–1534 Pfarrer in Alençon Margarete von Navarra (1492–1549), die ältere Schwester des französischen Königs Franz I. heiratete den Herzog von Alençon Karl IV. und wohnte von 1509 bis 1514 und 1519 bis 1525 in Alençon.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Normandie Kategorie:Präfektur in Frankreich
Kategorie:Stadt in Frankreich Kategorie:Gemeindegründung 1793 Kategorie:Ort an der Sarthe