Die Liste der Stolpersteine in Essen enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Projekts von Gunter Demnig in Essen verlegt wurden. Mit ihnen soll an Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden, die in Essen lebten und wirkten.
Stadtkern Adresse VerlegedatumInschrift/Name Bild AnmerkungAm Hauptbahnhof 2 HIER WOHNTEALFRED QUAASJG. 1889VERHAFTET 1941BUCHENWALDTOT 6.7.1942DACHAU140pxAlfred Quaas (* 3. April 1889) wurde wegen Homosexualität verfolgt und festgenommen. Er wurde am 5. Dezember 1941 ins KZ Buchenwald deportiert und starb am 16. Juli 1942 im KZ Dachau.Am Porscheplatz 9 HIER WOHNTEERWINWINTERSTEINJG. 1931DEPORTIERT 1943AUSCHWITZ-BIRKENAU1944 RAVENSBRÜCK1945 SACHSENHAUSENBUCHENWALDBEFREIT140pxMaria Winterstein (* 3. September 1913 in Steinfeld), Tochter von Januarius Winterstein und Else Hofmann, galt als „Zigeunermischling“ und war Mutter von Erwin Winterstein (* 14. September 1931 in Waldbrunn). Sie heiratete 1933 Paul Nagel in Essen und bekam mit ihm vier weitere Kinder: Elisabeth Nagel (* 16. Dezember 1933), Karl-Heinz Nagel (* 2. April 1935), Antonetta Nagel (* 17. Juni 1936; † 26. Oktober 1936) und Karola Nagel (* 22. November 1937). Die Ehe von Maria und Paul Nagel wurde am 24. Dezember 1938 geschieden. Danach lebte Maria Nagel mit Hans Naujokat zusammen, aufgrund der Nürnberger Gesetze konnten sie nicht heiraten. Mit Hans Naujokat hatte sie weitere vier Kinder, die den Mädchennamen der Mutter bekamen: Hans Winterstein (* 20. Juli 1939), Werner Winterstein (* 15. September 1941), Heidemarie Winterstein (* 4. Dezember 1942) und Hans-Dieter Winterstein (* Juli 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau).
Am 3. Dezember 1943 wurde Maria Nagel mit vier ihrer Kinder festgenommen. Alle sieben Kinder und die Mutter wurden am 7. Dezember 1943 in das Zigeunerlager des KZ Auschwitz eingewiesen. Karola Nagel starb in Auschwitz am 17. Januar 1944, ebenso wie ihr Bruder Karl-Heinz (vermutlich am 15. April 1944) an Typhus. Dieses Zigeunerlager wurde Anfang August 1944 aufgelöst und die Familie wurde weiter ins KZ Ravensbrück transportiert. Bei diesem Transport starb Hans-Dieter Winterstein. Heidemarie Winterstein wurde im Februar 1945 mittels Giftinjektion ermordet, ihr Bruder Hans kurz darauf ebenso. Erwin Winterstein wurde von seiner Familie getrennt und in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs nach Sachsenhausen und Buchenwald verschleppt. Anfang März 1945 wurde die restliche Familie wieder weiter transportiert nach Mauthausen, Ende März 1945 dann nach Bergen-Belsen. Diesen Transport überlebte Werner Winterstein nicht.
Maria Nagel und Elisabeth Nagel wurden in Bergen-Belsen befreit, Erwin Winterstein in Buchenwald. Er verstarb am 30. April 1954 bei einem Unfall. Elisabeth Nagel heiratete 1955 und gründete eine Familie. HIER WOHNTEWERNERWINTERSTEINJG. 1941DEPORTIERT 1943AUSCHWITZ-BIRKENAU1944 RAVENSBRÜCK1945 MAUTHAUSENTOT AUF TRANSPORTMÄRZ 1945140px HIER WOHNTEHEIDEMARIEWINTERSTEINJG. 1942DEPORTIERT 1943AUSCHWITZ-BIRKENAU1944 RAVENSBRÜCKERMORDET FEB. 1945140px HANS-DIETERWINTERSTEINJG. 1944AUSCHWITZ-BIRKENAUERMORDET MÄRZ 1945RAVENSBRÜCK140px HIER WOHNTEHANSWINTERSTEINJG. 1939DEPORTIERT 1943AUSCHWITZ-BIRKENAU1944 RAVENSBRÜCKERMORDET MÄRZ 1945140px HIER WOHNTEELISABETH NAGELJG. 1933DEPORTIERT 1943AUSCHWITZ-BIRKENAU1944 RAVENSBRÜCK1945 MAUTHAUSENBERGEN-BELSENBEFREIT140px HIER WOHNTEMARIA NAGELGEB. WINTERSTEINJG. 1913DEPORTIERT 1943AUSCHWITZ-BIRKENAU1944 RAVENSBRÜCK1945 MAUTHAUSENBERGEN-BELSENBEFREIT140px HIER WOHNTEKAROLA NAGELJG. 1937DEPORTIERT 1943AUSCHWITZ-BIRKENAUERMORDET 17.1.1944140px HIER WOHNTEKARL-HEINZ NAGELJG. 1935DEPORTIERT 1943AUSCHWITZ-BIRKENAUERMORDET 15.4.1944140pxEdmund-Körner-Platz 2 HIER WOHNTEALBERT HEIDTJG. 1868DEPORTIERT 1942THERESIENSTADT1942 TREBLINKAERMORDET140pxAlbert Heidt (* 30. Mai 1868 in Hermülheim) wohnte mit seiner Tochter Meta Heidt (* 8. März 1893 in Stollberg), seiner Frau Emma Heidt (1860–1922) und vier weiteren Verwandten im Gemeindehaus der jüdischen Gemeinde an der Steeler Straße. In der Pogromnacht 1938 zwangen Soldaten der Schutzstaffel seinen Sohn Ernst, die Synagoge zu öffnen, dann plünderten sie und setzten die Synagoge in Brand. Mit Hilfe erreichte man für viele in der Familie die Ausreise nach Kolumbien. Albert Heidt und Meta Heidt blieben zurück. Am 28. April 1942 wurden sie von der Lindenallee 61 ins Barackenlager Holbeckshof umgesiedelt. Meta Heidt wurde am 15. Juni 1942 ins Vernichtungslager Sobibor deportiert und ermordet. Am 21. Juli 1942 wurde Albert Heidt zunächst ins Ghetto Theresienstadt deportiert, von dort am 21. September 1942 ins Vernichtungslager Treblinka, wo er ermordet wurde. HIER WOHNTEMETA HEIDTJG. 1893DEPORTIERT 1942SOBIBORERMORDET140pxGänsemarkt 18 HIER WOHNTEDAVID ZYTNICKIJG. 1903'POLENAKTION' 1938BENTSCHEN/ZBASZYNGHETTO WARSCHAUSCHICKSAL UNBEKANNT140pxDavid Zytnicki (* 20. Januar 1903 in Warschau) und seine Frau Helena Olga Zytnicka (geb. Mantwill; * 15. Januar 1904 in Altenessen) hatten die Töchter Judith (* 29. Juni 1926 in Essen) und Henny (* 14. März 1932). David Zytnicki kam 1919 ins Ruhrgebiet und sprach mehrere Sprachen: Neben seiner Muttersprache polnisch auch jiddisch und deutsch sowie russisch und französisch. Er war als Vertreter bzw. Verkäufer bei verschiedenen Geschäften in Köln und Essen tätig, wobei er auch seine Frau Helene kennenlernte. Helene Mantwill war ursprünglich protestantisch, hat mit der Heirat am 2. Juni 1926 allerdings den jüdischen Glauben und die polnische Staatsangehörigkeit angenommen. David Zytnicki war von 1930 bis 1938 im Vorstand des Verbands der Ostjuden. Während der sogenannten Polenaktion wurde die gesamte Familie am 28. Oktober 1938 verhaftet und über ein Sammellager nach Bentschen ausgewiesen. Etwa ein Jahr später zog die Familie nach Warschau. Nachdem 1940 das Warschauer Ghetto errichtet wurde, floh Helene Zytnicka mit ihren Töchtern und tauchte unter. Mitte 1942 floh auch David Zytnicki. 1944 rückte die Rote Armee auf Warschau zu und „Volksdeutsche“ wurden aufgefordert die Stadt zu evakuieren. Judith wurde während der Evakuierung entdeckt und zur Zwangsarbeit nach Berlin geschickt. Sie floh im Januar 1945 zu ihrer Schwester und Mutter nach Mühlberg/Sachsen wo sie bei Verwandten den Krieg überlebt haben. Das letzte Lebenszeichen von David Zytnickis war eine Postkarte Anfang 1945. 1948 kehrte Helene mit ihren beiden Töchtern nach Essen zurück. David Zytnicki wurde nach dem Zweiten Weltkrieg für tot erklärt. HIER WOHNTEHELENE ZYTNICKAJG. 1904'POLENAKTION' 1938BENTSCHEN/ZBASZYNGHETTO WARSCHAUVERSTECKT GELEBTMIT HILFE ÜBERLEBT140px HIER WOHNTEHENNY ZYTNICKAJG. 1932'POLENAKTION' 1938BENTSCHEN/ZBASZYNGHETTO WARSCHAUVERSTECKT GELEBTMIT HILFE ÜBERLEBT140px HIER WOHNTEJUDITH ZYTNICKAJG. 1926'POLENAKTION' 1938BENTSCHEN/ZBASZYNGHETTO WARSCHAUVERSTECKT GELEBT1944 ZWANGSARBEIT BERLINFLUCHT/MIT HILFEÜBERLEBT140pxGustav-Hicking-Str./ Klosterstraße HIER WOHNTEALBERTBERGERHAUSENJG. 1894DEPORTIERT 1942IZBICAERMORDET140pxAlbert Bergerhausen (* 17. August 1894 in Köln) und seine Frau Marianne Bergerhausen (geborene Gelner; * 9. April 1882 in Köln) wurden mit ihrem Sohn Fritz (* 20. Oktober 1924 in Essen) am 22. April 1942 nach Izbica deportiert und an einem unbekannten Datum ermordet. HIER WOHNTEMARIANNEBERGERHAUSENGEB. GELNERJG. 1882DEPORTIERT 1942IZBICAERMORDET140pxHachestraße 14 HIER WOHNTELINAHEINEMANNGEB. HAUSMANNJG. 1869DEPORTIERT 1942IZBICAERMORDET140pxLina Heinemann (geborene Hausmann; * 26. Juni 1869 in Nenzenheim) hat vor dem Krieg in Königsheim gewohnt und wurde am 22. April 1942 ins Ghetto Izbica deportiert. Ihre Tochter Sophie Strauß (geborene Heinemann; * 5. Juni 1906) konnte in die USA fliehen. HIER WOHNTEMICHAEL FRIEDJG. 1896FLUCHT 1939FRANKREICH1940 USA140pxFamilie Fried, bestehend aus Michael Fried (* 25. Juni 1896) und Ehefrau Dora Fried (geborene Benclowicz; * 30. September 1902), sowie den Kindern Ingo (James) Fried (* 23. Juni 1930) und Betty Fried (verheiratete Goldstein; * 3. Juli 1935) flohen im Januar 1939 nach Frankreich. Im selben Jahr wurden die Kinder Betty und Ingo in die USA vorgeschickt, die Eltern folgten ihnen 1940. Sie änderten die Familiennamen in „Freed“ und Ingo Fried bekam den Rufnamen „James“. Nachdem James Freed sein Studium 1953 abgeschlossen hatte, zog er nach New York und wurde 1956 Partner im Architekturbüro "Pei Cobb Freed & Partners". Er starb 2005 im Alter von 75 Jahren und war ein bedeutender Architekt. HIER WOHNTEDORA FRIEDGEB. BENCLOWICZJG. 1902FLUCHT 1939FRANKREICH1940 USA140px HIER WOHNTEINGO FRIEDJG. 1930FLUCHT 1939FRANKREICH1939 USA140px HIER WOHNTEBETTY FRIEDVERH. GOLDSTEINJG. 1935FLUCHT 1939FRANKREICH1939 USA140pxKastanienallee 57 HIER WOHNTEFRIEDRICH BLITZBLUMJG. 1935DEPORTIERT 1941ŁODZ/LITZMANNSTADTERMORDET 12.5.1942CHELMNO/KULMHOF140pxHillel Blitzblum (* 23. Mai 1900 in Głowno) zog 1924 nach Essen und lebte zunächst bei seinem Bruder. Am 10. Oktober 1929 heiratete Hillel seine Frau Sara Blitzblum (geb. Mandelbaum; * 14. November 1903 in Słomniki). Das Ehepaar hatte zwei Kinder: Ursula (* 10. September 1929) und Friedrich (* 21. Mai 1935). Während der Novemberpogrome 1938 wurde das Geschäft und die Wohnung der Familie geplündert und beschädigt. Am 17. November 1938 wurde Hillel verhaftet und ins KZ Dachau gebracht, aus dem er am 26. Januar 1939 entlassen wurde. Nach der Entlassung wohnte die Familie zunächst bei einem Onkel von Sara Blitzblum. 1939 mussten sie in ein „Judenhaus“ in der Schlageterstraße (heute: Friedrich-Ebert-Straße 31) ziehen. Die Familie wurde am 27. Oktober 1941 ins Ghetto Litzmannstadt deportiert. Am 11. Mai 1942 wurde die Familie nach Kulmhof deportiert wo sie am folgenden Tag ermordet wurde. HIER WOHNTEHILLEL BLITZBLUMJG. 1900'SCHUTZHAFT' 1938DACHAUDEPORTIERT 1941ŁODZ/LITZMANNSTADTERMORDET 12.5.1942CHELMNO/KULMHOF140px HIER WOHNTESARA BLITZBLUMGEB. MANDELBAUMJG. 1903DEPORTIERT 1941ŁODZ/LITZMANNSTADTERMORDET 12.5.1942CHELMNO/KULMHOF140px HIER WOHNTEURSULA BLITZBLUMJG. 1929DEPORTIERT 1941ŁODZ/LITZMANNSTADTERMORDET 12.5.1942CHELMNO/KULMHOF140pxKastanienallee 86 HIER WOHNTELEO CUSSELJG. 1913DEPORTIERT 1942ERMORDET INIZBICA140pxAlfred Cussel (* 1. Februar 1886 in Hamm) war der Ehemann von Emma Cussel (geborene Steinweg; * 20. April 1891 in Münster). Beide hatten drei Kinder: Die Zwillinge Leo Cussel und Siegfried Cussel (* 19. September 1913 in Essen) sowie Walter Cussel (*21. März 1915 in Münster). Die Familie wurde am 17. November 1938 ins KZ Dachau deportiert, danach am 22. April 1942 nach Izbica, wo sie an einem unbekannten Datum ermordet wurden. HIER WOHNTEALFRED CUSSELJG. 1886DEPORTIERT 1942ERMORDET INIZBICA140px HIER WOHNTEWALTER CUSSELJG. 1915DEPORTIERT 1942ERMORDET INIZBICA140px HIER WOHNTEEMMA CUSSELGEB. STEINWEGJG. 1891DEPORTIERT 1942IZBICAERMORDET140pxKasteienstraße 4 HIER WOHNTEMANFRED KATZJG. 1912DEPORTIERT 1942ERMORDET INIZBICA140pxManfred Katz (* 11. Dezember 1912 in Geldern) und seine Frau Erika Katz (geborene Bachenheimer; * 28. Juli 1912 in Essen) wurden am 22. April 1942 nach Izbica deportiert und an einem unbekannten Datum ermordet.