Die Liste der Stolpersteine in Essen enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Projekts von Gunter Demnig in Essen verlegt wurden. Mit ihnen soll an Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden, die in Essen lebten und wirkten.
Schönebeck AdresseVerlegedatumInschrift/NameBildAnmerkungAktienstraße 160 HIER WOHNTEEMIL GUTTEKJG. 1904VERHAFTET/ZUCHTHAUSSTRAFBATAILLON 999GEFALLEN 23.5.1944140pxEmil Guttek (* 4. September 1904) war am Aufbau einer Widerstandsgruppe beteiligt, wurde entdeckt und in die Strafdivision 999 versetzt. Er fiel am 23. Mai 1944.Altendorfer Straße 493 HIER WOHNTEJOSEFBAUERNFEINDJG. 1876INHAFTIERT 1933ERSCHLAGEN VON SA9.8.1933140pxJosef Bauerfeind (* 11. Juli 1876) war Mitglied der Partei KPD und somit Terror und Folter durch Schutzstaffel und Sturmabteilung ausgesetzt. Er wurde am 9. August 1933 von SA-Leuten wegen seiner politischen Arbeit ermordet.Altendorfer Straße 557 HIER WOHNTETHEODOR HÖLTERJG. 1899VERHAFTETTOT 23.3.1944140pxTheodor Hölter (* 20. Juli 1899) war Zeuge Jehovas und kam am 23. März 1944 während der Untersuchungshaft in Düsseldorf um. In der Gestapo-Akte wird er wie folgt zitiert: „Weil meiner festen Überzeugung nach das ‚Heil‘ letzten Endes nur von Christus ausgeht, lehne ich auch den Gruß ‚Heil Hitler‘ ab; ich erblicke in diesem Gruß eine Verherrlichung eines einzelnen Menschen und darüber hinaus eines Systems, die keinem irdischen Wesen zukommt.“Herbrüggenstraße 91 HIER WOHNTEMARTIN MENKEJG. 1881EINGEWIESEN 1936AUGUST-THYSSEN-STIFTHEILANSTALT BEDBURG-HAU'VERLEGT' 7.3.1940GRAFENECKERMORDET 7.3.1940'AKTION T4'140pxMartin Menke (* 23. März 1881 in Delbrück) arbeitete auf einer Zeche, war verheiratet und hatte vier Kinder. Im Juli 1917 verlor er bei einem Unfall das rechte Bein. Als im September 1932 seine Frau starb, wurde er von wechselnden Instituten betreut. Zunächst kam er kurzzeitig in ein Pflegeheim, dann zu seiner Tochter, 1936 ins August-Thyssen-Stift. Im Laufe der Zeit verschlechterte sich seine psychische Lage, 1937 wurde er als „auffällig“ diagnostiziert und später in die Heilanstalt Bedburg-Hau überstellt. Am 6. März 1940 wurde er im Sammeltransport mit anderen Kranken in die Euthanasieanstalt Grafeneck gebracht und am darauf folgenden Tag getötet.
Frintrop AdresseVerlegedatumInschrift/NameBildAnmerkungHöhenweg 30 HIER WOHNTEHEINRICH IMBUSCHJG. 1878IM WIDERSTANDCHRISTLICHE GEWERKSCHAFTFLUCHT 1933 SAARLANDLUXEMBURG/BELGIEN1942 HEIMKEHRVERSTECKT GELEBTTOT 16.1.1945140pxHeinrich Imbusch (* 1. September 1878 in Oberhausen) begann nach Ende der Schulzeit eine Ausbildung im Bergbau. 1897 trat er zusammen mit seinem Bruder Hermann dem Gewerkverein Christlicher Bergarbeiter bei. Heinrich Imbusch war 1904 Redakteur und Nachfolger von August Brust bei der Verbandszeitschrift „Der Bergknappe“. Von 1919 bis 1933 war er Erster Vorsitzender des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter und Vorstandsmitglied des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften. Nach dem Verbot der Gewerkschaften floh er Mitte Mai 1933 in die Niederlande und später ins Saargebiet. 1935 floh er weiter nach Luxemburg und von dort 1940 über Südfrankreich nach Belgien. 1942 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde von Freunden bis zum Kriegsende versteckt. Er starb wenige Monate vor Kriegsende im Keller des Elisabeth-Krankenhauses in Essen an einer Lungenentzündung und Entkräftung. Im Zuge einer Baumaßnahme wurde der Stolperstein im Juni 2021 entfernt und wird zum Ende der Baumaßnahme 2023 wieder an der Stelle verlegt.
Dellwig AdresseVerlegedatumInschrift/NameBildAnmerkungRauchstraße 17 HIER WOHNTEHILDEGARD GANSGEB. SEELMANNJG. 1919DEPORTIERTERMORDET INAUSCHWITZ140pxJohanna Seelmann, geborene Salomon (* 10. September 1874 in Treis Mosel) kam mit ihren Töchtern Regina Rosa Wijnhuisen, geborene Seelmann (* 5. März 1907 in Essen), und Hildegard Gans, geborene Seelmann (* 29. November 1919 in Essen), in die Niederlande. Dort hatte Rosa 1938 geheiratet und 1939 Schwester und Mutter nachgeholt. 1940 überfiel Deutschland während des Zweiten Weltkriegs unter anderem Frankreich, Belgien und die Niederlande. Hildegard Gans wurde 1942 nach Auschwitz deportiert und dort am 15. Oktober 1942 ermordet. Johanna Seelmann und Rosa Wijnhuisen wurden am 25. Mai 1943 ins Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort am 28. Mai 1943 ermordet. HIER WOHNTEJOHANNASEELMANNJG. 1875DEPORTIERTERMORDET INSOBIBOR140px HIER WOHNTEROSI WEINHUISENGEB. SEELMANNJG. 1907DEPORTIERTERMORDET INSOBIBOR140px
Borbeck-Mitte AdresseVerlegedatumInschrift/NameBildAnmerkungBorbecker Platz 2 HIER WOHNTEMANFREDLOEWENTHALJG. 1922FLUCHT/BELGIENDEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 14.9.1942140pxDie Familie Loewenthal bestand aus Vater Sally Loewenthal (* 18. Dezember 1883 in Ratingen), seiner Frau Ernestine „Erna“ Loewenthal, geborene Heymann (* 17. März 1888 in Kerpen) und Sohn Manfred Loewenthal (* 7. Februar 1922 in Essen). Manfred Loewenthal besuchte nach dem Gymnasium 1938 eine Mechanikerschule in Lüttich. Sally Loewenthal war Geschäftsführer des Herrenkonfektionsgeschäfts der Gebrüder Salomon. Das Geschäft wurde in der Pogromnacht 1938 zerstört und geplündert. Ernestine und Sally Loewenthal kamen zunächst in das Konzentrationslager Dachau, bevor sie am 27. Oktober 1941 nach Łodz gebracht wurden, wo sie im folgenden Jahr ermordet wurden. Manfred wurde aus Belgien schließlich am 4. August 1942 nach Auschwitz deportiert, wo er im folgenden Monat ermordet wurde. HIER WOHNTESALLYLOEWENTHALJG. 1885DEPORTIERT 1941ŁODZERMORDET 25.6.1942140px HIER WOHNTEERNERSTINELOEWENTHALGEB. HEYMANNJG. 1888DEPORTIERT 1941ŁODZERMORDET 24.7.1942140pxBorbecker Platz 5 HIER WOHNTEELLILOEWENSTEINGEB. HERZSTEINJG. 1888DEPORTIERT 1941ERMORDET IN MINSK140pxElly „Berta“ Loewenstein, geborene Herzstein (* 6. September 1888 in Witten) war verheiratet mit Max Loewenstein, Bruder von Eli Loewenstein. Max Loewenstein betrieb am Marktplatz in Borbeck das Geschäft „Gebrüder Loewenstein“. Elly und Max hatten drei Kinder. Im Februar 1931 musste die Familie das Geschäft aufgeben, kurz darauf nahm sich Max Loewenstein das Leben. Die älteste Tochter Edith konnte 1933 nach Frankreich flüchten, Tochter Gertrud 1938 schließlich nach Australien. Die dritte Tochter kam bei einem Autounfall ums Leben. In der Pogromnacht 1938 versteckte sich Elly auf dem Dachboden. Am 10. November 1941 wurde sie nach Minsk deportiert, wo sie an einem unbekannten Datum ermordet wurde.Marktstraße 10 HIER WOHNTEADOLFLOEWENSTEINJG. 1889DEPORTIERT 1942ERMORDET INIZBICA140pxAdolf Loewenstein (* 6. Januar 1869 in Köln), Sohn von Philipp und Dina Loewenstein, lebte mit seiner Frau Johanna Loewenstein, geborene Hohenstein (* 25. Mai 1891 in Stettin) und dem Sohn Martin Loewenstein (* 6. Dezember 1929 in Essen) in der Rechtstraße 19, heute Rudolf-Heinrich-Straße. Die Familie besaß ein Geschäft für Herrenbekleidung, der Sohn besuchte den katholischen Kindergarten und später die katholische Volksschule. Adolf Loewenstein wurde in der Nacht vom 9. November 1938 festgenommen und ins KZ Dachau deportiert. Am 20. Dezember 1938 wurde er aufgrund einer Intervention der Gemeinde entlassen. Die Familie versuchte vergeblich, Ausreisedokumente zu erhalten. Später musste die Familie in die II. Weberstraße 1 umziehen, ein sogenanntes „Judenhaus“. Am 22. April 1942 wurde die Familie ins Ghetto Izbica deportiert, wo sie ermordet wurde. HIER WOHNTEMARTINLOEWENSTEINJG. 1929DEPORTIERT 1942ERMORDET IN IZBICA140px HIER WOHNTEJOHANNALOEWENSTEINGEB. HOHENSTEINJG. 1891DEPORTIERT 1942ERMORDET IN IZBICA140pxMarktstraße 15 HIER WOHNTEHUGO HIRSCHJG. 1887DEPORTIERT 1942ERMORDET IN IZBICA140pxHugo Hirsch (* 7. Juni 1887 in Niederhofheim) und Jenny Hirsch, geborene Frank (* 7. Dezember 1885 in Essen) betrieben ein Damenmodengeschäft in der Marktstraße 15, Essen. Sie wurden am 22. April 1942 nach Izbica deportiert, wo sie an einem unbekannten Datum ermordet wurden. HIER WOHNTEJENNY HIRSCHGEB. FRANKJG. 1885DEPORTIERT 1942ERMORDET IN IZBICA140pxMarktstraße 24 HIER WOHNTEALFRED VAN BIEMAJG. 1882 DEPORTIERT 1942ERMORDET INTHERESIENSTADT140pxDr. Ing. Alfred van Biema (* 8. Dezember 1882 in Hannover) war Reichsoberbahnrat in Halle an der Saale. In den 1930er Jahren wohnte er zunächst in der Ruhrallee. Später zog er in das Haus von Elli Loewenstein. Van Biema fand tagsüber oft Schutz im Lutherhaus. Am 21. Juli 1942 wurde er über Theresienstadt nach Auschwitz-Birkenau geschafft, wo er ermordet wurde.Marktstraße 26 HIER WOHNTEBERTA STERNJG. 1867