Die Liste der Stolpersteine in Essen enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Projekts von Gunter Demnig in Essen verlegt wurden. Mit ihnen soll an Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden, die in Essen lebten und wirkten.

Bredeney AdresseVerlegedatumInschrift/NameBildAnmerkungAlfredstraße 289 HIER WOHNTEBENNO STRAUSSJG. 1873BERUFSVERBOT 1934ZWANGSARBEITLAGER VORWOHLETOT 27.9.1944140pxProf. Dr. Benno Strauß (* 30. Januar 1873 in Fürth) studierte 1892 Physik, Maschinenbau und Elektrotechnik in München. 1893 wechselte er an die Universität Zürich, an der er 1896 zum Doktor der Philosophie promovierte. Anschließend arbeitete er in der Physikalischen Abteilung von Krupp in Essen, deren Leiter er von 1899 bis 1904 war. 1917 konvertierte er zum Christentum und ließ sich evangelisch taufen. Er war maßgeblich an der Entwicklung rostfreien Stahls beteiligt, der 1922 unter dem Markennamen NIROSTA geschützt wurde. Später führte er das Hartmetall „WIDIA“ („Wie Diamant“) ein. Benno Strauß erwarb sich in der Firma Krupp ein hohes Ansehen, weswegen ihm zu seinem Berufsverbot am 1. Januar 1935 auch eine unübliche Feier ausgerichtet wurde. Er wurde weiterhin von ehemaligen Mitarbeitern und Kollegen geachtet, aber auch gemieden. Während der Novemberpogrome 1938 wurde er für eine Woche inhaftiert, ein ehemaliger Kollege konnte verhindern, dass sein Haus geplündert und zerstört wurde. Benno Strauß zögerte mit der Ausreise, obwohl ihm eine Professur in den USA angeboten worden war. Im Oktober 1938 musste er seinen Reisepass abgeben. Am 18. September 1944 wurde er als Zwangsarbeiter in ein Lager in Vorwohle deportiert. Am 27. September 1944 starb Benno Strauß in diesem Lager.

Benno Strauß ist in Essen und Fürth eine Straße gewidmet.Ruschenstraße 2 140px HIER LERNTEKURT ARTURARNSTEINJG. 1915FLUCHT 1936 SCHWEIZ1937 HOLLANDINTERNIERT WESTERBORKDEPORTIERT 1942AUSCHWITZERMORDET 30.9.1942140pxKurt Artur Arnstein (* 23. Oktober 1915 in Essen), Sohn von Eduard und Paula Arnstein (geb. Kahn), besuchte die Goetheschule in Essen-Rüttenscheid. Er emigrierte 1936 zunächst in die Schweiz, von dort 1937 weiter in die Niederlande. Dort lernte er seine spätere Frau Mietje "Mimi" Abrahamson kennen und zog am 1. April 1942 mit ihr zusammen. Mietje und Kurt Artur heirateten im Juni 1942, im August 1942 wurden sie ins Durchgangslager Westerbork deportiert und am 10. August 1942 nach Auschwitz verschleppt. Kurt und Mimi wurden am 30. September 1942 in Auschwitz ermordet. HIER LERNTELEO BEHRJG. 1917DEPORTIERT 1941ŁODZ/LITZMANNSTADTERMORDET 13.5.1942140pxLeo Behr (* 31. März 1917 in Essen) besuchte die Goetheschule von 1928 bis 1932, anschließend absolvierte er eine kaufmännische Lehre. Im November 1938 musste er seinen Arbeitsplatz aufgeben und wurde als Zwangsarbeiter zu Straßenarbeiten herangezogen. Zusammen mit seinen Eltern Gustav und Regina Behr wurde Leo Behr am 27. Oktober 1941 ins Ghetto Litzmannstadt deportiert. Leo Behr wurde am 13. Mai 1942 im Ghetto Litzmannstadt ermordet, Regina Behr wurde am 26. Juni 1944 in Litzmannstadt ermordet, sein Vater Gustav Behr wurde am 8. Juli 1944 im Vernichtungslager Kulmhof ermordet. HIER LERNTESIEGFRIED DAVIDGRIFFELJG. 1923'POLENAKTION' 1938BENTSCHEN/ZBASZYNERMORDET IMBESETZTEN POLEN140pxSiegfried David Griffel (* 1. November 1923 in Gelsenkirchen-Horst), Sohn von Chaim und Pessia Griffel (geb. Schumacher), wohnte ab 1932 zusammen mit seinem Bruder Max in der Waldhausenstraße 4 in Essen. Zunächst besuchte er die jüdische Volksschule und bekam 1934 ein Stipendium an der Goetheschule. Am 28. Oktober 1938 wurden Siegfried und seine Eltern im Rahmen der „Polenaktion“ ins Transitghetto Zbąszyń deportiert. Sein Bruder Max (später Mosche Givol) konnte nach Palästina ausreisen. Die genauen Todesumstände sind nicht geklärt, Siegfried David Griffel wurde am 8. Mai 1945 für tot erklärt. Vermutlich wurde er zusammen mit seinen Eltern bei einer Massenerschießung 1941 in Nadwirna ermordet. HIER LERNTEKURT RUDOLF KERNJG. 1921DEPORTIERT 1942SOBIBORERMORDET140pxKurt Rudolf Kern (* 22. März 1921 in Landau in der Pfalz), Sohn von Otto und Mathilde Kern (geb. Wolff), zog 1930 mit seinen Eltern in die Papestraße 32 in Essen. 1931 kam er in die Goetheschule und war Klassenkamerad von Ernst Krombach. In den kommenden Jahren verschärften sich antisemitische Anfeindungen gegen ihn und andere in der Schule und in der Freizeit. 1939 musste die Familie Kern ihre Wohnung aufgeben und wurde zwangsweise in ein „Judenhaus“ in der Ruhrau 40 umgesiedelt. Am 18. April 1942 wurde die Familie im Barackenlager Holbeckshof interniert, von wo aus sie am 15. Juni 1942 ins Ghetto Izbica deportiert wurden. Die Todesumstände sind nicht vollständig geklärt, er wurde am 8. Mai 1945 für tot erklärt. Vermutlich starb er 1942 im Vernichtungslager Sobibor. HIER LERNTEERNST KROMBACHJG. 1921DEPORTIERT 1942TRANSIT-GHETTO IZBICAERMORDET140pxErnst Krombach (* 17. September 1921 in Essen), Sohn von Dr. David Krombach und Minna Krombach (geb. von der Walde), wohnte in der Max-Fiedler-Straße 26 in Essen. Bis 1931 besuchte er die jüdische Volksschule und wechselte dann zur Goetheschule in der Alfredstraße. Er musste 1937 die Schule verlassen, da er aus antisemitischen Gründen nicht zum Abitur zugelassen werden konnte. Nach der abgebrochenen Schule absolvierte er ein Praktikum in einem chemischen Laber in Berlin. Nach den Novemberpogromen 1938 kehrte er zurück nach Essen. Sein Bruder Heinz floh 1939 nach Argentinien. Ernst Krombach und seine Eltern wurden am 22. April 1942 ins Ghetto Izbica deportiert. Die Briefe zwischen Ernst Krombach und seiner Geliebten Marianne Strauß geben einen seltenen Einblick in die Lebensumstände im Ghetto. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wurde ihm zur Strafe das Augenlicht genommen. Er wurde später zu einem unbekannten Zeitpunkt ermordet. HIER LERNTEHEINZ WOLFGANGNASSAUJG. 1908FLUCHT 1938 HOLLANDINTERNIERT WESTERBORKDEPORTIERT 1943AUSCHWITZERMORDET 31.3.1944140pxHeinz Wolfgang Nassau (* 27. November 1908 in Rüttenscheid), Sohn von Gustav und Lilli Nassau (geb. Baer) und Bruder von Reinhard und Ruth Nassau (verh. Dirtler), beendete die Untersekundarstufe an der Goetheschule. 1930 schloss er am Deutschen Kolleg in Bad Godesberg mit dem Abitur ab. Das in Heidelberg begonnene Jurastudium musste er aufgrund der Nürnberger Gesetze abbrechen. Seine Schwester Ruth konnte 1934 nach Palästina auswandern, sein Bruder Reinhard flüchtete 1936 nach Südafrika. Heinz Nassau flüchtete 1938 in die Niederlande. Dort war er nach dem Westfeldzug 1940 im Widerstand tätig und zog sich später in den Untergrund zurück. Bevor er eine Ausreise nach Südafrika unternehmen konnte, wurde er in Amsterdam von der Geheimen Staatspolizei verhaftet und zunächst im Durchgangslager Westerbork interniert. Ein Fluchtversuch aus dem Lazarett misslang und alle Insassen des Lazaretts wurden am 19. Oktober 1943 nach Auschwitz deportiert wo Wolfgang Nassau vermutlich wenige Tage später ermordet wurde. HIER LERNTEHANS WERNERSCHÜLERJG. 1901DEPORTIERT 1942TRANSIT-GHETTO IZBICAERMORDET140pxHans Werner Schüler (* 7. Juli 1901 in Essen), Sohn von Dr. med Leonhard Schüler und Hedwig Julie Schüler (geb. Anschel), Bruder von Lore Margarete Schüler (verh. Camnitzer), wohnte mit seiner Familie in der Pelmanstraße 42 in Essen. Er schloss die Goetheschule 1920 mit dem Abitur ab und arbeitete später als Musiklehrer. 1928 starb sein Vater Leonhard. Am 12. Mai 1939 wurde er gezwungen in ein „Judenhaus“ in der Emmastraße 57 zu ziehen. Im Frühjahr 1942 wurde er zusammen mit seiner Mutter ins Transitghetto Izbica deportiert und dort im gleichen Jahr ermordet. Seine Schwester Lore Margarete Camnitzer wurde zusammen mit ihrem Mann und der vierjährigen Tochter am 3. September 1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet. HIER LERNTEHERBERT WEISJG. 1913FLUCHT 1933 FRANKREICHREISE 1940 HOLLANDINTERNIERT WESTERBORKDEPORTIERT 1943SOBIBORERMORDET 23.7.1943140pxHerbert Weis (* 16. Dezember 1913 in Krefeld) schloss die Goetheschule 1933 ab und emigrierte am 28. September 1933 nach Frankreich. Dort studierte er zunächst in Toulouse und später in Paris und erhielt ein Stipendium an der Harvard-Universität für die Jahre 1939/1940, welches er nach dem Kriegsausbruch nicht in Anspruch nehmen konnte. Er heiratete am 5. August 1942 Gertruide Cohen und wohnte in Amsterdam. Am 17. Juli 1943 wurde er verhaftet und im Durchgangslager Westerbork interniert, drei Tage später ins Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort am 23. Juli 1943 ermordet. Seine Frau Gertruida Marshall geb. Cohen verw. Weis konnte den Krieg in Australien überleben. HIER LERNTEKARL LUDWIG HIRSCHLANDJG. 1925KINDERTRANSPORT 1939ENGLAND 140px HIER LERNTEHANS WINTERJG. 1911FLUCHT 1938ENGLAND1939 SCHWEIZ1940 PALÄSTINA 140px

Werden AdresseVerlegedatumInschrift/NameBildAnmerkungBungertstraße 32 HIER WOHNTESOPHIE BAUMGEB. VIEHSERJG. 1892DEPORTIERT 1942IZBICAERMORDET140pxSophie Baum (geborene Viehser; * 15. Mai 1892 in Emden) heiratete am 29. Januar Philipp Baum in Emden. Sie bekamen die Tochter Ruth Baum (* 19. April 1921 in Essen). Philipp Baum starb 1932 und Sophie Baum übernahm das Fischgeschäft in der Bungertstraße 47 in Essen-Werden. Dieses Geschäft wurde während der Novemberpogrome 1938 geplündert und zerstört und die Familie musste in ein „Judenhaus“ in der Bungertstraße 32 umziehen. Am 22. April 1942 wurden Ruth Baum und Sophie Baum nach Izbica deportiert und an einem unbekannten Datum ermordet. HIER WOHNTERUTH BAUMJG. 1921DEPORTIERT 1942IZBICAERMORDET140pxDudenstraße 24 HIER WOHNTEFRANZ VOUTTAJG. 1876IM WIDERSTAND/SPD'SCHUTZHAFT' 1933VERHAFTET 1.5.1935'ILLEGALE MAIFEIER'VERHÖRT-MISSHANDELTPROZESSUNFÄHIGTOT 17.7.1936KRANKENHAUS DÜSSELDORF140pxFranz Voutta (* 20. Januar 1876 in Mingstimmen) trat 1903 der SPD in Essen bei. Er war später Funktionär der Freien Gewerkschaft und der SPD und wurde nach der Machtergreifung 1933 für über einen Monat in „Schutzhaft“ genommen. Dennoch engagierte er sich weiterhin im politischen Widerstand. Am 1. Mai 1935 kam es zu zahlreichen Festnahmen im gesamten Rheinland, bei denen auch Franz Voutta inhaftiert wurde. Das Urteil zur Anklage auf „Vorbereitung zum Hochverrat“ wurde am 9. Juli 1936 verlesen. Franz Voutta war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr verhandlungsfähig und starb am 17. Juli 1936 an den Folgen der Folter während der Verhöre.Grafenstraße, Schulhof HIER LERNTEJACOB HERZJG. 1893'SCHUTZHAFT' 1938DACHAUDEPORTIERT 1942TRANSIT-GHETTO-IZBICAERMORDET140pxJacob Herz (* 20. November 1893 in Werden) wurde im KZ Dachau inhaftiert. Am 20. Juli 1942 wurde er über Köln ins Ghetto Minsk deportiert und an einem unbekannten Datum ermordet.

Der Stolperstein wurde im März 2023 aktualisiert und ausgetauscht. HIER LERNTEHANS SIMONJG. 1914FLUCHT 1933 HOLLANDINTERNIERT MECHELEN/MALINESDEPORTIERT 1942AUSCHWITZERMORDET 4.9.1942140pxHans Simon (* 8. Oktober 1914 in Werden), Sohn von Otto und Celestine Anna Simon, geborene Van den Bergh, war in die Niederlande geflüchtet und wohnte in Scheveningen. Auf der Flucht in die Schweiz wurde er im Zug aufgegriffen und kam zunächst in das SS-Sammellager Mecheln in Belgien. Hans Simon wurde wahrscheinlich am 4. September 1942 im Vernichtungslager Auschwitz ermordet.

Der Stolperstein wurde im März 2023 aktualisiert und ausgetauscht. HIER LERNTEFELIX STEEGJG. 1897'SCHUTZHAFT' 1938POLIZEIREVIERESSEN-WERDEN24.6.1939LAUT PROTOKOLLFLUCHT IN DEN TOD140pxFelix Steeg (* 14. Oktober 1897) starb am 24. Juni 1939 im Polizeigefängnis Essen. Er war als Jude verfolgt worden. Sein Bruder Kurt Steeg konnte in die USA flüchten.