Witramowo () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Gmina Olsztynek (Stadt- und Landgemeinde Hohenstein i. Ostpr.) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein).

Geographische Lage Witramowo liegt im südlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 35 Kilometer südöstlich der früheren Kreisstadt Osterode in Ostpreußen () bzw. 33 Kilometer südwestlich der heutigen Kreismetropole und Woiwodschaftshauptstadt Olsztyn ().

Geschichte Ortsgeschichte Dorf und Gut Wittremsdorf wurden 1410 erstmals urkundlich erwähnt.Dietrich Lange: Wittmannsdorf Im Jahre 1874 wurde der Ort Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im Kreis Osterode in Ostpreußen, Regierungsbezirk Königsberg (ab 1905 Regierungsbezirk Allenstein), in der preußischen Provinz Ostpreußen.Rolf Jehke: Amtsbezirk Wittmannsdorf Sowohl die Landgemeinde Wittmannsdorf als auch der Gutsbezirk waren Teile des Amtsbezirks.

Im Jahre 1910 waren in der Landgemeinde Wittmannsdorf 66 und im Gutsbezirk Wittmannsdorf 179 Einwohnern registriert.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung in den Volksabstimmungen in Ost- und Westpreußen am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Dorf und Gut Wittmannsdorf stimmten 180 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 106

Am 30. September 1928 gab der Gutsbezirk Wittmannsdorf seine Eigenständigkeit auf und wurde in die Landgemeinde Wittmannsdorf eingegliedert. Die Einwohnerzahl der so veränderten Landgemeinde belief sich 1933 auf 362 und 1939 auf 791.Michael Rademacher:

In Kriegsfolge wurde 1945 das gesamte südliche Ostpreußen an Polen überstellt. Wittmannsdorf erhielt die polnische Namensform „Witramowo“ und ist heute – zuständig auch für den Nachbarort Malinowo (Amalienhof) – ein Schulzenamt (polnisch Sołectwo) innerhalb der Gmina Olsztynek (Stadt- und Landgemeinde Hohenstein i. Ostpr.) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren mit Sitz in Olsztyn (Allenstein) zugehörig.

Amtsbezirk Wittmannsdorf (1874–1945) Zum Amtsbezirk Wittmannsdorf gehörten bei seiner Errichtung 16 Dörfer. Aufgrund von Umstrukturierungen waren es 1945 noch fünf:LG = Landgemeinde, GB = Gutsbezirk

Deutscher Name Polnischer Name Anmerkungen Bolleinen Bolejny Ganshorn b. Hohenstein (LG) 1887 in den Gutsbezirk Ganshorn eingemeindet Ganshorn b. Hohenstein (GB) Gąsiorowo Olsztyneckie 1892 in den Amtsbezirk SeythenRolf Jehke: Amtsbezirk Seythen umgegliedert Groß Maransen Maróz Januschkau1938–45 Osterschau (LG) Januszkowo 1892 in den Amtsbezirk Seythen umgegliedert Januschkau (GB) 1892 in den Amtsbezirk Seythen umgegliedert Seelesen (LG) 1901 in den Gutsbezirk Seelesen eingegliedert Seelesen (GB) Żelazno 1929 nach Bujaken eingemeindet Seythen (LG) Sitno 1892 in den Amtsbezirk Seythen umgegliedert Seythen (GB) 1892 in den Amtsbezirk Seythen umgegliedert Thurowken1938–45 Turauken (LG) Turówko 1892 in den Amtsbezirk Seythen umgegliedert Thurowken (GB) 1892 in den Amtsbezirk Seythen umgegliedert Waplitz (LG) Waplewo Waplitz (GB) 1929 in die Landgemeinde Waplitz eingegliedert Wittmannsdorf (LG) Witramowo Wittmannsdorf (GB) 1929 in die Landgemeinde Wittmannsdorf eingegliedert ab 1876:Bujaken Bujaki ab 1907:Adamsheide Jadamowo 1929 nach Wittmannsdorf eingemeindet

Am 1. Januar 1945 gehörten lediglich noch Bolleinen, Bujaken, Groß Maransen, Waplitz und Wittmannsdorf zum Amtsbezirk Wittmannsdorf.

Kirche Bis 1945 war Wittmannsdorf in die evangelische Kirche WaplitzWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 499 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union, außerdem in die römisch-katholische Kirche ThurauAGOFF: Kreis Osterode in Ostpreußen (polnisch Turowo) im Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute gehört Wiramowo katholischerseits zur St.-Stanislaus-Kirche Waplewo im Erzbistum Ermland, evangelischerseits zur Kirchengemeinde Olsztynek (Hohenstein i.Ostpr.), einer Filialgemeinde der Christus-Erlöser-Kirche Olsztyn (Allenstein) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Verkehr Wittmannsdorf liegt an einer Nebenstraße, die von Waplewo (Waplitz) an der Schnellstraße 7 über Żelazno (Seelesen) bis nach Łyna (Lahna/Allendorf) führt. Die nächste Bahnstation ist Bujaki (Bujaken) an der Bahnstrecke Działdowo–Olsztyn ().

Weblinks Bildarchiv Ostpreußen: Diashow Wittmannsdorf Bildarchiv Ostpreußen: Ortsplan von Wittmannsdorf (Stand vor 1945)

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1410 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Olsztynek