Die BAE Hawk ist ein leichter britischer Strahltrainer und als Kampfflugzeug für Luftnahunterstützung konzipiert. Der Erstflug fand im Jahr 1974 unter dem Namen Hawker Siddeley HS 1182 statt. Die Hawk wird bis heute von BAE Systems produziert.

Geschichte In den 1960er Jahren benötigte die britische Royal Air Force (RAF) ein neues Flugzeug für die Ausbildung ihrer Kampfjetpiloten. Es sollte die in die Jahre gekommene Folland Gnat ablösen. Ursprünglich war die SEPECAT Jaguar für diese Aufgabe vorgesehen, doch erwies sich diese als zu kompliziert für die Flugschulung. Im Jahr 1968 begann Hawker-Siddeley (heute BAE Systems) daher mit der Entwicklung eines simplen zweisitzigen Kampfflugzeuges unter der Bezeichnung HS.1182. Im Gegensatz zu der Folland Gnat sollte die Hawk ( Habicht) nicht nur für den Luftkampf, sondern auch für leichte Bombenangriffe konzipiert sein, um die Trainingsmöglichkeiten zu erweitern. Eine Neuerung war der erhöhte hintere Pilotensitz, mit dem eine bessere Sicht nach vorne ermöglicht wurde. Dieses Konzept wurde später von vielen anderen Herstellern übernommen.

Im Oktober 1971 fiel die Entscheidung der Royal Air Force zugunsten der HS.1182 und bereits im Frühjahr des Folgejahres erteilte sie einen Serienauftrag über 175 Hawk T.1. Statt eines Prototyps erfolgte der Bau eines Vorserienmodells, das am 21. August 1974 erstmals flog. Bis Anfang 1976 wurden noch fünf weitere Serienmuster in die Testreihen einbezogen und Ende des Jahres gingen die ersten Exemplare an die 4. Flugschule der RAF in Valley. Insgesamt stehen heute noch 105 Hawks bei der RAF im Dienst. Der Jet bewährte sich sowohl im Training für den Luftkampf als auch bei Bombenangriffen. Durch seine Flugeigenschaften und Manövrierbarkeit können Pilotenschüler sämtliche Flugmanöver durchführen, die auch auf größeren Kampfflugzeugen möglich sind. Obwohl die Hawk im regulären Flug nur im Unterschallbereich fliegen kann, ist die Konstruktion dennoch für eine Maximalgeschwindigkeit von Mach 1,2 ausgelegt. Dies ermöglicht es den Pilotenschülern, im Sturzflug den Übergang in den Überschallbereich zu üben.

Die Royal Navy übernahm in den 1990er Jahren zwölf Hawks von der RAF. Diese simulierten bis zu ihrer Außerdienststellung im September 2021 bei Luftabwehrübungen britischer Kriegsschiffe angreifende Kampfflugzeuge.

Weltweite Bekanntheit erlangte die BAE Hawk durch die Kunstflugstaffel der RAF, die „Red Arrows“. Diese setzt seit 1980 neun rot lackierte Hawks bei ihren Flugvorführungen ein. Auch das finnische Kunstflugteam „Midnight Hawks“ und das saudische Kunstflugteam „Saudi Hawks“Website der Saudi Hawks setzen dieses Flugzeug ein.

Beim Sabotageakt bei der British Aerospace am 29. Januar 1996 wurde ein für Indonesien bestimmter BAE Hawk von Aktivistinnen schwer beschädigt.

In den 2010er Jahren wurden die meisten Exemplare der ersten Generation (Hawk T.1/T.1A) in Diensten der britischen Streitkräfte außer Dienst gestellt. Die letzten Nutzer sind zurzeit (Ende 2021) noch die 100. Staffel und die Red Arrows.

Im September 2026 stürzte eine Hawk T.2/T.128 der Royal Air Force kurz nach dem Start vom Fliegerhorst RAF Valley auf der walisischen Insel Anglesey aus noch ungeklärter Ursache brennend ab. Es war der erste Totalverlust einer Hawk T.2 der RAF. Die beiden Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Schleudersitz retten. Aus Sicherheitsgründen erhielt die gesamte Hawk-Flotte vorerst Startverbot, darunter die Flugzeuge der Kunstflugstaffel Red Arrows.Brennende Hawk nach Start abgestürzt

Versionen Versionen der Streitkräfte des Vereinigten Königreichs Hawk T.1 Die Hawk T.1 ist die Grundversion, die 1976 in Dienst gestellt wurde. Insgesamt wurden 176 Maschinen von der RAF geordert, später wurden 12 Exemplare von der Royal Navy übernommen. Hawk T.1A Von 1983 bis 1986 wurden 88 dieser Maschinen für den Einsatz von AIM-9-Sidewinder-Raketen umgerüstet. Diese Version erhielt die Bezeichnung T.1A. Seit 2001 wurden die Hawk-T.1-Flugzeuge umgerüstet, wobei Teile des Rumpfes ausgetauscht werden. Dies reduzierte das Gewicht und schuf zusätzlichen Stauraum für Waffen bzw. zusätzliche Tanks. Hawk T.2 Als Hawk T.2 bezeichnet die RAF die Hawk Mk.128, siehe weiter unten

Hawk-50er-Serie Die Hawk 50 und alle weiteren Baureihen waren, mit Ausnahme der Mk.128 für den Export bestimmt. Sie unterscheidet sich nur geringfügig von der T.1. Der wesentliche Unterschied besteht in der Bewaffnung, da der Typ in Finnland, Kenia und Indonesien vorwiegend als Kampfflugzeug und nicht als Trainingsflugzeug eingesetzt werden sollte. Insgesamt wurden 89 Maschinen an diese drei Staaten ausgeliefert. Hawk Mk.51 Basis-Version für die Luftstreitkräfte Finnlands, 50 gebaut, ausgeliefert 1980 bis 1985 Hawk Mk.51A Version für die Luftstreitkräfte Finnlands mit leichten strukturellen Verstärkungen, sieben gebaut Hawk Mk.52 Version für die Luftstreitkräfte Kenias, 12 gebaut, ausgeliefert 1980/1981 Hawk Mk.53 Version für die indonesischen Luftstreitkräfte, 20 gebaut, ausgeliefert 1980 bis 1984

Hawk-60er-Serie Auf der Basis der Hawk 50 wurde die Hawk 60 entwickelt. Sie verfügt über modernere Triebwerke und einen modifizierten Rumpf, durch den das Gewicht der Maschine deutlich reduziert wird. Die maximale Waffenlast liegt hierdurch etwa 500 kg über der der Hawk 50/T.1. Hawk Mk.60 Export-Version für die Air Force of Zimbabwe, ausgerüstet mit Bremsschirm und ausgerüstet für die Aufnahme eines Luftaufklärungsbehälters, acht gebaut, ausgeliefert 1982 Hawk Mk.60A Nachbestellte Exemplare für Zimbabwe, fünf gebaut, ausgeliefert 1992 Hawk Mk. 61 Export-Version für die Luftstreitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate, neun gebaut, acht 1983 aus- und eine 1988 nachgeliefert Hawk Mk.63 Weitere Version für die Vereinigten Arabischen Emirate, 16 gebaut, 1984/1985 Hawk Mk.63A Modernisierte Mk.63 mit Adour-871-Triebwerken, vier Unterflügel-Waffenstationen und zwei Flügelspitzen-Aufnahmeschienen für Luft-Luft-Raketen sowie den Tragflächen der Hawk 100, 15 umgerüstet ab Oktober 1991 Hawk Mk.63C Neubauten identisch zur Mk. 63A, vier gebaut, ausgeliefert ab 1995 Hawk Mk.64 Export-Version für die Kuwait Air Force, 12 gebaut, ausgeliefert 1985/1986 Hawk Mk.65 Export-Version für die Royal Saudi Air Force, 30 gebaut, ausgeliefert 1987/1988 Hawk Mk.65A Verbesserte Version für Saudi-Arabien, 20 gebaut, ausgeliefert 1997 Hawk Mk.66 Export-Version für die Schweizer Luftwaffe, 20 gebaut davon 19 im schweizerischen Emmen, bei RUAG montierte Exemplare, ausgeliefert 1989–1991 Die Schweizer Luftwaffe bestellte 1987 20 Hawk Mk.66 als Schulungsflugzeuge, die zwischen 1990 und 1991 ausgeliefert wurden. Im Dezember 2002 wurde die letzte Hawk der Schweizer Luftwaffe außer Dienst gestellt. Die bekannten Kennzeichen der Hawks liegen von U-1251 bis U-1270. Bis zur Einführung der Pilatus PC-21 wurde die Aufgabe der Hawk mit F-5F Tiger weitergeführt. Im August 2007 erwarb Finnland 18 dieser Maschinen für den Preis von zwei neuen Hawk. In den fünf Jahren zwischen der Außerdienststellung und dem Verkauf an Finnland lagerten die verbliebenen 18 Maschinen flugfähig in der Flugzeugkaverne am Flugplatz Buochs (ein Flugzeug war 1990 bei einem Absturz am Nesthorn verloren gegangen, ein weiteres erhielt das Fliegermuseum Dübendorf). Hawk Mk.67 Export-Version für die südkoreanische Luftwaffe, ausgerüstet mit der verlängerten Nase der Hawk 100 zur Unterbringung eines steuerbaren Bugrades und weiterer Avionik, 20 gebaut, ausgeliefert 1993

Hawk-100er-Serie Die Hawk 100 ist die Weiterentwicklung der Hawk 50. Sie kann mit einer zusätzlichen Infrarotkamera, einem sogenannten Forward Looking Infrared (FLIR), im vorderen Rumpf ausgerüstet werden und erhielt verbesserte Tragflächen, an deren Spitzen Aufnahmen für Luft-Luft-Raketen befestigt werden können. Durch das neue HOTAS-System wird die Steuerung der Maschine trotz zusätzlicher Elektronik erleichtert. Hawk Mk.102 Export-Version für die Luftstreitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate, ausgerüstet mit Aufnahmen für Luft-Luft-Raketen sowie Racal „Prophet“ Radar Warning Receiver (RWR), 18 gebaut, ausgeliefert 1993/1994 Hawk Mk.103 Anfänger-Jagdtrainer der Royal Air Force of Oman, ausgerüstet mit FLIR und Laserentfernungsmesser in der verlängerten Nase, BAE „Sky Guardian“ RWR und Aufnahmen-Schienen für Luft-Luft-Raketen an den Flügelspitzen, vier gebaut, ausgeliefert 1993/1994 Hawk Mk.108 Export-Version für die Royal Malaysian Air Force, ausgerüstet mit BAE „Sky Guardian“ RWR und Aufnahmen-Schienen für Luft-Luft-Raketen an den Flügelspitzen, 10 gebaut, ausgeliefert 1994/1995 Hawk Mk.109 Export-Version für die indonesischen Luftstreitkräfte, acht gebaut Hawk Mk.115 Export-Version für die heutige Royal Canadian Air Force, lokale Bezeichnung CT-155 Hawk, 19 gebaut, ausgeliefert 2000/2001

Hawk-120er/130er/160er-Serie Die jüngsten Versionen der Hawk wurden seit Mitte der 1990er-Jahre entwickelt. Durch neue Werkstoffe und modernste Elektronik haben sie kaum noch etwas mit der ursprünglichen T.1 gemeinsam. Die Jets sind für eine Lebensdauer von über 50 Jahren ausgelegt, mehr als doppelt so lange wie die Vorgängermodelle. Hawk Mk.120 Anfänger-Jagdtrainer der South African Air Force mit Adour-951-Triebwerken, 24 bestellt, ausgeliefert ab 2000 Hawk Mk.127 Anfänger-Jagdtrainer der Royal Australian Air Force mit Adour-871-Triebwerken, 33 gebaut, darunter 21 in Australien montierte Exemplare, ausgeliefert 2000/2001, später auf den Mk.128 Standard modernisiert Hawk Mk.128 Fortgeschrittenen-Jet-Trainer der RAF mit Adour-951-Triebwerken und neuen EFIS-Displays, wie sie auch beim Eurofighter Typhoon verwendet werden, 30 bestellt, ausgeliefert ab 2011 Hawk Mk.129 Export-Version für Bahrain, sechs gebaut, ausgeliefert ab 2003 Hawk Mk.132 Ausführung der Indian Air Force und der Indian Navy mit Adour-871-Triebwerken, 24 gebaut bei BAE, der Rest bei HAL, insgesamt 105 für die Luftwaffe und 17 für die Marine (zurzeit im Zulauf) Hawk i Bei HAL produzierte Modifikation der Mk.132 Version mit einem indischen Missionscomputer, digitaler Landkarte sowie einiger weiteren kleineren Änderungen, bisher ein umgebautes Exemplar Hawk Mk.165 Fortgeschrittenen-Jet-Trainer der Royal Saudi Air Force, identisch zur Mk.128, 44 bestellt, Auslieferung seit 2016, 22 davon werden im Land montiertSaudi Arabia rolls-out first domestically built Hawk jet trainer, Janes, 31. März 2019 Hawk Mk.166 Fortgeschrittenen-Jet-Trainer der Royal Air Force of Oman, identisch zur Mk.128, 8 bestellt, Auslieferung seit 2017 Hawk Mk.167 Fortgeschrittenen-Jet-Trainer der Qatar Emiri Air Force, identisch zur Mk.128, 9 bestellt, Auslieferung seit 2021.

Hawk-200er-Serie Die Hawk 200 ist als einsitziges kostengünstiges Multi-Role-Kampfflugzeug für Exportkunden entwickelt worden, die vor allem die Hawk-50er- und -60er-Serien ablösen sollen. Die technische Ausstattung basiert im Wesentlichen auf der 120er-Serie. Insgesamt wurden bisher 62 Maschinen geordert. Hawk Mk.203 Version für die Royal Air Force of Oman, 12 gebaut Hawk Mk.205 geplante Version für Saudi-Arabien, die nicht realisiert wurde Hawk Mk.208 Version für die Royal Malaysian Air Force mit der Möglichkeit zur Luftbetankung, 18 gebaut Hawk Mk.209 Version für die indonesischen Luftstreitkräfte, 32 gebaut

T-45 Goshawk mini|T-45A Goshawk der United States Navy (2008)