mini|hochkant=1.3|Kirche St. Jakobus zu Lunzenau (2020) mini|hochkant|Turmseite mini|hochkant|Rückansicht Die evangelisch-lutherische Stadtkirche St. Jakobus steht in Lunzenau im Landkreis Mittelsachsen. Mit ihrem 36 Meter hohen, barocken Kirchturm prägt sie maßgeblich das Stadtbild der Kleinstadt.
Geschichte Um das Jahr 1000 gab es in der Muldenregion von Colditz bis Penig zwei kleine, von katholischen Geistlichen verwaltete Kapellen. Burggraf Otto von Leisnig-Lunzenau verlieh 1333 das Stadtrecht, und Pfarrer Herrmann von Ziegerau wurde das Pfarrlehen für Rochsburg und Lunzenau bestätigt. Lunzenau wurde für lange Zeit Filialkirche von Rochsburg. 1390 wurde der Kirchheilige Zwölfbote St. Jacobus der Große erwähnt.
Der erste evangelische Pfarrer von Rochsburg und Lunzenau wurde 1536 benannt. Ein Kirchenvorsteher ist erstmals für das Jahr 1520 nachgewiesen. Eine Liste von damals verzeichnet folgende Einrichtung: Zwei Kelche, eine Messingmonstranz zur Aufbewahrung der Hostien, ein samtenes Messgewand, vier geringe Messgewänder.
1678 wurde Lunzenau zur Filialgemeinde mit eigenem Diakonus, der in Lunzenau zuhause war und seine Kantorei hatte. Beim Stadtbrand im Jahr 1781lunzenau.de wurden das Kirchengebäude aus der Zeit um 1325 und die Kantorei völlig zerstört.
1787 war die Grundsteinlegung für das neue Kirchengebäude, 1788 die Einweihung. 1833 stellte die Bürgerschaft von Lunzenau den Antrag zur Trennung der Kirchen von Rochsburg und Lunzenau. Am 8. Januar 1834 besiegelte das Kirchenamt Leipzig die Selbstständigkeit der Kirchgemeinde Lunzenau.https://www.lunzenau.de/tourismus/sehenswuerdigkeiten/kirchen/sankt-jakobus-kirche-lunzenau
Bauwerk Das Gotteshaus ist ein hoher, schmaler Saalbau. Der Kirchturm steht an der Ostseite. An der Ost-Innenseite hat der Kanzelaltar seinen Platz. Das Kirchenschiff ist mit doppelten Emporen ausgestattet.https://www.rochlitzer-muldental.de/region-entdecken/sehenswertes/item/1606-kirchen-lunzenau-1606 Der Sakralbau wurde in jüngerer Zeit außen und innen komplett saniert.https://www.ing-buero-ahrens.de/ref_Kirche_Lunz.html
Orgel 1791 schuf Orgelbauer Johann Gottlieb Häcker aus Pegau die erste Orgel. 1905 wurde das Orgelwerk von einem Neubau der Werkstatt Jehmlich Orgelbau Dresden unter Beibehaltung des historischen Prospektes ersetzt. 2013 erfolgte eine Restaurierung von der Werkstatt Vogtländischer Orgelbau Thomas Wolf. Das Instrument verfügt über 27 Register, die auf zwei Manuale und Pedal verteilt sind. Die Trakturen sind pneumatisch, die Windladen als Kegelladen ausgeführt. Die Disposition lautet wie folgt:
I Hauptwerk C–a3 1.Bordun 16′ J 2.PrinzipalProspekt, Zink 8′ J 3.Hohlflöte 8′ J 4.Dolce 8′ J 5.Oktave 4′ J 6.Gemshorn 4′ J 7.Quinte ′ 8.Oktave 2′ J 9.TerzGamba, abgeschnitten ′ 10.Mixtur IV ′ J 11.Trompete 8′ II Schwellwerk C–a3 12.Gedackt 16′ J 13.Gedackt 8′ J 14.Oboe 8′ J 15.Vox coelestisab c0 Jehmlich 1905 8′ J 16.Violine 8′ J 17.Rohrflöte 4′ J 18.Geigenprincipalumgearbeites Originalregister Geigenprincipal 8′ 4′ 19.Piccolo 2′ J 20.Quinteneobarock, ehem. Aeoline 8′ ′ 21.Flageolettumgearbeites Originalregister Fugara 4′ 1′ 22.Mixtur III ′ J Pedal C–d1 23.Subbaß 16′ J 24.Violonbaß 16′ J 25.Oktavbaß 8′ J 26.Choralbaßumgearbeites Originalregister Cello 8′ 4′ J 27.Posaune 16′ J
Koppeln: Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P Superoktavkoppeln: Octavkoppel I/I Suboktavkoppeln: Octavkoppel II/I Nebenregister: Spielhilfen: Feste Kombinationen (p, mf, f, ff); 2 freie Kombinationen Gambenchor, Flötenchor, Principalchor, Handregister ab Crescendowalze, Crescendo ab Anmerkungen
J = Jehmlich (1905)
Geläut Ab 1801 gab es ein Geläut mit zwei Bronze-Kirchenglocken.https://kirche-lunzenau.de/die-kirchen/kirche-in-lunzenau/ 1940 mussten die beiden großen Glocken zu Rüstungszwecken abgegeben werden. Von da an war 19 Jahre lang nur die kleine Glocke zu hören.
1959 lieferte die Firma Schilling & Lattermann drei Hartguss-Kirchenglocken mit den Tönen g′, b′ und c″.Rainer Thümmel in: Glocken in Sachsen – Klang zwischen Himmel und Erde. Leipzig 2015, ISBN 978-3-374-02871-9, S. 327. Das neue Geläut wurde am 31. Oktober 1959 geweiht. Am 29. September 2019 feierte die Kirchgemeinde das Jubiläum 60 Jahre Glockenweihe.https://www.lunzenau.de/fileadmin/lunzenau/dateien/Lunzenauer_Nachrichten/2019/LUN_09_2019_oA.pdf PDF, abgerufen am 29. Juli 2021
Pfarrer 1760: Christian Gottlob Schubert 1799: Johann Georg Riebold 1808: Karl Friedrich Wilhelm Sensenschmidt 1834: Ernst Moritz Bürger 1838: Carl Wilhelm Schiefer 1840: Eduard August Wehner 1855: Carl Hermann Baltzer 1863: Karl Gottlob Schreiber 1888: Robert Moritz Sporbert 1924: Hermann Wilhelm *Kurt Scheffel 1926: *Ernst Reinhard Führer 1927: Hermann *Adolf Henschel 1939: *Werner Hugo Blechschmidt 1946: Karl Johannes Edmund *Lothar Zeitz 1979: Theo Fischerhttps://pfarrerbuch.de/sachsen/stelle/1187 ?: Gert Flessinghttps://www.christliche-gemeinden.eu/09328_ev_luth_st_jakobus_kirchgemeinde_lunzenau.html ab 2021: Förster, Anjahttps://www.blick.de/mittelsachsen/pfarramt-in-lunzenau-wieder-besetzt-artikel11547546
Weblinks
https://kirche-lunzenau.de/ https://www.kirche-geithain.de/jakobuskirche-lunzenau/ Pfarramt in Lunzenau wieder besetzt Junge Pfarrerin aus Lunzenau will Menschen in schwieriger Zeit begleiten
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Mittelsachsen Jakobus Kategorie:Jakobus-der-Ältere-Kirche Kategorie:Kirche in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens Kategorie:Barockbauwerk in Sachsen Kategorie:Barocke Kirche Kategorie:Saalkirche in Sachsen Kategorie:Erbaut in den 1780er Jahren Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Geläut Lunzenau