Der Rems-Murr-Kreis ist eine Gebietskörperschaft mit  Einwohnern () in Baden-Württemberg. Sitz des Landratsamtes ist die Große Kreisstadt Waiblingen. Der Landkreis gehört zum Verband Region Stuttgart im Regierungsbezirk Stuttgart. Er entstand 1973 aus dem ehemaligen Landkreis Waiblingen, großen Teilen des ehemaligen Landkreises Backnang sowie einem kleineren Teil des ehemaligen Landkreises Schwäbisch Gmünd. Namensgeber sind die beiden Flüsse Rems und Murr, die das Relief des Kreisgebiets mit ihren Tälern und Seitentälern prägen.

Geographie Lage Die Siedlungs-Schwerpunkte des Kreises liegen im Westen des Landkreises, wo er mit dem Neckarbecken und der Backnanger Bucht an den Gäu-Landschaften Anteil hat, und im Remstal, das im Süden des Kreises von Ost nach West verläuft. Südlich des Remstals bilden die Höhen des Schurwalds die Kreisgrenze. Der zentrale und nördliche Teil des Landkreises gehört zum Schwäbisch-Fränkischen Wald, zu dem hier der Welzheimer Wald, der Murrhardter Wald sowie der Süden des Mainhardter Walds und der Löwensteiner Berge gehören. Die Waldgebiete werden unterbrochen durch die Täler der Murr, die das zentrale Tal im Norden des Landkreises bildet, der Wieslauf, der „Spiegelberger“ Lauter und des Buchenbachs. Zwischen Murr-, Rems- und Wieslauftal erhebt sich der Höhenzug Berglen. Im äußersten Westen reicht das Kreisgebiet bis ans rechte Ufer des Neckars (wenig oberhalb bzw. südlich der Remsmündung). Die höchste Erhebung ist die Hohe Brach mit , der tiefste Punkt liegt mit in Kirchberg an der Murr.

Orte Die Liste der Orte im Rems-Murr-Kreis enthält die ungefähr 510 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe und Wohnplätze) des Rems-Murr-Kreises im geographischen Sinne.

Gemarkungen Die Liste der Gemarkungen im Rems-Murr-Kreis enthält die 99 Gemarkungen im Rems-Murr-Kreis.

Nachbarkreise Der Rems-Murr-Kreis grenzt im Uhrzeigersinn im Südwesten beginnend an die Landeshauptstadt Stuttgart und an die Landkreise Ludwigsburg, Heilbronn, Schwäbisch Hall, Ostalbkreis, Göppingen und Esslingen.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015

Naturschutzgebiete

mini|Topografische Karte Rems-Murr-Kreis Der Rems-Murr-Kreis besitzt die nachfolgenden Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)Schutzgebietsstatistik der LUBW nach Landkreisen stehen 846,94 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 0,99 Prozent.

Bergrutsch am Kirchsteig bei Urbach: 4,3 ha, Gemarkung Urbach Bodenbachschlucht: 8,6 ha; Gemarkung Spiegelberg Buchenbachtal: 118,4 ha; Gemarkungen Burgstall und Affalterbach (Kreis Ludwigsburg) Gaab: 13,0 ha; Gemarkungen Murrhardt und Kirchenkirnberg Hägeles- und Brunnenklinge: 5,4 ha; Gemarkung Kaisersbach Harbacher Quellsumpf: 0,6 ha; Gemarkung Murrhardt Hirschäcker: 14,5 ha; Gemarkung Winterbach Hörschbachschlucht: 46,4 ha; Gemarkungen Sechselberg, Oberbrüden und Murrhardt Jägerhölzle: 2,7 ha; Gemarkung Rudersberg Kappelberg: 2,0 ha; Gemarkung Fellbach Leintal zwischen Leinecksee und Leinhäusle: 202,5 ha, Gemarkung Alfdorf Morgensand und Seelachen: 40,5 ha; Gemarkungen Haubersbronn und Oberurbach Oberes Zipfelbachtal mit Seitenklinge und Teilen des Sonnenbergs: 41,6 ha, Gemarkungen Waiblingen und Winnenden Oeffinger Scillawald: 11,8 ha; Gemarkung Oeffingen Rehfeldsee: 6,5 ha; Gemarkungen Weiler und Schorndorf Roter Burren: 4,7 ha; Gemarkung Plüderhausen Rottal zwischen Hüttenbühl und Buchengehren: 78,0 ha, Gemarkung Alfdorf Schmalenberg: 32,4 ha; Gemarkungen Kaisersbach, Rudersberg und Welzheim Seegut-Semmlersberg: 18,3 ha; Gemarkungen Cottenweiler und Oberweissach Sommerrain: 2,0 ha; Gemarkung Allmersbach im Tal Steinhäusle: 20,9 ha; Gemarkung Kirchenkirnberg Strümpfelbachtal: 40,0 ha; Gemarkungen Althütte, Kaisersbach und Rudersberg Unteres Remstal: 158,3 ha; Gemarkungen Neustadt, Hegnach, Hohenacker und Neckarrems (Kreis Ludwigsburg) Vordere Hohbachwiesen: 12,5 ha; Gemarkung Unterurbach Wiesentäler bei der Menzlesmühle: 62,8 ha; Gemarkungen Vordersteinenberg, Kaisersbach und Altersberg (Ostalbkreis) Wieslaufschlucht und Edenbachschlucht: 42,0 ha; Gemarkungen Welzheim, Rudersberg und Kaisersbach

Geschichte Der Rems-Murr-Kreis wurde durch die Kreisreform am 1. Januar 1973 gebildet. Damals wurde der Altkreis Waiblingen mit dem größten Teil des Altkreises Backnang zum neuen Rems-Murr-Kreis vereinigt. Ferner wurde die Gemeinde Alfdorf des Altkreises Schwäbisch Gmünd eingegliedert. Die beiden Altkreise Waiblingen und Backnang gehen zurück auf die alten württembergischen Oberämter Waiblingen und Backnang, die schon zu Zeiten des Herzogtums Württemberg errichtet wurden. Im Laufe der Geschichte wurden sie mehrmals verändert und 1934/38 in die Landkreise Waiblingen und Backnang überführt. Damals nahm der Landkreis Waiblingen nahezu alle Gemeinden des Oberamts Schorndorf und viele Gemeinden des Oberamts Welzheim, der Landkreis Backnang viele Gemeinden der Oberämter Gaildorf, Marbach und Welzheim auf.

Am 1. Januar 1977 kam es zu einem kleinen Gebietsaustausch mit dem Ostalbkreis.

Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Rems-Murr-Kreis noch 31 Gemeinden, darunter acht Städte und hiervon wiederum sechs „Große Kreisstädte“ (Backnang, Fellbach, Schorndorf, Waiblingen, Weinstadt und Winnenden). Größte Stadt ist Waiblingen, kleinste Gemeinde ist Spiegelberg.

Einwohnerentwicklung mini|Bevölkerungspyramide für den Rems-Murr-Kreis (Datenquelle: Zensus 2011Datenbank Zensus 2011, Rems-Murr-Kreis, Alter + Geschlecht)

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Datum Einwohner 31. Dezember 1973 351.470 31. Dezember 1975 349.139 31. Dezember 1980 356.142 31. Dezember 1985 356.198 25. Mai 1987¹ 360.634 31. Dezember 1990 380.813 Datum Einwohner 31. Dezember 1995 399.116 31. Dezember 2000 409.296 31. Dezember 2005 417.697 31. Dezember 2010 415.448 31. Dezember 2015 419.456 31. Dezember 2020 427.286

Konfessionsstatistik Laut Zensus 2011 waren mit Stand Mai 2011: 42,9 % Einwohner evangelisch, 22,0 % römisch-katholisch und 35,1 % gehörten anderen Konfessionen oder Religionsgemeinschaften an oder waren konfessionslos.Landkreis Rems-Murr Religion, abgerufen am 2. August 2020 Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung sinkt jährlich um 1 Prozentpunkt. Gemäß dem Zensus 2022 waren am 25. Mai 2022 33,9 % der Einwohner evangelisch, 18,4 % (80.309) katholisch, und 47,7 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 15. August 2024

Laut kirchlicher Statistik lebten Ende 2021 81.372 katholische Kirchenmitglieder im Landkreis.Kirchliche Statistik der Bistümer in Deutschland Jahreserhebung 2021, abgerufen am 2. August 2020 Ende Dezember 2022 waren dies 78.872.Kirchliche Statistik der Bistümer in Deutschland Jahreserhebung 2022 2020 Am 31. Dezember 2024 gab es 74.462 Katholiken (16,9 % der Gesamtbevölkerung).Kirchliche Statistik 2024, abgerufen am 19. Juli 2025

Politik Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet. Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Dieses Gremium wählt den Landrat für eine Amtszeit von acht Jahren. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.

Kreistag Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu den in den Diagrammen dargestellten Ergebnissen.

Ergebnisse vergangener Wahlen Wahlergebnisse in % Jahr CDU FW Grüne AfD SPD FDP–FW ÖDP Linke F2 REP Piraten GEM WG Sonst. 2024 28,4 21,3 13,2 13,1 12,7 9,4 2,0 — — — — — — — 2019 23,34 18,93 17,94 8,47 14,19 12,63 1,84 2,53 0,15 — — — — — 2014 Ergebnis der Kreistagswahl 2014 30,76 16,94 12,22 4,74 18,93 11,47 1,63 2,48 — 0,50 0,33 — — — 2009 Ergebnis der Kreistagswahl 2009 29,59 16,46 11,20 — 20,27 17,54 2,04 1,45 — 1,46 — — — — 2004 Ergebnis der Kreistagswahl 2004 35,00 — 10,24 — 21,27 — — — — 3,18 — 17,1 13,2 — 1999 Stimmenverteilung der Kreistagswahlen 1989–2009 37,9 — 8,4 — 23,2 — — — — 3,6 — 18,5 8,5 — 1994 33,5 — 11,2 — 25,7 — — — — 4,5 — 25,0 — 0,2 1989 38,5 — 9,3 — 27,6 — — — — — — 22,8 1,8 —

Legende CDU: Christlich Demokratische Union Deutschlands FW: Freie Wähler im Rems-Murr-Kreis e. V. Grüne: Bündnis 90/Die Grünen AfD: Alternative für Deutschland SPD: Sozialdemokratische Partei Deutschlands FDP–FW: Freie Demokratische Partei – Freie Wähler ÖDP: Ökologisch-Demokratische Partei Linke: Die Linke F2: F2 – für Fellbach REP: Die Republikaner Piraten: Piratenpartei WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen. GEM: Gemeinsame Wahlvorschläge, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht sicher auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen (Differenzen zwischen den Daten des Landesamtes für Statistik und den vom Landkreis bereitgestellten Daten für die Kreistagswahl 2004). Sonst.: Sonstige

Sitzverteilung Jahr CDU FW Grüne AfD SPD FDP–FW ÖDP Linke F2 REP Piraten GEM WG Sonst. Gesamtsitze 2024 25 19 12 12 11 8 2 — — — — — — — 89 2019 21 18 16 8 13 11 2 2 — — — — — — 91 2014 28 15 12 4 16 10 1 2 — 0 0 — — — 88 2009 27 14 10 — 18 15 1 1 — 1 — — — — 87 2004 34 — 9 — 18 — — — — 2 — 14 11 — 88 1999 Sitzverteilung der Kreistagswahlen 1989–2009 36 — 7 — 20 — — — — 3 — 15 7 — 88 1994 31 — 10 — 24 — — — — 3 — 23 — — 91 1989 37 — 8 — 26 — — — — — — 21 1 — 93

Wahlbeteiligung Jahr Wahlbeteiligung (%) 2024 60,8 2019 57,21 2014 48,86 2009 49,56 2004 51,6 1999 51,3 1994 64,6 1989 56,2

Landräte Die Landräte des Landkreises Backnang 1945–1972: 1945: Josef Schäfer (kommissarisch) 1945–1946: Friedrich Tränkle (kommissarisch) 1946–1960: Karl Limbeck 1960–1972: Wilhelm Schippert

Die Landräte des Landkreises Waiblingen 1945–1972: 1945–1946: Anton Schmidt 1947–1948: Fritzmartin Ascher 1948–1950: Karl Georg Pfleiderer, DVP 1950–1973: Werner Bertheau, CDU

Die Landräte des Rems-Murr-Kreises seit 1973: 1973–2002: Horst Lässing, CDU 2002–2015: Johannes Fuchs, FDP seit 2015: Richard Sigel, parteilos

Hoheitszeichen

Der Rems-Murr-Kreis führt ein Dienstsiegel, ein Wappen sowie eine Hiss- und eine Bannerflagge.

Kreispartnerschaften Der Rems-Murr-Kreis pflegt partnerschaftliche Beziehungen zum Landkreis Meißen in Sachsen seit 1990, und jeweils seit 1991 zum Komitat Baranya in Süd-Ungarn und zum Landkreis (Rayon) um die Stadt Dmitrow nördlich von Moskau.https://www.rems-murr-kreis.de/landratsamt-politik/landkreis/kreisportraet/partnerkreise/?sword_list[]=Partnerkreis&no_cache=1 Im Jahr 2002 wurde der aufgrund Gemüseverkaufsständen als „Rettich-Kreuzung“ bekannte Straßenknoten bei Rudersberg als „Dmitrow-Kreisel“ gewidmet. Eine Anfang des Jahres 2022 ausgesprochen Einladung an die Verwaltung des Rayons wurde am Tag des Russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 angenommen, was von Landrat Sigel als „dreiste Provokation“ eingestuft wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur Im sogenannten Zukunftsatlas 2016 belegte der Rems-Murr-Kreis Platz 78 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „hohen Zukunftschancen“. In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 99 von 401.

Mit den Firmen Ericsson und Tesat-Spacecom befinden sich zwei Hochtechnologiefirmen in Backnang.