mini|hochkant|Laurence des Cars (2023) Laurence des Cars, vollständig Laurence Élisabeth de Pérusse des Cars (* 13. Juni 1966 in Antony bei Paris), ist eine französische Kunsthistorikerin und Kuratorin. Sie war von 2021 bis 2026 Präsidentin (Generaldirektorin) des Louvre. Zuvor leitete sie ab 2014 das Musée de l’Orangerie und ab 2017 zusätzlich das Musée d’Orsay.
Leben und beruflicher Werdegang Laurence des Cars entstammt der Adelsfamilie Pérusse des Cars. Sie ist eine Enkelin des Bestsellerautors Guy des Cars sowie der Schauspielerin und Sängerin Marta Labarr. Ihr Vater Jean des Cars ist Journalist und Autor von Büchern über Monarchen und Herrscherdynastien.
Sie studierte Kunstgeschichte an der Universität Paris-Sorbonne (Paris ) und an der École du Louvre und trat anschließend in das Institut national du patrimoine ein, wo sie 1993 als Diplom-Denkmalpflegerin im Fachgebiet Museen abschloss. Dort machte sie die Bekanntschaft des späteren Louvre-Direktors Henri Loyrette, der ihr Mentor wurde. Beide vertraten die Ansicht, dass ein Museum eine „Echokammer der Gesellschaft“ sein solle. Die Expertin für Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts übernahm 1994 ihre erste Stelle als Kuratorin am Musée d’Orsay, das Loyrette damals leitete.
Des Cars wurde im Juli 2007 zur wissenschaftlichen Direktorin der Agence France-Muséums ernannt, dem französischen Betreiber, der für die Entwicklung des Louvre Abu Dhabi verantwortlich ist. 2011 wurde sie zur Generalkuratorin des Kulturerbes befördert. Im Januar 2014 wurde sie zur Direktorin des Musée de l’Orangerie ernannt. Als Nachfolgerin von Guy Cogeval übernahm sie 2017 die Gesamtleitung von Musée d’Orsay und Musée de l’Orangerie. Aktuelle gesellschaftliche Themenstellungen bezog sie in ihre Ausstellungen ein: Als die „“-Bewegung Frankreich erreichte, konzipierte des Cars für das Musée d’Orsay zum „Schwarzen Modell von Géricault bis Matisse“ eine Ausstellung.
Sie war seit dem 1. September 2021 Präsidentin und Generaldirektorin des Louvre und die erste Frau auf diesem Posten. Sie trat am 24. Februar 2026, über vier Monate nach dem Kunstraub aus dem Louvre, von ihrem Amt zurück. Christophe Leribault, Direktor des Schloss Versailles, wurde einen Tag später zu ihrem Nachfolger ernannt.
Bedeutung für den Louvre mini|hochkant|alt=Das Gemälde „Mona Lisa“ soll einen eigenen Raum im Louvre erhalten.|Das Gemälde Mona Lisa soll einen eigenen Raum im Louvre bekommen. Seit 2021 hatte des Cars angesichts des stark renovierungsbedürftigen Gebäudes mit einem Mangel an finanziellen Mitteln zu kämpfen. Ende Januar 2025 wandte sie sich deswegen in einem Brandbrief an das französische Kulturministerium. Daraufhin machte Staatspräsident Emmanuel Macron die Rettung des Louvre zur Chefsache: Das meistbesuchte Museum der Welt soll für etwa 800 Millionen Euro generalsaniert und ein weiterer Eingangsbereich gebaut werden.
Laurence des Cars einwickelte einen öffentlichkeitswirksamen Plan, der besonders die jüngere Generation anspricht. Das Gemälde Mona Lisa soll einen eigens zugänglichen, 2000 Quadratmeter großen Raum erhalten. Darin sei genug Platz für das jüngere Publikum, das sich Werke mit Selbstporträts aneigne. Außerdem gebe es Raum dafür, die Geschichte des Kunstwerks ausführlicher darzustellen.
Im Oktober 2025 ereignete sich ein Kunstraub, bei dem ein Teil der französischen Kronjuwelen entwendet wurde. Als Konsequenz bot Laurence des Cars der französischen Kulturministerin Rachida Dati ihren Rücktritt an, die diesen ablehnte.Louvre-Direktorin räumt „Versagen“ ein. In: tagesschau.de. 22. Oktober 2025, abgerufen am 22. Oktober 2025.
Preise und Auszeichnungen 2017: Offizier des Ordre des Arts et des Lettres 2021: Offizier des Ordre national du Mérite 2025: Offizier der Ehrenlegion 2025: Mitglied der American Academy of Arts and Sciences
Schriften (Auswahl) Les Préraphaélites. Un modernisme à l’anglaise (= Découvertes Gallimard. Peinture. 368). Gallimard, Paris u. a. 1999, ISBN 2-07-053459-6. als Herausgeberin: Louvre Abu Dhabi. Birth of a Museum. Flammarion, Paris 2013, ISBN 978-2-08-020166-9. Yan Pei-Ming. Un enterrement à Shanghai. Hatje Cantz, Berlin 2015, ISBN 978-3-7757-4685-4.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Kunsthistoriker Kategorie:Museumsleiter (Frankreich) Kategorie:Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Musée d’Orsay Kategorie:Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Louvre Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Offizier) Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Träger des französischen Nationalverdienstordens (Offizier) Kategorie:Träger des Ordre des Arts et des Lettres (Offizier) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1966 Kategorie:Frau