Alfred Kaiser (* 8. Mai 1949 in München) war ein deutscher Grafiker und Maler.

In Zusammenarbeit mit Karl Fred Dahmen schuf er Collagen, Materialbilder und Objekte.Alfred Kaiser, Malerei und Grafik 1967–1996. ISBN 3-00-000855-1.

Leben Kaiser begann die Malerei als Autodidakt. Nach der Mittleren Reife reiste er als Rucksacktourist nach Asien. Auf Motivjagd: Mit Block im Rucksack die Natur entdeckt. In: Münchner Merkur. 8./9. Februar 1992. 1967 begann er seine Karriere als Maler. Er fertigte in dieser Zeit zahlreiche naturalistische Aquarelle und Porträts mit Bleistift. Dieses Naturstudium dauerte von 1964 bis 1969. Von 1970 bis 1976 absolvierte er ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München. Von 1974 bis 1976 war er Meisterschüler bei Karl Fred Dahmen. 1976 erwarb der das Diplom mit hervorragenden künstlerischen Leistungen. Nachdem er 1989 die allgemeine Hochschulreife erlangt und geheiratet hatte, begann er ein Studium der Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität. Ebenfalls ab 1989 arbeitete er als Dozent an der Münchener Volkshochschule.

Wirken Während seiner Schaffenszeit entwickelte er verschiedene Arbeitstechniken und Stilrichtungen. Seine Arbeiten wirkten nun fast informell, ein Versenken in Struktur-Raster, Makro- und Mikrokosmos in einem.Ly Dreher: Verblüffende Technik. In: Süddeutsche Zeitung. 14. März 1991. Kaiser bearbeitet u. a. das Papier und die darauf geklebten Collage-Teile mit Ätzmitteln, was von ihm Nitrolage genannt wird. Die Phantasie in Schwung bringen. In: Münchner Merkur. 4. März 1991. Diese Technik verwendet er seit 1969.Leo Ernstberger. In: Münchner Merkur. 23. Juni 1986. Zusätzlich verwendet er spezielle Offsetfarben, die ihm ausgefallene Wirkungen ermöglichen. Er bedient sich des Abdruckverfahrens mit nassen Farben von Glasplatten. Über diese Technik hat Kaiser, ergänzt durch glatte, gemalte Flächen, surreal wirkende Arbeiten geschaffen.

Die Gräfelfinger Bilder, vorwiegend 1992 entstanden, vermitteln den Übergang von der Porträtmalerei („mit Köpfen“) zum Stillleben. Stilleben: Eigenwillige und mutige Stilleben. In: Münchner Merkur. 27./28. Mai 1992. Kaisers Porträtköpfe sind reduziert auf kräftige Umrisse und die wesentlichen Gesichtsmerkmale. Er malt Stillleben in intensiven Farben, mischt Dispersionsfarbe mit einer französischen Vinylfarbe, die stark deckend aufgetragen wird. Die senkrechte, wellenförmige Pinselführung erinnert an die Kammmalerei auf alten Bauernschränken; die Wellenstruktur verbindet sich zudem mit holzschnittartiger senkrechter Gitterform, innerhalb derer sich die Requisiten des Stilllebens nur andeutungsweise sehen lassen: Flasche, Glas. In seinen Landschaftsbildern bevorzugt er nun futuristische Gegenden mit einer Nähe zu Science-Fiction.

In der Bayerischen Staatsgemäldesammlung und im Plakatmuseum Essen befinden sich Werke des Künstlers.

Ausstellungen (Auswahl) Die Liste seiner Ausstellungen aus, S. 316–317. 1969: Galerie TAMS 1971: Beteiligung an der Kunstzone, München 1972: Galerie Rywelski, Köln, Antiolympiaedition 1972: Kunstforum (München), Objekte 1973: Kunstverein München, Thema Fußball 1973: Ausstellung Fußball, Oberhausen 1973: Club Galerie, Vier 1974: Galerie Südstadt, Karlsruhe 1976: Akademie der bildenden Künste 1976, München, Würzburg, Regensburg 1978: Galerie Sanspareil, Grafrath 1978: Plakatwettbewerb „Kunst kommt nicht von können“, Nürnberg, Mannheim, Hannover, Bremen, Hamburg, Plakatmuseum Essen 1978: Hommage à Cassel 1978: Ausstellung bei BBW München 1979: Ausstellung „Europa an der Schwelle“, Regensburg, Passau, Lindau, Stuttgart, Bremen, München, Rom, Straßburg, Dublin 1981: Kunstsalon, Haus der Kunst München 1982: Galerie am Main, Würzburg 1982: Galerie am Spitäler, Würzburg 1984: Baden-Württembergische Landeskunstwochen, Rottweil 1985: Galerie Atmo 1985: Kunsttage Kleinsassen 1985: Galerie an der U1 1985: Galerie Lee 1985: Galerie Neuwittelsbach 1986: „Kunst ´86“, Haus der Kunst München 1986: Galerie Münchner Bank, Oberföhring 1986: Galerie Neuwittelsbach 1987: Residenz München, Akademie Midi 1987: Studio Soller 1987: Galerie Neuwittelsbach 1988: „Kunst ´88“, Haus der Kunst München 1990: BBK Vorschläge für das CITTE-Stipendium Paris 1990: Galerie am Heiglhof München 1991: Galerie in der Diele Geretsried 1992: Rathaus Krailling 1992: Raiffeisenbank Gräfelfing 1992: Stadtmuseum Landsberg 1992: Galerie Gelzhäuser Puchheim 1993: Kunstverein Kronach, Erste Einzelausstellung in einem bayerischen Kunstverein 1994: Printprojekt 1994: Modern Art Exchange Luxemburg 1995: Matchbox, Galerie 6811, München 1995: Galerie Forraum, München 1996: Matchbox, Lüttich, Valencienne, Magdeburg

Literatur Alfred Kaiser. Malerei und Grafik 1967 - 1996. Sammlung Turck. Puchheim: Sammlung Turck, 1995.

Weblinks Alfred Kaiser, Köpfe, 1983, Bayerische Staatsgemäldesammlungen (Zuletzt aktualisiert am 27.10.2020)

Einzelnachweise

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