Palma, auch Ciutat (de Mallorca), vormals Palma de Mallorca,siehe Ortsname ist eine Gemeinde (municipio) und der Hauptort der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca. Die Stadt ist Sitz der Regierung der autonomen Gemeinschaft der Balearen, Bischofssitz und Sitz einer Universität.
Palma ist das Versorgungszentrum der Balearen, wo sich der größte Hafen, der größte Flughafen und die meisten Infrastruktureinrichtungen befinden. Darüber hinaus ist die Stadt stark touristisch frequentiert.
Geografie Palma erstreckt sich entlang der Bucht von Palma an der Küste des Mittelmeeres im Westen der Insel. Die Agglomeration der Stadt ist etwa 30 Kilometer lang und erstreckt sich entlang der Küste von Magaluf im Westen bis nach S’Arenal im Osten. Hier leben mit etwa 500.000 Einwohnern mehr als die Hälfte der Einwohner Mallorcas.
Nordwestlich der Stadt liegt die Serra de Tramuntana und nordöstlich einige kleinere Hügelketten, die Palma von der zentralen Ebene Mallorcas trennen. Nach Osten erstreckt sich an der Küste der Sandstrand Platja de Palma über etwa zehn Kilometer nach S’Arenal. Westlich liegt die Bucht Cala Major.
Das Zentrum der Stadt bildet die historische Altstadt innerhalb der 1902 abgebrochenen Stadtbefestigung, deren Verlauf heute von der städtischen Ringstraße nachgezogen wird. Es folgt ein etwa ein bis zwei Kilometer breiter Gürtel dichter städtischer Bebauung, der unter anderem den im Südwesten gelegenen Hafen umfasst und vom Autobahnring umschlossen wird. Außerhalb des Autobahnrings (Ma-20) liegen die Vororte und Gewerbegebiete, die teils eingemeindet sind und teils eigene Gemeinden wie beispielsweise Marratxí bilden.
Zusätzlich gehört die südlich von Mallorca gelegene Insel Cabrera administrativ zur Gemeinde Palma.
Stadtgliederung mini|Das Rathaus von Palma mini|Gartenanlage im Zentrum Palmas Neben der Kernstadt Palma liegen innerhalb der Gemeinde noch etwa 30 andere Ortschaften unterschiedlicher Größe. Zur Stadt gehören folgende Orte und Ortsteile: Can Pastilla (5133 / 5175 Einwohner) Es Coll de’n Rabassa (10.208 / 10.273 Einwohner) Es Pil·lari (859 / 1218 Einwohner) Es Secar de la Real (2998 / 5011 Einwohner) Can Moreno (keine Einwohner) Son Serra Perera (742 Einwohner) Establiments Vell (1266 / 2852 Einwohner) Establiments Nou (158 Einwohner) Son Espanyol (621 Einwohner) Gènova (3412 / 3689 Einwohner) Palma (298.776 / 299.078 Einwohner) Platja de Palma ( – / 11.040 Einwohner) Las Maravillas (4179 Einwohner) S’Arenal (6257 Einwohner) Ses Cadenes (342 Einwohner) Sa Casa Blanca (130 / 1214 Einwohner) El Pinaret (94 Einwohner) Sa Creu Vermella ( – / 8383 Einwohner) El Turo (255 Einwohner) L’Hostalot (464 Einwohner) Son Ferriol (6169 Einwohner) Son Riera (371 Einwohner) Sa Indioteria (3387 / 4946 Einwohner) Poligon Industrial de Son Castel (66 Einwohner) Sant Agustí (14.530 / 14.554 Einwohner) Sant Jordi (2147 / 2466 Einwohner) Son Gual (200 Einwohner) S’Aranjassa (463 / 909 Einwohner) Sa Vileta – Son Rapinya (17.341 / 22.902 Einwohner) Poligon Industrial de Can Valero (33 Einwohner) Son Roca – Son Ximelis (4532 Einwohner) Son Vida (435 Einwohner) Son Cladera (6841 Einwohner) Son Sant Joan (129 / 129 Einwohner) Son Sardina (1591 / 2731 Einwohner) La Garriga (383 Einwohner) Son Besso (210 Einwohner) Die Einwohnerzahlen in Klammern stammen vom 1. Januar 2008. Die erste Zahl gibt dabei die Einwohner der geschlossenen Ortschaften an, die zweite Zahl die Einwohner der Orte einschließlich der hinzuzurechnenden „verstreut“ lebenden Bevölkerung außerhalb der eigentlichen Siedlungen. (Quelle: INE)
Die kommunale Gliederung umfasst fünf Distrikte, unabhängig davon sieben barriadas, sowie auf der untersten Ebene 89 Einheiten (85 barris und vier sonstige Zonen). (PDF; 2,2 MB) (PDF; 37 kB)
Klima
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts schwanken die Jahresmitteltemperaturen zwischen 16 °C und 19 °C.
Demografie Einwohnerzahl Palma ist mit Einwohnern (Stand: ) nach der Bevölkerungszahl die größte, mit 208,7 km² nach Llucmajor und Manacor von der Fläche her, die drittgrößte Gemeinde Mallorcas.
Das Wachstum der Einwohnerzahl Palmas verlief seit der Mitte des 19. Jahrhunderts stetig und ohne große Sprünge. Bereits nach dem Spanischen Bürgerkrieg hatte die Einwohnerzahl die Marke von 100.000 Einwohnern überschritten. Nach Einsetzen des Massentourismus kam es zu einem erheblichen Anstieg. So verdoppelte sich die Einwohnerzahl zwischen 1960 und 1981 nahezu (1960–1970: 38,4 %; 1970–1981: 33,5 % Wachstum). Auch der Anstieg von 2001 bis 2025 lag mit 30,3 % sehr hoch.
Das starke Wachstum seit 2001 ist vor allem auf die Zuwanderung lateinamerikanischer Bevölkerung zurückzuführen. Lebten zur Jahrtausendwende noch ungefähr 10.000 Lateinamerikaner auf den Balearen, so waren es 2025 bereits über 140.000. In Palma entfällt davon (Stand 2025) der größte Teil auf Kolumbianer (19.281 Einwohner) und Argentinier (15.998 Einwohner), gefolgt von Ecuadorianern (7.991 Einwohner). Als Folge der anhaltenden Zuwanderung ausländischer Bevölkerung ist der Anteil der Einheimischen zurückgegangen. 2025 betrug der Ausländeranteil 20,7 %.
Die Einwohner von Palma heißen katalanisch palmesà/palmesana (bzw. lokal ciutadà/ciutadana) und spanisch palmesano/palmesana.
Entwicklung der Einwohnerzahl:Instituto Nacional de Estadística: Alterations to the municipalities in the Population Censuses since 1842.
Zwischen 1910 und 1920 steigt die Einwohnerzahl durch die Eingemeindung von Establiments.
Nationalitäten Herkunft gemäß Staats-bürgerschaft(2008)Instituto Nacional de Estadística: Population by sex, municipalities and nationality gemäßGeburtsland(2008)Instituto Nacional de Estadística: Population by sex, municipalities and place of birth EU-Bürger 87,6 % 84,4 % Spanier 80,5 % 77,8 % Bulgaren 1,3 % 1,3 % Italiener 1,3 % 0,4 % Deutsche 1,2 % 1,2 % Rumänen 0,8 % 0,8 % Briten 0,6 % 0,6 % Franzosen 0,4 % 0,7 % Polen 0,4 % 0,4 % sonstige Europäer 0,5 % 0,7 % Nord- und Südamerikaner 8,4 % 11,3 % Ecuadorianer 1,7 % 1,8 % Argentinier 1,4 % 2,8 % Bolivianer 1,4 % 1,4 % Kolumbianer 1,3 % 1,5 % Afrikaner 2,5 % 2,6 % Marokkaner 0,9 % 1,0 % Nigerianer 0,6 % 0,5 % Asiaten 1,0 % 1,1 % Chinesen 0,5 % 0,5 %
Der Ausländeranteil liegt bei 19,5 % (2008, nur Hauptwohnsitz) und ist stark steigend. Allein zwischen 2000 und 2008 hat sich die Ausländerzahl versechsfacht. Der Anteil der im Ausland geborenen Personen liegt bei 22,2 %, die meisten davon stammen aus Lateinamerika (11,3 %).
Entwicklung des Ausländeranteils:
Geschichte mini|Einwohnerentwicklung seit 1900 Im Jahr 123 v. Chr. eroberte Quintus Caecilius Metellus mit seiner Flotte die seit 5000 v. Chr. (Talayot-Kultur) besiedelte Insel Mallorca. Als eine seiner ersten Amtshandlungen gründete der römische Konsul die Stadt Palma (damals unter dem Namen Palmaria Palmensis).
Nach dem Untergang des Weströmischen Reichs im 4. Jahrhundert setzte der Niedergang der Stadt ein, der erst mit der Eroberung durch die Araber 903 gestoppt wurde. Sie bauten in Palma eine arabisch-islamische Kultur auf und wurden 1229 durch die christlichen Aragonier von der Insel vertrieben. Anschließend wurde das Königreich Mallorca gegründet (1276), das aber 1343 nach dem Aussterben der Herrscherlinie wieder zurück an das Haus Aragon fiel. Die Aragonier bauten die Stadt aus, unter anderem durch die Errichtung der Kathedrale La Seu und der Stadtbefestigung, sodass sie zu ihrer Blütezeit im 16. Jahrhundert etwa 40.000 Einwohner zählte. Gemeinsam mit Aragon kam Mallorca später zu Spanien, zu dem es bis heute gehört.
Ein erneuter Aufschwung setzte zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein, als viele Bauwerke im Stil des Modernisme entstanden. Im Spanischen Bürgerkrieg wurde die Stadt mehrmals aus der Luft angegriffen. Nachdem der erste Fliegerangriff bereits am 23. Juli 1936 stattgefunden hatte, wurde am 7. Oktober 1937 bei einem weiteren Luftangriff von 16 Flugzeugen unter anderem das Kloster San Jeroni getroffen.https://ocio.diariodemallorca.es/planes/paseos/pla-95-palma-durante-guerra-civil.html Beim schwersten Luftangriff auf die Stadt am 7. Dezember 1937 wurden sieben Menschen getötet und 40 verletzt, vor allem an der Puerta San Antonio und in der Calle Ferreria entstanden erhebliche Schäden.
In den 1960er Jahren begann der Massentourismus auf Mallorca, der der Stadt seitdem eine gute Wirtschaftsgrundlage bietet. Viele Einwohner fordern aber schon länger eine Begrenzung der Besucherzahlen.zeit.de, abgerufen am 25. Mai 2024.
Ortsname Anfang Oktober 2008 wurde der Zusatz „de Mallorca“ im Namen der Stadt und der Gemeinde Palma aus dem spanischen Kommunalregister gelöscht. Damit wurde ein aus dem Jahre 1998 datierender Antrag umgesetzt. Dies wurde von der Stadtregierung am 16. November 2011 zunächst wieder rückgängig gemacht. Seit dem 28. Januar 2016 lautet der Name erneut Palma.Cort aprova recuperar el nom de Palma per a la ciutat. Ara Balears vom 28. Januar 2016
Kultur Sehenswürdigkeiten
mini|Seesicht bei Nacht mini|links|Kathedrale La Seu Hauptsehenswürdigkeit ist die gotische Kathedrale La Seu im Süden der Altstadt, unweit der Küste. Darüber hinaus befinden sich in der Altstadt 31 weitere, größtenteils gotische Kirchen wie beispielsweise die Basilika Sant Francesc und die Kirche Santa Eulàlia. Neben der Kathedrale liegt der Palast, der dem König von Spanien als Residenz bei Besuchen auf den Balearen dient.
mini|Eine Gasse im Pueblo Español mini|Platja de Palma mini|Plaça Major in Palma mini|Plaça de Cort in Palma mini|Colisseu Balear in Palma mini|Stierkampf in Palma (1966) mini|Banys Arabs in Palma auf Mallorca
Die Altstadt stellt eine stilistische Mischung aus spanisch-katalanischen und arabischen Einflüssen dar. Bekannt ist sie für ihre zahlreichen engen Gassen, die teilweise nur über Treppen miteinander verbunden sind. Dadurch ist die Altstadt größtenteils autofrei, sieht man von einigen Durchgangsstraßen ab. Ihr Mittelpunkt ist der Plaça Major. Am Plaça de Cort am Rathaus ist ein mehrhundertjähriger, besonders geschützter Olivenbaum zu finden. Die Arabischen Bäder (Banys Arabs) gehören zu den wenigen baulichen Resten aus arabischer Zeit. Südwestlich und außerhalb der Altstadt über dem Hafen erhebt sich die mittelalterliche Burganlage Castell de Bellver.
Llotja de Palma liegt unweit vom Hafen und der Kathedrale. Es ist ein Meisterwerk örtlicher gotischer Architektur und war der ehemalige Sitz der Seehandelsbörse. Erbaut wurde es vom Architekten Guillem Sagrera aus Felanitx, der auch am Bau der gotischen Kathedrale La Seu beteiligt war.
Im Vorort Cala Major wirkte und starb der katalanische Maler Joan Miró. Im Haus seines Ateliers, wo neben dem Atelier auch ausgewählte Werke besichtigt werden können, ist heute der Sitz der Stiftung Fundació Pilar i Joan Miró a Mallorca untergebracht. In Palma gibt es daneben auch ein Museum für zeitgenössische Kunst, das Es Baluard.
Die Gemeinde Palma verfügt über 15 überwachte Badestrände, die als Balneario No. 1 bis 15 bezeichnet wurden. Die Strände befinden sich östlich des Stadtkerns im Ortsteil Platja de Palma auf dem Gebiet der Ortschaft S’Arenal. In der Nachbarschaft befinden sich viele Hotelanlagen, Restaurants, Bars und Diskotheken. Besonders in Deutschland ist der als Ballermann 6 bezeichnete Balneario No 6 bekannt.
Erlebenswert ist auch eine Fahrt mit der historischen Eisenbahn von Palma ins 27 km entfernte Port de Sóller. Die Linie, die von Ferrocarril de Sóller S.A. betrieben wird, wurde am 16. April 1912 eingeweiht. Die Strecke besteht aus zwei Abschnitten: dem hölzernen Zug, der Palma mit Sóller verbindet und einer ebenfalls hölzernen Straßenbahn von Sóller nach Port de Sóller.
Im Zentrum der Stadt befindet sich das historische jüdische Viertel von Palma: „Call Maior“. Einzelne Elemente des Viertels sind bis heute erhalten.
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