Die Schader-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Darmstadt. Sie finanziert ihre Fördertätigkeit aus den Erträgen des von Alois M. Schader gestifteten Privatvermögens. Die Schader-Stiftung wurde 1988 gegründet.
Stiftungszweck Zweck der Stiftung ist die Förderung der Gesellschaftswissenschaften. Die Stiftung will die Kommunikation und Kooperation zwischen den Gesellschaftswissenschaften und der Praxis sowie die Praxisorientierung in den Gesellschaftswissenschaften fördern. Die Schader-Stiftung versteht sich als Dialogplattform, die wissenschaftliche, öffentliche und zivilgesellschaftliche Projekte ermöglicht, durchführt, moderiert und teilweise auch publiziert.
Die Fördertätigkeit gliedert sich in sieben Themenfelder: Gemeinwohl und Verantwortung Demokratie und Engagement Nachhaltige Entwicklung Vielfalt und Integration Stadtentwicklung und Wohnen Kommunikation und Kultur Demographie und Strukturwandel
Die Schader-Stiftung fördert überwiegend durch die Ausrichtung von Veranstaltungskooperationen im eigenen Stiftungszentrum in Darmstadt. Der Stiftungszweck des Dialogs zwischen Gesellschaftswissenschaften und Praxis bedingt, dass auch wissenschaftliche Projekte durchweg eine Beteiligung von Praxis aufweisen. Nach der Stiftungssatzung „werden unter Gesellschaftswissenschaften alle Wissenschaften verstanden, die sich mit der Weiterentwicklung des Gemeinwesens auseinandersetzen.“ Ein „Call for Conferences“ richtet sich an die gesellschaftswissenschaftlichen Fachgesellschaften und an Projekte der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Gremien Dem Vorstand gehören als Geschäftsführender Vorstand seit 1. Juni 2013 Alexander Gemeinhardt sowie als nebenamtlicher Vorstand seit dem 16. März 2020 Robert Langer als Finanzvorstand an. Dem Stiftungsrat stehen Andrea Bartl sowie Philipp Thoma vor, weitere Mitglieder sind Heiko Depner, Volker Jung, Claudia Lange, Pelin Meyer, Jochen Partsch, Dagmar Rechenbach, Caroline Y. Robertson-von Trotha, Kjell Schmidt.
Der Große Konvent ist das zentrale Beratungsgremium der Stiftung und tagt jährlich im Umfeld des Gründungstags der Stiftung (30. November). Damit beteiligt die Schader-Stiftung ihre Kooperationspartner in einem besonderen Verfahren direkt an der Erstellung der Programmarbeit. Aus dem Großen Konvent rekrutiert sich ein Kleiner Konvent als Wissenschaftlicher Beirat. Ihm gehören derzeit an: Jana Friedrichsen, Charly Richter, Lars Rinsdorf, Ursula Stein, Peter F. Titzmann, Manon Westphal und Nils Zurawski.
Der Senat der Schader-Stiftung bildet sich aus den letztjährigen Preisträgern des Schader-Preises, namentlich Martina Löw, Silha Häusermann, Steffen Mau, Lisa Herzog, Armin Nassehi, Dorothea Kübler und Christoph Möllers. Frühere Senatsmitglieder waren Franz-Xaver Kaufmann (bis 2016), Klaus von Beyme (bis 2017), Stephan Leibfried (bis 2018), Wolf Lepenies (bis 2019), Paul Kirchhof (bis 2020), Jutta Allmendinger (bis 2021), Angelika Nußberger (bis 2022), Christine Landfried (bis 2023), Nicole Deitelhoff (bis 2024) und Otfried Jarren (bis 2025).
Ausgewählte Projekte Großer Konvent Der Große Konvent als Haupttagung jeweils im November setzt mit seinem Titel das „Konventsthema“ als Jahresthema der Schader-Stiftung, das zugleich als Förderschwerpunkt für das laufende und das Folgejahr ausgeschrieben wird. Wie Demokratien leben (Großer Konvent 2026) Timing. Weil nicht alles seine Zeit hat (Großer Konvent 2025) Bleibt alles anders (Großer Konvent 2024) Willkommen in meiner Wirklichkeit (Großer Konvent 2023) Balancen (Großer Konvent 2022) Liberté – Égalité – Solidarité (Konventsthema 2022; ab 2022 eröffnet der Konvent das neue Jahresthema) Normalität als Experiment (Großer Konvent 2021) Das Erleben der Anderen. (Großer Konvent 2020)https://www.schader-stiftung.de/GrKo20 DU BIST NICHT ALLEIN. Öffentlicher Raum im Dialog (Großer Konvent 2019) Mehr ... wagen – '68, '18 und die politisierte Gesellschaft (Großer Konvent 2018)http://www.schader-stiftung.de/GrKo18 Definiere Deutschland! (Großer Konvent 2017)http://www.schader-stiftung.de/GrKo17 Kulturelle Praktiken 4.0 – Verführung oder Selbstbestimmung? (Großer Konvent 2016)http://www.schader-stiftung.de/themen/kommunikation-und-kultur/fokus/grundfragen-der-sozialwissenschaften/artikel/kulturelle-praktiken-40-verfuehrung-oder-selbstbestimmung-grosser-konvent-der-schader-stiftung-2016 Öffentliche Wissenschaft (Großer Konvent 2015) Nachhaltigkeit im Dialog (Großer Konvent 2014) 25 Jahre Dialog zwischen Gesellschaftswissenschaften und Praxis (Großer Konvent 2013)http://www.schader-stiftung.de/themen/kommunikation-und-kultur/fokus/wissenschafts-praxis-dialog/artikel/fachkongress-zum-25-jaehrigen-jubilaeum-der-schader-stiftung
s:ne Systeminnovation für Nachhaltige Entwicklung Seit dem 1. Januar 2018 bis Ende 2022 bietet die Schader-Stiftung als strategischer Partner der Hochschule Darmstadt eine Innovations- und Transformationsplattform im Projekt „s:ne Systeminnovation für Nachhaltige Entwicklung – Transfer als Lernprozess in der Region“ an. s:ne wird aus der Bund-Länder-Förderinitiative „Innovative Hochschule“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert. Mit rund zwei Millionen Euro pro Jahr und einer Laufzeit von fünf Jahren werden die Bestrebungen der Hochschule Darmstadt unterstützt, in Lehre und Forschung im Bereich der Nachhaltigen Entwicklung eng mit Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft in der Region zusammenzuarbeiten und dabei relevante Akteure der Region sowie weitere Hochschulen, außeruniversitäre Forschung und die Zivilgesellschaft in einem transformativen Prozess zusammenbringen und die Transferaktivitäten der Hochschule in mehreren Phasen in ein „lernendes System“ zu überführen. Die ersten inhaltlichen Schwerpunkte sind: Nachhaltige Städte und Siedlungen, nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen sowie Digitale Stadt.
Integrationspotenziale in Gesellschaftswissenschaften und Praxis Ziel ist des Projektes ist es, Integrationspotenziale von Menschen mit Migrationshintergrund nachhaltig zu stärken, deren Eigeninitiative und gesellschaftliche Selbstwirksamkeit zu erhöhen, das Themenfeld Integration in gesellschaftswissenschaftlichen Debatten zu verankern, den Austausch zwischen gesellschaftlichen Sektoren, mit der Sozialwissenschaft und weiteren Wissenschaften zu stärken, Kompetenzen der Beteiligten zu erweitern und die strukturelle Verbesserung der Kooperation und sozialen Koproduktion von Menschen mit und ohne direkten Migrationshintergrund zu erreichen. Die einzelnen Veranstaltungen des Projekts fördern in erster Linie den Austausch zwischen gesellschaftlichen Sektoren und der Wissenschaft. Das auf drei Jahre angelegte Projekt (2016–2019) wird vom Landesprogramm WIR des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration gefördert.
Sommercamps Alle zwei Jahre bietet die Schader-Stiftung in Kooperation mit der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius Sommercamps als interdisziplinäres Angebot für Studierende höherer Semester, Promovierende und junge Berufstätige mit maximal drei Jahren Berufserfahrung an. Im Sommercamp konzipieren interdisziplinär zusammengesetzte Dialogprojekte im Rahmen eines vorgegebenen, zumeist weit gespannten Themas. Die Auslober des Sommercamps versprechen, eines der entwickelten Projekte im Anschluss umzusetzen, weiterzuentwickeln oder fördernd voranzutreiben.
Themen der Sommercamps waren bisher: 2025: LEGO our Future 2023: Kulturbewusst 2021: Wie wir wohnen, leben, arbeiten werden 2019: Echte Kommunikation im öffentlichen Raum 2017: Sicher in der Stadt. Zusammenleben und Konflikt im Stadtraum 2015: Neue Verantwortungen – Gesellschaft, Gemeinwohl, Gestaltung 2013: Transformationen des Alltäglichen: Einflüsse. Initiative. Zukünfte.
Das Sommercamp 2019 fand in Kooperation mit der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, der Akademie der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen und dem Deutschen Werkbund Hessen statt.
Galerie der Schader-Stiftung
Die Schader-Stiftung bietet mit einer eigenen Galerie eine Möglichkeit, zeitgenössische Kunst unter sozialwissenschaftlichen Fragestellungen zu präsentieren. Die Galerie wurde im Zuge eines Umbaus von „Haus Schader“, dem älteren Stiftungsgebäude in der Goethestraße 1, 1993 errichtet und umfasst einen dreiteilig gegliederten Raum von 300 m2 Ausstellungsfläche.Inge Maisch: Schwarzer Granit zu üppigem Grün, in: Häuser. Magazin für internationales Wohnen, Heft 2/1993S. 102–111 Von 2007 bis 2017 kooperierte die Galerie der Schader-Stiftung mit dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt in zwei Ausstellungsreihen: „Dialoge – Gesellschaftswissenschaften und Kunst“ (2014–2017) sowie „Bilder gesellschaftlichen Wandels“ (2007–2012).
Publikationen Grundlegende Publikationen Alexander Gemeinhardt (Hrsg.): Die Praxis der Gesellschaftswissenschaften. 30 Jahre Schader-Stiftung. Darmstadt 2018, ISBN 978-3-932736-49-0. Schader-Stiftung (Hrsg.): In diesem Geschäft gibt es keine Mathematik. 20 Jahre Schader-Stiftung. Erschienen anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens der Schader-Stiftung. Darmstadt 2010, ISBN 978-3-932736-30-8.
Dokumentationen des Großen Konvents Schader-Stiftung (Hrsg.): Normalität als Experiment. Großer Konvent der Schader-Stiftung. Dokumentation der Jahrestagung am 29. Oktober 2021. Darmstadt 2021, ISBN 978-3-932736-56-8. Schader-Stiftung (Hrsg.): Das Erleben der Anderen. Großer Konvent der Schader-Stiftung. Dokumentation der Jahrestagung am 6. November 2020. Darmstadt 2020, ISBN 978-3-932736-52-0. Schader-Stiftung (Hrsg.): DU BIST NICHT ALLEIN. Großer Konvent der Schader-Stiftung. Dokumentation der Jahrestagung am 8. November 2019. Darmstadt 2019, ISBN 978-3-932736-51-3. Schader-Stiftung (Hrsg.): Mehr ... wagen. '68, '18 und die politisierte Gesellschaft. Großer Konvent der Schader-Stiftung. Dokumentation der Jahrestagung am 9. November 2018. Darmstadt 2018, ISBN 978-3-932736-50-6. Schader-Stiftung (Hrsg.): Definiere Deutschland! Großer Konvent der Schader-Stiftung. Dokumentation der Jahrestagung am 10. November 2017. Darmstadt 2017, ISBN 978-3-932736-48-3. Schader-Stiftung (Hrsg.): Kulturelle Praktiken 4.0 – Verführung oder Selbstbestimmung. Großer Konvent der Schader-Stiftung. Dokumentation der Jahrestagung am 18. November 2016. Darmstadt 2016, ISBN 978-3-932736-47-6. Schader-Stiftung (Hrsg.): Öffentliche Wissenschaft. Großer Konvent der Schader-Stiftung. Dokumentation der Jahrestagung am 20. November 2015. Darmstadt 2015, ISBN 978-3-932736-45-2. Schader-Stiftung (Hrsg.): Nachhaltigkeit im Dialog. Großer Konvent der Schader-Stiftung. Dokumentation der Jahrestagung am 14. November 2014. Darmstadt 2014, ISBN 978-3-932736-44-5. Schader-Stiftung (Hrsg.): 25 Jahre Dialog zwischen Gesellschaftswissenschaften und Praxis (1988–2013). Dokumentation des Fachkongresses am 29. November 2013. Darmstadt 2013, ISBN 978-3-932736-42-1.
Tagungsdokumentationen Alexander Gemeinhardt, Karen Lehmann (Hrsg.): Wege transformativer Forschung: Zielorientierung und Indikatoren. Dokumentation des tF-Symposiums am 7. Oktober 2020 im Schader-Forum. Darmstadt 2021. ISBN 978-3-932736-54-4. Pia Rother, Tanja Betz, Saskia Flegler, Alexander Gemeinhardt (Hrsg.): Wo bitte geht’s ‚zur Augenhöhe‘? Wunsch und Wirklichkeit der Beteiligung von Kindern und Eltern in Kindertageseinrichtungen. Dokumentation des Dialogforums am 21. September 2020 im Schader-Forum. Darmstadt 2021. ISBN 978-3-932736-53-7 Schader-Stiftung: Öffentliche Wissenschaft. Dokumentation der Tagung am 19. und 20. März 2015. Darmstadt 2015. Uwe-Jens Walther, Kirsten Mensch (Hrsg.): Armut und Ausgrenzung in der ‚Sozialen Stadt’. Konzepte und Rezepte auf dem Prüfstand. Tagungsbeiträge einer gemeinsamen Veranstaltung der Sektion „Stadt- und Regionalsoziologie“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und der Schader-Stiftung. Darmstadt 2004, ISBN 3-932736-13-3.