Die CSU-Landesgruppe (auch CSU im Bundestag) umfasst die Abgeordneten der bayerischen Partei CSU im Deutschen Bundestag. Zusammen mit den Abgeordneten der Schwesterpartei CDU bildet die Landesgruppe die gemeinsame CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Die CSU tritt bei bundesweiten Wahlen – also bei Bundestags- und Europawahl – nur in Bayern an. Im Gegenzug hat die CDU keinen bayerischen Landesverband und tritt nur in den übrigen 15 deutschen Ländern an.
Geschichte Die erste CSU-Landesgruppe konstituierte sich am 30./31. August 1949 mit Fritz Schäffer als 1. Obmann und Franz Josef Strauß als 2. Obmann. Bei der Konstituierung der Gesamtfraktion im September begründeten CDU und CSU ihre mit Unterbrechung bis heute andauernde Fraktionsgemeinschaft, die zu Beginn jeder Legislaturperiode erneuert wird. Im Fraktionsvertrag ist festgelegt, dass die CSU-Gruppe über eigene Organe verfügt und „an allen Organen der Fraktion angemessen beteiligt“ wird.Vereinbarung über die Fortführung der Fraktionsgemeinschaft zwischen CDU und CSU, 28. September 2021 (PDF; 218 kB).
Mitglieder der CSU-Landesgruppe Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse der CSU bei Bundestagswahlen, die Mitgliederzahlen der CSU-Landesgruppe und den Anteil der CSU-Abgeordneten an der Gesamtmitgliederzahl des Deutschen Bundestages (fett = Höchst- und Tiefstwerte):
+Bei Bundestagswahlen gewählte CSU-AbgeordneteBundestagswahlStimmenanteil in BayernStimmenanteil in DeutschlandGewählte MdBAnteil an Gesamt-MdB194929,2 %5,8 %246,0 %195347,8 %8,8 %5210,7 %195757,2 %10,5 %5310,7 %196154,9 %9,6 %5010,0 %196555,6 %9,6 %499,9 %196954,4 %9,5 %499,9 %197255,1 %9,7 %489,7 %197660,0 %10,6 %5310,7 %198057,6 %10,3 %5210,5 %198359,5 %10,6 %5310,6 %198755,1 %9,8 %499,9 %199051,9 %7,1 %517,7 %199451,2 %7,3 %507,4 %199847,7 %6,7 %477,0 %200258,6 %9,0 %589,6 %200549,2 %7,4 %467,5 %200942,5 %6,5 %457,2 %201349,3 %7,4 %568,9 %201738,8 %6,2 %466,5 %2021www.bundeswahlleiter.de31,7 %5,2 %456,1 %202537,2 %6,0 %447,0 %
Vorsitzende Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe ist gleichzeitig Erster Stellvertreter des Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und hat damit eine herausgehobene Stellung inne, da er etwa bei Regierungserklärungen des Bundeskanzlers in einer Reihe mit den Fraktionsvorsitzenden das Wort erhält. Dieses Amt hatten seit der 1. Wahlperiode des Deutschen Bundestages folgende Personen inne:
Außer Gerda Hasselfeldt und Richard Stücklen nach seiner zweiten Amtsperiode wechselten alle Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe direkt aus ihrer Position in die Bundesregierung. Der Hintergrund für diese Wechsel war einerseits, dass die CSU-Landesgruppenvorsitzenden als herausgehobene Sprecher ihrer Partei deren Politik in einem Regierungsamt noch wirkungsvoller umsetzen sollten; andererseits, dass sie zwecks einer besseren Zusammenarbeit innerhalb der Bundesregierung (besonders im Verhältnis zwischen CDU und CSU) in die „Kabinettsdisziplin“ eingebunden werden sollten. Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) äußerte sich in diesem Sinne anlässlich der Berufung des CSU-Vorsitzenden und Landesgruppenvorsitzenden Theodor Waigel in die Bundesregierung am 15. April 1989 vor der Bundespressekonferenz in Bonn:
Siehe auch CDU/CSU (Unionsparteien) CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag Bundesweite Ausdehnung der CSU
Literatur Volker Stalmann (Bearb.): Die CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag. Sitzungsprotokolle 1972–1983, Droste, Düsseldorf 2019, ISBN 978-3-7700-5345-2.
Weblinks Website der CSU-Landesgruppe, www.csu-landesgruppe.de Protokolle mehrerer Wahlperioden, u. a. der CSU-Landesgruppe, fraktionsprotokolle.de Vereinbarung über die Fortführung der Fraktionsgemeinschaft zwischen CDU und CSU, www.cducsu.de, 28. September 2021 (PDF; 218 kB).
Einzelnachweise
Kategorie:Organisation (Deutscher Bundestag) Landesgruppe CSU Kategorie:Gründung einer politischen Organisation 1949