alternativtext=Hauptsitz der dpa am Hamburger Mittelweg|mini|Hauptsitz der dpa am Hamburger Mittelweg (2022) Die dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, kurz dpa, ist die größte in Deutschland tätige Nachrichtenagentur. Sitz des Unternehmens ist Hamburg und die Zentralredaktion liegt in Berlin. dpa hatte 2025 rund 130 Standorte im In- und Ausland und unterhält (Stand 2025) in Deutschland zwölf Landesdienste mit den entsprechenden Büros. Die dpa machte im Jahr 2025 einen Umsatz von 107 Millionen Euro und hatte 692 Beschäftigte.
Der dpa-Basisdienst als wichtigstes Produkt ist der bedeutendste deutschsprachige Nachrichtendienst. Ihm kommt eine bedeutende Funktion im Agenda Setting zu. Seit Jahrzehnten sind ihm praktisch alle deutschen Rundfunkanstalten und Tageszeitungen angeschlossen; diese können somit ohne eigene Korrespondenten und Redakteure über Geschehnisse in aller Welt berichten. Einzelne Regionalzeitungen bestellten vorübergehend die dpa-Dienste ab, so die Westdeutsche Allgemeine Zeitung als eine der größten 2009 bis Dezember 2012.
Unternehmenszweck alternativtext=Zentralredaktion der Deutschen Presse-Agentur|mini|Die Zentralredaktion der dpa in der Berliner Rudi-Dutschke-Straße (2023) mini|Die dpa versieht ihre Fotos mit Wasserzeichen, um unberechtigte Weiternutzung zu erschweren. Der Unternehmenszweck der dpa ist laut Statut die Sammlung, Verarbeitung und Verbreitung von Nachrichten-, Archiv- und Bildmaterial jeder Art. Die Agentur verpflichtet sich, diese Aufgabe „unparteiisch und unabhängig von Einwirkungen und Einflüssen durch Parteien, Weltanschauungsgruppen, Wirtschafts- und Finanzgruppen und Regierungen“ zu erfüllen.
Die dpa verbreitet mit eigenen Korrespondenten weltweit Nachrichten in Text, Ton, Grafik und Bild. Seit 1979 können Kunden die Meldungen in einem genormten Meldungsformat an Computern empfangen.
Seit 1988 bezieht die dpa ihre Nachrichten weltweit ausschließlich von eigenen Korrespondenten.
Gesellschafter Die rund 170 Gesellschafter der dpa sind ausschließlich Medienunternehmen wie Verlage und Rundfunkanstalten. Damit sind Gesellschafter und Kunden der dpa größtenteils identisch.
Gesellschafter können grundsätzlich nur bis zu 1,5 % des Stammkapitals erwerben, öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten auch darüber, insgesamt jedoch nicht mehr als 15 % des Stammkapitals. Alle Rundfunkgesellschaften (öffentlich-rechtliche und private) zusammen dürfen nicht mehr als 25 % des Stammkapitals besitzen. So ist ausgeschlossen, dass einzelne Gesellschafter die dpa dominieren.dpa.com: Aufbau der dpa, abgerufen am 16. Februar 2026. Die Rundfunkanstalten NDR, WDR und das ZDF halten Anteile an der dpa in Höhe von jeweils 641.550 Euro. Dies entspricht einem Gesamtanteil von jeweils 3,8 Prozent des Gesamtkapitals. Zusammen halten die Rundfunkanstalten einen Gesamtanteil von 11,64 Prozent am Gesamtkapital. Im aktuellen Aufsichtsrat sind indessen mit Bettina Schausten (Stellvertretende Chefredakteurin und Leiterin Hauptredaktion Aktuelles, ZDF), Hendrik Lünenborg (NDR-Intendant), Nadja Scholz (Programmdirektorin der Deutschen Welle) und Achim Twardy (Aufsichtsratsmitglied der NDR-Tochterfirmen Studio Hamburg und NDR Media) 4 der 19 Aufsichtsratsmitglieder öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zuzuordnen.
Die Gebühr jeder Zeitung für den dpa-Dienst wird (Stand 2000) nach der Auflage bemessen. Zeitungen mit sehr hoher Auflage sind damit wirtschaftlich für dpa wichtiger als etwa die Lokalpresse. Seit Ende 2019 gilt für die dpa-Kerndienste ein neues Preismodell: Verkaufte Auflage und digitale Reichweite werden zusammengerechnet. Dabei wird Print im Verhältnis zu digital mit drei zu eins bewertet.
Management Vorsitzender der Geschäftsführung ist seit 20. Januar 2017 Peter Kropsch, dpa-Geschäftsführer ist Andreas Schmidt. Kropsch übernahm den Vorsitz von Michael Segbers (Nachfolger von Walter Richtberg), der in Ruhestand ging.
Als Chefredakteur steht seit dem 1. Januar 2014 Sven Gösmann an der Spitze der Redaktion. In: Pressemitteilung der dpa, 29. August 2013. Abgerufen am 30. August 2013. Sein Vorgänger war vom 1. Januar 2010 bis 31. August 2013 Wolfgang Büchner,dpa-Aufsichtsrat bestellt Wolfgang Büchner zum neuen Chefredakteur. In: Pressemitteilung der dpa, 10. März 2009. Abgerufen am 23. August 2011. der als Chefredakteur zum Nachrichtenmagazin Der Spiegel wechselte. Vor Büchner hatte Wilm Herlyn die dpa-Redaktion von 1991 bis Ende 2009 geführt.
Chefredakteure 1949 bis heute Fritz Sänger (1949–1959) Erich Eggeling (1959–1967) Hans Benirschke (1968–1990) Wilm Herlyn (1991–2009) Wolfgang Büchner (2010–2013) Sven Gösmann (seit 2014)
Geschichte mini|Skulptur „Mr. Quick“ von Ottmar Hörl vor dem Gebäude der dpa in Frankfurt Am Baseler Platz, Ecke Gutleutstraße. Aufgestellt im Oktober 1999 zum 50. Jubiläum der dpa.Mr. Quick Eintrag in der Datenbank Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt, hrsg. vom Kulturamt Frankfurt am Main. Abgerufen am 23. August 2011. mini|Älteres Logo der dpa Die dpa ging 1949 aus der Deutschen Nachrichtenagentur (Dena), dem Deutschen Pressedienst und der Süddeutschen Nachrichtenagentur (Südena) hervor. Sie wurde als genossenschaftliches Unternehmen am 18. August 1949 in Goslar gegründet. Das Bonner Büro leitete von 1949 bis 1951 (sowie von 1980 bis 1982) der Journalist und dpa-Korrespondent Werner Karsunky.Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 611. Seit 1951 ist die Deutsche Presse-Agentur eine GmbH. Erster Chefredakteur und Geschäftsführer wurde Fritz Sänger, der Geschäftsführer bis 1955 und Chefredakteur bis 1959 war. Die erste Meldung ging am 1. September 1949 an die Redaktionen.Siehe hierzu auch Fritz Sänger: Verborgene Fäden. Erinnerungen und Bemerkungen eines Journalisten. Dietz, Bonn 1989, ISBN 3-87831-267-9, S. 133 ff.
1986 gründete dpa die Global Media Services GmbH (gms). Diese kaufte 1988 ihren Konkurrenten „Globus Kartendienst GmbH“.Peter Mösgen: Geschichte und Organisation der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Seminararbeit an der Katholischen Universität Eichstätt, Eichstätt 1990, S. 11. (PDF; 136 kB, S. 12. Abgerufen am 23. August 2011). Von Sommer 2010 bis Sommer 2023 arbeitete die Zentrale der dpa-Redaktionen an der Markgrafenstraße im historischen Zeitungsviertel Berlins, wo die bisherigen Zentralredaktionen aus Hamburg (Wort, Internet, Grafik), Frankfurt am Main (Bild) und Berlin (Wort, Bild, Audio & Video) zusammengefasst wurden. Aktuell ist die Zentralredaktion in der Rudi-Dutschke-Straße beheimatet. In Hamburg, wo vom September 1949 bis Juli 2010 eine alte Villa am Mittelweg in Rotherbaum das Zentrum der Redaktionen war, verblieben der Unternehmenssitz, der Standort der Geschäftsführung, der Vertrieb, die kaufmännische Abteilung, die Tochterunternehmen dpa-IT Services GmbH, dpa-infocom GmbH und news aktuell sowie die regionalen Redaktionen. In: dpa.com, Pressemitteilung der dpa, 10. November 2009. Abgerufen am 30. November 2024.
Dienste Deutschsprachige Dienste dpa-Basis- und dpa-Landesdienste veröffentlichen täglich zusammen rund 1.100 Beiträge aus aller Welt in den Ressorts Politik, Wirtschaft, Sport und Panorama (Vermischtes/Kultur). Über den Bildfunk werden den Kunden täglich im Schnitt 950 Fotos angeboten.
Die dpa-Kunden bekommen diese Dienste für eine pauschale Monatsgebühr (gestaffelt nach Größe des Mediums) angeboten, zusätzliche Kosten für die Verwendung der Inhalte fallen nicht an.
Der dpa-Basisdienst als wichtigstes Produkt ist der bedeutendste deutschsprachige Nachrichtendienst, dem dadurch eine bedeutende Funktion im Agenda Setting zukommt. Seit Jahrzehnten sind ihm praktisch alle deutschen Rundfunkanstalten und Tageszeitungen angeschlossen, diese können somit ohne eigene Korrespondenten und Redakteure über Geschehnisse in aller Welt berichten. Einzelne Regionalzeitungen bestellten Ende der 2000er Jahre die dpa-Dienste ab, so die Westdeutsche Allgemeine Zeitung als eine der größten 2009, die aber im Dezember 2012 zurückkehrte.
Fremdsprachendienste dpa-Fremdsprachendienste gibt es in englischer, spanischer und arabischer Sprache. Der englische Dienst wird in Berlin und Sydney produziert, der spanische in Madrid und Berlin, der arabische Dienst hat seine Hauptredaktion in Kairo.
2009 startete die dpa zusätzlich einen zweisprachigen Nachrichtendienst in türkischer und deutscher Sprache, der insbesondere zur stärkeren Berücksichtigung besonderer „Informationsinteressen türkeistämmiger Bürgerinnen und Bürger in Deutschland“dpa startet türkischen Dienst. In: Presseaussendung der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, 10. Dezember 2008. Abgerufen am 23. August 2011. in deutschen Medien beitragen sollte, aber schon nach neun Monaten wieder eingestellt wurde.FlorianTreiß: In: turi2.de, 13. November 2009. Abgerufen am 23. August 2011.
Ausgründungen und Kooperationen Die Deutsche Presse-Agentur arbeitet bei der Beschaffung und der Verbreitung von Nachrichten mit mehreren anderen Agenturen zusammen, darunter ausländische Unternehmen wie die Austria Presse Agentur, mit der sie zusammen die Agentur dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten unterhält, sowie Keystone-SDA. Seit Anfang 2013 arbeitet dpa intensiv mit der Nachrichtenagentur Associated Press aus den USA zusammen und vermarktet AP-Dienste im deutschsprachigen Raum.dpa startet Zusammenarbeit mit AP in Text und Bild. In: Presseaussendung der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, 8. Januar 2013. Abgerufen am 30. Juli 2013.
Seit 2002 wurde vom dpa-Bildchef Reiner Merkel die 100-prozentige Tochtergesellschaft dpa Picture-Alliance aufgebaut, eine Online-Plattform der sechs großen Bildagenturen akg-images, Bildagentur Huber, dpa-Bilderdienste, kpa photo archive, Okapia und Picture Press. Mittlerweile vermarkten über 350 Partneragenturen ihr Bild-, Video- und Illustrationsmaterial über die dpa Picture-Alliance.
Zu den 100-prozentigen dpa-Töchtern gehören außerdem dpa-IT Services GmbH, Rufa Rundfunk-Agenturdienste, Agencia de Noticias dpa España SL, dpa English Services GmbH, die UseTheNews gGmbH sowie news aktuell GmbH und die dpa-infocom GmbH. 2015 initiierte die dpa zudem den next media accelerator mit einem dazugehörigen Fonds.
Marktstellung Die Deutsche Presse-Agentur ist die mit Abstand größte Nachrichtenagentur Deutschlands. Sie steht hauptsächlich mit den deutschen Ablegern der ausländischen Nachrichtenagenturen Agence France-Presse und Thomson Reuters im Wettbewerb. Einzige Konkurrenz aus dem Inland stellen Spezialagenturen wie der Evangelische Pressedienst, die Katholische Nachrichten-Agentur und der Sport-Informations-Dienst dar.
Kritik Richtigkeit von Meldungen Nach dem Ausscheiden ihres Gründers Fritz Sänger geriet die Deutsche Presse-Agentur mehrfach in die öffentliche Kritik wegen Verbreitens ungeprüfter Falschmeldungen. Die bekanntesten Beispiele waren die Nachricht vom Tod Chruschtschows am 13. April 1964 und ein erfundenes Zitat Kossygins zur Wiedervereinigung Deutschlands im Dezember 1966. Bereits um 1970 wurden der Agentur zu große Regierungsnähe und entsprechende Färbung der Berichterstattung vorgeworfen, so 1969 in der Zeit und 1971 im Spiegel. Öffentlich entschuldigen musste sich die dpa unter anderem für Falschmeldungen über die Proteste gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm (2007)Stefan Niggemeier: Chronologie einer Falschmeldung. In: Blog des Autors, 5. Juni 2007. Abgerufen am 23. August 2011. und über den damaligen Wirtschaftsminister zu Guttenberg (2009).Recherche-Chaos: Falsche Behauptungen über neuen Wirtschaftsminister. In: Magazin Zapp des NDR-Fernsehens, 11. Februar 2009. Die Rolle der dpa bei der Bluewater-Affäre 2009 führte intern zu neuen Regelungen über die Quellenangaben der verbreiteten Nachrichten.Steffen Grimberg: Krise der Nachrichtenagenturen. Vorm endgültigen Redaktionsschluss. In: taz, 22. Juni 2010. Abgerufen am 23. August 2011. Manipulative Berichterstattung wurde der dpa jedoch auch noch 2012 in einem Blog vorgeworfen.