Louis Hänni (* 21. März 1927 in Thun; † 8. Juni 2019 in Thun) war ein Schweizer Berufsschullehrer und Lokalhistoriker.

Leben und Werk Louis Hänni ist der einzige Sohn von Jakob (1883–1973) und Rosa Hänni Feller (1884–1959). Nach der Primarschule in Dürrenast machte Louis Hänni eine Lehre als Maschinenschlosser bei Brown, Boveri & Cie. Anschliessend studierte er am Technikum Burgdorf, wo er 1950 das Diplom als Maschinen-Ingenieur erwarb. Die folgenden sieben Jahre war er als Ingenieur tätig. Von 1957 bis 1992 unterrichtete er als Hauptlehrer an der Gewerblichen Berufsschule Thun.

150px|rechts|Strättligen-Wappen

Hänni erforschte in seiner Freizeit die Geschichte von Strättligen und verfasste 1984 die gleichnamige ortsgeschichtliche Publikation.Louis Hänni: Strättligen. Schaer Verlag, Thun 1984/1997. Die Einwohnergemeinde Strättligen wurde 1920 nach Thun eingemeindet, während die Burgergemeinde Strättligen bis heute als eigenständige burgerliche Korporation weiterbesteht. Für seine Verdienste als Chronist von Strättligen wurde Hänni im Jahr 2000 von der Stadt Thun mit dem «Thunpreis» ausgezeichnet.

Louis Hänni war mit der Damenschneiderin Johanna Hänni-Lüthi verheiratet. Die beiden hatten vier Kinder. Der Maler und Krimiautor Stefan Haenni ist der zweitälteste Sohn.Stefan Haenni, In: Streun/Keller: Thun - Ein Lesebuch. Zytglogge Verlag, 2014. S. 110/101

Die zwei Louis mini|Schloss Schadau, Sitz der Familie de Rougemont bis 1908 Rosa Hänni Feller, die Mutter von Louis Hänni, wird im Zusammenhang mit dem Selbstmord vom 3. November 1908 des 23-jährigen Barons Alfred Denis Louis de Rougemont (1885–1908) genannt, dem letzten Besitzer von Schloss Schadau.https://www.bernerzeitung.ch/der-tod-des-letzten-de-rougemont-512312255393Keller/Streun: Thun - Ein Lesebuch. Zytglogge Verlag 2014. S. 226–229 Als Rosa dreizehn Jahre alt war, starb ihr Vater an einer Lungenentzündung und ihre Mutter musste alleine für sich und die acht Kinder sorgen. Daher nahm sie Baron Johann Friedrich Albert de Rougemont († 1899), der Vater von Louis de Rougemont, zwei Jahre später aus Wohlwollen in seine Familie auf. Der einzige Sohn war damals vierzehnjährig. Rosa ein Jahr älter. Die beiden sollen sich trotz Standesunterschied näher gekommen sein. Madame de Rougemont hatte allerdings eine standesgerechte Liaison für Louis vorgesehen, die jener strikt ablehnte. Rosa musste darauf das Schloss verlassen und heiratete wenig später den Zimmermann Jakob Hänni. Als Louis de Rougemont dies erfahren und die Ausweglosigkeit seiner Situation begriffen hatte, nahm er sich innert Jahresfrist das Leben. Rosa und Jakob Hänni wurden Eltern von drei Töchtern und einem Sohn. Dieser Sohn sollte im Gedenken an die tragische Liebschaft den Rufnamen des adeligen Geliebten tragen: Louis. Rosa setzte sich damit gegen ihren Ehemann durch. Schliesslich einigten sie sich auf Louis Jakob. Der zweite Vorname wurde jedoch nie gebraucht.

Das Drama um die unglückliche Liebschaft hat der Thuner Autor Ueli Bichsel (Regisseur, 1949) im Theaterstück "Der letzte de Rougemont" verarbeitet, das 2023 als Freilichttheater in Uetendorf zur Uraufführung kam.https://www.plattformj.ch/artikel/212263/https://www.theateramtatort.ch/tickets-anreise-parkplaetze/vorverkauf-spieldaten

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