Johannes Jakobus Michael Lüdke (* 23. Oktober 1910 in Rixdorf; † 11. Mai 1972 in München) war ein deutscher Filmschaffender.

Leben und Wirken Der Sohn des Zimmermanns Michael Lüdke und dessen Frau Elisabeth, geb. Zawadke,Landesarchiv Berlin, Geburtsregister Standesamt Rixdorf III, Nr. 1620/1910 (online bei Ancestry, kostenpflichtig). widmete sich nach dem Abitur zunächst drei Semester lang naturwissenschaftlichen und geographischen Studien, ehe er 1932 als Volontär bei der Tobis eintrat. Während der 1930er-Jahre war er bei verschiedenen Filmfirmen als Schnittmeister angestellt (Paramount, UFA, MGM) und lernte so die Filmbranche von der Pike auf kennen. Bald stieß er in das Umfeld von Bergfilmer Arnold Fanck und dessen einstiger Hauptdarstellerin Leni Riefenstahl. Lüdke half Riefenstahl bei der finalen Schnittfassung ihres zweiteiligen Dokumentarfilms über die Olympischen Spiele und Fanck wiederum bei der Fertigstellung seines Feuerland-Films Ein Robinson. Ein Zerwürfnis mit Leni Riefenstahl hatte zur Folge, dass Lüdke 1941 zur Luftwaffe eingezogen wurde. 1944 geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft.Bundesarchiv, Akten der Reichsfilmkammer, Personalakte Johannes Lüdke, R 9361-V/111320 (vgl. Eintrag im Archivportal-D).

Nach dem Zweiten Weltkrieg übersiedelte Johannes Lüdke von Berlin nach München und konzentrierte sich auf die Inszenierung von Dokumentarfilmen zu den unterschiedlichsten Themen. Hin und wieder wirkte er auch als Dialogregisseur, Regieassistent oder Produktionsleiter. Für den Spielfilm wurde er abgesehen von wenigen Ausnahmen kaum mehr tätig.

Johannes Lüdke war von 1950 bis zu seinem Tod mit der Regieassistentin Elisabeth „Lisa“ Lüdke, geb. Winklhofer, verheiratet und hatte mit ihr einen Sohn und eine Tochter. Unter Depressionen leidend, beging er 1972 mit einer Überdosis Tabletten Suizid.Stadtarchiv München, Sterbebuch Standesamt München I, Nr. 1292/1972 (vgl. Namensverzeichnis zum Sterbebuch 1972; PDF; 46 MB).

Filmografie Dokumentarfilme, wenn nicht anders angegeben 1938: Olympia (2 Teile, Schnitt) 1938: Der Barbier von Sevilla (El barbero de Sevilla, Spielfilm, Schnitt) 1939: Von Patagonien nach Feuerland (Regie, Schnitt) 1940: Ein Robinson – Das Tagebuch eines Matrosen (Spielfilm, Schnitt) 1949: Derby der Pedale – Quer durch Deutschland (Regie, Produktionsleitung) 1950: Haus der Jugend (Regie) 1951: Ferien vom Alltag (Regie) 1951: Der leere Stuhl (Regie) 1952: Keine Angst um unsere Jugend (Regie) 1952: Für die Kinder der Welt (Regie) 1952: Der Traum der Bäuerin (Regie) 1954: Tiefland (Spielfilm, Schnitt) 1954: Gitarren der Liebe (Spielfilm, Schnitt) 1958: Zwischen Glück und Krone (Produktionsleitung, Dialogregie) 1959: Mein Schatz, komm mit ans blaue Meer (Spielfilm, Produktionsleitung) 1960: Spiel im Schloß (Regie) 1963: Viele Hände – viele Völker – ein Ziel (Regie)

Literatur Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 2: Hed–Peis. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 1037.

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Einzelnachweise

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