mini|hochkant|Johann Friedrich Eich, Selbstbildnis, 1780, Gleimhaus Halberstadt Johann Friedrich Eich (* 13. Juni 1748 in Wernigerode; † 1807 in Altona) war ein deutscher Porträtmaler.

Leben Als Sohn des gräflich-stolbergischen Hegereiters Johann Peter Eich († 1772) betrieb er Studien der Pharmazie und erwarb sich neben umfangreichem Wissen auf dem Gebiet der ChemieEich, Johann Friedrich. In: Johann Georg Meusel: Teutsches Künstlerlexikon oder Verzeichniss der jetztlebenden teutschen Künstler. 2. Auflage. Meyer, Lemgo 1808. Band 1, S. 205 (reader.digitale-sammlungen.de). auch literarische und künstlerische Kenntnisse, die er durch zwei Europareisen vertiefte. Bereits 1770 war er als Porträtmaler in Braunschweig tätig. 1773 zeichnete er zwei Porträts des Grafen Heinrich Ernst zu Stolberg-Wernigerode, die sich heute im Gleimhaus in Halberstadt und auf dem Schloss Wernigerode befinden.

Eich malte 1776 Bilder von P. J. F. Weitsch und von U. F. B. Brückmann, die 1801 von Daniel Chodowiecki gestochen wurden. Für den Dichter Johann Wilhelm Ludwig Gleim und den Halberstädter Dichterkreis fertigte er noch weitere Porträts, so 1779 von Johann Jakob Wilhelm Heinse, 1780 von Friedrich Heinrich Jacobi und ein Selbstbildnis.

Spätestens seit 1795Rudolf Wiegmann: Die Königliche Kunst-Akademie zu Düsseldorf: ihre Geschichte, Einrichtung und Wirksamkeit und die Düsseldorfer Künstler. Schulte, Düsseldorf 1856, S. 2. () war Eich außerordentliches Mitglied der Akademie der schönen Künste zu Düsseldorf. Diese Mitgliedschaft bestand auch noch 1801.Jahrbuch der Armen-Versorgungsanstalt und Adressbuch von Düsseldorf. 1801, S. 55 (digital.ub.uni-duesseldorf.de).

Ab 1802 wohnte Eich in Altona, zunächst in der Palmaille Nr. 358.Königlich allergnädigst privilegirtes Altonaisches Addresbuch für das Jahr 1802, Personen- und Firmenverzeichnis: Erster Abschnitt. Alphabetisches Verzeichniß aller Einwohner, mit ihren Vor- und Zunamen, ihrem Gewerbe, den Gassen wo sie wohnen und der Nummer ihrer Wohnungen. Alphabetteil, S. 29 (agora.sub.uni-hamburg.de) Er war bis 1805 Associé der neuen holländischen Essigfabrik Pflock & Comp., die sich ebenfalls in Altona in der Großen Elbstraße 121 befand.Hamburgisches Adress-Buch auf das Jahr 1802, Personen- und Firmenverzeichnis: Altonaer Addressen. Alphabetteil, S. 454 (agora.sub.uni-hamburg.de).

Ab Sommer 1804 erteilte Eich dem Maler Philipp Otto Runge Unterricht,Philipp Otto Runge: Hinterlassene Schriften. Herausgegeben von dessen ältestem Bruder. F. Perthes, Hamburg 1840. Band 2, S. 276 (). insbesondere „in den elementaren Verhältnissen der Farbtöne zueinander.“Alphons v. Klinkowström: Friederich August v. Klinkowström und seine Nachkommen. Eine biographische Skizze. W. Braumüller, Wien 1877, S. 52 (). Während dieser Zeit entstand Runges Ölgemälde Die Mutter an der Quelle.Philipp Otto Runge: Hinterlassene Schriften. Herausgegeben von dessen ältestem Bruder. Band 2, F. Perthes, Hamburg 1840. S. 246 (). Friedrich August von Klinkowström nahm ebenfalls an diesem Unterricht teil, als er ab November 1804 bis Juni 1805 in Hamburg weilte.Alphons v. Klinkowström: Friederich August v. Klinkowström und seine Nachkommen. Eine biographische Skizze. W. Braumüller, Wien 1877, S. 44 ().

Ab 1806 wohnte Eich in Altona in der Großen Elbstraße 130.Königlich allergnädigst privilegirtes Altonaisches Addresbuch für das Jahr 1806, Personen- und Firmenverzeichnis: Erster Abschnitt. Verzeichnis aller Einwohner, ihrer Namen, ihres Gewerbes, der Gassen wo sie wohnen, und der Nummer ihrer Wohnungen. Alphabetteil. Seiten ungezählt (agora.sub.uni-hamburg.de). Im gleichen Jahr stellte er ein Porträt von Franz Joseph Gall fertig.

Eich starb 1807 in Altona. Das genaue Sterbedatum ist nicht bekannt, jedoch schrieb Runge am 14. April 1807 an seinen Bruder Daniel:

Werke (Auswahl)

Als Zeitspanne, in der Eich künstlerisch tätig war, werden die Jahre von 1763 bis 1807 angegeben.

Gemälde Aus dem künstlerischen Schaffen existieren noch folgende Gemälde: Porträt Heinrich Ernst Graf zu Stolberg-Wernigerode (Halberstadt, Gleimhaus, Inventar-Nr. A 012, ID 115), 1773, 48,8 cm × 39,3 cm Porträt Johann Jakob Wilhelm Heinse (Halberstadt, Gleimhaus, Inventar-Nr. A 090, ID 49), 1779, 49,7 cm × 43,3 cm Selbstbildnis Johann Friedrich Eich (Halberstadt, Gleimhaus, Inventar-Nr. A 125, ID 23), 1780, 51 cm × 42,4 cm Porträt Friedrich Heinrich Jacobi (Halberstadt, Gleimhaus, Inventar-Nr. A 092, ID 56), 1780, 51 cm × 42 cm Bildnis Johann Peter Hoesch aus Moers (Düren, Leopold-Hoesch-Museum), o. J. Bildnis Christina Margaretha Hoesch, geborene Faber (Düren, Leopold-Hoesch-Museum), o. J.

Druckgrafiken Von den Porträtgemälden wurden verschiedene Druckgrafiken angefertigt und fanden schnell Verbreitung.

Geyser fertigte 1785 nach einem Bild von Eich einen KupferstichKupferstich (reader.digitale-sammlungen.de). für das Journal von und für Deutschland, das dort im gleichen Jahr in der Ausgabe Neuntes Stück erschien: Bildnis Friedrich Heinrich Jacobi (Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Inventar-Nr. A 10414), 172 mm × 123 mm (Platte)

Chodowiecki fertigte 1801 folgende Radierungen nach Bildern, die Eich 1776 malte: Bildnis Pascha Johann Friedrich Weitsch (München, Staatliche Graphische Sammlung, Inventar-Nr. 106003 D), 172 mm × 117 mm (Platte) Bildnis Urban Friedrich Benedikt Brückmann (Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Inventar-Nr. A 2920), 175 mm × 110 mm (Platte)

Bollinger fertigte nach einem Bild von Eich einen Punktierstich: Bildnis Johann Jakob Wilhelm Heinse (Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Inventar-Nr. A 9172), 184 mm × 124 mm (Platte)

Briefzitate von Zeitgenossen über Eich Nachfolgende Zitate charakterisieren in ihrer Gesamtheit die Persönlichkeit des Malers Johann Friedrich Eich und sein künstlerisches Wirken.

Heinse an Gleim am 22. Juni 1779:

Runge an seinen Vater am 27. Juli 1804:

Dazu erläuterte Runges ältester Bruder später:

Klinkowström an Runge am 3. Oktober 1805: – an Runge am 18. Juni 1806: – an Runge am 1. Oktober 1806:

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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