Thumby (dänisch Tumby) ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein.
Geografie Geografische Lage Die Gemeinde Thumby liegt auf der Halbinsel Schwansen im Naturraum Schleswig-Holsteinisches Hügelland. Das Gemeindegebiet erstreckt sich direkt am südlichen Ufer der Ostseebucht Schlei auf etwa sechs Kilometern Länge landeinwärts. Im Nordosten hat die Gemeinde Anteil am Karlsburger Holz.
Gemeindegliederung Die Ortschaften Börentwedt (), Sensby (), Sieseby (, ) und Thumby sowie die Güter Bienebek (), Guckelsby ( oder Guggelsby), Marienhof und Staun () liegen im Gemeindegebiet. Weitere kleinere Ortsteile sind: Archangel, Bienebekermühle (), Bocksrüde (teilweise, ), Brammermoor, Bredemaas (), Hakelmark, Harzmoor (teilweise), Helle, Hoheluft, Hümark (Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, København 1867, Seite 197), Hümarkfeld, Karlsburgholz (auch Karlsburgerholz), Knüppelbek (kleiner Anteil, ), Krakery (), Kummersholz (auch Kummerholz), Maaslebener Mühle (), Moorholz, Neuteich, Ochsenhagen (Gerret Liebing Schlaber: Administrative tilhørsforhold mellem Ejderen og Kongeåen indtil 2007, Flensburg 2007, S. 262), Rosental, Scharmatt, Schnurrum (M. Mørk Hansen, C. L. Nielsen: Kirkelig Statistik over Slesvig Stift med historiske og topografiske bemærkninger, Band 3, Kjøbenhavn 1864, S. 345), Sinkental, Staunerhütte (), Vogelsang (kleiner Anteil, ).
Nachbargemeinden Angrenzende Gemeindegebiete zu Thumby sind:
Geschichte mini|links|Dorfstraße von Sieseby
Der Ortsname Thumby wurde erstmals 1352 schriftlich genannt und bedeutet Siedlung des Tumi. Die Nachsilbe -by bezeichnet in den nordischen Sprachen eine Siedlung. Die Vorsilbe geht auf einen Rufnamen zurück, der eine Kurzform zu einem Vollnamen wie Thormund darstellt, der wiederum auf den Götternamen Thor (altnord. Þórr) und das Wort altnord. und as. mund für Schutz (vgl. Munt) zurückgeht.Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 645 Sieseby wurde erstmals 1267 schriftlich erwähnt und bedeutet Dorf, Siedlung des Sizo, einer hypokoristischen Kurzform zu Vollnamen wie Siegfried oder Siegmund, somit ein aus dem Niederdeutschen übernommener Rufname als Bestimmungswort in einem dänischen by-OrtsnamenWolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 602. Der Ortsname Schnurrum bezeichnet eine Belegenheit an einer scharfen Wegkrümmung (von dän. snurre≈drehen)Christian Kok: Volks- und Landeskunde der Landschaft Schwansen, Kiel 1912/1975. S. 67.
Die romanische Feldsteinkirche in Sieseby stammt im Kern aus dem 12. Jahrhundert und ist das älteste Gebäude der Gemeinde. Als Kirchspiel wird das Dorf Siceby (später Ciceby, Tzitzebu; plattdeutsch Siesby, dän. Siseby) erstmals in einer Urkunde von 1267 erwähnt.
Nachdem das Herzogtum Schleswig nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1866 von Preußen annektiert und eine preußische Kommunalordnung eingeführt worden war, wurde 1876 die Gemeinde Thumby aus einem Teil des ehemaligen Gutsbezirks Maasleben (heute Gemeinde Holzdorf) gegründet. 1928 wurde Sieseby angegliedert, das ebenfalls aus aufgelösten Gutsbezirken gebildet worden war.
Mitte des 19. Jahrhunderts verkaufte der Hamburger Kaufmann Gustav Anton Schäffer das Dorf Sieseby an die Familie zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, in deren Besitz es sich zum größten Teil noch heute befindet. Wegen der einheitlichen Bebauung aus weißverputzten, reetgedeckten Landarbeiterhäusern, an einigen sind noch die Initialen G. A. S. des Vorbesitzers zu finden, wurde das Dorf im Jahr 2000 als erstes Flächendenkmal in Schleswig-Holstein ausgewiesen.
Joachim Siebke, Ulrike von Bargen und Siegfried Braun wurden im Jahr 2023 von der Gemeindevertretung zu Ehrenbürger von Thumby ernannt. Damit wurde das große persönliche Engagement zum Gemeindewohl gewürdigt.
Politik Größere kommunalpolitische Themenfelder der Thumbyer Gemeindevertretung waren in der Vergangenheit die Dorferneuerung und die Dorfentwässerung – beide Ende der 1980er bis in die 1990er Jahre. Aus dem Themenfeld der Dorferneuerung ging u. a. die Unterschutzstellung Siesebys als erstes Flächendenkmal Schleswig-Holsteins im Jahre 2000 hervor;Amt Schlei-Ostsee: Thumby bei der Diskussion um die Ortsentwässerung ging es um die Entscheidungen zwischen zentraler versus dezentraler Abwasserentsorgung und zwischen konventioneller Abwasserklärung und ökologischer Klärung mittels Sumpfbeet-Anlagen, einer Form der Pflanzenkläranlagen.
Gemeindevertretung
Bei der Kommunalwahl am 14. Mai 2023 wurden insgesamt neun Sitze vergeben. Die CDU erhielt fünf Sitze und die SPD erhielt vier Sitze.
Wappen Blasonierung: „Durch einen mit einem blauen Wellenbalken belegten silbernen Wellenbalken von Rot und Blau gesenkt geteilt. Oben drei grannenlose goldene Ähren nebeneinander, unten drei silberne Heringe 2 : 1“[ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein]
Partnergemeinde Die Gemeinde Süderholz in Vorpommern ist Partnergemeinde von Thumby.
Sehenswürdigkeiten In der Liste der Kulturdenkmale in Thumby stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.
Gut Bienebek mini|Gut Bienebek Das an der Schlei gelegene Ensemble aus Herrenhaus und den dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden steht unter Denkmalschutz. Es ist heute Sitz der Herzogin zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.
In Bienebek wurde ein Friedhof aus dem 10. Jahrhundert aufgefunden und archäologisch untersucht. In etwa zeitgleiche Frauenbestattungen zeigen anhand unterschiedlicher Grabbeigaben (Thorshammer vs. Kreuz) den wikingerzeitlichen Übergang zum christlichen Glauben.Dieter Quast: Götterdämmerung. Religiöser Wandel im wikingerzeitlichen Norden. In: Museum für Archäologie in der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf, Ralf Bleile (Hrsg.): Wikingerdämmerung. 1066 – Zeitenwende im Norden. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2025, ISBN 978-3-7319-1479-2, S. 99–115, hier S. 107 und Katalog-Nr. 389, 394.
Gut Grünholz Das Gut Grünholz (1438 erstmals erwähnt) ist Sitz des Prinzen Christoph zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, seit 1980 Chef des Hauses Schleswig-Holstein. Das Herrenhaus wurde 1749 erbaut. Die bei einem Großbrand im Jahr 1888 vernichteten Nebengebäude wurden anschließend wieder aufgebaut.
Verkehr Auf etwa vier Kilometern Länge führt die Bundesstraße 203 im östlichen Streckenabschnitt zwischen Eckernförde und Kappeln durch das östliche Gemeindegebiet. Am Rande des Gemeindegebiets befindet sich die höhenfrei ausgebaute Anschlussstelle zur Kreisstraße 61. Thumby befindet sich an dieser in drei Kilometern Entfernung westlicher Richtung.
Persönlichkeiten In Thumby geboren Asmus Steffensen (1783–1850), Pädagoge Johannes Otzen (1839–1911), Architekt Helene Voigt-Diederichs (1875–1961), Schriftstellerin Helena von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (1888–1962), durch Heirat Angehörige des dänischen Königshauses Viktoria Adelheid von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (1885–1970), letzte Herzogin von Sachsen-Coburg und Gotha, Großmutter des amtierenden schwedischen Königs Carl XVI. Gustaf (* 1946) Friedrich zu Schleswig-Holstein (1891–1965), Standesherr und Kapitänleutnant Ingeborg zu Schleswig-Holstein (* 1956), Malerin
Mit Thumby verbunden Jurek Becker (1937–1997), aus Łódź, Polen, stammender Schriftsteller, starb 1997 in Sieseby und wurde hier beigesetzt.
Weblinks
Gemeinde Thumby beim Amt Schlei-Ostsee
Einzelnachweise
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