mini|hochkant|Nikolai Schwernik (1937) Nikolai Michailowitsch Schwernik (, wiss. Transliteration ; * in Sankt Petersburg; † 24. Dezember 1970 in Moskau) war ein sowjetischer kommunistischer Politiker. Vom 19. März 1946 bis 15. März 1953 war er Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR und damit formell Staatsoberhaupt der Sowjetunion.
Leben
Aufstieg Schwernik trat 1905 den Bolschewiki bei der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands bei. 1924 wurde er Volkskommissar in der Russischen SFSR und 1925 Vollmitglied des Zentralkomitees der WKP (B). 1926 war er Sekretär des Zentralkomitees. 1927 bis 1928 war er Sekretär der Partei für das Gebiet des Urals. Josef Stalin entdeckte in ihm einen loyalen Unterstützer seiner Politik der schnellen Industrialisierung und holte ihn 1929 als Vorsitzenden der Metallarbeitergewerkschaft nach Moskau zurück. Er übte von Juli 1930 bis März 1944 die Funktion als Erster Sekretär des Zentralrats des Sowjetischen Gewerkschaftsbundes aus.
Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 war Schwernik für die Verlagerung der Schwerindustrie aus den westlichen Gebieten der Sowjetunion an den Ural verantwortlich.
Im Zentrum der Macht Von 1939 bis zum Oktober 1952 und von 1953 bis 1957 war Schwernik Kandidat des Politbüros. 1946 wurde er als Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets Nachfolger von Michail Kalinin und damit nominelles Staatsoberhaupt der UdSSR. Erst 1952 stieg er auf in das höchste politische Gremium der UdSSR als Vollmitglied im Politbüro der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) (damalige Bezeichnung: Präsidium) vom 16. Oktober 1952 bis zum 6. März 1953, unmittelbar nach dem Tod Stalins. Er verlor diesen Sitz schon im folgenden Jahr, als dieses verkleinert wurde und er war erneut Politbüromitglied vom 29. Juni 1957 bis zum 8. April 1966.
Nach Stalins Tod wurde Schwernik am 15. März 1953 in seinem Amt als Staatsoberhaupt durch Woroschilow ersetzt und kehrte für die Zeit von 1953 bis 1956 auf seinen früheren Posten als Gewerkschaftsführer zurück. Nikita Chruschtschow empfahl 1956 Schwernik für den Posten des Vorsitzenden des Komitees für Parteikontrolle beim ZK der KPdSU. Als solcher war er bis zu seinem Ruhestand 1966 auch für die Rehabilitation der Opfer der stalinschen Säuberungen zuständig.
Schwerniks Urne wurde an der Kremlmauer in Moskau beigesetzt.
Literatur Michel Tatu: Macht und Ohnmacht im Kreml. Von Chruschtschow zur kollektiven Führung. Ullstein, Berlin und Frankfurt am Main 1967. Merle Fainsod: Wie Russland regiert wird. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1965.
Weblinks
Kategorie:Staatsoberhaupt der Sowjetunion Kategorie:Vorsitzender (Oberster Sowjet der UdSSR) Kategorie:Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der KPdSU Kategorie:Sekretär des Zentralkomitees der KPdSU Kategorie:Volkskommissar (Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik) Kategorie:Held der sozialistischen Arbeit Kategorie:Träger des Leninordens Kategorie:Träger der Medaille „Für heldenmütige Arbeit im Großen Vaterländischen Krieg 1941–1945“ Kategorie:Träger der Medaille „Sieg über Deutschland“ Kategorie:Kandidat des Politbüros des Zentralkomitees der KPdSU Kategorie:Gewerkschaftsfunktionär Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1888 Kategorie:Gestorben 1970 Kategorie:Mann