Die Alkoholyse ist die Spaltung einer chemischen Verbindung durch Reaktion mit einem Alkohol. Dabei wird formal ein Proton an das eine Molekülfragments abgegeben, das verbleibende Alkoholat wird an das andere Fragment gebunden. Die Alkoholyse fällt unter den Oberbegriff „Solvolyse“ – eine nukleophile Substitution, bei der das Lösemittel selbst das Nukleophil ist.

Alkoholyse von Carbonsäureestern Die Alkoholyse von Carbonsäureestern ergibt ein Gleichgewichtsgemisch aus beiden möglichen Estern und Alkoholen. Diese Umsetzung kann durch Säure oder Basen katalysiert werden.Siegfried Hauptmann: Organische Chemie, 2. durchgesehene Auflage, VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig, 1985, S. 419, ISBN 3-342-00280-8.

Meist wird dabei ein Ester eines niedermolekularen Alkohols in einen Ester eines höhermolekularen Alkohols umgewandelt, wobei der niedermolekulare Alkohol destillativ aus dem Reaktionsgemisch entfernt wird. Die Umkehrung besitzt industrielle Bedeutung: Fette (Glycerinester von Fettsäuren) – beispielsweise Rapsöl – werden durch saure oder basische Katalyse in Gegenwart von Methanol in Fettsäuremethylester (Biodiesel) und Glycerin umgewandelt.

Als Glycolyse wird die Solvolyse in Ethylenglycol bezeichnet. Die Glycolyse findet Anwendung beim chemischen Recycling des Polyesters PET.miniatur|rechts|Beispiel für die säurekatalysierte Umesterung eines natürlichen Triglycerids (oben) in Fetten und Ölen. Der blau markierte Fettsäurerest ist gesättigt, der grün markierte ist einfach, der rot markierte dreifach ungesättigt. Bei der Gleichgewichtsreaktion wird Glycerin abgespalten und es entsteht FAME (unten), ein Gemisch von Fettsäuremethylestern (Biodiesel), im Beispiel drei verschiedene.|316x316px Weitere Reaktionsbeispiele Bei der Alkoholyse eines Carbonsäureanhydrids entstehen ein Ester und eine Carbonsäure. Ein Carbonsäurehalogenid reagiert mit einem Alkoholen zu einem Ester und Halogenwasserstoff. Die Umsetzung von Alkoholen mit Carbonsäurechloriden in Gegenwart einer Alkalilauge ist als Schotten-Baumann-Methode bekannt, dabei entsteht als Nebenprodukt das Halogenid des Alkalimetalls (z. B. Natriumchlorid). Analog sind aus anorganischen Säurehalogeniden die entsprechenden Ester erhältlich; so ergibt Phosphoroxychlorid Phosphorsäureester und Chlorwasserstoff. Bei der Alkoholyse von Alkylhalogeniden, Alkylsulfonaten oder Alkylsulfaten entstehen Ether. Üblicherweise verwendet man hier aber wegen der höheren Nukleophilie Alkoholate (Williamson-Ethersynthese) statt der entsprechenden Alkohole.

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Kategorie:Chemische Reaktion