mini|Block 3 des Kraftwerkes Donaustadt mit Kraft-Wärme-Kopplung (über 350 MW & ~ 250 MW) mini|Fernwärmezentrale und thermische Abfallbehandlungsanlage Spittelau im Hundertwasser-Design mini|Wahlweise mit Erdgas oder Heizöl befeuertes Fernheizwerk Inzersdorf

Wien Energie GmbH ist als Energieunternehmen Teil der Wiener Stadtwerke. Wien Energie ist der größte Energieversorger Österreichs, verkauft jährlich insgesamt ca. 23 TWh elektrische Energie, Erdgas und Fernwärme und war 2019 der drittgrößte CO2-Emittent Österreichs.Wiener Zeitung: Wie viel Österreich an den CO2-Zertifikaten verdient; siehe Graphik: Die größten CO2-Emittenten Österreichs Abgerufen am 9. März 2016.

Geschichte Gründung der Städtischen Gas- und Elektrizitätswerke 1897 als Karl Lueger Bürgermeister von Wien wurde, wurde deren fast 1,6 Mio. Einwohner durch drei private Gesellschaften mit 30 GWh Strom versorgt, der aufgrund des hohen Preises von 80 Heller/kWh fast ausschließlich von der gehobenen Gesellschaftsschicht für Beleuchtungszwecke eingesetzt wurde: Die Allgemeine Österreichische Elektrizitätsgesellschaft betrieb in der Oberen Donaustraße und in der Neubadgasse je eine Dampfzentrale und verteilte Gleichstrom mit 4 × 110 V; die Internationale Elektrizitätsgesellschaft erzeugte in der Dampfzentrale in der Engerthstraße 2000 V Wechselstrom, der über Transformatorenstationen in 110 V Wechselstrom umgeformt wurde und die 1. Wiener Elektrizitätsgesellschaft erzeugte in der Dampfzentrale Kaunitzgasse Gleichstrom mit 2 × 110 V. Die Gasversorgung – ebenfalls hauptsächlich zu Beleuchtungszwecken – erfolgte durch die Imperial Continental Gas Association bzw. in den damaligen Vororten durch die Österreichische Gasbeleuchtungsgesellschaft. Die Pferdestraßenbahn wurde durch die Wiener Tramway-Gesellschaft und in einigen Vororten durch die Neue Wiener Tramway-Gesellschaft betrieben. Sowohl mit den Gasgesellschaften (zu hohe Preise, selbstsüchtige Ausnützung eingeräumter Rechte) als auch mit den Straßenbahnen (zu hohe Fahrpreise, zu große Zeitabstände, große Teile der Stadt nicht erschlossen) war die Bevölkerung sehr unzufrieden.

Lueger gelang die Kommunalisierung der Gasbetriebe und Ende November 1899 hatten die Städtischen Gaswerke die Gasversorgung Wiens zur Gänze übernommen. 1899 erwarb die Gemeinde Wien auf Veranlassung Luegers eine Konzession für ein Kleinbahnnetz und gründete zusammen mit der Siemens & Halske AG, die dem Bankier Sigmund Reitzes die Tramway-Gesellschaft abkaufte, eine Bau- und Betriebsgesellschaft zur Elektrifizierung der Straßenbahn sowie zum Ausbau und Betrieb ihrer Linien. Vertraglich hatte sich die Gemeinde Wien vorbehalten, ab 1. Jänner 1902 den Strom für die Straßenbahn zu liefern. Im Mai 1899 wurde vom Gemeinderat beschlossen, nicht nur ein Werk für Bahnstrom, sondern auch ein 18 MW-Dampfkraftwerk für die Abgabe von Licht- und Kraftstrom zu errichten, um so auch bei der Stromversorgung Ordnung zu schaffen. Die am 9. Mai 1900 handelsgerichtlich eingetragene Firma Gemeinde Wien – städtisches Elektricitätswerk lieferte am 8. April 1902 zum ersten Mal Strom an die Wiener Straßenbahnen und am 12. Mai 1902 wurde vom Unterwerk Mariahilf zum ersten Mal Strom für Lichtzwecke abgegeben. Im Konkurrenzkampf hinderte die Gemeinde die privaten Elektrizitätsgesellschaften am Verlegen neuer Kabel, weshalb diese die Leitungen in den Kellern von einem Haus zum nächsten zogen. Da sie sich auch untereinander bekämpften gab es in vielen Häusern drei Anschlüsse mit verschiedenen Stromsystemen und Spannungen. Schließlich konnte die Gemeinde Wien in Verhandlungen die 1. Wiener Elektrizitätsgesellschaft 1907, die Internationale Elektrizitätsgesellschaft 1908 und die Allgemeine Österreichische Elektrizitätsgesellschaft 1914 übernehmen und so den Grundstein zur Harmonisierung der Wiener Stromversorgung legen.

Gründung der Heizbetriebe Wien mini|hochkant|Müllverbrennungsanlage Flötzersteig: Wiens erste Müllverbrennungsanlage (1963), die aktuell (2018) fast 500.000 Megawattstunden Fernwärme produziert.

Um die Mitte der 1960er Jahre zeichnete sich ab, dass mit steigendem Wohlstand die Mülldeponien rascher als erwartet gefüllt werden. Auch das im Bau befindliche Neue Allgemeine Krankenhaus sollte wärmemäßig versorgt werden. Um eine wirtschaftlich und organisatorisch selbständige Fernwärmeversorgung großen Stils zu errichten, wurde mit Beschluss des Gemeinderates der Stadt Wien am 22. Jänner 1969 die Heizbetriebe Wien Gesellschaft m.b.H. (HBW) mit einem Stammkapital von ATS 100.000.- gegründet. Zum Geschäftsführer wurde Franz Swaty, Leiter der damaligen Magistratsabteilung 32 – Haustechnik, welcher dort bereits 1965 ein Konzept für die zukünftige Fernwärmeversorgung Wiens vorgelegt hatte, bestimmt.

In der Gesellschafterversammlung vom 9. April 1969 wurde das Stammkapital um ATS 120.000.000.- erhöht und in Folge der Bau des Fernwärmekraftwerkes Spittelau mit einer integrierten Müllverbrennungsanlage ebenso wie mit dem Bau einer, den Donaukanal querenden Leitungstrasse in die Brigittenau zum Internationalen Studentenheim Döbling und der Errichtung des Blockheizkraftwerkes Süd zur Versorgung der Trabantensiedlung Per-Albin-Hansson-Siedlung Ost begonnen. Von der damaligen Magistratsabteilung 52 – Städtische Wohnhäuserverwaltung wurden mit einem rückwirkenden Pachtvertrag 14 Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 47,35 MW per 1. September 1969 übernommen. Das Blockheizkraftwerk Kagran wurde ausgebaut, um auch die Wohnhausanlage Quadenstraße mit einer Fernwärmeleitung anzuschließen. Um die rege Geschäftstätigkeit finanzieren zu können, wurde das Stammkapital mit einem Gesellschafterbeschluss per 14. Mai 1970 um weitere ATS 250.000.000.- aufgestockt.

Zusammenlegungen der Energiebetriebe Wien Energie ist entstanden aus den städtischen Gaswerken, den Wiener Elektrizitätswerken und den 1969 gegründeten Heizbetrieben Wien (HBW), die ab 16. April 1994 Fernwärme Wien Gesellschaft m.b.H. hießen.

2013 gab es umfangreiche organisatorische Änderungen im Energiesektor der Wiener Stadtwerke.Hall: Energiebereich der Wiener Stadtwerke ab 1. August mit neuer Struktur, auf vipress.at. Das ehemalige Tochterunternehmen von Wien Energie – Wien Energie Fernwärme, vormals Heizbetriebe Wien – wurde in die Wien Energie GmbH integriert. Die Gesellschaft „Wiener Netze“ fasst Wien Energie Stromnetz, Wien Energie Gasnetz, das Primärnetz der Fernwärme und die Telekommunikationsnetze von Wien Energie zusammen.

Finanzielle Schwierigkeiten 2022 Am 29. August 2022 wurde bekannt, dass die Wien Energie im Zusammenhang mit der herrschenden Energiekrise zur Besicherung von Stromverkäufen im Zuge von Termingeschäften an den Energiebörsen möglicherweise eine Garantiesumme von mehreren Milliarden Euro aufbringen muss, diese aber selbst nicht leisten kann und auch die Stadt Wien weitere ausreichende Mittel nicht zur Verfügung stellen kann. Laut Bundesministerium für Finanzen bräuchte das Unternehmen weitere sechs Milliarden Euro an Finanzgarantien. Am 31. August 2022 gewährte das Finanzministerium dem Land Wien über die OeBFA kurzfristig einen Kreditrahmen von zunächst 2 Milliarden Euro, damit die Stadt das Unternehmen stützen kann.

Unternehmensprofil Wien Energie ist in der Versorgung mit Strom, Erdgas und Wärme von rund 2 Millionen Kunden, 230.000 Gewerbe- und Industrieanlagen sowie 4.500 landwirtschaftlichen Betrieben im Großraum Wien tätig. Zu den Tätigkeiten des Unternehmens zählen:

Strom- und Wärmeerzeugung Vertrieb von Strom, Erdgas und Wärme und Kälte Energieberatung und Energiedienstleistungen Wärme-Netz-Bereitstellung und Ausbau Abfallverwertung Liegenschaftsverwaltung Telekommunikation Elektromobilität

Die Strom- und Wärmeproduktion erfolgt vorwiegend in den fossil befeuerten kalorischen Kraftwerken in Wien-Simmering und Donaustadt. Zudem betreibt das Unternehmen mehrere Wasserkraftwerke, Windparks und Photovoltaikanlagen sowie ein mit erneuerbarer Energie befeuertes und Österreichs größtes Biomasseheizkraftwerk in Wien-Simmering. Im Strombereich beläuft sich die installierte Leistung auf 2.072 MW. Der Anteil erneuerbarer Energieträger an der Gesamtproduktion belief sich 2011/12 auf 16,5 % nach 10,1 % im Geschäftsjahr 2009/2010. Bis 2030 soll der Anteil auf 50 % ausgebaut werden.

Erzeugungs- und Speicheranlagen Liste von Kraftwerken, Heizwerken und Speicheranlagen