Die Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH sind der kommunale Stadttheaterbetrieb der Stadt Wuppertal. Sie werden als stadteigene GmbH geführt und unterhalten Ensembles für die Sparten Schauspiel, Oper und Sinfonieorchester. Außerdem arbeitet die GmbH für das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, das seine Produktionen im Opernhaus herausbringt und aufführt. Zurzeit sind bei den Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH insgesamt etwa 300 Personen beschäftigt.

Struktur Zu den städtischen Bühnen gehört das Opernhaus Wuppertal im Stadtteil Barmen (1905 erbaut, im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, bis 1956 wieder aufgebaut, Sanierung 2006–2009, Wiedereröffnung am 18. Januar 2009). Das Schauspielhaus im Stadtteil Elberfeld (erbaut 1966, seit 2009 geschlossen) wurde in der Spielzeit 2009/10 durch den Umbau des Schauspielhaus-Foyers zum Kleinen Schauspielhaus als zweite, kleine Spielstätte mit 126 Plätzen genutzt. Diese kleine Spielstätte wurde zum Ende der Spielzeit 2012/2013 (Ende Juni 2013) endgültig geschlossen. Dafür erhielt das Schauspiel Wuppertal im September 2014 auf dem Gelände des Museums für Frühindustrialisierung und des Engels-Hauses („Historisches Zentrum“) unweit des Opernhauses eine neue Spielstätte mit 152 Plätzen, das Theater am Engelsgarten. Den dafür nötigen Umbau des ehemaligen Magazins des Museums finanzierte zu einem großen Teil der Verein der „Freunde der Wuppertaler Bühnen und des Sinfonieorchesters Wuppertal“, die Jackstädt-Stiftung, Privatpersonen sowie Unternehmen.

Außerdem spielten die Wuppertaler Bühnen bis 2013 auch in den Theatern der Nachbarstädte Remscheid und Solingen.

Seit der Spielzeit 2017/2018 ist Thomas Braus Intendant des Schauspiels.Schauspieler Thomas Braus leitet nun in Wuppertal das Schauspiel. In: Trailer Ruhr, November 2017, S. 7. Intendantin der Oper ist seit 2023/2024 Rebekah Rota. Der Generalmusikdirektor ist seit der Spielzeit 2021/22 Patrick Hahn, der ab der Spielzeit 2027/2028 von Christian Reif abgelöst wird. Kaufmännischer Geschäftsführer wurde im August 2023 Torger Nelson,Leitung – Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH der zum Februar 2025 die kaufmännische Geschäftsführung beim Beethovenfest Bonn übernommen hat. Nachfolgerin ist seit August 2025 Heide Koch.

2021 wurden die Wuppertaler Bühnen als eines von elf Theatern mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet. Die Würdigung war mit einem Preisgeld von 75.000 Euro verbunden.

Das Sinfonieorchester Wuppertal hat als Konzertorchester in der Historischen Stadthalle Wuppertal sein Domizil.

Geschichte Im streng evangelischen Wuppertal, das zudem keine Residenz war, hatte es das Theater als „Götzentempel“ zunächst schwer. Aus dem 18. Jahrhundert wird von reisenden Kompanien berichtet, die das Tal der Wupper gelegentlich besuchten, in Scheunen, Wirtshäusern oder im Freien auftraten und sowohl Schauspiel als auch Oper boten. Die seit 1761 in Wuppertal befindlichen Jesuiten-Missionare führten in der Elberfelder Kapelle am Turmhof geistliche Spiele mit Kindern auf.

Elberfeld Im zu dieser Zeit bereits städtischeren Elberfeld gründete sich im frühen 19. Jahrhundert eine Aktiengesellschaft zum Bau eines Stadttheaters. Das Vorhaben rief bald Proteste von kirchlicher Seite hervor:

Die Proteste waren vergeblich: Am 30. Mai 1806 wurde die erste feste Wuppertaler Schaubühne, das Theater an der Hofaue in Elberfeld eröffnet. In den ersten Jahren spielten hier das Bergische Theater Düsseldorf und verschiedene andere Kompanien Oper und Schauspiel. Schon 1811 wurde das Haus unter der Herrschaft Napoleons in ein Gefängnis umgewandelt, diente später als Lazarett und Lagerhaus, und das Theatergeschehen wurde wieder in Ställe, Buden und Gasthaussäle verbannt. In einem Theatersaal über einem Pferdestall hinter dem „Zweibrücker Hof“ am Wall wurde durch die Düsseldorfer Theatergesellschaft unter Josef Derossi die erste Opern-Aufführung gegeben, deren Titel noch bekannt ist: Rossinis Tancredi am 16. Mai 1821. Zu Derossis Truppe gehörte zu dieser Zeit auch der junge Albert Lortzing als Schauspieler. Nach Beschwerden seitens der Kirche wurde auch dieses Unternehmen 1825 aus „feuerpolizeilichen“ Gründen geschlossen. Derossi spielte daraufhin in verschiedenen Räumen weiter, ab 1833 in einer Reitbahn an der Luisenstraße; Pläne zu einem Theaterneubau zerschlugen sich allerdings.

mini|hochkant|Karl Immermann

1835 übernahm Karl Immermann, seit 1834 Leiter des Düsseldorfer Theaters, Unternehmen und Spielort von Derossi. Er nahm Umbauten an der Reitbahnbühne vor, die die bühnentechnischen Möglichkeiten vergrößerten und eröffnete den umgestalteten Saal mit einer Beethoven-Symphonie und zwei Lustspielen. Immermann, ein Bewunderer des klassischen Schauspiels, war vom damaligen Bürgermeister Johann Rütger Brüning gewarnt worden („Der Sinn für diese Kunst ist hier sehr erloschen“) – nach zwei Spielzeiten gab er enttäuscht über die mangelhaften Arbeitsbedingungen und das gelegentlich ausfallend werdende Publikum auf. 1838–1840 übernahm Derossi wieder das Theater, ihm folgte W. Henkel.

mini|links|hochkant|Abraham Küpper († 1869)

Die Elberfelder Freunde des Theaters, die seit einigen Jahrzehnten auch in den Laienvereinigungen wie der „Eintracht“ Theater spielten, schlossen sich 1841 zu einer Aktiengesellschaft Theaterverein zusammen, erwarben das Gelände des Theaters an der Hofaue 1842 wieder und bauten den Fachwerkbau in ein Ziegelgebäude um. Das neue Theater eröffnete 1844 mit Eugène Scribes Komödie Ein Glas Wasser. Das Theater spielte mit unterschiedlichem Erfolg und unter häufig wechselnden Direktoren, die teilweise gleichzeitig die Bühnen in Köln, Düsseldorf und Krefeld leiteten. 1857–1871 waren die Elberfelder Gustav, Abraham („Oweram“) und Eduard Otto Küpper für das Haus verantwortlich, die das Theater auch für Variété- und Unterhaltungsprogramme öffneten. Die Familie besaß auch ein Ausflugslokal auf dem Johannisberg, an dem Theater gespielt wurde und das erst in den achtziger Jahren der Elberfelder Stadthalle wich. In die Zeit der Küppers-Leitung fallen zum Beispiel ein Gastspiel Clara Schumanns und die Erstaufführung von Wagners Lohengrin. mini|Aktie über 300 Mark des Theater-Vereins zu Elberfeld vom 17. Februar 1883 1871 konstituierte sich die Trägergesellschaft als Theater-Verein-AG neu und setzte den Theaterdirektor Kullack als Leiter ein, der jedoch wenig erfolgreich war. Nach einigen spektakulären Theaterbränden wie dem Wiener Ringtheaterbrand untersuchte man auch das Elberfelder Haus auf seine Brandsicherheit: Zum Ende der Spielzeit 1881/82 wurde das Theater wegen akuter Feuergefahr geschlossen.

Für ein neues Haus wurden in wenigen Jahren 400.000 Mark gesammelt, die Stadt Elberfeld stellte ein Grundstück am Brausenwerth zur Verfügung, wo 1885 mit dem Bau des neuen Stadttheaters am Brausenwerth begonnen wurde, das am 6. September 1888 mit der Aufführung eines Festspiels des Elberfelder Dichters Friedrich Roeber und Goethes Iphigenie auf Tauris eingeweiht wurde. Der neu bestellte Direktor Ernst Gettke leitete von 1888 bis 1893 auch das Theater in Barmen, eine Verbindung, die mit Unterbrechungen bis zum endgültigen Zusammenschluss der Bühnen immer wieder geschlossen wurde.

1906 wurde mit dem Thalia-Theater ein zweites großes Theater in Elberfeld eröffnet, das vorwiegend als Operetten-, Revue- und Variété-Bühne diente und bis 1967 bestand.

Barmen mini|Das Alte Stadttheater 1874–1902 mini|Das Alte Stadttheater nach dem Brand 1902 mini|Das Stadttheater (heutiges Opernhaus) 1905

Im Jahr 1888 wurde auch in Barmen eine Stadttheater-Aktiengesellschaft gegründet, die den Bau eines Theaters an der Ecke Fischertal/Neuer Weg betrieb, das 1874 nach einem Prolog des Dichters Emil Rittershaus mit der Aufführung der Oper Der Freischütz von Carl Maria von Weber und des Dramas Don Karlos von Schiller eröffnet wurde. Die Theatervereine in Barmen und Elberfeld einigten sich auf die gemeinsame Leitung beider Bühnen unter dem Direktor Martin Wihrler, der bis 1877 in Wuppertal blieb. Schon 1875 fiel das Haus einem schweren Brand zum Opfer und wurde – gegen den Widerstand einiger Theologen, die in dem Brand ein „Gottesgericht“ sahen – bis Herbst 1876 wiederhergestellt. Einem weiteren Brand am 24./25. März 1902 fiel das Gebäude endgültig zum Opfer. Sogleich wurde mit dem Bau eines neuen Theaters an der Ecke Spinnstraße/Neuer Weg (heute Kurt-Drees-Straße/Friedrich-Engels-Allee) begonnen, das 1905 fertiggestellt wurde. Mit einer Aufführung des Tannhäuser von Richard Wagner wurde das heutige Opernhaus eröffnet.

Das Wuppertaler Stadttheater 1919 bis 1945 Zum 1. Mai 1919 wurden die Stadttheater Elberfeld und Barmen zu den Vereinigten Stadttheatern Barmen-Elberfeld unter dem Intendanten Robert Volkner zusammengeschlossen. Volkner folgten 1921 Paul Legband, 1925 Paul Henning und 1929 Otto Maurenbrecher. Die 1929 vollzogene Vereinigung der Verwaltungen der Städte orientierte sich am Beispiel der Theatervereinigung.

1930 erhielt der Betrieb analog zur Stadtbenennung den Namen Städtische Bühnen Wuppertal. Zu dieser Zeit begann die Konzentration Elberfelds auf das Schauspiel, während das Barmer Theater seither im Wesentlichen der Oper diente. Während der Wirtschaftskrise der 1920er Jahre wurde der Betrieb drastisch reduziert, 1932 gelang die Rettung durch Gründung einer GmbH unter dem neuen Intendanten. 1932 folgte Paul Smolny. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die sogenannten ‚nicht arischen‘ Ensemblemitglieder entlassen. Ab 1935 kontrollierte der Leiter des Stadtamts für kulturelle Angelegenheiten, Wilhelm Mühlhausen das kulturelle Leben der Stadt. Günther Stark (1934–1941) und Erich-Alexander Winds waren unter ihm Intendanten.

Ein Jahr nach der 50-Jahr-Feier des Theaters am Brausenwerth wurde der Bau als unmodern und veraltet geschlossen. Das Theater in Barmen wurde 1939 umgebaut und am 5. November wieder feierlich eingeweiht. Unter dem in Elberfeld geborenen Dirigenten Hans Knappertsbusch wurden 1942 und 1943 Ring-Festspiele mit nationaler Sängerpräsenz abgehalten. Das Barmer Haus wurde bei einem Luftangriff auf Wuppertal am 30. Mai 1943 weitgehend zerstört, das Elberfelder Theater fiel dem Luftangriff vom 25. Juni desselben Jahres zum Opfer. Der bald begonnene Ersatzbetrieb in der Elberfelder Stadthalle wurde am 1. September auf Befehl des Reichsbevollmächtigten für den totalen Kriegseinsatz untersagt.

1945 bis 1996 Als erste Stadt in Westdeutschland eröffnete Wuppertal schon 1945 wieder zwei Bühnen: die Stadthalle Elberfeld als Opernhaus und den Festsaal der Gesellschaft Union mit 290 Plätzen in Unterbarmen als Kammerspielstätte, die mit Fidelio und dem Lustspiel Charleys Tante eröffnet wurden. Erich-Alexander Winds, der sein Amt 1944 niedergelegt hatte, wurde erneut als Intendant verpflichtet.

1949 wurde für das Schauspiel mit dem Theater an der Bergstraße in Elberfeld ein eigenes Haus geschaffen, das mit Elisabeth und Essex von Hans Rehberg eingeweiht wurde. Von 1950 bis 1955 bestand eine kurze Theaterehe mit dem Theater in Solingen, die sich wirtschaftlich nicht auszahlte und von Wuppertaler Seite wieder beendet wurde.