mini|Die Snamenski-Kathedrale in Kursk mini|Die Leninstraße im Zentrum von Kursk mini|Schukow-Denkmal mini|Kursker Süßwarenfabrik Kursk () ist eine Stadt im europäischen Teil Russlands.
Geografie Kursk ist Hauptstadt der Oblast Kursk und liegt rund 500 km südlich von Moskau nahe der Grenze zur Ukraine. Die Stadt, die vom Seim durchflossen wird, hat 435.000 Einwohner (Stand: 2025).
Westlich der Stadt befindet sich ein Meteoritenkrater mit 5,5 ;Kilometern Durchmesser, siehe Krater Kursk.
Stadtgliederung Stadtkreis(Administratiwny okrug) Russischer Name Einwohner() Bemerkung Schelesnodoroschny Железнодорожный Name von Schelesnaja doroga (Eisenbahn), bis 1994 Kirowski rajon Seimski Сеймский Name vom Fluss Seim, bis 1994 Promyschlenny rajon (Industrie-Rajon) Zentralny Центральный Name bedeutet Zentralrajon, bis 1994 Leninski rajon
Klima
Geschichte Zugehörigkeit Kursk wurde etwa 980 als Festung der Kiewer Rus gegründet und 1032 das erste Mal urkundlich erwähnt, Ausgrabungen deuten jedoch auf eine Besiedlung zumindest seit dem 5. Jahrhundert vor Christus hin. Die Stadt war ein befestigtes Handelszentrum.
1237 wurde sie von den Truppen der Goldenen Horde unter der Führung von Batu Khan völlig zerstört. Danach war die Stadt von mehreren kleinen russischen Fürstentümern umkämpft. 1285 wurde sie erneut von den Mongolen unter Nogai Khan verwüstet und niedergebrannt. 1362 wurde Kursk vom Großfürstentum Litauen erobert, 1500 folgte die Eroberung durch das Großfürstentum Moskau. Mitte des 16. Jahrhunderts haben krimtatarische Überfälle zur Verwüstung der Stadt geführt. 1586 wurde Kursk als Festung neugegründet und war bis zum 17. Jahrhundert den Angriffen Polen-Litauens (1611/12; 1634) und des Khanates der Krim ausgesetzt, konnte sie jedoch immer wieder abwehren. Die militärische Bedeutung der Stadt sank nach der Errichtung der Belgoroder Linie südlich von ihr.
1708 wurde Kursk dem Gouvernement Kiew zugeschlagen. 1727 fand ihre Aufnahme in das neugebildete Gouvernement Belgorod statt. 1779 erhielt sie Stadtrechte. 1797 wurde das neue Gouvernement Kursk geschaffen. In den 1860er-Jahren wurde die Stadt zu einem Knotenpunkt im neu errichteten Eisenbahnnetz, was einen Industrialisierungsschub zur Folge hatte. Nach der Auflösung des Gouvernements Kursk 1928 gehörte die Stadt zunächst zur Oblast Zentrale Schwarzerde. 1934 wurde die bis heute bestehende Oblast Kursk gebildet.
Zweiter Weltkrieg Im Zweiten Weltkrieg war Kursk vom 4. November 1941 bis zum 8. Februar 1943 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Während der Besatzung wurden ca. 3.000 Einwohner erschossen und etwa 10.000 als Zwangsarbeiter ins Deutsche Reich verschleppt. Bekannt ist die Schlacht bei Kursk (auch Schlacht am Kursker Bogen) von Juli und August 1943 als größte Panzerschlacht in der Geschichte der Kriegsführung.
18 km östlich von Kursk liegt die deutsche Kriegsgräberstätte Kursk-Bessedino (auch Besedino, ) mit etwa 26.070 Kriegstoten (2009), die am 17. Oktober 2009 eingeweiht wurde. Nach Ende der Umbettungen sollen rund 40.000 Kriegsopfer hier bestattet sein.Beschreibung Kriegsgräberstätte Kursk-BesedinoSchreiben des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. an seine Mitglieder und Spender vom 24. März 2010Gedenkstätte (PDF; 662 kB)
In Kursk bestand das Kriegsgefangenenlager 145 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.Erich Maschke (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.
Wiederaufbau Nach dem Krieg wurde die Stadt wieder aufgebaut und es wurden neue Industriebetriebe angesiedelt.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1897 75.721 1926 98.780 1939 119.977 1959 204.712 1970 284.162 1979 375.345 1989 424.239 2002 412.442 2010 415.159 2021 440.052 Anmerkung: Volkszählungsdaten
Wirtschaft und Infrastruktur Heute ist Kursk eine bedeutende Verwaltungs- und Industriestadt. Die Eisenverarbeitung, die chemische und die Lebensmittelindustrie sind die wichtigsten Wirtschaftszweige. Daneben ist auch die Landwirtschaft von Bedeutung, da Kursk in der fruchtbaren Schwarzerdregion liegt.
Von besonderer Bekanntheit ist die Kursker Magnetanomalie (KMA), das weltgrößte bekannte Eisenerzbecken mit durchschnittlichem Eisengehalt zwischen 35 und 60 %.
In der Oblast Kursk liegt in der Nähe der Stadt Kurtschatow das Kernkraftwerk Kursk. Dort werden vier graphitmoderierte Reaktoren des Typs RBMK-1000 betrieben, der auch im Kernkraftwerk Tschernobyl im Einsatz war. Die Reaktoren gingen zwischen 1977 und 1986 in Betrieb.
Weiterführende Bildungseinrichtungen
Fakultät der Staatlichen Handelsuniversität Moskau Filiale des Allrussischen Ferninstituts für Finanzen und Ökonomie Geisteswissenschaftlich-technisches Institut Abteilung Kursk der Regionalakademie für Staatsdienst Orel Filiale Kursk des Juristischen Instituts Orlow des Innenministeriums Russlands Institut für Business, Ökonomie und Management Kursk Natur-/Geisteswissenschaftliches Institut Kursk Staatliche Landwirtschaftliche Akademie Kursk Staatliche Medizinuniversität Kursk Staatliche Technische Universität Kursk Staatliche Universität Kursk
Verkehr Kursk ist mit der russischen Hauptstadt Moskau über die Fernstraße M2 Krym verbunden. Gleichzeitig ist die Stadt Ausgangspunkt der Abzweigung R298, die in östlicher Richtung über Woronesch nach Borissoglebsk führt.
Im Zuge des Russischen Überfalls auf die Ukraine war der Bahnhof von Kursk am 20. August 2023 Ziel eines ukrainischen Drohnenangriffs, wobei das Empfangsgebäude beschädigt wurde, dessen Dachstuhl in Brand geriet.jh: Drohnenangriff auf russischen Bahnhof. In: Eisenbahn-Revue International 10/2023, S. 468.
Sport Im Fußball ist die Stadt durch den Verein Awangard Kursk vertreten. Die Stadt war einer der Austragungsorte der Bandy-Weltmeisterschaften 1965. In Kursk ist das Damen-Basketballteam Dynamo Kursk beheimatet.
Söhne und Töchter der Stadt
Seraphim von Sarow (1759–1833), Mönch und Mystiker; Heiliger Jekaterina Awdejewa (1788–1865), Schriftstellerin Konstantin Trutowski (1826–1893), Maler, Zeichner und Illustrator Reinhold von Anrep-Elmpt (1834–1888), deutsch-baltischer Offizier in kaiserlich russischen Diensten und Forschungsreisender Nikolai Korotkow (1874–1920), Arzt und Chirurg Boris Babkin (1877–1950), Physiologe Apollinari Bondarzew (1877–1968), Botaniker Anastassija Tschebotarewskaja (1877–1921), Schriftstellerin und Übersetzerin Nikolai Schiljajew (1881–1938), Komponist und Musikpädagoge Nikolai Fjodorowski (1886–1956), Mineraloge Nikolaj Obuchow (1892–1954), Komponist Alexander Serebrowski (1892–1948), Genetiker Rafail Farbman (1893–1966), Kommunist und Parteifunktionär Boris Petropawlowski (1898–1933), Raketeningenieur Alexander Deineka (1899–1969), Maler, Grafiker und Plastiker Georgi Orlow (1901–1985), Architekt und Hochschullehrer Wassili Tupikow (1901–1941), Generalleutnant Filaret Wosnessenski (1903–1985), russisch-orthodoxer Geistlicher, Metropolit von Amerika Andrei Borowych (1921–1989), Jagdflieger Alexander Ruzkoi (* 1947), Offizier, Politiker, von 1996 bis 2000 Gouverneur der Oblast Kursk Waleri Tschaplygin (* 1952), Radrennfahrer und Olympiasieger 1976 Ljuba Arnautović (* 1954), österreichische Übersetzerin, Journalistin, Autorin und Schriftstellerin Pavel Pevzner (* 1956), russisch-US-amerikanischer Bioinformatiker Igor Skljar (* 1957), Theater- und Filmschauspieler Oleh Babajew (1965–2014), ukrainischer Politiker Igor Tschubarow (* 1965), Philosoph, Kulturkritiker und Übersetzer Sergei Puskepalis (1966–2022), Schauspieler Pawlo Klimkin (* 1967), ukrainischer Diplomat und Politiker, Außenminister der Ukraine von 2014 bis 2019 Irina Samochina (* 1971), Verlegerin Juri Stjopkin (* 1971), Judoka Alexei Djumin (* 1972), Politiker Roman Starowoit (1972–2025), Politiker Jekaterina Chartschenko (* 1977), Ökonomin, Hochschullehrerin und Politikerin Alexander Powetkin (* 1979), Schwergewichtsboxer Sergei Demjochin (* 1984), Tennisspieler und -trainer Julija Jefremowa (* 1985), Tennisspielerin Dmitri Badin (* 1990), Hacker Arseni Logaschow (* 1991), Fußballspieler Die Tolmatschowa-Schwestern (* 1997), Sängerinnen, Erste beim Junior Eurovision Song Contest 2006, Teilnehmer beim Eurovision Song Contest 2014 Konstantin Kowaljow (* 2000), Fußballspieler Kirill Schtschetinin (* 2002), Fußballspieler
Städtepartnerschaften Kursk listet folgende 24 Partnerstädte auf: StadtLandseitBar 15px2008Belgorod 15px2019Chichester2006Dębno 15px2001Donezk 15px2008Drochia 15px2017Feodossija 15px2002Gagarin Rajon, Sewastopol 15px2001Gjumri 21x21px2016Homel 15px2004Jewpatorija 15px2015Nawapolazk 15px2014Niš 15px2006Pizunda2008Polazk 15px2014Sewerodwinsk 15px2001Sochumi 15px2009Speyer 15px1989Tczew 15px2007Tiraspol 15px2003Užice 15px1967Veria 15px2016Widjajewo 15px2001Witten 15px1990 Von 1998 bis 2014 existierte auch ein Abkommen mit 15px Sumy in der .
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Ort in der Oblast Kursk Kategorie:Hauptstadt eines Föderationssubjekts Russlands Kategorie:Ort am Seim Kategorie:Ersterwähnung 1032 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1779 Kategorie:Stadt als Namensgeber für einen Asteroiden