Jūrmala (Führer durch Lettland, Buchdruckerei W. F. Häcker, Riga 1929, S. 49 ff.) ist ein lettischer Ostsee-Badeort am Rigaischen Meerbusen mit Einwohnern (Stand: ).

Geographie mini|Strand von Jūrmala im Winter mini|Blick auf die Küste mini|Orthodoxe Kirche der Kasaner Gottesmutter

In Jūrmala mündet die Lielupe ins Meer, 10 km südöstlich befindet sich die lettische Hauptstadt Riga.

mini|Ein Gang durch Majori (2010)

Ortsteile Jūrmala erstreckt sich über etwa 40 km nordwestlich von Riga entlang der Küstenlinie und setzt sich aus 15 Ortsteilen zusammen. In der Reihenfolge von West nach Ost:

Ķemeri (Kemmern), Jaunķemeri, Sloka, Kauguri, Vaivari, Asari, Melluži, Pumpuri, Jaundubulti, Dubulti, Majori (Majorenhof), Dzintari, Bulduri, Lielupe und Priedaine

Der Ortsteil Bulduri hieß deutsch früher Bilderlingshof und war vor 1914 der bevorzugte Sitz der deutsch-baltischen Intelligenz, des Geld- und Blutadels. Ein Teil zwischen Dzintari und Bulduri wurde eine Zeit lang Edinburgh genannt, zu Ehren der Eheschließung zwischen Maria Alexandrowna Romanowa und dem britischen Prinzen Alfred im Jahre 1874.

Kurort und Strandbad In Jūrmala gibt es Freizeiteinrichtungen, eine Promenade und Gastronomie. Der Ort hat einen langen weißen Strand, der sich nach Osten 10 km auf Riga zu erstreckt, während man westwärts, durch nichts unterbrochen, mehr als 20 km an einem Stück vorfindet.

Jūrmala ist ein Kurort, der nur nach Entrichtung einer Straßenbenutzungsgebühr, einer Art Kurtaxe, von Gästen befahren werden darf; er gilt als bevorzugte Wohnlage. Sehenswert sind die Villen in Holzbauweise aus der Zeit um 1900, die im Jugendstil errichtet wurden.

Im Westen Jūrmalas und dabei die Teilorte Ķemeri und Jaunķemeri umschließend liegt der nach dem Kurort Ķemeri (schwefelhaltige Heilquelle) benannte Nationalpark Ķemeri, mit ausgedehnten Feuchtgebieten, Lagunen und Mooren.

Geschichte 1783 wurde das Gebiet um Sloka (Schlock) vom Herzogtum Kurland abgeteilt und vom russischen Imperium übernommen. Ķemeri (deutsch: Bad Kemmern) war seit 1838 Kurort, nach Baldone der zweite im Gebiet des heutigen Lettland.Art. Baldone. In: Astrīda Iltnere, Uldis Placēns (Red.): Latvijas pilsētas. Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 1999, ISBN 9984-00-357-4, S. 73–76, hier S. 75. Sloka erhielt 1878 Stadtrechte. 1896 entstand eine Papierfabrik. Nach dem Bau der Bahnstrecke Torņakalns–Tukums wurde der Strand durch seine Nähe zu Riga ein beliebtes Naherholungsgebiet. vom 20. Juli 1930; abgerufen am 16. Juli 2019 auf periodika.lv. Verschiedene Strandorte wurden 1920 zur Stadt „Rīgas Jūrmalas“ (Strand von Riga) zusammengefasst. 1959 entstand die eigenständige Stadt Jūrmala durch die Eingemeindungen von Sloka und Ķemeri.

In Jūrmala fand bis 2014 der Musikwettbewerb „Jaunais vilnis“ (Neue Welle, ) statt.Krutoy bestätigt auch, dass die „Neue Welle“ in Sotschi stattfinden wird. (lettisch), delfi.lv am 26. Februar 2015, abgerufen am 16. Juli 2019. An diesem Wettbewerb nahmen Musiker aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion teil. Nach einem Einreiseverbot für drei russische Künstler, die die russische Krim-Annexion unterstützt hatten, sagten die russischen Organisatoren den Musikwettbewerb und weitere Festivals in Jūrmala ab und verlegten sie nach Sotschi und Swetlogorsk.

2017/2018 entstand der umstrittene Neubau der russisch-orthodoxen Kirche der Kasaner Gottesmutter.

Einrichtungen In Jūrmala befindet sich das bekannte Konzerthaus Dzintaru koncertzāle und das Literaturmuseum Rainis-und-Aspazija-Sommerhaus.

Sehenswürdigkeiten

Städtepartnerschaften Als Partnerstädte nennt Jūrmala folgende Städte:Sadraudzības pilsētas (lettisch) auf jurmala.lv, abgerufen am 16. Juli 2019

Söhne und Töchter der Stadt (in der Reihenfolge des Geburtsjahres) Sidney von Wöhrmann (1862–1939), geb. in Dubbeln/Dubulti, Zoologe (Malakologe) und Paläontologe Egbert Schwarz (1890–1966), deutscher Chirurg und Hochschullehrer Reinhard Wittram (1902–1973), deutscher Historiker Bruno von Freytag-Löringhoff (1912–1996), deutscher Philosoph und Mathematiker Amanda Aizpuriete (1956–2023), Lyrikerin und Übersetzerin Alexander Kaleri (* 1956), russischer Kosmonaut Artis Pabriks (* 1966), Politologe und Politiker, Gründungsmitglied der Tautas Partija, von 2004 bis 2007 lettischer Außenminister Edgars Rinkēvičs (* 1973), Politiker Daniels Pavļuts (* 1976), Politiker Arvīds Reķis (* 1979), Eishockeyspieler Vestards Šimkus (* 1984), Pianist Vineta Sareika (* 1986), Geigerin und Hochschullehrerin Imants Blūzmanis (* 1987), Pianist Oskars Muižnieks (* 1989), Biathlet und Skilangläufer Roberts Bukarts (* 1990), Eishockeyspieler Rihards Bukarts (* 1995), Eishockeyspieler Kristiāns Rubīns (* 1997), Eishockeyspieler Tīna Graudiņa (* 1998), Beachvolleyballspielerin Nils Puriņš (* 1998), Fußballtorhüter Ričards Vanags (* 2002), Basketballspieler Gunārs Grīnvalds (* 2008), Basketballspieler

Jūrmala in Film und Literatur Der deutsche Spielfilm Das Blaue vom Himmel aus dem Jahr 2011 thematisiert das Schicksal einer deutschbaltischen Familie in der Stadt während der 1930er, 1940er und 1990er Jahre.

Literatur Olga Kurilo: Cranz – Zoppot – Rigascher Strand. Ostseebäder im 19. und 20. Jahrhundert. be.bra Wissenschaftsverlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-937233-81-9 (Rezension von Christoph Schutte: Seebäder an der Ostsee im 19. und 20. Jahrhundert. In: Sehepunkte, Jg. 12 (2012), Nr. 1 vom 15. Januar 2012).

Weblinks

jurmala.lv Offizielle Seite der Stadt (lett./engl./russ.) Bilder aus Jūrmala

Einzelnachweise

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