Böel (dänisch: Bøl) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Sie entstand durch die Zusammenlegung von Böel und Böelschuby (dän. Bøl und Bøl Skovby).
mini|St. Ursula
Gemeindegliederung Die Gemeinde teilt sich in folgende Ortsteile und Orte: (Mohrkirchmühle gehört aber zu Mohrkirch) PLZ 24401: Billmoor, Billwatt (dän. Bilvad), Böel (Bøl), Böelkamp, Böelschuby (Bøl Skovby), Böelschubyhof (Bølskovbygaard), Böelschubymühle, Böelstamm, Böelulegraff (Ulvegrav), Böelwesterfeld (Bølvestermark), Hattschau (Hatskov), Lehmberg (Lerbjerg), Möllmoos (Møllemose), Neuböelschuby (Ny Bøl Skovby) PLZ 24405: Borrieshaag, Böelnorderfeld (BølnørremarkM. Mørk Hansen, C. L. Nielsen: Kirkelig Statistik over Slesvig Stift : Med historiske og topographiske Bemarkninger. Band 2, Kjøbenhavn 1864, S. 384), Stoltoft, Thiesholz (Tisholt) PLZ 24891: Dingwatt (Tingvad), Rabenholzlück (Ravnholtløkke)
Geschichte Erstmals erwähnt wurde Böel 1231 als Böla (Bølæ). Zeitweise kamen die Bezeichnungen Boel oder Bohl vor. Der Name stammt vom altdänischen boeli (altnordisch: ból, neudänisch bøl, möglich auch altnordisch býli) für Siedlung, Wohnstätte, Gehöft ab.Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 161Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, Kopenhagen 1867, S. 106
Die spätromanische Backsteinkirche St.-Ursula-Kirche wurde im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts gebaut. Der Turm mit dem achteckigen Zeltdach wurde im 15. Jahrhundert hinzugefügt. Christian I. übereignete die Kirche 1477 dem Mohrkircher Antoniter-Klosters, das nach Einführung der Reformation in Schleswig-Holstein 1544 aufgelöst wurde. Die Kirche bildete den Mittelpunkt des Kirchspiels Böel (Bøl Sogn).
Im Jahre 1478 wurde das Gut Böelschubyhof erstmals als Bole Schowby erwähnt. Das heutige Herrenhaus, das von einem unregelmäßig rechteckigen Wassergraben umgeben ist, wurde 1864 erbaut.
Im 19. Jahrhundert vollzog sich in Angeln der Sprachwechsel vom Dänischen zum Deutschen, infolgedessen das bis dahin verbreitete Angeldänische sukzessiv als Umgangssprache verschwand. Die alleinige Schul- und Kirchensprache war bereits längere Zeit Hochdeutsch. Mit den von 1851 bis zum Deutsch-Dänischen Krieg 1864 geltenden Sprachreskripten bemühte sich die dänische Regierung schließlich den Sprachwechsel zu bremsen. Die Reskripte sahen vor, dass in den Teilen des südlichen Schleswigs, in denen sowohl Deutsch als auch Dänisch verbreitet gewesen waren, das Dänische das Deutsche als Schulsprache ablösen sollte. Die Kirchensprache sollte abwechselnd Deutsch und Dänisch sein.Grænseforeningen: 1851 Sprogreskripter Der südlich von Böel verlaufende Bach Oxbek bildete hierbei die Grenze zu dem Gebiet mit weiterhin rein deutscher Schul- und Kirchensprache. Viele Einwohner empfanden die Reskripte als Zwang. Aus Böel ist überliefert, dass viele Eltern in jener Zeit ihre Kinder nicht in der Volksschule Böel, sondern auf der Südseite anmeldeten, um der dänischen Schulsprache ausweichen zu können.; abgerufen am: 26. Juli 2017, abgerufen am: 26. Juli 2017Frank Jung: 1864. Der Krieg um Schleswig-Holstein, 2014
Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Böelschuby eingegliedert.
Politik Gemeindevertretung
Bei der Kommunalwahl am 14. Mai 2023 wurden insgesamt neun Sitze vergeben. Die Freie Wählergemeinschaft Böel/Böelschuby erhielt sechs Sitze und die CDU drei Sitze.
Wappen Blasonierung: „Durch einen blau-goldenen Wellenpfahl von Gold und Grün gespalten. Rechts ein grünes Flügelkreuz einer Windmühle, links ein goldener Lindenfruchtstand.“[ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein]
Wirtschaft und Infrastruktur Der Ort ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt, weist jedoch auch viele Wohngebiete auf.
Sehenswürdigkeiten
Persönlichkeiten Christian Hieronymus Esmarch (1752–1820), Mitglied des Göttinger Hainbundes, stammt aus Böel Jobst von Berg (* 1962), deutscher Künstler, lebt und arbeitet in Böel Hans-Jörg Detlefsen (* 1963), Flottillenadmiral
Weblinks
Böel beim Amt Süderbrarup
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kreis Schleswig-Flensburg Kategorie:Ort in Südschleswig
Kategorie:Ersterwähnung 1231