mini|FFH-Lebensraumklassen im Gesamtgebiet
Das FFH-Gebiet Treene Winderatter See bis Friedrichstadt und Bollingstedter Au ist ein NATURA 2000-Schutzgebiet im Bundesland Schleswig-Holstein. Das Gebiet wurde im September 2009 der Europäischen Union als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) vorgeschlagen, im November 2007 als solches von der EU bestätigt und im Januar 2010 gemäß § 32 Absatz 2 bis 4 BNatSchG in Verbindung mit § 23 LNatSchG zum Besonderen Erhaltungsgebiet (BEG) erklärt. Es hat eine Fläche von 2906 ha. Die größte Ausdehnung liegt in Richtung Südwest und beträgt ca. 54 km Luftlinie. Es ist ein zusammenhängendes Gewässersystem aus Fließgewässern, die sich teilweise zu Seen verbreitern, sowie ein naheliegendes Moor. Es beginnt mit 38 Metern über NN in der Nähe der Wasserscheide der kimbrischen Halbinsel am Winderatter See in der Landschaft Angeln bei Sörup im Kreis Schleswig-Flensburg () und endet in Friedrichstadt im Kreis Nordfriesland an der Schleuse zur Eider auf Meeresniveau (). Es durchquert damit die drei großen Landschaftsräume Schleswig-Holsteinisches Hügelland über die Geest bis zur Marsch. Auf Grund der großen Ausdehnung und der damit hohen Anzahl von Eigentümern und Anliegern wurde das FFH-Gebiet in 6 Teilgebiete unterteilt, für die jeweils ein eigener Managementplan für die Erhaltungs- und Entwicklungsziele erstellt wurde. Es handelt sich um die Teilgebiete „Winderatter See und Kielstau“, „Schmiedekrug bis Eggebek“, „Eggebek bis Hollingstedt (mittlere Treene)“, „Treene von Hollingstedt bis Friedrichstadt“, „NSG Wildes Moor“ und „SHSL-Flächen“ (Flächen der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten).
FFH-Teilgebiet Winderatter See und Kielstau Das FFH-Teilgebiet hat eine Fläche von 148,7 ha. Der Winderatter See liegt 3 km östlich von Ausacker in Mittelangeln. Das Teilgebiet grenzt im Osten an die Bahnlinie Flensburg-Kiel bei Neuseegard, einem Ortsteil der Gemeinde Sörup und im Westen an der Landesstraße L 23 in Schmiedekrug, einem Ortsteil von Freienwill. Der Ostteil mit dem Winderatter See liegt fast vollständig im Landschaftsschutzgebiet „Winderatter See“. Dieses hat damit einen Anteil von 4 % des FFH-Gesamtgebietes. Die Kielstau entspringt ca. 2 km östlich des Winderatter Sees, unterquert die Bahnlinie Flensburg–Kiel, fließt nach ca. 100 m in den Winderatter See und verlässt ihn nach Westen.
Der Winderatter See war von 1487 bis 1845 ein aufgestauter Mühlenteich, dessen Wasserfläche fünfzehn mal größer war als heute. Die Wassermühle befand sich in Ausacker. Um neues Weide- und Ackerland zu erschließen, wurde die Wassermühle durch eine Holländerwindmühle in Ausacker ersetzt. So konnte der Wasserstand im Winderatter See auf den heutigen Wert abgesenkt werden.
Das FFH-Teilgebiet verengt sich im weiteren Verlauf zu einem 10 m breitem Streifen rechts und links der Kielstau durch Ausacker und Kleinsolt bis nach Schmiedekrug. Im Dezember 2011 wurde der erste Managementplan für das FFH-Gesamtgebiet erstellt. Am 23. Oktober 2013 wurde für das FFH-Teilgebiet Winderatter See und Kielstau ein gesonderter Managementplan erstellt.
FFH-Erhaltungsgegenstand Mit Stand Mai 2017 wurden der Europäischen Umweltbehörde folgendes gemeldet:
3 FFH-Lebensraumtypen nach Anhang I FFH-Richtlinie, siehe auch Bestandskarte:
Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Waldmeister-Buchenwald
4 FFH-Arten nach Anhang II und IV FFH-Richtlinie:
Steinbeißer Laubfrosch Bachneunauge Nördlicher Kammmolch
FFH-Erhaltungsziele Aus den FFH-Erhaltungsgegenständen wurden folgende FFH-Erhaltungsziele definiert und näher beschrieben:
3 Ziele für Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse:
Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Waldmeister-Buchenwald
3 Ziele für Lebenrsraumtypen und Arten von gemeinschaftlichem Interesse:
Kammmolch Bachneunauge Steinbeißer
FFH-Analyse und Bewertung mini|Hinweistafel UNESCO-Hydrologie Referenzprogramm mini|Messstation an der Kielstau in Ausacker
Das Kapitel Analyse und Bewertung beschäftigt sich mit dem ökologischen Zustand des Winderatter Sees, der Kielstau und den sie umgebenden Wiesen und Wäldern. Der See droht wegen der Überdüngung aus den Zuflüssen der Kielstau zu verlanden. Dies stellt eine Gefahr z. B. für den Steinbeißer dar. Die Kielstau hat im weiteren Verlauf zahlreiche Zuflüsse aus intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen, deren Nährstoffeinträge der kleinen Bachmuschel am Unterlauf der Treene die Lebensgrundlage nehmen könnte. Die extensiv genutzte Weidelandschaft, die den See umgibt, trägt langfristig zur Verringerung des Nährstoffeintrags und Erhöhung der Artenvielfalt bei. Die Abteilung Hydrologie und Wasserwirtschaft der Christian-Albrechts-Universität in Kiel hat am Auslaufgebiet der Kielstau aus dem Winderatter See eine automatische Messstation zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Klimaveränderungen und Hydrologie von Flussniederungen eingerichtet. Das Kielstau-Einzugsgebiet wurde 2010 zum UNESCO-Hydrologie Referenzprogramm erklärt, siehe Bilder.
FFH-Maßnahmenkatalog Aus der Analyse und Bewertung wurde ein Maßnahmenkatalog erstellt. Seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden durch die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein der Großteil der Flächen des Teilgebietes aufgekauft. Daneben gibt es mehrere Institutionen, die den dortigen Naturschutz seit Jahren unterstützen. Dazu zählen insbesondere die Kurt und Erika Schrobach-Stiftung, der Obere Treenelandschaft e.V., der Winderatter See – Kielstau e.V. und der Wasser- und Bodenverband Obere Treene.
FFH-Erfolgskontrolle und Monitoring der Maßnahmen In Schleswig-Holstein wird alle 6 Jahre stichprobenartig die Umsetzung der Maßnahmen überprüft. Damit wäre die nächste Erfolgskontrolle 2019 fällig gewesen. Ein Beispiel für die Wirksamkeit der Maßnahmen ist ein Vergleich der Wiesenpilzarten auf den extensiv beweideten Flächen zwischen 2016 und 2019. Danach zählt das Gebiet um den Winderatter See zu den 10 bedeutendsten Standorten in Europa. Die Erhaltung des Steinbeißers als Fischart in der Kielstau und den Zuflüssen ist eines der erklärten FFH-Erhaltungsziele. Zur Feststellung des tatsächlichen Fischbestandes im Winderatter See, der Kielstau und deren Zuflüsse Moorau und Dammende wurde vom Landesverband der Wasser- und Bodenverbände eine Studie in Auftrag gegeben. Darin wurden nur wenige Exemplare an Steinbeißern gezählt. Von 2006 bis 2012 wurde für die Berichtsperiode 2007–2012 ein FFH-Folgemonitoring mit Kartierung der FFH-Lebensraum- und Biotoptypen für das Teilgebiet fertiggestellt. Die Übersichtskarte 1 von 6 zeigt die Anzahl und Lage der Teilkarten 1 bis 5 für dieses FFH-Teilgebiet.
Karte 1 Winderatter See (Osthälfte): FFH-Lebensraumtypen, FFH-Biotoptypen Karte 2 Winderatter See (Westhälfte): FFH-Lebensraumtypen, FFH-Biotoptypen Karte 3 Kielstau bei Ausacker: FFH-Lebensraumtypen, FFH-Biotoptypen Karte 4 Kielstau von Ausacker bis Kleinsoltholz: FFH-Lebensraumtypen, FFH-Biotoptypen Karte 5 Kielstau von Kleinsoltholz bis Kleinsoltfeld: FFH-Lebensraumtypen, FFH-Biotoptypen
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FFH-Teilgebiet Schmiedekrug bis Eggebek mini|Regenbogen über den Dünen am Treßsee
Das Teilgebiet „Schmiedekrug bis Eggebek“ beginnt nach der Unterquerung der L23 durch die Kielstau im Ortsteil Schmiedekrug in der Gemeinde Freienwill. Oberhalb des Treßsees erweitert sich das Teilgebiet zu einer Binnendünenlandschaft. Die Kielstau mündet etwa 500 m vor dem Treßsee in die Bondenau und diese in den Treßsee. Nach Durchquerung des Sees heißt die Bondenau dann Treene. In Oeversee wendet sich die Treene nach Süden bis zum Ende des Teilgebietes in Eggebek. Das Gebiet liegt fast vollständig im NSG Obere Treenelandschaft. In Keelbekfeld verlässt die Treene das NSG. Der südliche und westliche Rand des FFH-Teilgebietes grenzt zwischen Treßsee und der Bundesstraße B76 in weiten Teilen an das FFH-Gebiet „Wald-, Moor- und Heidelandschaft der Fröruper Berge und Umgebung“. In Tüdal, auf halber Strecke zwischen Tarp und Eggebek, befindet sich auf der Ostseite der Treene ein archäologisches Bodendenkmal. Es handelt sich um die 330 m langen Überreste eines „Angelbowegs“. Die FFH-Erhaltungsgegenstände und -ziele sind 2018 als Anlage 2 in die Landesverordnung übernommen worden, soweit sie im Gültigkeitsbereich der beiden FFH-Gebiete liegen. Die beiden FFH-Gebiete befinden sich ebenfalls teilweise auf dem am 15. April 2008 verkündeten Landschaftsschutzgebiet „Oberes Treenetal und Umgebung“ des Kreises Schleswig-Flensburg. Auch in der zugehörigen Kreisverordnung werden die FFH-Erhaltungsgegenstände und -ziele der beiden FFH-Gebiete festgeschrieben, soweit sie Teil des Landschaftsschutzgebietes sind. Für das FFH-Teilgebiet Schmiedekrug bis Eggebeck wurde noch kein FFH-Managementplan aufgestellt. Da aber für das Teilgebiet bereits ein Naturschutzgroßprojekt Obere Treenelandschaft vom Land Schleswig-Holstein mit NATURA 2000-Bezug begonnen hatte, wurde der hierfür im Januar 2006 erstellte Pflege- und Entwicklungsplan als Managementplan anerkannt. Er ist aber von der Systematik und Terminologie grundsätzlich nicht vergleichbar mit der eines FFH-Managementplanes. Die folgenden Angaben in der FFH-Terminologie sind der o. e. Anlage 2 der VO über das NSG Obere Treenelandschaft aus dem Jahre 2018 entnommen:
FFH-Erhaltungsgegenstand Es werden nach FFH-Richtlinie aufgeführt:
18 Lebensraumtypen von besonderer Bedeutung nach Anhang I 5 Arten von besonderer Bedeutung nach Anhang II und IV 1 Lebensraumtyp von Bedeutung nach Anhang I 2 Arten von Bedeutung nach Anhang II und IV
FFH-Erhaltungsziele Aus den FFH-Erhaltungsgegenständen wurden folgende FFH-Erhaltungsziele definiert und näher beschrieben:
17 Lebensraumtypen von besonderer Bedeutung nach Anhang I 5 Arten von besonderer Bedeutung nach Anhang II und IV 1 Lebensraumtyp von Bedeutung nach Anhang I 2 Arten von Bedeutung nach Anhang II und IV
FFH-Analyse und Bewertung Keine Angaben
FFH-Maßnahmenkatalog Ein FFH-Maßnahmenkatalog liegt nicht vor. Es gelten die Maßnahmen aus dem Pflege- und Entwicklungsplan des Naturschutzgroßprojektes Obere Treenelandschaft.
FFH-Erfolgskontrolle und Monitoring der Maßnahmen In Schleswig-Holstein wird für NATURA 2000-Gebiete alle 6 Jahre stichprobenartig die Umsetzung der Maßnahmen überprüft.
Von 2006 bis 2012 wurde für die Berichtsperiode 2007–2012 ein FFH-Folgemonitoring mit Kartierung der FFH-Lebensraum- und Biotoptypen für das Teilgebiet fertiggestellt. Die Übersichtskarten 1 von 6 und 2 von 6 zeigen die Anzahl und Lage der Teilkarten 5 bis 13 des FFH-Teilgebietes:
Karte 5 Kielstau von Kleinsoltholz bis Kleinsoltfeld: FFH-Lebensraumtypen, FFH-Biotoptypen Karte 6 Kielstau von Kleinsoltfeld bis zum Eintritt der Bondenau in den Treßsee_: FFH-Lebensraumtypen, FFH-Biotoptypen Karte 7 Treßsee bis Treene in Augard: FFH-Lebensraumtypen, FFH-Biotoptypen Karte 8 Treene von Augard bis Oeversee: FFH-Lebensraumtypen, FFH-Biotoptypen Karte 9 Treene von Oeversee bis Bonzelbek: FFH-Lebensraumtypen, FFH-Biotoptypen Karte 10 Treene von Bonzelbek bis Tarp: FFH-Lebensraumtypen, FFH-Biotoptypen Karte 11 Treene von Tarp bis Keelbek: FFH-Lebensraumtypen, FFH-Biotoptypen Karte 12 Treene von Keelbek bis Tüdal: FFH-Lebensraumtypen, FFH-Biotoptypen Karte 13 Treene von Tüdal bis Eggebek: FFH-Lebensraumtypen, FFH-Biotoptypen
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FFH-Teilgebiet Eggebek bis Hollingstedt mini|Treene in Hollingstedt bei Hochwasser