mini|hochkant=1.25|Blick auf die Pegnitzer Altstadt mini|hochkant=1.25|Marktplatz mit dem Alten Rathaus

Pegnitz (; oberfränkisch: BengatzJ. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 39. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „peŋɒtz“.) ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Bayreuth in Bayern. Sie liegt etwa 60 Kilometer nordöstlich von Nürnberg und etwa 30 Kilometer südlich von Bayreuth. Die Stadt gehört zur Metropolregion Nürnberg und Planungsregion Oberfranken-Ost.

Geographie Geographische Lage Pegnitz befindet sich am Ostrand der Fränkischen Schweiz, des Nordteils der Fränkischen Alb. Die Pegnitz entspringt in der Kernstadt und wird wenige Meter unterhalb ihrer Quelle von der Fichtenohe gespeist. Direkt westlich der Stadt erhebt sich der Schloßberg und etwas nordöstlich der Zipser Berg.

In der Stadt beginnt die Bayerische Eisenstraße, die auf etwa 120 km Länge bis zur Donau bei Regensburg zahlreiche Industrie- und Kulturdenkmäler verbindet.

Gemeindegliederung

Es gibt 49 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Altstadt, Lohesiedlung und Maschinenfabrik zählen zum Gemeindeteil Pegnitz.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Bronn, Buchau, Büchenbach, Elbersberg (Gemarkungsteil 0), Hainbronn, Körbeldorf, Leups, Pegnitz, Penzenreuth, Trockau, Troschenreuth, Veldensteinerforst (Gemarkungsteil 0) und Zips. Die Gemarkung Pegnitz hat eine Fläche von 8,111 km². Sie ist in 4325 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1875,45 m² haben.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Creußen, Schnabelwaid, Kirchenthumbach, Auerbach in der Oberpfalz, Neuhaus an der Pegnitz, Betzenstein, Pottenstein und Hummeltal.

Geotope Voitshöhle D83, nordwestlich von Pegnitz (Geotop-Nummer 472H003). Dianafelsen westlich von Pegnitz (Geotop-Nummer 472R053). Hoher Felsen westlich von Pegnitz (Geotop-Nummer 472R054). Dolomitfels Tabakspfeife (Geotop-Nummer 472R055). Felsgruppe Auf der Wache östlich von Reisach (Geotop-Nummer 472R057). Dolomitfelsen Königskopf bei Bronn (Geotop-Nummer 472R058). Dolomitfels mit Höhle Alter Keller D241 westlich von Neudorf (Geotop-Nummer 472R059). Hutterichsfelsen südlich von Hainbronn (Geotop-Nummer 472R060). Wasserberg, Pegnitz (Geotop-Nummer 472R077). Fahnenfels in Pegnitz (Geotop-Nummer 472R132). Felsen mit kleinen Rundhöhlen, Lüglas (Geotop-Nummer 472R133). Fels mit Habersteinhöhle D222 (Geotop-Nummer 472R132). Lochberg, Pegnitz (Geotop-Nummer 472R154).

Geschichte Vom Beginn bis zum Ende des 19. Jahrhunderts mini|hochkant=1.3| mini|hochkant=1.3| Pegnitz entstand aus zwei Siedlungen. Die eine wurde als „Begenz“ in der Stiftungsurkunde des Klosters Michelfeld vom 6. Mai 1119 erstmals urkundlich erwähnt. Ab 1293 ist die Form „Begniz“ überliefert und ab 1329 der heutige Name. 1347–1355 gründeten die Landgrafen von Leuchtenberg im Schutz einer Burg die Planstadt Pegnitz neu. 1355 verlieh ihr Kaiser Karl IV. die Stadtrechte. Mit der anderen Siedlung, der Altenstadt, wuchs sie erst Jahrhunderte später zusammen. 1357 veräußerten die Landgrafen Ulrich und Johannes von Leuchtenberg die „Stadt und Veste“ (die Neustadt) an Karl IV., der die Stadt dem Königreich Böhmen „inkorporierte“. Bis 1402 gehörte die Stadt Pegnitz zu Böhmen, woran heute noch der Name der Burg Böheimstein erinnert.Hans Vollet und Kathrin Heckel: Die Ruinenzeichnungen des Plassenburgkartographen Johann Christoph Stierlein. 1987. Von Wenzel, dem Sohn Kaiser Karls IV., 1402 an Johann III., den hohenzollernschen Burggrafen von Nürnberg, verpfändet, blieb Pegnitz über die Jahrhunderte hinweg in hohenzollernschem Besitz, da die böhmische Krone das Pfand nicht einlösen konnte. Ab 1500 lag die Stadt im Fränkischen Reichskreis.

1542 verlieh Markgraf Albrecht Alcibiades das an Anwesen gebundene Braurecht. Damit waren alle Bürger mit einem Anwesen innerhalb der Grenzen des heutigen Stadtzentrums brauberechtigt. Um den Absatz der Pegnitzer Biere zu gewährleisten, durfte in der Altstadt und im Umland nicht gebraut werden. Um 1900 wurden noch mehr als 100 Brauberechtigte gezählt. Da das Bier im Sommer nicht lange Zeit frischgehalten werden konnte und sich Klagen über sauer gewordenes Bier häuften, erließ der Magistrat 1728 eine feste Ordnung. Von Mai bis September durften die brauberechtigten Bürger in einer bestimmten Reihenfolge immer nur für eine Woche ihr Bier im eigenen Haus anbieten, was als „flindern“ bezeichnet wurde. Brauer, die im Brauhaus brauten, waren von dieser Regelung ausgenommen. Im Jahr 1843 waren 57 Brauberechtigte, von denen keiner hauptberuflich Brauer war, in 21 Wochen als Flinderer eingeteilt.Herbert Scherer: In Pegnitz wird wieder geflindert in: Heimatkurier 2/2005 (Beilage des Nordbayerischen Kuriers), S. 20.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Pegnitz aus 125 Häusern und 79 Scheunen. Dazu gehörten 750 Tagewerk Acker, 270 Tagewerk Wiesen, 21 Tagewerk Gärten und 69 Tagewerk Wald.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 319.

Das ehemalige Obervogtamt des 1792 preußisch gewordenen Fürstentums Bayreuth fiel mit diesem im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich. Mit dem Fürstentum Bayreuth wurde es zunächst unter französische Militärverwaltung gestellt und 1810 gegen eine finanzielle Entschädigung dem Königreich Bayern übergeben.

Von 1797 bis 1810 unterstand Pegnitz dem Justiz- und Kammeramt Pegnitz. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1812 der Steuerdistrikt Pegnitz gebildet, zu dem Altstadt gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Munizipalgemeinde Pegnitz, ein Magistrat III. Klasse. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schnabelwaid (1842 in Landgericht Pegnitz umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Pegnitz. Ab 1862 gehörte Pegnitz zum Bezirksamt Pegnitz (1939 in Landkreis Pegnitz umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Pegnitz (1879 in Amtsgericht Pegnitz umgewandelt).

In Pegnitz bestand im 14. Jahrhundert ein Eisenhammer, der vom Wasser der Pegnitz betrieben wurde.Franz Michael Ress: Geschichte und wirtschaftliche Bedeutung der oberpfälzischen Eisenindustrie von den Anfängen bis zur Zeit des 30-jährigen Krieges. Verl. d. Histor. Vereins von Oberpfalz u. Regensburg, Regensburg 1950, S. 173. Im Jahr 1890 erfolgte die Errichtung der Eisengießerei Pegnitzhütte.

20. Jahrhundert bis zur Gegenwart Während des Zweiten Weltkriegs waren im Werk Pegnitz der Amag-Hilpert-Pegnitzhütte 1790 Zwangsarbeiter, vorwiegend aus Frankreich und Belgien, eingesetzt.Als Hitler die Teufelshöhle besuchte. In: Nordbayerischer Kurier vom 9. Dezember 2019, S. 15. Der 1854 in Nürnberg gegründete Installationsbetrieb hatte sich zu einem Großunternehmen für Armaturen, Rohre und Pumpen entwickelt. Wegen der Gefahr von Luftangriffen wurden 1941 weitere Produktionsabteilungen und 1943 die gesamte Verwaltung nach Pegnitz verlegt.

Im April 1945 flog die vorrückende US-Armee eine Reihe von Tieffliegerangriffen. Am 14. April erfolgte der Einmarsch in die Stadt, im Zuge dessen auch der Wasserhochbehälter am Zipser Berg beschossen wurde, in irrtümlicher Annahme es handle sich um einen Hochbunker.

Bürgermeister Christian Sammet, der in der Nachkriegszeit über 20 Jahre das Amt bekleidete, setzte insbesondere auf den Neu- und Wiederaufbau der Bildungseinrichtungen der Stadt. So kam es in den 50er Jahren einerseits zum Wiederaufbau der Landwirtschafts-, Berufs- und Volksschule und andererseits zur Neueröffnung einer Realschule und des Pegnitzer Gymnasiums.

Beim Absturz eines Hubschraubers CH-47 bei Pegnitz am 18. August 1971 starben 37 US-Soldaten, als ein Transporthubschrauber des Typs CH-47 Chinook der US Army bei der Fischelhöhe nahe der Bundesautobahn 9 abstürzte.Rotorblatt kommt an die Absturzstelle in: Nordbayerischer Kurier (Ausgabe Bayreuth) vom 22. Juni 2021, S. 14. Auf dem Weg von den Dolan Barracks in Schwäbisch Hall nach Grafenwöhr hatte sich ein Rotorblatt gelöst, das in den Rumpf des Helikopters schlug, woraufhin dieser explodierte. Am Absturzort wurde eine Gedenkstätte errichtet.Pegnitz gedenkt des großen Hubschrauber-Unglücks in: Nordbayerischer Kurier vom 19. August 2026, S. 15.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 die Gemeinden Buchau, Büchenbach, Körbeldorf, Penzenreuth, Troschenreuth eingegliedert. Am 1. Januar 1976 kam Bronn hinzu. Hainbronn, Leups und der Markt Trockau sowie Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Elbersberg und Zips folgten am 1. Mai 1978.

Einwohnerentwicklung In den Nachkriegsjahren wuchs die Bevölkerungszahl sprunghaft durch den Zuzug von Geflüchteten aus den ehemaligen Ostgebieten und stieg von knapp 4000 Einwohnern zu Kriegsbeginn auf über 9000 Ende der 1960er Jahre. Im Zeitraum von 1988 bis 2018 verringerte sich die Einwohnerzahl von 13.294 auf 13.244 bzw. um 0,4 %. Ein Höchststand wurde am 31. Dezember 1995 mit 14.447 Einwohnern erreicht.

Gemeinde Pegnitz Jahr 1987 1995 2007 2010 2013 2016 2019 2022Einwohner 13282 14447 13885 13599 13331 13294 13263 13561HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 2022 als Wohngebäude. 3043 3680 3692 3763 3808Quelle

Ort Pegnitz (=Gemeinde Pegnitz bis zur Gebietsreform) Jahr 1799 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987Einwohner 682 1159 1443 1495 1501 1469 1505 1612 2281 1774 1673 1651 1830 2158 2309 2499 2683 2667 2789 3950 6378 6825 8143 8850 7865Häuser 125 252 243 244 257 323 682 1056 1694Quelle

Politik Stadtrat

Bei den Kommunalwahlen in Bayern 2020 verteilten sich die 24 Sitze des Stadtrats wie folgt: Christlich Soziale Union (CSU): 6 Sitze Pegnitzer Gemeinschaft (PEG): 5 Sitze Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD): 4 Sitze Freie Wählergemeinschaft Pegnitz (FWG): 3 Sitze Grüne und unabhängige Bürgerinnen und Bürger (GU): 3 Sitze Freie Wähler Pegnitz (FW): 2 Sitze Zukunft Pegnitz (Z.P.): 1 Sitz

Bürgermeister Bei den letzten Kommunalwahlen wurde Wolfgang Nierhoff von der Pegnitzer Gemeinschaft (PEG) zum Bürgermeister gewählt. Er gewann die Stichwahl mit 61,4 % gegen Werner Lappat von der CSU, der 38,5 % der Stimmen erreichte. Im ersten Wahlgang ausgeschieden waren Uwe Raab (SPD) mit 22,7 %, Thomas Schmidt von der Freien Wählergemeinschaft Pegnitz (12,0 %) und Sandra Huber von den Grünen mit 9,2 %.

1952–1972: Christian Sammet 1972–1982: Konrad Löhr (FWG) 1982–2012: Manfred Thümmler (CSU) 2012–2020: Uwe Raab (SPD) seit 2020: Wolfgang Nierhoff (PEG)

Städtepartnerschaften Partnerstädte von Pegnitz sind: : Guyancourt in der Île-de-France : Slaný in der Umgebung von Prag

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist schwarz-weiß gestreift.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Der gesamte erhaltene innere Stadtkern steht als Ensemble unter Denkmalschutz.Michael Petzet: Denkmäler in Bayern: Unterreihe Regierungsbezirke/Ensembles; München 1985–1991 (Lipp)

Bauwerke mini|hochkant|Der Aussichtsturm von 1923 Mittelalterliches Rathaus von 1347, Zaussenmühle von 1450 mit der Pegnitzquelle, Altenstädter Schloss, Schloßberg mit Aussichtsturm von 1923, Wasserberg mit Karstwunder, Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus (erbaut 1900), Industriedenkmal Bergwerksstollen Erwein II, Herz-Jesu-Kirche, moderne Kirche des Architekten Peter Leonhardt, Burgruine Hollenberg, spätmittelalterliche Amtsburg, die von Kaiser Karl IV. errichtet wurde Pirkenreuther Kapelle, Kirchenruine des abgegangenen Ortes Pirkenreuth, St. Mariä Namen (Pegnitz), Windpark Büchenbach bei Pegnitz. Seit 1982 gibt es am verbreiterten Ende der Hauptstraße, dem ehemaligen Schweinemarkt, das Denkmal eines Schweinehirten.

Regelmäßige Veranstaltungen