mini|Auf der Landebahn Nordwest des Frankfurter Flughafens geparkte Flugzeuge Ende März 2020

Die COVID-19-Pandemie tritt in Hessen seit 2020 als Teil der weltweiten COVID-19-Pandemie und im Besonderen der COVID-19-Pandemie in Deutschland auf. Die Pandemie betrifft die neuartige Erkrankung COVID-19. Diese wird durch das Virus SARS-CoV-2 aus der Gruppe der Coronaviridae ausgelöst und verursacht hauptsächlich Atemwegserkrankungen.Lungenärzte im Netz: . Online unter www.lungenaerzte-im-netz.de. Abgerufen am 4. April 2020. Seit dem 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchsgeschehen des neuartigen Coronavirus als weltweite Pandemie ein.Tagesschau: „Tief besorgt“. WHO spricht von Corona-Pandemie.. 11. März 2020. Online unter www.tagesschau.de. Abgerufen am 4. April 2020.

Verlauf 1. Quartal 2020 Februar 2020 Am 2. Februar wurde bei zwei von etwa 100 Personen, die aus Wuhan evakuiert wurden, das Coronavirus festgestellt. Sie wurden von der Südpfalz-Kaserne zum Universitätsklinikum Frankfurt gebracht und dort behandelt.

Am 27. Februar wurde in Wetzlar der erste Infizierte in Hessen diagnostiziert. Es handelte sich um einen 31-jährigen Mann, der aus Norditalien zurückgekehrt war.

Am 28. Februar wurden zwei weitere Fälle im Hochtaunus und Gießen identifiziert. Der Fall aus dem Hochtaunus stand mit jenem aus Wetzlar in Verbindung. Bei jenem aus Gießen handelte es sich um eine Studentin, die sich beim Karneval in NRW infizierte.

Am 29. Februar wurde ein weiterer Infizierter gemeldet: Es handelte sich um den Partner der Studentin aus Gießen.

März 2020 Am 1. März wurden drei infizierte Personen aus Frankfurt und eine Person aus Groß-Gerau gemeldet, die alle im Zusammenhang mit den Fällen in Gießen standen. Insgesamt gab es in Hessen 8 Fälle.

Am 3. März wurde eine Person aus Hanau im Main-Kinzig-Kreis positiv getestet. Dies war der 12. Fall in Hessen. Die Ansteckungsquelle war unbekannt.

Am 4. März gab es den ersten Fall in Nordhessen im Kreis Waldeck-Frankenberg. Auch ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn aus Frankfurt wurde positiv getestet. Insgesamt stieg die Zahl der Infizierten in Hessen auf 13.

Am 7. März mussten 99 Schüler sowie 10 Betreuer der Martin-Luther-Schule im südhessischen Rimbach in Quarantäne, weil ein Schüler nach der Rückreise aus Südtirol als infiziert getestet worden war.

Am 12. März wurden im Main-Kinzig-Kreis zwei Personen, die mit einer Rückkehrerin aus Italien in Verbindung standen, als infiziert gemeldet. Zudem gab es derzeit drei infizierte Mitarbeiter der Main-Kinzig-Kliniken.

Am 18. März wurde der erste Tote durch COVID-19 in Hessen gemeldet. Es handelte sich um einen Mann, der in Wiesbaden behandelt wurde. Zum damaligen Zeitpunkt gab es etwa 380 Infektionen.

Am 19. März waren in Hessen über 1000 Fälle von COVID-19 bekannt. Mit einer 89-jährigen Frau gab es in Wiesbaden den zweiten Todesfall.

Am 20. März wurde in Flörsheim ein Coronavirus-Infizierter tot in der Wohnung aufgefunden, als ihm die Nachricht der Infektion überbracht werden sollte. Bei einem Arzt am Klinikum Werra-Meißner wurde die Infektion festgestellt. Auch im Frankfurter Gesundheitsamt gab einen SARS-CoV-2-Fall. Die Bürgermeister von Eschborn und Königstein mussten in Quarantäne.

Am 23. März wurden zwei Infizierte bei Eintracht Frankfurt gemeldet. In Hessens Kliniken gab es zu diesem Zeitpunkt 1.800 Betten auf Intensivstationen und 1.400 Beatmungsgeräte, was etwa einem Intensivbett pro 3.300 Einwohner entspricht.

Am 24. März wurden bei der deutschen Bahn 77 Infizierte bestätigt. In Darmstadt starb ein 89-jähriger Mann. Es war der fünfte COVID-19-Todesfall in Hessen.

Am 25. März waren in Hessen über 2000 Fälle von COVID-19 bekannt.

Am 26. März wurde die erste Tote im Main-Kinzig-Kreis gemeldet. In Frankfurt wurden bereits 28,2 Infektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt lag Frankfurt damit auf Platz 22 der Großstädte in Deutschland.Basis der im Tagesspiegel abgebildeten Karte zu Sars-CoV-2.

Am 28. März gab es den ersten COVID-19-Toten im Schwalm-Eder-Kreis. 20 Personen eines Seniorenheims hatten sich infiziert.

Am 29. März starb ein Mann im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Folge der Infektion mit SARS-CoV-2.

Am 30. März gab es den ersten Toten im Landkreis Fulda. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Hessen 10 Tote und fast 3000 Infizierte, darunter 10 in einem Altenheim in Herborn. 70 Hessen saßen in Pakistan fest.

Am 31. März waren in Hessen insgesamt 3900 Fälle von SARS-CoV-2-Infektionen und 21 Tote bekannt.

2. Quartal 2020 April 2020 Am 3. April verstarb die erste Person im Vogelsbergkreis an einer SARS-CoV-2-Infektion. Es handelte sich um einen 55-Jährigen ohne nennenswerte Vorerkrankungen.

Mit Stand vom 7. April wurden laut DIVI in hessischen Kliniken ca. 170 Patienten intensivmedizinisch wegen COVID-19 behandelt. Die bezogen auf 100.000 Einwohner derzeit am stärksten betroffenen Kreise waren: Schwalm-Eder-Kreis (150), Odenwaldkreis (141), Limburg-Weilburg (117). Insgesamt waren 4837 Fälle von Infizierten und ca. 100 Todesfälle bekannt.

Am 12. April waren von insgesamt 656 im DIVI registrierten Intensivbetten 422 belegt und 234 frei. Es wurden 84 Patienten wegen COVID-19 behandelt, 72 davon wurden beatmet.

Am 17. April gab es im Landkreis Gießen den ersten Todesfall. Die bezogen auf 100.000 Einwohner am stärksten betroffenen Kreise waren der Odenwaldkreis (239), der Schwalm-Eder-Kreis (213) und der Landkreis Hersfeld-Rotenburg (150). Insgesamt waren 6705 Infizierte und 197 Todesfälle bekannt. Laut DIVI-Register befanden sich 180 Fälle wegen COVID-19 in Behandlung, 137 wurden beatmet. Von etwa 2000 registrierten Intensivbetten waren noch mehr als 800 frei.

Am 25. April waren zwei Kreise besonders stark betroffen: Der Odenwaldkreis (mit 331 Fällen pro 100.000 Einwohnern) und der Schwalm-Eder-Kreis (mit 249 Fällen pro 100.000 Einwohnern). Hessen lag insgesamt mit 120 Fällen pro 100.000 Einwohnern im Mittelfeld der Bundesländer.

Am 27. April ist ein Mitarbeiter des Alsfelder Krankenhauses an COVID-19 verstorben.

Am 28. April waren über 8000 Infizierte bekannt.

Am 30. April waren mehr als 350 Todesfälle bekannt. Die bezogen auf 100.000 Einwohner am stärksten betroffenen Kreise waren der Odenwaldkreis (363) und der Schwalm-Eder-Kreis (259). Laut DIVI-Register befanden sich 188 Fälle wegen COVID-19 in Behandlung, 140 wurden beatmet. Von etwa 2500 registrierten Intensivbetten waren noch mehr als 900 frei. Die gemeldeten Kapazitäten hinsichtlich Beatmungskapazitäten waren in den meisten Kliniken überwiegend noch frei. Lediglich die Hochtaunus-Kliniken In Usingen, die Asklepios Klinik Bad König sowie die Main-Kinzig-Kliniken in Schlüchtern und Gelnhausen waren an der Kapazitätsgrenze.

Insgesamt wurden im April 340 neue Todesfälle bei rund 5000 Infektionen bekannt.

Mai 2020 Am 5. Mai wurde ein COVID-19-Fall Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen, da der zuvor infizierte Mann als geheilt aus der Klinik entlassen wurde und anschließend verstarb.

Am 7. Mai waren über 8.700 Infizierte und nahezu 400 Todesfälle bekannt. Die bezogen auf 100.000 Einwohner am stärksten betroffenen Kreise waren der Odenwaldkreis (388) und der Schwalm-Eder-Kreis (269). Die Inzidenz der anderen Hessischen Kreise lag unter 200 Infizierten je 100.000 Einwohner. Bundesweit lag Hessen mit einer Inzidenz von unter 140 immer noch im Mittelfeld der Länder.

Am 12. Mai wurde ein Kind in einer Kita in Langenbieber positiv getestet. Tests der Kontaktpersonen bleiben aber negativ. Am Abend des gleichen Tages berichtete die Hessenschau über das Altenheim Eben-Ezer in Gudensberg, in dem bereits 13 Bewohner an COVID-19 gestorben waren. Der Leiter kritisiert das Fehlen flächendeckender Tests wie bei Fußballern, mit denen das Schlimmste hätte verhindert werden können.

Am 15. Mai waren knapp 9.200 Infizierte und gut 420 Todesfälle bekannt. Die bezogen auf 100.000 Einwohner am stärksten betroffenen Kreise waren der Odenwaldkreis (407) und der Schwalm-Eder-Kreis (278). Die Inzidenz der anderen Hessischen Kreise lag weiterhin unter 200 Infizierten je 100.000 Einwohner. Bundesweit lag Hessen mit einer Inzidenz von 146 immer noch im Mittelfeld der Länder. In keinem Landkreis kam es zu einer Überschreitung der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je Woche und 100.000 Einwohner. Der höchste Wert war im Odenwaldkreis (20) zu verzeichnen. Die Infektionstätigkeit der zurückliegenden 7 Tage lag insgesamt nur bei nur etwa 400 neuen Fällen. Laut DIVI wurden an diesem Tag 110 Personen wegen COVID-19 behandelt. Davon wurden 78 beatmet.

Am 20. Mai wurden in einer Flüchtlingsunterkunft in Frankfurt-Bockenheim 65 Infektionen bei den Geflüchteten und 2 bei Bediensteten bekannt. Zeitgleich wurde eine Kita in Karben geschlossen, nachdem bei einem Kind eine Infektion festgestellt worden war. Obwohl alle Personen später negativ getestet wurden, mussten die meisten Kontaktpersonen bis zum 29. Mai in Quarantäne. Am Folgetag wurden weitere 7 Infizierte gefunden.

Am 22. Mai waren die bezogen auf 100.000 Einwohner am stärksten betroffenen Kreise immer noch der Odenwaldkreis (415) und der Schwalm-Eder-Kreis (285). Bundesweit lag Hessen mit einer Inzidenz von 154 immer noch im Mittelfeld. In keinem Landkreis kam es zu einer Überschreitung der neuen kritischen Marke von 30 Neuinfektionen je Woche und 100.000 Einwohner. Die höchste Werte waren in Offenbach und Wiesbaden mit ca. 12 zu verzeichnen. Die Infektionstätigkeit der zurückliegenden 7 Tage lag insgesamt bei etwa 450 neuen Fällen hessenweit. Laut DIVI wurden derzeit 92 Personen wegen COVID-19 behandelt. Davon wurden 56 beatmet. Etwa 800 von fast 2500 Intensivbetten waren noch frei. In 97 registrierten Kliniken waren die meisten Behandlungskapazitäten frei oder nur teilweise belegt. Nur die Asklepios Kliniken in Bad König und Bad Salzhausen sowie die Hochtaunus-Kliniken in Usingen, das Marienkrankenhaus Kassel und die Main-Kinzig-Kliniken am Standort Schlüchtern meldeten, dass alle Kapazitäten belegt seien.

Am 23. Mai wurde bekannt, dass sich innerhalb der Frankfurter Gemeinde der Evangeliumschristen-Baptisten nach einem Gottesdienst am 10. Mai mindestens 40 Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. Am 24. Mai stieg die Zahl der bekannten infizierten Fälle im Umfeld der Gemeinde auf über 100 an, am 28. Mai auf über 200. Wie sich herausstellte, trugen die Teilnehmer keinen Mundschutz und verzichteten nicht auf gemeinsamen Gesang, was allerdings nach den hessischen Regelungen für Gottesdienste ebenso wenig vorgeschrieben war wie das Führen einer Teilnehmerliste. Die 7-Tage Inzidenz stieg damals erstmals seit März wieder über die der Vorwoche.

Am 24. Mai wurden in Wiesbaden 2 Altenheime unter Quarantäne gestellt. Nach aktuellen Daten tritt jeder 2. Tote durch COVID-19 in Altenheimen auf. Trotzdem gibt es dort keine flächendeckenden Tests.

Am 28. Mai wurden 22 Schüler und 2 Lehrer einer Schule in Gießen in Quarantäne geschickt, nachdem ein Schüler positiv getestet wurde.

Am 29. Mai waren die bezogen auf 100.000 Einwohner am stärksten betroffenen Kreise wieder der Odenwaldkreis (420) und der Schwalm-Eder-Kreis (287). Bundesweit lag Hessen mit einer Inzidenz von 160 immer noch im Mittelfeld. In keinem Landkreis kam es zu mehr als 10 Neuinfektionen je Woche und 100.000 Einwohner. Der Vogelsbergkreis und der Lahn-Dill-Kreis waren ohne jegliche Neuinfektion. Die Infektionstätigkeit der zurückliegenden 7 Tage lag insgesamt bei etwa 330 neuen Fällen hessenweit.