Die COVID-19-Pandemie tritt im Saarland seit 2020 als Teil der weltweiten COVID-19-Pandemie und im Besonderen der COVID-19-Pandemie in Deutschland auf. Die Pandemie betrifft die neuartige Erkrankung COVID-19. Diese wird durch das Virus SARS-CoV-2 aus der Gruppe der Coronaviridae verursacht und gehört in die Gruppe der Atemwegserkrankungen.Lungenärzte im Netz: . Online unter www.lungenaerzte-im-netz.de. Abgerufen am 4. April 2020.
Am 4. März 2020 wurde vom Robert Koch-Institut die erste COVID-19-Erkrankung im Saarland bestätigt. Ab dem 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchsgeschehen des neuartigen Coronavirus als weltweite Pandemie ein.Tagesschau: „Tief besorgt“. WHO spricht von Corona-Pandemie. 11. März 2020. Online unter www.tagesschau.de. Abgerufen am 4. April 2020.
Verlauf Februar 2020 Erste Verdachtsfälle auf eine Covid-19-Infektion gab es, als ein Ehepaar aus Saarbrücken von einer Kreuzfahrt mit der Westbrand zurückkehrte und sich anschließend freiwillig in häusliche Quarantäne begab. Das Gesundheitsamt Saarbrücken beendete die Quarantäne am 26. Februar. Im Anschluss kam es zu Labortestungen, die jedoch keinen positiven Fall hervorbrachten.
März 2020 Am 3. März 2020 wurde der erste Covid-19-Fall im Saarland gemeldet. Das Saarland war bis zu diesem Zeitpunkt eines der wenigen Bundesländer ohne Fall. Ein Kinderarzt des Universitätsklinikum des Saarlandes wurde positiv auf das Coronavirus getestet und begab sich anschließend in Quarantäne. Die Ansteckung soll auf einem Ärztekongress in Frankfurt erfolgt sein. Die nächsten beiden positiven Fälle wurden am 6. März 2020 gemeldet. Bis Ende März steigen die Zahle rasant bis auf 961 bestätigte Fälle an. Dabei wurden neun Tote verzeichnet.Der erste Todesfall ereignete sich am 21. März. Am 23. März wurden die ersten beiden geheilten Fälle verkündet. Bis Ende des Monats werden 47 Erkrankte als geheilt eingestuft.
April 2020 Bis Ende April wurden landesweit 2.577 bestätigte Fälle registriert. Die Zahl der Verstorbenen stieg auf 134 an. 1767 galten als geheilt. Die meisten Fälle traten mit 1147 im Regionalverband Saarbrücken auf, gefolgt von 514 im Landkreis Saarlouis. Es folgten der Saarpfalz-Kreis mit 324, der Landkreis Neunkirchen mit 240 Personen sowie der Landkreis St. Wendel mit 160 bestätigten Fällen.
Mai bis September 2020 Im Mai stiegen die bestätigten Fälle nur geringfügig auf 2706 an. Die Zahl der Verstorbenen erhöhte sich auf 165.
Über die Sommermonate veränderte sich das Infektionsgeschehen nur geringfügig. Insgesamt gab es landesweit 3400 bestätigte Fälle seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Verstorbenen erhöhte sich auf 177. Nach Landkreisen gab es weiterhin die meisten bestätigten Fälle im Regionalverband Saarbrücken mit 1389, gefolgt vom Kreis Saarlouis (715) und dem Saar-Pfalz-Kreis (467). 346 Personen erkrankten im Landkreis Neunkirchen und 190 im Landkreis St. Wendel.
Oktober 2020 Dem bundesweiten Trend folgend stiegen die Coronazahlen ab Oktober 2020 wieder rasant an. Die bestätigten Fälle verdoppelten sich fast innerhalb eines Monats auf 7102 Fälle. Die Zahl der Toten erhöhte sich auf 194.
November 2020 Das bundesweit geltende Dritte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite sowie die lokalen Maßnahmen brachten nicht den gewünschten Erfolg. Vielmehr stiegen die Fallzahlen bis Ende November 2020 auf 12.914 Fälle an.
Dezember 2020 Bis Ende des Jahres gab es im Saarland landesweit 20.338 bestätigte Fälle, davon 8005 im Regionalverband Saarbrücken, 4083 im Kreis Saarlouis, 2359 Personen im Kreis Neunkirchen, 1776 im Kreis Merzig-Wadern, 2508 im Saar-Pfalz-Kreis und 1607 im Kreis St. Wendel. Insgesamt verstarben 466 Personen an Covid-19.
Januar 2021 Ende Januar 2021 wurden landesweit 25.782 bestätigte Fälle gemeldet. Die Zahl der Verstorbenen wuchs auf 750 an.
Februar 2021 Auch der Februar brachte einen weiteren Anstieg auf 28.933 bestätigte Fälle mit sich. Die Zahl der Verstorbenen steigerte sich auf 884.
März 2021 Das erste Quartal schloss mit einer Bilanz von insgesamt 31.968 bestätigten Fällen seit Beginn der Pandemie, die sich auf 12.212 positiv bestätigte Fälle im Regionalverband Saarbrücken, 2.728 im Kreis Merzig-Wadern. 4.135 im Kreis Neunkirchen, 6.591 im Kreis Saarlouis, 3.644 im Saarpfalz-Kreis sowie 2.658 bestätigte Fälle im Kreis St. Wendel aufteilen. 940 Personen verstarben.
April bis September 2021 Mit Einführung der Bundesnotbremse wurden ab dem 24. April 2021 keine Zahlen mehr über die Website des Saarlandes veröffentlicht, da die Zahlen des Robert-Koch-Instituts als Richtwert für Maßnahmen gelten. Die weitere Chronologie ist den unteren Tabellen zu entnehmen.
Mit Beginn der Schulferien begannen die Inzidenzen zu steigen, zum Teil sprunghaft. Am 25. August 2021 wurde eine Inzidenz von 71,4 gemeldet. Insgesamt traten im Saarland bis zu diesem Tag 43.705 Fälle auf. Zum Teil kam es auch zu Impfdurchbrüchen, die jedoch mit 91 Personen gering ausfielen. Anfang September stieg die Inzidenz auf einen Wert knapp unter 100.
Jahresende 2021 Bis Anfang Oktober sank die 7-Tage-Inzidenz wieder unter den Wert von 50.Neuer Corona-Todesfall im Saarland - Inzidenz jetzt wieder unter 50, sol.de, 1. Oktober 2021 Das Saarland war damit eines der Bundesländer mit den niedrigsten Inzidenzen. Im Verlauf der nächsten Wochen stiegen, wie in ganz Deutschland, auch im Saarland die Infektionszahlen wieder an, Anfang November lag die 7-Tage-Inzidenz wieder über dem Wert von 100. Bis ans Jahresende wurde der Schwellenwert 200 überschritten.
Jahresbeginn 2022 Im Januar 2022 nahm das Infektionsgeschehen im Saarland durch die Verbreitung der neuen Omikron-Virusvariante stark zu. Am 19. Januar lag die landesweite 7-Tage-Inzident erstmals über dem Wert von 500.Corona-Zahlen des RKI: Inzidenz im Saarland steigt erstmals über 500, Saarbrücker Zeitung, 19. Januar 2022 Nur acht Tage später wurde der Wert von 1000 überschritten, seither liegt die 7-Tage-Inzidenz im Saarland stets im vierstelligen Bereich.
Statistik Infektionsfälle Bestätigte Infektionen (kumuliert) im SaarlandHier sind Fälle aufgelistet, die dem RKI über den Meldeweg oder offizielle Quellen mitgeteilt wurden. Da es sich um eine sehr dynamische Situation handelt, kann es zu Abweichungen bzw. zeitlichen Verzögerungen zwischen den RKI-Fällen und Angaben anderer Stellen, etwa der betroffenen Bundesländer oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO), kommen.(nach Daten des RKI aus COVID-19-Pandemie in Deutschland)
Bestätigte Infektionen (neue Fälle) im Saarland(nach Daten des RKI aus COVID-19-Pandemie in Deutschland)
Hinweis: Für den 29. März 2020 wurden keine Daten aus dem Saarland übermittelt.
7-Tage Inzidenz im Saarland / 100.000 Einwohner
Hinweis: Anzahl der neu bekannten Infektionen der letzten 7 Tage bezogen auf 100.000 Einwohner.
Todesfälle Bestätigte Todesfälle (kumuliert) im Saarland(nach Daten des RKI aus COVID-19-Pandemie in Deutschland)
Bestätigte Todesfälle (täglich) im Saarland(nach Daten des RKI aus COVID-19-Pandemie in Deutschland)
Reaktionen und Maßnahmen Gesetze und Verordnungen Am 11. März 2020 beschloss die Landesregierung ein Sofortprogramm. Am 13. März 2020 schränkte das Saarland den Zugang zu Alten- und Pflegeheimen und Kliniken für Besucher ein. Am 21. März 2020 wurde zum Vollzug des Infektionsschutzgesetz (IfSG) eine vorläufige Ausgangsbeschränkung angeordnet, die bis zum 3. April galt. Am 25. März wurde die Allgemeinverfügung an die Beschlussempfehlung des Bundes angepasst.
Am 30. März wurde eine Verlängerung der Ausgangsbeschränkung bis einschließlich 20. April 2020 beschlossen. Gleichzeitig wurden die bisherigen Maßnahmen in einer Rechtsverordnung zusammengefasst. Darüber hinaus wurde am 31. März 2020 ein Maßnahmenkatalog verabschiedet. Verstöße gegen die Bestimmungen dieser Verordnung gelten als Ordnungswidrigkeiten und werden mit Bußgeldern geahndet.
Am 27. April 2020 wurde im Saarland eine Maskenpflicht eingeführt, die im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen gelten soll. Am 25. April 2020 stellte die saarländische Landesregierung den Bürgern fünf Millionen Masken kostenlos zur Verfügung. Diese wurden durch die Kommunen verteilt. Es sollten Starterkits zu fünf Masken je Person verteilt werden.
Am 28. April 2020 setzte der Verfassungsgerichtshof des Saarlandes die für das Saarland geltende Ausgangsbeschränkung weitgehend außer Vollzug.Verfassungsgerichtshof des Saarlandes: Leitsätze zum Beschluss vom 28. April 2020, Az. Verfassungsgerichtshof des Saarlandes: , Az. Lv 7/20 (PDF 154 KB) Die Regelung, die das Verlassen der Wohnung nur beim Vorliegen (bestimmter) triftiger Gründe erlaube, sei inkonsistent und insbesondere im Vergleich zu den bloßen Kontaktbeschränkungen anderer Bundesländer unverhältnismäßig.
Mit den bundesweiten Lockerungen ab dem Mai 2020 beschloss der saarländische Ministerrat eine verschärfte Regelung im Falle einer lokalen Ausbreitung. Ab einer Inzidenz von 35 pro 100.000 Einwohner sollen regionale Schutzmaßnahmen beschlossen werden.
Ab dem 18. Oktober 2020 mussten auf Grund steigender Fallzahlen erneut neue Maßnahmen ergriffen werden. Es folgte eine Sperrstunde für die Gastronomie, eine Beschränkung der Teilnehmerzahl sowohl bei Veranstaltungen (maximal 100 Personen) als auch bei privaten Treffen (maximal 10 Personen aus zwei Haushalten) sowie eine Ausweitung der Maskenpflicht. Eine weitere Verordnung trat ab dem 2. November in Kraft, die weitreichende Einschränkungen für das öffentliche Leben beinhaltete. Am 15. Dezember mussten die Regeln jedoch erneut verschärft werden. Es wurden umfangreiche Kontaktbeschränkungen erlassen. Ausnahmen gab es für Weihnachten. An Silvester wurden öffentliche Feuerwerke verboten. Die neue Verordnung wurde mehrfach verlängert, zuletzt am 24. August 2021. Erste Öffnungsschritte wurden ab dem 6. März 2021 umgesetzt.
Am 25. März 2021 gab die saarländische Regierung bekannt, die Corona-Restriktionen für Gastronomie, Sport und Kultur sowie private Treffen ab dem 6. April 2021 zu lockern. Kritisiert wurden die Pläne vom Marburger Bund und Karl Lauterbach. „Das erschließt sich uns nicht mehr so ganz angesichts der aktuellen epidemologischen Situation“, sagte der Mediziner Uwe Janssens zu den geplanten Lockerungen im Saarland. „Selbst wenn wir wegen exponentiellem Wachstum einer 3. Welle nicht zum 6.4. starten könnten – das Saarland-Modell wird kommen. Mehr Tests, mehr Impfen, mehr App, mehr Freiheit, mehr Umsicht“, twitterte Ministerpräsident Tobias Hans am 29. März 2021. Das sogenannte Ampelmodell sollte in drei Stufen zu einer Lockerung führen und ging von einer umfassenden Testpflicht aus. Einen Tag vor dem Projektstart wurde eine Inzidenz von 91,3 registriert (nach 65,6 zwei Wochen zuvor). Wegen der Osterfeiertage (Ostersonntag war der 4. April) war die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen geringer als sonst.siehe auch faz.net vom 6. April 2021: Saarland startet Modellprojekt : Testen für mehr Freiheit – geht das? Durch die „Bundesnotbremse“ ab dem 23. April 2021 wurde das Saarland-Modell ausgehebelt.
Am 29. September 2021 verkündete die Landesregierung überraschend weitergehende Lockerungen im Rahmen des „Saarland-Modell plus“. Von Freitag, dem 1. Oktober 2021 an wurde die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen abgeschafft, wenn sichergestellt ist, das alle Personen die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) einhalten. Dies gilt auch an Schulen, Universitäten, am Arbeitsplatz sowie in Clubs und am Theater. Auch der Mindestabstand muss nicht mehr eingehalten werden. Im Privaten wurden sämtliche Kontaktbeschränkungen aufgehoben. Bestehen bleibt die Maskenpflicht im Öffentlichen Nahverkehr sowie im Einzelhandel. Diese Regeln wurden zunächst für zwei Wochen verabschiedet, sollen jedoch auch bei einer verschärften Coronalage für Geimpfte und Genesene fortbestehen.
Bildungsbereich