Der (früher ; deutsch: „Gedenkstätte zur nationalen Erweiterung durch Jefferson“) ist ein Nationalpark in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. Sein heutiger Standort weist auf den Ausgangspunkt der Lewis-und-Clark-Expedition hin. Zudem erinnert die Gedenkstätte an weitere historische Ereignisse wie den Louisiana Purchase sowie die darauf folgende Besiedlung des Westens, die erste Zivilregierung westlich des Mississippis und an das Gerichtsverfahren Dred Scott v. Sandford.
Zentrales Bauwerk der Gedenkstelle ist der für die Öffentlichkeit begehbare 192 Meter hohe (deutsch: „Torbogen“), der 1967 eröffnet wurde. Zum Ensemble der Gedenkstätte gehören neben dem Bogen das alte Gerichtsgebäude sowie das Museum of Westward Expansion, das sich zusammen mit dem Besucherzentrum unterirdisch und unterhalb des Gateway Arch befindet.
Die Gedenkstätte gehörte in den Vereinigten Staaten von 1968 bis 2018 zu den National Memorials (Nationaldenkmälern). Im Jahr 2018 wurde sie zum Nationalpark aufgewertet. Sie wird vom National Park Service verwaltet und verzeichnete im Jahr 2005 insgesamt 2.944.976 Besucher. Das Parkgrundstück der Gedenkstätte wurde von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources zum Schutzgebiet der Kategorie V erklärt.
Lage mini|Luftbild des Jefferson National Expansion Memorial
Die zum Gateway Arch National Park gehörenden Bauten befinden sich auf mehreren, insgesamt 78 Hektar großen Grundstücken in der östlichen Innenstadt von St. Louis (Downtown East). Der Gateway Arch als architektonische Dominante steht in einem etwa 36,8 Hektar großen, rechteckigen, teilweise mit Bäumen bepflanzten Parkgelände. Der Park beherbergt neben dem Gateway Arch auch das dazugehörige Besucherzentrum sowie das Museum of Westward Expansion. Beidseitig dieser Anlagen befinden sich zwei 1979 angelegte künstliche Seen (North Pond und South Pond) mit amorphen Uferlinien. Das Grundstück wird westlich vom Interstate 70 – auf Höhe der Gedenkstätte trägt die Straße den Namen Memorial Drive – und östlich vom Leonor Kretzer Sullivan Boulevard, einer Uferstraße am Mississippi River, eingerahmt. Am Ufer auf Höhe des Expansion Memorial sind mehrere Schiffsanlegestellen. Von der Uferstraße aus erreicht man den Gateway Arch über eine Freitreppe. Nördlich des Parks befindet sich die Station Arch-Laclede’s Landing der Straßenbahn MetroLink.
Vom Ostufer des Mississippis aus dominiert der große Bogen den Blick auf das Stadtzentrum von St. Louis. In der westlichen Verlängerung zur vertikalen Symmetrieachse des Gateway Arch befindet sich das alte Gerichtsgebäude (Old Courthouse). Auf dem Parkgelände steht am Ostrand die Basilika St. Louis, die ehemalige Kathedrale von St. Louis; die Kirche ist allerdings nicht Bestandteil der Gedenkstätte. Auf der Ostseite des Mississippi River, die zur Stadt East St. Louis im Bundesstaat Illinois gehört, befindet sich genau östlich des Bogens der Gateway Geyser im Malcolm W. Martin Memorial Park. Die etwa 192 Meter hohe Fontäne ist nach der King Fahd’s Fountain und der Weltcup-Fontäne in Südkorea die weltweit dritthöchste und ebenso hoch wie der Gateway Arch.
Geschichte Hintergründe und Anfänge der Gedenkstätte mini|Bekanntmachung von Jefferson über den Kauf der Kolonie Louisiana mini|Old Courthouse im Jahr 1862
Das Jefferson National Expansion Memorial trägt seinen Namen zu Ehren des dritten US-Präsidenten Thomas Jefferson, der 1803 die über 2,1 Millionen Quadratkilometer große ehemalige Kolonie Louisiana für 15 Millionen US-Dollar von Frankreich gekauft hatte. Die feierliche Übergabe des Territoriums an die Vereinigten Staaten fand am 10. März 1804 in St. Louis statt. Dieses größte Grundstücksgeschäft der Geschichte verdoppelte die Fläche der USA und schuf die Voraussetzung für die Lewis-und-Clark-Expedition vom 14. Mai 1804 bis zum 23. September 1806, die letztlich zur Ausbreitung der USA bis an die Pazifikküste führte. Die in St. Louis beginnende Expedition ermutigte sowohl private als auch staatliche Expeditionen, sich das Gebiet Richtung Westen zugänglich zu machen. Das Gateway Arch National Park wird sinnbildlich für Jeffersons visionäre Weitsicht gesehen, die den Pioniergeist weckte und mit der Ausbreitung nach Westen den Grundstein der modernen USA legte.
Ideen für eine Gedenkstätte dieser historischen Ereignisse hatten bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts bestanden. Sie gingen meist mit verschiedenen Vorschlägen zur städtebaulichen Umgestaltung des Uferbereichs von St. Louis einher. Der Stadtplaner und Architekt Harland Bartholomew arbeitete 1928 detaillierte Pläne für die Entwicklung der östlichen Innenstadt aus. Jedoch konnte keines dieser Vorhaben die notwendige Mehrheit in der Öffentlichkeit gewinnen. Die heutige Gedenkstätte geht auf Bemühungen des Rechtsanwalts Luther Ely Smith zurück, der die Idee zum ersten Mal 1933 äußerte.U.S. Department of the Interior: Luther Ely Smith: Founder of a Memorial (PDF; 212 kB). Er überzeugte den US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt, in St. Louis eine Erinnerungsstätte für den Louisiana Purchase zu errichten. Roosevelt soll von Beginn an von der Idee begeistert gewesen sein. Im April 1934 erhielt das Komitee eine staatliche Zulassung und die Jefferson National Expansion Memorial Association wurde für gemeinnützig erklärt.
Am 1. Februar 1935 tagte eine Fachkommission, die aus den Mitgliedern des Komitees für die Gedenkstätte und dem Präsidenten Roosevelt bestand. Es wurden die Fragen über die weitere Entwicklung erörtert, den anzuberaumenden Architekturwettbewerb, die angesetzte Projektdauer sowie die Finanzierung des Projektes, dessen Gesamtkosten auf 30 Millionen US-Dollar veranschlagt wurden. Neben den Kosten für die Bauwerke und Grundstücke mussten auch die Kosten für die Erschließung von neuem Baugrund berücksichtigt werden. Roosevelt bezweifelte, dass er diese Mittel aus der Bundeskasse leisten könne. Am 13. April verabschiedete die Kommission die gefassten Pläne. Smith und Bürgermeister Bernard F. Dickmann wandten sich an den Innenminister Harold L. Ickes, um auszuloten, welche Geldmittel sie noch erhalten könnten. Um die Kosten tragen zu können, wurde am 1. Juli per städtischem Erlass eine Anleihe im Wert von 7,5 Millionen Dollar emittiert. Ickes sicherte Darlehen und Zuschüsse des Bundes und anderer öffentlicher Einrichtungen zu. Ein zur Gedenkstätte passendes Grundstück wurde am 10. September 1935 für 7,5 Millionen Dollar erworben. Die Stätte wurde offiziell am 21. Dezember 1935 durch die Executive Order Nr. 7253 (pdf) von Präsident Roosevelt gegründet. In der Hochphase der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1935 erklärte er, dass der Bau der Gedenkstätte sowohl Symbolcharakter habe als auch der Arbeitslosigkeit entgegenwirke.
Am 14. Oktober 1936 weihte Präsident Roosevelt in St. Louis die Soldaten-Gedächtnisstätte ein und begutachtete auch das Grundstück am Mississippi, welches für das neue Jefferson National Expansion Memorial vorgesehen war. Im Juni 1937 begann man mit dem Zukauf von weiteren geeigneten Grundstücken. Die meisten wurden innerhalb der nächsten zwei Jahre erworben. Am 10. Oktober 1939 fingen die Arbeiten an der Uferpromenade an. Zwischen 1939 und 1942 wurden 40 Häuserblocks abgerissen, um Platz für die Gedenkstätte zu schaffen. Lediglich das alte Gerichtsgebäude und die alte Kathedrale blieben erhalten. Im Mai 1940 unterschrieb Roosevelt ein Dokument, welches das alte Gerichtsgebäude ebenfalls zur Gedenkstätte dazugehörig erklärte. Mit diesem ersten Bauwerk eröffnete die Gedenkstätte am 1. Dezember 1941 offiziell. Das Museum of National Expansion eröffnete am 20. Oktober 1942 vorübergehend bis zur Vollendung der Gedenkstätte in den Räumlichkeiten des Gerichtsgebäudes.
Planung des Gateway Arch Am 22. Oktober 1946 wurde ein landesweiter, ausschließlich US-Bürgern vorbehaltener Architekturwettbewerb mit einem Preisgeld von 50.000 US-Dollar für die Gestaltung des zentralen Teils der Gedenkstätte ausgerufen. Es beteiligten sich 172 Architekten, darunter auch bedeutende Namen wie Walter Gropius, Charles Eames, das Büro Skidmore, Owings and Merrill, Louis I. Kahn, Eugene Mackey, Edward Stone und Kazumi Adachi. Weitere Teilnehmer waren der etablierte finnisch-amerikanische Architekt Eliel Saarinen sowie dessen 38-jähriger Sohn Eero, der am Beginn seiner Karriere stand und in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekten Dan Kiley ein von seinem Vater unabhängiges Projekt unterbreitete.
Eliel Saarinen erhielt schließlich eine nur an „E. Saarinen“ adressierte Nachricht, zu den fünf Finalisten zu gehören. Bald stellte sich das als Irrtum heraus, da in Wirklichkeit sein Sohn Eero gemeint war, der letztlich siegreich aus dem Wettbewerb hervorging.Serraino: Eero Saarinen 1910–1961, S. 27 Dieser Erfolg war Eero Saarinens Durchbruch zum international bekannten Architekten. Fachkreise und Presse würdigten seinen Entwurf für einen ursprünglich 180 Meter hoch geplanten Rundbogen am Ufer des Mississippi River als „modernes Monument, welches passend, schön und beeindruckend“ sei.Aline B. Louchheim: For A Modern Monument: An Audacious Design in der New York Times vom 29. Februar 1948 Allerdings kritisierte der Bauingenieur Gilmore David Clarke Saarinens Entwurf als zu ähnlich einem von Adalberto Libera konzipierten Bogen, den der faschistische Diktator Benito Mussolini für die 1942 in Rom geplante Weltausstellung errichten wollte. Daher könne der Bogen nicht die demokratischen Gedanken von Jefferson symbolisieren.Brown: Jefferson National Expension Memorial: The 1947–1948 Competition in Gateway Heritage Saarinen selbst begründete seinen Entwurf wie folgt:
Dieser Grundgedanke überzeugte schließlich auch die Jury, die seine Idee als unkonventionelle Umdeutung einer alten Bauform ansah, die trotzdem die Verwendung von moderner Architektur und Technik anstrebe. Allerdings wurden diese Pläne in den folgenden 15 Jahren modifiziert, unter anderem durch Saarinens Nachfolger Kevin Roche; man verlegte den Bogen etwas weiter weg vom Fluss und verbreiterte und erhöhte das Bauwerk um 12 Meter. Als weiteres Hindernis erwies sich die Verlegung von Eisenbahnschienen über das vorgesehene Gelände. Neben den baulichen Aspekten der Gedenkstätte selbst arbeitete Saarinen mit den städtischen Beamten auch in den Fragen der Flächennutzung zusammen. Er glaubte nämlich, dass der Erfolg der Gedenkstätte von der harmonischen Entwicklung der angrenzenden Viertel abhinge. Beispielsweise war ihm auch das Design der neuen Brücke über den Missouri wichtig. In der Umgestaltung sah er eine Chance zu wünschenswerten Auflagen:
Im Sommer 1959 war die endgültige Höhe des Gateway Arch noch unklar. Der Baubeginn des Bogens wurde zudem durch Bestrebungen verzögert, vierzigstöckige Wolkenkratzer auf der gegenüberliegenden Uferseite zu errichten. Kritiker sahen in den Hochhäusern eine Beeinträchtigung des Symbolcharakters der geplanten Anlage. Im Juli traf sich Saarinen mit den offiziellen Vertretern der Stadt und der Gedenkstätte, um das Höhenproblem zu lösen. Nach monatelangen Verhandlungen wurde beschlossen, die Gesamthöhe von umliegenden Gebäuden auf 27 Stockwerke bzw. 84 Meter zu beschränken, und Saarinen erhöhte den Gateway Arch von ursprünglich 180 auf 192 Meter.Zeitungsartikel im St. Louis Globe-Democrat am 22. Oktober 1959 Budgetprobleme verzögerten den Bau schließlich um ein weiteres Jahr,Roger Ernst to Stuart Symington am 11. Februar 1959, Thomas C. Hennings, Jr. Papers, file No. 4930, WHMC so dass am 23. Juni 1959 zunächst nur die Arbeiten zur Verlegung der Eisenbahnlinie durch den Bau von Tunneln begannen.
Bau des Gateway Arch mini|Nachtansicht vom östlichen Mississippiufer aus