mini|280px|Gemeindestand vor der Fusion am 5. April 2009 mini|hochkant=.7|Kirche Santi Nazaro und Celso, Glockenturm hochkant=.7|mini|Ehemaliger Kalkofen. Historisches Bild von Leo Wehrli (1922) mini|hochkant=.7|Arzo, Steinbruch an der Strasse mit Kran und Hüttchen. Historisches Bild von Leo Wehrli (1937) mini|hochkant=.7|Marmor-Steinbruch (2007)
Arzo war bis zum 4. April 2009 eine politische Gemeinde im Kreis Riva San Vitale des Bezirks Mendrisio im Schweizer Kanton Tessin.
Geographie Arzo liegt auf am Fusse des Poncione d’Arzo () im Tal des Flüsschens Gaggiolo, dessen Zuflüsse oberhalb von Arzo die Täler Valle d’Arzo sowie Val Maggiore bilden. Das Dorf liegt rund 4 km westnordwestlich von Mendrisio und rund 8 km nordwestlich von Chiasso direkt an der Grenze zu Italien. Das Siedlungsgebiet ist fast vollständig mit dem von Besazio zusammengewachsen.
Geschichte Das Dorf wurde 1335 als Arzio erstmals erwähnt. Arzo gehörte unter den Visconti, unter der schweizerischen Herrschaft und bis 1814 zum Bezirk Lugano. 1798 bildete es einen Teil der unabhängigen Republik Riva San Vitale. Der Ort war schon im Mittelalter für seine Steinbrüche bekannt. Die vielfarbigen Varietäten des „Arzo-Marmors“ („Buntmarmor“) wurden in weit über eintausend Kirchenbauten überwiegend zur Innendekoration verwendet,Francis de Quervain: Die nutzbaren Gesteine der Schweiz. Kümmerly & Frey, Bern 1969, S. 156–157, 159. beispielsweise für den Bau des Doms zu Como, 1435 für die Restaurierung der Fassade des Brolettos in Como, für den Altar der Kirche San Pietro in Astano sowie für das Relief an der Kathedrale San Lorenzo in Lugano. Das Dorf erhob eine Abgabe auf den in seinen Brüchen gewonnenen „Marmor“, der eigentlich ein Kalkstein und eine Kalksteinbrekzie, partiell zudem ein Dolomitgestein ist.Francis de Quervain: Die nutzbaren Gesteine der Schweiz. Kümmerly & Frey, Bern 1969, S. 157. In der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts musste Arzo den Herzögen von Mailand acht Wehrpflichtige stellen.
In kirchlicher Hinsicht gehörte Arzo zur Pfarrei Riva San Vitale, von der es am 15. Oktober 1630 abgelöst und zur unabhängigen Pfarrei ausgestaltet wurde; im 18. Jahrhundert schuldete es der Mutterkirche von Riva San Vitale noch einen Zins von 415 Lire, der später abgelöst wurde.Celestino Trezzini: Arzo. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 1, Ardutius – Basel, Attinger, Neuenburg 1921, S. 453 (Digitalisat).
Am 25. November 2007 wurde die Fusion der Gemeinden Arzo, Capolago, Genestrerio, Mendrisio, Rancate und Tremona von deren Stimmberechtigten gutgeheissen. Sie haben sich per 5. April 2009 zur neuen Gemeinde Mendrisio zusammengeschlossen. Arzo ist aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.Patriziato di Arzo (mit Fotos) auf patriziatoarzo.ch
Bevölkerung Zahl für 2025 lt. Città del Mendrisio
Verkehr Arzo wird hauptsächlich durch die Hauptstrasse 393 erschlossen, die das Dorf mit der nur wenige Kilometer entfernten A2 sowie mit Saltrio in Italien verbindet. Die wichtigste Verbindungsstrasse für das weiter oben im Tal gelegene Dorf Meride zweigt in Arzo von der Hauptstrasse ab.
Sehenswürdigkeiten
Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft. Pfarrkirche Santi Nazaro und CelsoSimona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 430–432.Pfarrkirche Santi Nazaro und Celso in portal.dnb.de (abgerufen am: 5. Juni 2016) Wohnhaus Bustelli (Gasthof) Öffentliches Bad Festungen Arzo-Monte Orsa-MerideFestungen Arzo-Monte Orsa-Meride (mit Fotos) auf forti.ch Museo dei boccalini e tazzini ticinesiMuseo dei boccalini e tazzini ticinesi (mit Foto) auf lanostrastoria.ch/entries/
Infrastrukturen Società di Mutuo Soccorso fra gli Operai della Lega dei Tre Castelli di Meride, Arzo e TremonaSocietà di Mutuo Soccorso fra gli Operai della Lega dei Tre Castelli di Meride, Arzo e Tremona auf libreriauniversitaria.it Al Castello Produzioni Cinematografiche SAAl Castello Produzioni Cinematografiche SA (italienisch) auf alcastello.tv
Sport Associazione Sportiva della Montagna Arzo – Besazio – Meride – TremonaAssociazione sportiva della montagna (italienisch) auf mendrisio.ch/strutture
Persönlichkeiten
Literatur
Tita Carloni, Claudio Origoni: Arzo. Memoria di pietre. Inventario dei portali del paese. Mendrisio 2007. Rinaldo Giambonini, Agostino Robertini, Silvano Toppi: Arzo. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1971, S. 21–32. Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 430–432. Giovanni Piffaretti: Pagliuzze di storia di Arzo. Mendrisio 1991; Idem: Strade e piazze di Arzo hanno un nome. Mendrisio 1997. Celestino Trezzini: Arzo. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 1, Ardutius – Basel, Attinger, Neuenburg 1921, S. 453 (Digitalisat).
Weblinks
Webauftritt der Gemeinde Mendrisio
Amt für Statistik des Kantons Tessin: Mendrisio Quartier Arzo auf der Website der Gemeinde Mendrisio (italienisch) Mendrisio-Arzo: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Mendrisio) Kategorie:Ort im Kanton Tessin Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Kategorie:Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Tessin Mendrisio Kategorie:Ersterwähnung 1335 Kategorie:Gemeindeauflösung 2009