Das FFH-Gebiet Munkbrarupau- und Schwennautal (Code-Nr.: DE-1123-305) ist ein NATURA 2000-Schutzgebiet in Schleswig-Holstein im Kreis Schleswig-Flensburg und wurde der Europäischen Kommission im Jahr 2004 zur Benennung als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung vorgeschlagen. Das Anerkennungsverfahren gem. Art. 4 und 21 FFH-Richtlinie wurde mit Beschluss der Kommission vom 13. November 2007 abgeschlossen. Das Gebiet ist in der Liste der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung für die kontinentale Region im Amtsblatt der Europäischen Union bekannt gemacht worden. Das Gebiet unterliegt dem gesetzlichen Verschlechterungsverbot des § 33 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG). Das FFH-Gebiet wird unter der Nr. 33 im Bewirtschaftungsplan nach Art. 13 der Richtlinie 2000/60/EG für die Flussgebietseinheit Schlei/Trave mit dem Code DE_PH_1123-305 gelistet. Das Fließgewässer Munkbrarupau hat gemäß Wasserrahmenrichtlinie im Oberlauf bei der Gewässerbewertung den Code ff_03_a und gilt als „erheblich veränderter Wasserkörper“ (heavily modified waterbody = HMWB), wohingegen der Unterlauf mit den Wasserkörper-Code ff_03_b als „natürliches Fließgewässer“ eingestuft wird. Die Schwennau wird auf der gesamten Länge mit dem Wasserkörper-Code ff_04 als „natürliches Fließgewässer“ eingestuft.
Gebietscharakteristik Das FFH-Gebiet „Munkbrarupau- und Schwennautal“ mit einer Größe von 102 ha liegt südlich und nordwestlich von Glücksburg. Es handelt sich um zwei räumlich getrennte Teilgebiete, die aber zu einem Auensystem gehören. Der zwischen diesen beiden Teilbereichen befindliche Rüder See, der auch „Mühlenteich“ genannt wird, und der Glücksburger Schlossteich gehören nicht zum FFH-Gebiet. Für das gesamte Schutzgebiet sind als besonders bedeutende Erhaltungsziele die Erhaltung und wenn erforderlich Wiederherstellung von folgenden Lebensraumtypen festgelegt worden:
Die Strandseen im Mündungsbereich der Schwennau Die Pflanzengesellschaft der Unterwasservegetation aus Flutenden Wasserhahnenfuß Kalkreiche Niedermoore Hainsimsen-Buchenwald als typischer deutsche Wald mit Rotbuche und einigen Eichen Schlucht- und Hangmischwälder Auenwälder mit Schwarzerle und Gemeine Esche (Erlen-Eschen-Auwälder, Weißerle, Weiden-Weichholzau) Von Bedeutung ist die Erhaltung des Waldmeister-Buchenwaldes.
Der Erhaltungszustand der Lebensraumtypen im FFH-Gebiet wird zum großen Teil der Kategorie C zugeordnet (C: ungünstig.)
Das Schutzgebiet besteht zu 22 % aus Laubwald, 1 % Salzsümpfe, -wiesen und -steppe, 4 % Binnengewässer (stehend und fließend), 12 % Moore, Sümpfe, Uferbewuchs, 6 % Trockenrasen, Steppen und 55 % feuchtes und mesophiles Grünland.
30 % des FHH-Gebietes überschneidet sich mit dem Landschaftsschutzgebiet Flensburger Förde. Dies betrifft ausschließlich das Teilgebiet Schwennautal.
Die Landesregierung hat 2017 einen umfangreichen Managementplan zur Sicherung und Weiterentwicklung dieses FFH-Gebietes aufgestellt. Ein Rechtsetzungsverfahren zur Unterschutzstellung als NSG ist derzeit nicht vorgesehen. Aber beide Teilgebiete sind als Schwerpunktbereich (Nr. 544) Bestandteil des Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems. Eine FFH-Gebietsbetreuung ist noch nicht übergeben. Der Managementplan wird im 6-Jahres-Rhythmus überprüft. Geologisch handelt es sich bei den Autälern größtenteils um ein Moränenmaterial der Grund- und Endmoränen. Es dominiert die Bodeneinheit der „Parabraunerden aus Lehm oder aus Sand über Lehm“.
FFH-Teilgebiet Munkbrarupautal mini|Munkbrarupau bei Ulstrup
Beschreibung mini|Südgrenze des FFH-Gebietes
Das FFH-Gebiet beginnt am Südwestende des Ortes Munkbrarup, wo das zuvor breite Tal sich aus der Ostwestrichtung nach Norden stark verengt. Auf 150 m Breite ragen die seitlichen Hänge bis zu 20 m hinauf. Das Fließgewässer „Munkbrarupau“ hat eine Länge von 5,3 km, davon 3,6 km auf FFH-Gebiet. Der Höhenunterschied von der Quelle bis zum Eintritt in den Rüder See beträgt 16 Höhenmeter. Beim Eintritt in das FFH-Gebiet am Süden des Schutzgebietes am Klärwerk der Gemeinde Munkbrarup hat sie bereits 1,7 km zurückgelegt. Der ökologische und chemische Zustand des Oberlaufes der Munkbrarupau, der bis zur Querung der B199 reicht, ist nicht gut. Sie biegt dann nach Norden und quert die B199. Die etwa 2 m breite Munkbrarupau ist in ihrem Tal aufgrund der ausreichenden Gefälleverhältnisse kaum reguliert worden. Sie durchfließt den oberen Talraum als typischer, flacher Wiesenbach in natürlichen Mäandern bis zum Rüder See. Der ökologische Zustand des Unterlaufes der Munkbrarupau ist noch schlechter als der des Oberlaufes. Das Wasser gelangt danach über den Glücksburger Schlossteich in die Schwennau und schließlich in die Ostsee. Die Munkbrarupau liegt nur wenige Kilometer von der Wasserscheide der Kimbrischen Halbinsel entfernt. Die 6 km südlich bei Markerup fließende Kielstau entwässert bereits über Treene und Eider in die Nordsee.
Erhaltungsgegenstand und Erhaltungsziel Im Sinne des Anhang I FFH-Richtlinie FFH-Richtlinien sind für das Teilgebiet Munkbrarupautal 5 Erhaltungsgegenstände als Erhaltungsziele festgelegt worden, siehe MP und Karte.
Analyse und Bewertung Die Erhaltungsziele wurden einer Analyse und Bewertung unterzogen, siehe MP. Der Erhaltungszustand ist kartiert worden, siehe Karte.
Maßnahmen Aus Analyse und Bewertung wurde ein umfangreicher Maßnahmenkatalog erstellt und in Maßnahmenblättern dokumentiert, siehe MP, Maßnahmenblätter und Karte.
Monitoring Alle 6 Jahre wird der Erfolg der Maßnahmen kontrolliert. Der o. a. Managementplan gibt den Stand vom 28. November 2017 wieder.
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FFH-Teilgebiet Schwennautal Beschreibung mini|Schwennau betritt das FFH-Gebiet
Das Teilgebiet Schwennautal liegt vollständig im Gemeindegebiet von Glücksburg. Es beginnt im Süden am Rande des Flensburger Staatsforstes an der Nordseite der Wilhelminenstraße, wo die Schwennau diese unterquert. Nach 150 m trifft vom Osten her der Abfluss des Glücksburger Schlossteiches die Schwennau. Das Wasser entstammt ursprünglich der Munkbrarupau. Das Gebiet folgt dem Lauf der Schwennau in 100 m bis 200 m Breite. Nach Unterquerung der Paulinenallee fließt die Schwennau in ein sich auf 300 m verbreiterndes Auental mit Schilf und Röhricht, bis sie sich schließlich in die Ostsee ergießt. Die größte Ausdehnung des Teilgebietes beträgt 1,3 km. Der ökologische und chemischer Zustand der Schwennau ist schlecht. Dies betrifft insbesondere Belastungen mit Chemikalien und Nährstoffen aus Landwirtschaft und anderen diffusen Quellen.
Erhaltungsgegenstand und Erhaltungsziele Im Managementplan für das Teilgebiet 2 Schwennautal sind der Erhaltungsgegenstand, und die Erhaltungsziele für das Gesamtgebiet definiert worden. Die vorhandenen Biotoptypen und die Lebensraumtypen wurden kartiert.
Analyse und Bewertung Die Erhaltungsziele wurden einer Analyse und Bewertung unterzogen. Der Erhaltungszustand wurde kartiert.
Maßnahmen und die sich daraus ergebenden Maßnahmen beschrieben und in Maßnahmenblättern erfasst und aktualisiert. Diese unterliegen einer ständigen Kontrolle und Anpassung.
Monitoring Alle 6 Jahre wird der Erfolg der Maßnahmen kontrolliert. Der o. a. Managementplan gibt den Stand vom 28. November 2017 wieder.
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Weitere Arten und Biotope Der Managementplan des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein für das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Munkbrarupau- und Schwennautal“ behandelt fast ausschließlich den Bereich der Flora.
Die Fauna ist nur mit dem Laubfrosch und einer Sichtung des Fischotters in beiden Teilgebieten unter „Weitere Arten und Biotope“ vertreten.
Weblinks
(PDF; 588 kB), Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein Die Lebensraumtypen und Arten (Schutzobjekte) der FFH- und Vogelschutzrichtlinie, Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 22. November 2020 (HTML) (PDF 1,5 MB), Schleswig-Holsteinische Landesforsten INTERPRETATION MANUAL OF EUROPEAN UNION HABITATS, EUROPEAN COMMISSION DG ENVIRONMENT, (englisch) April 2013 (PDF) Liste der FFH-Gebiete in Schleswig-Holstein
Einzelnachweise
Munkbrarupau und Schwennautal Kategorie:Gewässer im Kreis Schleswig-Flensburg Kategorie:Natura-2000-Gebiet Kategorie:Wees Kategorie:Munkbrarup Kategorie:Geographie (Glücksburg (Ostsee)) Kategorie:Schutzgebietsgründung 2004