Seattle Storm ist ein Basketballfranchise der Women’s National Basketball Association aus Seattle, Washington. Es wurde im Jahr 1999 gegründet und nahm zum Beginn der Saison 2000 den Spielbetrieb auf.
Der Name des Teams, Storm, bezieht sich auf das regnerische Wetter von Seattle, wo das Franchise seine Heimspiele in der Climate Pledge Arena austrägt. Da diese von 2019 bis 2021 renoviert wurde, musste man in die Angel of the Winds Arena ausweichen. Nach einem schwierigen Start in der als spielstärkste Damen-Basketball-Liga der Welt geltenden WNBA, konnte Seattle Storm 2004 erstmals die Meisterschaft gewinnen. Weitere Titel folgten 2010, 2018 und 2020, wodurch das Team zu den erfolgreichsten aktiven Mannschaften der WNBA zählt. Die erfolgreichsten Spielerinnen des Franchises sind Sue Bird, die zwischen 2002 und 2022 im Team spielte, und Lauren Jackson, welche von 2001 bis 2012 im Team spielte. Bird war an allen vier Titelgewinnen beteiligt, Jackson an zwei.
Das Franchise wechselte seit seiner Gründung mehrfach den Besitzer und war bis 2008 immer gemeinsam mit dem NBA-Team Seattle SuperSonics im Besitz der gleichen Gesellschaft. 2008 wurde es das siebente unabhängige Franchise der Liga und ist seither im Besitz einer Eigentümergruppe rund um vier lokale Geschäftsfrauen (Force 10 Hoops, LLC), die mit dem Erwerb den Verbleib des Franchise in Seattle sicherten.
Geschichte Gründung und Start in der WNBA (1999 bis 2000) Aufgrund der Auflösung der American Basketball League im Jahr 1998 mussten die Seattle Reign ihren Spielbetrieb einstellen, wodurch die Stadt Seattle nach einer möglichen Alternative zu den Reign suchte. Nach der Ankündigung der Women’s National Basketball Association, die Liga im Juni 1999 um vier Mannschaften zu erweitern, sendete der damalige Bürgermeister der Stadt, Paul Schell, einen Brief an The Ackerley Group, damaliger Eigentümer der Seattle SuperSonics, mit der Bitte, sich für ein Damenbasketball-Franchise in der WNBA zu bewerben. Im Gegenzug war Schell bereit, die Miete für die KeyArena zu senken. Das Unternehmen rund um Barry Ackerley zeigte zwar Interesse an dem Angebot, lehnte es aber vorerst ab. In weiterer Folge knüpfte The Ackerley Group eine mögliche Bewerbung für ein WNBA-Franchise an vier Bedingungen. Die Stadt war bereit, drei der vier Punkte zu erfüllen (diese drei Punkte bezogen sich rein auf die Einnahmen und Ausgaben bei WNBA-Spielen), lehnte jedoch die Forderung zur Veranstaltung eigenständiger Konzerte in der KeyArena durch die The Ackerley Group ab. Trotz dieser Uneinigkeit beauftragte The Ackerley Group im Juni 1999 Karen Bryant mit der Sicherstellung eines WNBA-Franchise für die Unternehmensgruppe. Bryant war bereits zuvor als General Manager bei den Seattle Reign tätig. Im Juni 1999 verkündete Val Ackerman, damalige Präsidentin der WNBA, dass Seattle ein WNBA-Franchise bekommt, sofern bis zum 15. Oktober 1999 mindestens 5.500 Saisontickets verkauft werden. Im Juli ernannte die Klubführung Lin Dunn, die zuvor die Portland Power trainierte, zur ersten Trainerin und Managerin des Franchise. mini|Lin Dunn war die erste Trainerin und Managerin des Franchise Am 13. Oktober kam es zwischen der Stadt Seattle und The Ackerley Group nach langen Diskussionen zu einer Einigung bezüglich der Vermietung der KeyArena. In diesem Zusammenhang erließ die Stadt The Ackerley Group einen Großteil der offenen Kosten, die aufgrund des Lockouts in der NBA-Saison 1998/99 entstanden waren. Bis zum 15. Oktober verkaufte The Ackerley Group über 7.200 Saisontickets (1.700 mehr als benötigt), wodurch die Auflage der WNBA erfüllt und die Gründung eines WNBA-Franchise für Seattle gesichert wurde. Beim Verkauf der Saisontickets gab es auch Unterstützung von bekannten Persönlichkeiten, so kaufte unter anderem Gary Payton für sich und seine Familie Saisontickets. Zudem wurde versucht, durch gezielte Veranstaltungen den Ticketverkauf zu steigern – beispielsweise dribbelten Lin Dunn und Karen Bryant einen WNBA-Basketball 5,5 Meilen (ca. 8,85 Kilometer) durch die Innenstadt von Seattle. Am 22. Oktober wurde die Gründung aller vier neuen Franchises von der WNBA offiziell bestätigt. Nach der erfolgreichen Gründung wurden im Dezember beim Expansion Draft mit Edna Campbell, Sonja Henning, Angela Aycock, Nina Bjedov, Toni Foster und Charmin Smith die ersten Spielerinnen verpflichtet. Zu Beginn des Jahres 2000 wurde mit Storm der Name des Franchise bekanntgegeben. Wenige Tage nach der Bekanntgabe des Teamnamens wurde das Teamlogo vor über 2.000 Saisonticketkäufern in der KeyArena veröffentlicht. Am 25. April nahm Seattle Storm erstmals am WNBA Draft teil. Mit dem neunten Wahlrecht entschied sich das Franchise für die Tschechin Kamila Vodičková. In den weiteren Runden sicherte sich das Team unter anderem die Rechte an Charisse Sampson, Kirra Jordan und Katrina Hibbert.
Die Saison 2000 begann Seattle Storm – wie bei Expansion Teams üblich – mit einem sportlich schwach besetzten Kader. Im ersten WNBA-Spiel am 31. Mai 2000 unterlag das Team den Sacramento Monarchs mit 60:76 Punkten. Katrina Hibbert verwandelte dabei den ersten Feldkorb der Franchise-Geschichte. Ihr erstes Heimspiel bestritt das Team bereits am Folgetag gegen den amtierenden Meister aus Houston. Das Heimspiel, bei dem auch das Team-Maskottchen Doppler vorgestellt wurde, gewannen die Houston Comets mit 77:47 in Punkten. Nachdem die ersten vier Spiele verloren gingen, gelang dem Franchise der erste Sieg am 13. Juni im Auswärtsspiel gegen die Charlotte Sting. Vier Tage darauf gewann das Team sein erstes Heimspiel gegen die Los Angeles Sparks. Das Franchise gewann insgesamt lediglich sechs von 32 Spielen und beendete damit die Saison als schlechtestes Team der Liga.
Erste Jahre (2001 bis 2002) mini|Spielerinnen von Seattle Storm im Jahr 2002 Vor Beginn der Saison 2001 wurde Seattle Storm gemeinsam mit den Seattle SuperSonics für 200 Millionen Dollar an The Basketball Club of Seattle, einer privaten Investorengruppe rund um Howard Schultz, verkauft. Da das Team die vergangene Saison mit der schlechtesten Bilanz der Liga beendete, wurde ihm das erste Wahlrecht beim Draft 2001 zugesprochen. Das Franchise entschied sich beim Draft für die 19-jährige Australierin Lauren Jackson, die bei den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney erstmals auf sich aufmerksam machte, als sie die australische Basketballnationalmannschaft bis ins Finale führte. Lin Dunn äußerte sich nach dem Draft über die Australierin: „Lauren Jackson is not only the top player in this year’s draft, she is one of the elite players in the world.“ (sinngemäße Übersetzung: „Lauren Jackson ist nicht nur eine der besten Spielerinnen des diesjährigen Drafts, sie gehört zur Spielerelite der Welt.“). Die zweite Saison begann für den Klub mit einem Heimsieg über die Phoenix Mercury. In diesem Spiel erzielte sie mit 21 Punkten die meisten Punkte. Am 11. Juli fand das alljährliche All-Star Game der Liga statt, zu dem Jackson als erste Spielerin des Franchise nominiert wurde. Obwohl Seattle Storm mit vier Siegen in den ersten sechs Spielen gut in die Saison gestartet war, reichte es am Ende nur zu zehn Siegen in 32 Spielen, was erneut die schlechteste Bilanz der Liga darstellte.
Die Reihenfolge für den Draft 2002 wurde am 13. November 2001 durch die Draft-Lotterie bestimmt. Da es sich hierbei um eine gewichtete Lotterie handelt, hatte der Klub aufgrund der schlechtesten Bilanz der Liga die besten Chancen das erste Wahlrecht zu erhalten und gewann schließlich die Lotterie. Man entschied sich dann für Sue Bird, den Point Guard der University of Connecticut, und erhoffte sich mit der Verpflichtung eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum Vorjahr. Obwohl Bird die in sie gesteckten Erwartungen erfüllen konnte, startete der Klub mittelmäßig in die Saison 2002. Die reguläre Saison beendete das Franchise letztendlich mit 17 Siegen in 32 Spielen, womit es erstmals den Großteil seiner Spiele gewann. Damit belegte die Mannschaft den vierten Platz der Western Conference und qualifizierte sich somit erstmals für die Playoffs. Dort traf Seattle Storm in der ersten Runde auf die in der Setzliste an erster Stelle stehenden Los Angeles Sparks. Die Sparks gewannen die Serie klar mit 2:0 Spielen. Trotz dieser Niederlage war mit dem Erreichen der Playoffs und den soliden Leistungen von Jackson und Bird, die beide für das All-Star Game nominiert wurden, ein klarer Aufwärtstrend erkennbar.
Am 13. September 2002 trat Dunn als Cheftrainerin und Managerin von Seattle Storm zurück. In der Folge übernahm Bill McKinney den Posten des Managers und wurde auch mit der Trainersuche beauftragt. Mitte Dezember stellte die Klubführung mit Anne Donovan die neue Trainerin des Franchise vor.
Gewinn der ersten Meisterschaft (2003 bis 2004) mini|hochkant=0.8|Anne Donovan, Trainerin des Franchise von 2003 bis 2007 Vor der Saison 2003 stellten mit den Miami Sol und Portland Fire zwei Franchises ihren Spielbetrieb ein. Die Auflösungen nutzte das Franchise, indem es mehrere Spielerinnen der beiden Mannschaften verpflichtete. Aufgrund des Umbruchs im Franchise war die Erwartungshaltung von Donovan zu Beginn der Saison eher gering. Sie selbst vertrat die Ansicht, dass die Mannschaft ihr volles Potenzial nicht vor Juni ausnutzen würde. Nach einem schwachen Start in die Saison arbeitete sich Seattle langsam in die Playoff-Ränge vor. Obwohl der Klub die Saison erneut mit einer positiven Bilanz beendete (18 Siege in 34 Spielen), qualifizierte er sich letztendlich nicht für die Playoffs. Jackson beendete die Saison mit einem Punkteschnitt von 21,2 (bester Schnitt der Liga), sowie einem Reboundschnitt von 9,3 (viertbester Schnitt der Liga). Für ihre herausragenden Leistungen wurde sie am Ende der Saison mit dem Most Valuable Player Award ausgezeichnet. Seattle Storm hatte im Laufe der Saison viel Verletzungspech, so spielte Bird, die gemeinsam mit Jackson in das All-WNBA First Team und All-Star Game gewählt wurde, die meiste Zeit mit einer Knieverletzung. Zudem musste Kamila Vodičková, die ihre bisher beste Saison spielte, die Saison aufgrund eines Supinationstraumas im linken Fuß vorzeitig beenden.