Munisípiu Bobonaru (tetum)Município de Bobonaro (port.)320px|Landschaft zwischen Balibo und Maliana Daten HauptstadtMaliana Fläche1.378,10 km²Direcção-Geral de Estatística: , abgerufen am 23. November 2016. Einwohnerzahl (2022)106.638Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022. Zahl der Haushalte (2022)20.820 ISO 3166-2TL-BOVerwaltungsämter Einwohner FlächeAtabae 12.938 251,84 km²Balibo 17.619 295,97 km²Bobonaro 25.374 212,50 km²Cailaco 10.328 208,02 km²Lolotoe 7.691 172,72 km²Maliana 32.689 237,04 km² Karte320px|Übersichtskarte Bobonaro
Bobonaro () ist eine Gemeinde von Osttimor. Sie ist nach ihrer ehemaligen Hauptstadt Bobonaro benannt. Die Gemeinde liegt an der Nordküste Timors und grenzt im Westen an den Nachbarstaat Indonesien. Bobonaro wird durch das Flusssystem des Lóis geprägt, in dessen Ebenen Reis angebaut wird. Im Süden steigt das Bergland bis auf eine Höhe von an. 1975 gehörte Bobonaro zu jenen Regionen Osttimors, die von den Indonesiern noch vor Beginn der offenen Invasion am 7. Dezember besetzt wurden. Dabei kamen auch fünf westliche Journalisten ums Leben, die „Balibo Five“.
Name Für die Herkunft des Namens der Gemeinde gibt es verschiedene Erklärungen. Das Wort „Buburbnaru“ in Tetum bedeutet übersetzt „großer Eukalyptus“.Geoffrey Hull: abgerufen am 28. September 2014.
Aus dem Bunak stammt „Ho“ () und „Nalu“, die Bezeichnung für einen traditionellen, geflochtenen Korb, der auch „Bote“ oder „Taan“ genannt wird. Dieser wird mit einem Riemen an der Stirn auf dem Rücken getragen. Zusammen bedeuten die Wörter „Korb des Blutes“, beziehungsweise „Korb des Lebens“.Timor-Leste Portal Municipal: , abgerufen am 6. September 2020.
Die Kemak-Worte „Bobo“ () und „Naru“ () beziehen sich auf einen sicheren Ort, an dem man sich lange verstecken kann.
Geographie Überblick mini|links|In der Aldeia Anahun mini|Stützpunkt der Grenzpolizei in Gildapil mini|Oktober in Ilat-Laun
Bobonaro hat seit der Gebietsreform 2015 eine Fläche von 1378,10 km² (davor 1380,82 km²). (PDF; 2,7 MB) Hauptort der Gemeinde ist die Stadt Maliana. Die Gemeinde teilt sich in die sechs Verwaltungsämter Atabae, Balibo, Bobonaro, Cailaco, Lolotoe und Maliana. Diese unterteilen sich wiederum in 50 Sucos und 194 Aldeias.
Die Gemeinde Bobonaro liegt im Nordwesten Osttimors an der Sawusee. Von Süd nach Nord durchzieht, aus Westtimor kommend, der Fluss Nunura die Gemeinde und mündet schließlich in den Lóis, der im Nordosten die Grenze zur Gemeinde Liquiçá und im Osten zum Teil zur Gemeinde Ermera bildet. Die Quellflüsse des Nunura, Talau und Malibaka, bilden im Westen einen Großteil der Grenze zum indonesischen Westtimor, das zur Provinz Ost-Nusa-Tenggara gehört. In den Nunura mündet der von Osten kommende Bulobo, wo Maliana, Atabae und Cailaco aufeinandertreffen. Im Südosten hat Bobonaro auch ein kurzes Stück gemeinsame Grenze mit der Gemeinde Ainaro. Südlich liegt die Gemeinde Cova Lima. Nahe dem Küstenort Batugade liegt Mota’ain, der wichtigste Grenzübergang zwischen Osttimor und Indonesien.
Bobonaro besteht aus drei Ebenen. Die Tieflandebene im Nordwesten besteht aus kargem Land und Reisfeldern und nimmt den Raum von der Küste bis zum Nunura ein. Im Westen erstreckt sich eine Ebene bis auf Höhe. Die Hochlandebene reicht bis . Berge im Inneren der Gemeinde sind der Tapo (), der Leolaco (), der Luhito (), der Foho Malitoli (), der Leber () und der Tulo ().Bobonaro District Development Plan 2002/2003, S. 5.Profil des Distrikts 2012, S. 8 (tetum; PDF) Höchster Punkt ist aber im Osten der Foho Bacusaga () an der Grenze zu Ainaro. Bobonaro war in der Kolonialzeit wegen seiner kühlen Bergwelt und heißen Quellen ein beliebtes Ausflugsziel. Neun Prozent der Gemeindefläche sind bewaldet.Bobonaro District Development Plan 2002/2003, S. 25 An der Küste liegt die 27.848 Hektar große Important Bird Area des Be Malae () und Atabae, die aus Wald und Feuchtgebieten besteht.
Klima mini|April im Suco Guenu Lai
Von November und bis März fallen in der Regenzeit über 1000 mm Niederschlag. In Lolotoe fällt mit 2837 mm die größte jährliche Niederschlagsmenge des Landes. In den sieben Monaten Trockenzeit regnet es fast nicht. Generell liegen die Temperaturen zwischen 18 und 32 °C. Mit steigender Höhe sinkt die Temperatur um etwa 0,5 °C pro .
Entfernungen mini|Die Weißen Klippen beim Dorf Odomau Foho
Entfernungen [km]Baucau em Numeros 2019, abgerufen am 20. August 2021. Ort Aidabaleten Balibo Bobonaro Lolotoe Maliana Marko (Cailaco) Aidabaleten 27 67 99 47 59 Balibo 27 40 72 20 32 Bobonaro 67 40 32 20 32 Lolotoe 99 72 32 52 64 Maliana 47 20 20 52 12 Marko (Cailaco) 59 32 32 64 12
Maliana liegt von der Landeshauptstadt Dili 138 Kilometer entfernt.
Fauna mini|Timor-Flugdrache beim Fort Balibo
In den letzten Jahren sind, wie auch woanders auf den Kleinen Sundainseln, Schwarznarbenkröten (Bufo melanostictus) auch nach Bobonaro eingewandert. Einheimische Froschlurche sind der Weißbart-Ruderfrosch (Polypedates leucomystax) und nicht eingeordnete Vertreter der Reisfrösche (Fejervarya).
Größter Vertreter der Geckos in Bobonaro ist der Tokeh (Gekko gecko). Daneben gibt es den Indopazifischen Gecko (Hemidactylus cf. garnotii), den Gewöhnlichen Vierkrallengecko (Gehyra mutilata) und einen nicht näher beschriebenen Bogenfingergecko (Cyrtodactylus sp.). Auffällig grün ist der Elbert-Smaragdskink (Lamprolepis smaragdina cf. elberti).
Die Insel-Bambusotter (Trimeresurus insularis) ist eine einheimische Giftschlange, zur Küste hin sind die Kapuzen-Wolfszahnnatter (Lycodon capucinus) und Hundskopf-Wassertrugnatter (Cerberus schneiderii) bekannt.Mark O’Shea u. a.: In: Asian Herpetological Research. 2015, 6(2): S. 73–131., abgerufen am 17. Juli 2015.
Einwohner mini|Jungen in Maliana mini|Entwicklung der Einwohnerzahl in Bobonaro
In der Gemeinde leben 106.638 Menschen (2022, 2011: 96.709, abgerufen am 5. Mai 2013). Dabei sind die Verwaltungsämter Bobonaro und Maliana dichter besiedelt. In der Stadt Maliana leben 13.078 Menschen. Von den Einwohnern der Gemeinde sind 53.704 Männer und 52.935 Frauen. Auf 101 Männern kommen 100 Frauen Zwischen 2015 und 2022 lag das jährliche Bevölkerungswachstum bei 1,2 %. Der Landesdurchschnitt liegt bei 1,8 %. Zwischen 1990 und 2004 wuchs die Zahl der Einwohner jährlich nur um 0,16 %. Allerdings wanderten viele Einwohner in andere Landesteile ab, vor allem in die Landeshauptstadt Dili. Über 8000 Einwohner Dilis im Jahr 2004 wurden in Bobonaro geboren. (PDF; 14 MB)
Der Altersdurchschnitt liegt bei 18,9 Jahren (2010). Hatte 2004 in Balibo jede Frau durchschnittlich 6,17 Kinder, stieg die Anzahl über 6,46 in Lolotoe, 6,53 in Maliana, 6,60 Kinder in Atabae und 7,19 Kinder in Bobonaro bis auf 8,32 Kinder pro Frau in Cailaco an (Landesdurchschnitt 6,99). Die Kindersterblichkeit lag 2002 in Balibo bei 94 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten (1996: 110), in Maliana bei 106 (121), in Atabae bei 109 (87), in Lolotoe bei 117 (145), in Cailaco bei 118 (109) und in Bobonaro bei 149 (179). Der Landesdurchschnitt betrug 98. Atabae und Cailaco sind damit zwei von 14 Verwaltungsämtern, in denen entgegen dem Landestrend die Mortalität bei Kindern anstieg. Bobonaro ist einer der acht Verwaltungsämter mit der höchsten Kindersterblichkeit des Landes.
mini|Kinder in Rairobo mini|Männer aus Lourba
44,3 % der Bevölkerung spricht als Muttersprache die Nationalsprache Kemak. 25,1 % sprechen Bunak (die größte Sprachgruppe in den Verwaltungsämtern Bobonaro, Lolotoe und im Süden von Maliana), 25,7 % Tetum, 4,1 % Bekais (im Verwaltungsamt Balibo). Berücksichtigt man auch die Zweitsprachen, so sprachen 2015 92,3 % Tetum, 37,6 % Bahasa Indonesia, 30,2 % Portugiesisch und 12,2 % Englisch.
Der Südosten Bobonaros bildet zusammen mit dem Nordosten von Cova Lima das Kernland der Bunak.Antoinette Schapper: , S. 163–186, in: Andrew McWilliam, Elizabeth G. Traube: Land and Life in Timor-Leste: Ethnographic Essays, 2011 Hier stellen sie in den Sucos meist eine Bevölkerungsmehrheit von über 90 %.vgl. Zahlen und Nachweise in den einzelnen Artikeln Im Nordosten des Kernlands verwenden die Bunak als Eigenbezeichnung für sich und ihre Sprache sogar die Wörter Gaiq oder Gaeq, was sich von Mgai, der Fremdbezeichnung durch die Kemak ableitet. Laut der mündlichen Überlieferung der dortigen Bunak gehörten sie früher zum Reich von Likusaen (Likosaen), das mit dem heutigen Liquiçá sein Zentrum im Gebiet der Tokodede und Kemak hatte. Gerade dieses Reich soll für den starken linguistischen Einfluss des Kemaks auf die Sprache der Bunak verantwortlich sein. In das Flachland, südlich von Maliana, wanderten die Bunak erst vor wenigen Generationen aus dem Hochland ein, vermischten sich zum Teil mit dort lebenden Tetum und Atoin Meto und gründeten mehrere Dörfer. Auch hier bilden sie die Bevölkerungsmehrheit. Im Nordteil von Maliana und einem Großteil von Balibo wird hauptsächlich Tetum Prasa gesprochen, nach Süden hin gibt es Minderheiten mit Tetum Terik als Muttersprache. Im Südosten von Balibo wird mehrheitlich Bekais gesprochen und die Kemak dominieren den gesamten Norden der Gemeinde. Sie stellen die Mehrheit in den Verwaltungsämtern Atabae, Balibo und Cailaco. In Marobo und Obulo vermischten sich Kemak mit den dortigen Bunak. Dies führte zu kulturellen Unterschieden der Kemak im Vergleich zu ihren Nachbarn in Atsabe.Andrea K. Molnar: Died in the service of Portugal.
2004 waren 99,6 % der Einwohner Katholiken, 0,2 % Anhänger der traditionellen, animistischen Religion Timors, 0,1 % Protestanten und 0,2 % Muslime. (PDF; 14,8 MB) Bei der Volkszählung 2015 zählte man 99,7 % Katholiken, 0,17 % Protestanten, 0,08 % Muslime und nur noch 21 Animisten.
Von den Einwohnern, die drei Jahre oder älter sind, besuchten 2015 36,5 % eine Schule. 26,8 % hatten die Schule verlassen. Nie eine Schule besucht haben 35,3 %, was mehr als 6 % über den Landesdurchschnitt liegt. 5,4 % der Einwohner Bobonaros haben nur die Vorschule besucht, knapp ein Drittel nur die Grundschule. Weiterführende Schulen haben ein Fünftel der Einwohner abgeschlossen. Ein Diplom oder abgeschlossenes Studium können nur 3,0 % vorweisen; auch hier sind die Zahlen schlechter als im Landesdurchschnitts. Die Analphabetenrate betrug 2015 23,3 % (Frauen: 22,6 %; Männer: 24,0 %). 2004 lag sie noch bei 64,1 %.
Schulbildung Schulabschluss in der Schule Schule beendet nie in einer Schule Vorschule Grundschule Prä-Sekundär Sekundär Diplom/Fach-hochschule Universität Kein Abschluss Frauen 35,4 % 24,5 % 38,7 % 5,2 % 29,6 % 10,7 % 9,8 % 0,4 % 1,9 % 0,9 % Männer 37,6 % 29,1 % 31,9 % 5,6 % 33,5 % 10,2 % 11,3 % 0,8 % 2,9 % 0,9 % gesamt 36,5 % 26,8 % 35,3 % 5,4 % 31,5 % 10,4 % 10,5 % 0,6 % 2,4 % 0,9 %
Geschichte
Kolonialzeit mini|links|Portugiesische 5. Kavallerieschwadron von Bobonaro (1969) mini|Bobonaro am Anfang des 20. Jhdt. mini|Fort von Balibo Im 17. Jahrhundert bauten die Portugiesen in Balibo eine große Festung und 1655 in Batugade ein kleineres Fort zum Schutz ihrer kolonialen Ansprüche auf Timor. Während das Fort in Batugade im 20. Jahrhundert als berüchtigtes Gefängnis diente, blieb die Festung in Balibo bis zum Abzug der Portugiesen 1975 ein Militärposten und Verwaltungssitz.