Munisípiu Ainaru (tetum)Município de Ainaro (port.)300px|Regenzeit in Maubisse DatenHauptstadtAinaroFläche802,59 km²Direcção-Geral de Estatística: , abgerufen am 23. November 2016.Einwohnerzahl (2022)73.115Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022.Zahl der Haushalte (2022)12.328ISO 3166-2:TL-ANVerwaltungsämterEinwohner FlächeAinaro17.786237,65 km²Hato-Udo11.618246,99 km²Hatu-Builico15.134129,34 km²Maubisse28.577191,60 km² Karten320px|Übersichtskarte der Gemeinde Aileu320px|Administrative Aufteilung

Ainaro () ist eine Gemeinde in Osttimor. Sie liegt südlich der Landeshauptstadt Dili und reicht vom zentralen Bergrücken der Insel Timor mit fast bis zu den Schwemmebenen der Südküste an der Timorsee. Die Mambai sind in Ainaro die dominierende Ethnie. Daneben leben dort Bunak, Kemak und Tetum.

Name Der Name der Gemeinde leitet sich von „Ai Naruk“ ab, dem Mambai-Wort für „hoher Baum“.Geoffrey Hull: abgerufen am 28. September 2014. Dies verweist auf die Ai-Kapiri-Bäume, die in der Region wachsen. Durch die Portugiesen wurde der Name zu „Ainaro“ verballhornt. Der traditionelle Name für die Region „Or Luli“ (Mambai für „heiliger Baum“) wird heute noch von den Lian Nain bei Zeremonien verwendet, zum Beispiel bei der Sergala, mit der wichtige Gäste begrüßt werden.Timor-Leste Portal Municipal: , abgerufen am 6. September 2020.

Geographie mini|links|hochkant|Ortschaften und Flüsse in Ainaro (Grenzen von vor 2015)

Übersicht Wie die anderen Gemeinden Osttimors wurde auch Ainaro bis 2014 noch als „Distrikt“ bezeichnet. Ihm untergeordnet sind die „Verwaltungsämter“, die bis dato „Subdistrikte“ genannt wurden. Die Gemeinde Ainaro teilt sich in die Verwaltungsämter Ainaro, Hato-Udo, Hatu-Builico und Maubisse. Während der indonesischen Besatzungszeit wurde um 1977 der damalige Subdistrikt Turiscai abgetrennt und dem Distrikt Manufahi angeschlossen, wofür Hato-Udo 1978 von Manufahi zu Ainaro wechselte. 2003 wurde der Subdistrikt Mape-Zumalai von Ainaro abgetrennt und dem Distrikt Cova Lima zugeschlagen.Plano Estratégico de Ainaro, S. 19.News "Roman Ba Sosiedade" ARS: MANUFAHI :" PROSÉSU ESTABELEZEMENTU ADMINISTRASAUN MUNISÍPIU MANUFAHI" (Díariu ARS,03-08-2023), 3. August 2023, abgerufen am 3. August 2023.

Hauptstadt der Gemeinde ist das gleichnamige Ainaro. In ihr leben 5.217 Menschen. In der Stadt Maubisse sind es 3.370.

Ainaro hat eine Fläche von 802,59 km² und liegt an der Südküste Osttimors, an der Timorsee. Im Südosten befindet sich der Ponta Lalétec. Im Norden grenzt es an die Gemeinde Aileu, im Osten an Manufahi, im Südwesten an Cova Lima, im Westen an Bobonaro und im Nordwesten an Ermera. 45 % der Fläche der Gemeinde liegen über , weitere 36 % über . In Richtung Süden fällt das Land zum Meer hin ab und wird zu Flachlandsavannen. Im Norden und im Zentrum Ainaros herrscht Bergland mit mehreren hohen Erhebungen vor, wie dem Ailora (), Suro-lau (), dem Mamalau (Manlau, ) und den Cablac-Bergen ().Plano Estratégico de Ainaro, S. 70. Vom Verwaltungsamt Hatu-Builico führt eine Aufstiegsroute in die Ramelau-Berge auf den Tatamailau (), Timors höchsten Berg, dessen Gipfel jenseits der Ostgrenze im benachbarten Ermera liegt. Das Gebiet um den Tatamailau ist wegen seiner Bedeutung für die Vogelwelt als Important Bird Area eingestuft. Seit 2000 sind der Gipfel des Saboria (über ) und die umliegenden Wälder ein Wildschutzgebiet. (PDF-Datei; 39 kB) Östlich der Hauptstadt Ainaro befindet sich der Nationalpark Kay Rala Xanana Gusmão, der bis in die Nachbargemeinde Manufahi reicht. (PDF-Datei; 39 kB)Government of Timor-Leste: Timor-Leste builds National Park Kay Rala Xanana Gusmão, 26. Oktober 2015, abgerufen am 11. November 2015.

Wichtigster Fluss ist der Belulik (Bé-lulic), der von Nord nach Süd den Großteil der Gemeinde durchfließt und dessen zahlreiche Quellflüsse im Bergland von Ainaro entspringen. Im Südosten bildet der Caraulun (Carau-úlun) mit seinen zahlreichen Flussinseln die Grenze zu Manufahi. Teilweise entspringen seine Quellflüsse im Verwaltungsamt Maubisse, im Norden Ainaros. Im Westen fließt der Mola entlang der Grenze zu Cova Lima, bevor er dorthin schwenkt.

Klima mini|Das Straßennetz leidet in der Regenzeit jedes Mal

Die Regenzeit fällt zwischen Oktober und Juni. Etwa zur selben Zeit steigen auch die Temperaturen an. Der kälteste Monat ist der August. In der Hauptstadt Ainaro können die Temperaturen dann auf knapp 15 °C fallen, im gebirgigen Maubisse sogar noch tiefer.Plano Estratégico de Ainaro, S. 25.

Entfernungen Entfernungen [km], abgerufen am 12. Februar 2022. Ort Ainaro Hato-Udo Hatu-Builico Maubisse Ainaro 26 54 72 Hato-Udo 26 80 98 Hatu-Builico 54 80 34 Maubisse 72 98 34

Die Stadt Ainaro liegt von der Landeshauptstadt Dili 116 Kilometer entfernt.

Fauna Einige auffällige Vertreter der Reptilien Timors, wie der Timor-Flugdrache, der Elbert-Smaragdskink oder der Tokeh, fehlen in Ainaro. Dafür fand man in Maubisse bisher unbekannte Arten von Glatten Nachtskinke (Eremiascincus) und Regenbogen-Skinke (Carlia) und nicht näher bestimmte Waldskinke (Sphenomorphus). Passend zum Namen wurde wohl in Pflanzenkübeln die Blumentopfschlange (Indotyphlops braminus) in die Bergwelt Maubisses eingeschleppt.Mark O’Shea u. a.: Herpetological Diversity of Timor-Leste Updates and a Review of species distributions. In: Asian Herpetological Research. 2015, 6(2): S. 73–131., abgerufen am 17. Juli 2015.

Bei den Amphibien Timors fehlen in Ainaro die sonst allgemein verbreiteten Reisfrösche (Fejervarya). Auch die in den letzten Jahren in Timor eingewanderte Schwarznarbenkröte (Bufo melanostictus) hat Ainaro noch nicht erreicht. Dafür konnte der Weißbart-Ruderfrosch (Polypedates leucomystax) nachgewiesen werden.

Einwohner mini|links|Mambai aus dem Verwaltungsamt Maubisse mini|Marktfrau in der Stadt Maubisse mini|links|Mann aus Mauchiga mini|Entwicklung der Einwohnerzahl in Ainaro

Im Verwaltungsamt Ainaro leben 73.115 Menschen (2022, 2011: 62.171), wobei die nördlichen Verwaltungsämter deutlich dichter bevölkert sind, als das südliche Flachland. Von den Einwohnern sind 9.063 Männer und 8.723 Frauen. Auf 105 Männern kommen 100 Frauen Mit 2,1 % hat Ainaro, bezogen auf die Jahre 2015 bis 2022, das vierthöchste jährliche Bevölkerungswachstum in Osttimor. Der Landesdurchschnitt liegt bei 1,8 %. Zwischen 1990 und 2004 wuchs die Zahl der Einwohner jährlich noch um 1,36 %. (PDF; 14 MB)

Der Altersdurchschnitt liegt bei 16,7 Jahren (Stand: 2010). (PDF; 2,7 MB) Hatte 2004 in Hato-Udo jede Frau durchschnittlich 6,03 Kinder, stieg die Anzahl nach Norden über 8,09 Kinder in Ainaro und 8,38 Kinder in Hatu-Builico, bis auf 9,35 Kinder pro Frau in Maubisse an (Landesdurchschnitt 6,99). Die Kindersterblichkeit lag 2002 in Hatu-Builico bei 186 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten (1996: 193), in Maubisse bei 122 (188), in Hato-Udo bei 98 (115) und in Ainaro bei 79 (141). Der Landesdurchschnitt betrug 98. Das Verwaltungsamt Ainaro kann auf einen der stärksten Rückgänge bei der Kindersterblichkeit landesweit verweisen.

62,4 % (Volkszählung 2015) der Bevölkerung spricht die Nationalsprache Mambai als Muttersprache. 29,1 % Bewohner Ainaros sprechen Tetum und 7,5 % Bunak, vor allem in den Sucos Cassa, Mau-Nuno und Foho-Ai-Lico. Etwa 400 Einwohner (0,7 %) nennen Kemak als ihre Muttersprache. Sie leben vor allem in den Sucos Mau-Ulo und Leolima.Plano Estratégico de Ainaro, S. 25. Berücksichtigt man auch die Zweitsprachen, so sprachen 2015 92,9 % Tetum, 30,6 % Bahasa Indonesia, 30,1 % Portugiesisch und 13,3 % Englisch. In Mau-Nuno leben in einem Dorf, das erst während der indonesischen Besatzungszeit aus drei Dörfern zusammengefasst wurde, 60 % Tetum mit 30 % Bunak und 10 % Mambai.Antoinette Schapper: Finding Bunaq. S. 178–179.Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Mau-Nuno (tetum; PDF; 8,2 MB)

Im Süden von Ainaro leben die Bunak vor allem mit den Mambai zusammen. Am Dialekt der Bunak erkennt man ihre Herkunft aus dem Nordosten ihres Sprachgebiets. Durch den engen Kontakt mit den Mambai sind die meisten Bunak hier zweisprachig mit dieser malayo-polynesischen Sprache und auch ihre Muttersprache zeigt Einflüsse des Mambai.Antoinette Schapper: Finding Bunaq. S. 177–178. Im Suco Cassa bilden die Bunak mit einem Bevölkerungsanteil von 55 % die Mehrheit, neben Tetum und einer kleinen Minderheit Mambai.Antoinette Schapper: Finding Bunaq. S. 179. (tetum; PDF; 8,2 MB). Auch in Foho-Ai-Lico stellen die Bunak die Mehrheit. Nach mündlichen Überlieferungen stammen sie ursprünglich aus dem westlichen Ainaro, den sie aufgrund von Konflikten mit anderen Bunak in der portugiesischen Kolonialzeit verließen. Die sprachlichen Besonderheiten der drei Bunakgruppen in Ainaro lassen eine gemeinsame Herkunft vermuten.

Diese Herkunft ist umstritten. Während Teile der Bunak angeben, sie seien erst später in die Region eingewandert, beanspruchen andere für sich, sie seien die ursprünglichen Bewohner. Allerdings haben alle Bunaksiedlungen austronesische Ortsnamen, was auf eine ursprünglich malayo-polynesische Besiedlung hinweisen würde. So sind Ortsnamen, die mit Mau beginnen (Mau-Nuno, Mau-Ulo, Maubisse) typisch für die Siedlungsgebiete der Mambai, Kemak und Tokodede. Im Kernland der Bunak weiter westlich kommt ein solcher nicht vor. Andere Ortsnamen sind eindeutig Mambai-Herkunft, wie zum Beispiel Beikala. Bei bedeutet „Großeltern“, kala „Vorfahren“.

mini|Marienschrein bei Maubisse

Neben den drei Hauptgruppen der Bunak in Ainaro, gibt es noch zwei weitere, kleinere Gruppen, die erst in der indonesischen Besatzungszeit aus der Region um Zumalai (Gemeinde Cova Lima) hierher umgesiedelt wurden. Die erste Gruppe lebt in den Dörfern Civil (Sivil) und Lailima (beide im Suco Cassa). Im Suco Leolima leben in Hutseo und Hutseo 2 Bunak umgeben von Mambai-Siedlungen. Die Bewohner der vier Dörfer sprechen den Nordostdialekt, mit den für Zumalai typischen Variationen.

2004 waren 98,3 % der Einwohner Katholiken, 0,9 % Anhänger der traditionellen, animistischen Religion Timors, 0,6 % Protestanten und 0,1 % Muslime. (PDF; 20 MB) 2015 zählte man 99,1 % Katholiken, 0,9 % Protestanten, 0,03 % Muslime und nur noch 19 Animisten. Der Einfluss des alten Glaubens zeigt sich mehr in Bräuchen und traditionellen Festen als im eigentlichen Glaubensbekenntnis. Die Protestanten haben ihr Zentrum in Faulata und der Stadt Ainaro (Verwaltungsamt Ainaro), in Tolemau (Verwaltungsamt Hatu Builico) und in Foho-Ai-Lico (Verwaltungsamt Hato-Udo). Das Verhältnis der verschiedenen Gruppen ist nachbarschaftlich.Ainaro District Development Plan 2002/2003 S. 8

Von den Einwohnern, die drei Jahre oder älter sind, besuchten 2015 40,3 % eine Schule. 23,2 % hatten die Schule verlassen. Nie eine Schule besucht haben 35,1 %, was etwa 6 % über den Landesdurchschnitt liegt. 5,4 % der Einwohner Ainaros haben nur die Vorschule besucht, knapp ein Drittel nur die Grundschule. Weiterführende Schulen haben knapp ein Viertel der Einwohner abgeschlossen. Ein Diplom oder abgeschlossenes Studium können nur 2,7 % vorweisen; auch hier sind die Zahlen schlechter als im Landesdurchschnitts. Die Analphabetenquote betrug 2015 24,8 % (Frauen: 24,7 %; Männer: 24,9 %). 2004 lag sie noch bei 63,0 %.

Schulbildung Schulabschluss in der Schule Schule beendet nie in einer Schule Vorschule Grundschule Prä-Sekundär Sekundär Diplom / Fach-hochschule Universität Kein Abschluss Frauen 39,2 % 21,5 % 38,0 % 5,0 % 26,3 % 12,4 % 11,6 % 0,5 % 1,8 % 1,5 % Männer 41,4 % 24,9 % 32,3 % 5,8 % 30,4 % 12,5 % 11,9 % 0,6 % 2,5 % 1,2 % gesamt 40,3 % 23,2 % 35,1 % 5,4 % 28,4 % 12,4 % 11,8 % 0,5 % 2,2 % 1,4 %

Geschichte

Portugiesische Kolonialzeit mini|Karte (ca. 1940) des Verwaltungsbezirks von Suro (Soro), der wesentlich größer war, als das heutige Ainaro mini|Traditionelles Haus in Teli-Tuco mini|hochkant|Ein Steinaltar in Maubisse