Munisípiu Kovalima (tetum)Município de Cova Lima (port.)250px|Emblem der Administration Cova Limas320px|Berglandschaft auf dem Weg nach Suai DatenHauptstadtSuaiFläche1.198,59 km²Direcção-Geral de Estatística: , abgerufen am 23. November 2016.Einwohnerzahl (2022)73.933Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022.Zahl der Haushalte (2022)15.678ISO 3166-2:TL-COVerwaltungsämterEinwohner FlächeFatululic2.17846,42 km²Fatumean3.648132,10 km²Fohorem4.583131,46 km²Maucatar10.793138,68 km²Suai26.644272,85 km²Tilomar9.977194,13 km²Zumalai16.110282,94 km² Karte320px|Übersichtskarte Cova Lima
Cova Lima (Covalima, ) ist eine Gemeinde im Südwesten von Osttimor. Für ihren Namen gibt es zwei verschiedene Erklärungen. Zum einen könnte er abgeleitet sein von „Koba“ (einem für rituelle Handlungen verwendeten Korb) und „lima“, dem Tetum-Wort für „fünf“. Diese Zahl repräsentiert die fünf mythischen Töchter des Liurai (traditioneller Titel eines timoresischen Herrschers) von Fohorem Nutetu. In Dato Tolu (Verwaltungsamt Fohorem) finden sich in einem Betelnusshain fünf Steine, die für die fünf Töchter stehen.Cova Lima District Development Plan 2002/2003, S. 5. Nach einer anderen Erklärung leitet sich der Gemeindename von „Kaua Lima“ ab, was in Tetum „fünf Krähen“ bedeutet.Geoffrey Hull: abgerufen am 28. September 2014.
Die Portugiesen brachten erst um 1900 die Region unter ihre Kontrolle. Das Verwaltungsamt Maucatar wurde erst 1916 von den Niederländern an Portugal abgegeben. Teile Cova Limas wurden durch Indonesien bereits im November 1975 besetzt, einem Monat vor dem Beginn der offenen Invasion. 2002 wurde Cova Lima als Teil Osttimors in die Unabhängigkeit entlassen.
Von den Bergen im Norden aus dehnen sich Ebenen nach Süden zur Timorsee aus. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung spricht als Muttersprache Bunak, die meisten anderen Tetum. Die Gemeinde ist dünner besiedelt als die meisten anderen Regionen des Landes. Neben den zahlreichen Geburten wächst die Bevölkerung auch durch Einwanderung von Osttimoresen aus anderen Landesteilen.
Geographie Übersicht Cova Lima grenzt im Norden an die Gemeinde Bobonaro, im Osten an Ainaro und im Westen, mit Westtimor, an die indonesische Provinz Ost-Nusa-Tenggara. Der Norden und Nordwesten sind gebirgig, während nach Süden hin sich an der Küste Ebenen ausdehnen. Cova Lima hat eine Fläche von 1198,59 km², was ungefähr der Hälfte des Saarlandes entspricht. Es teilt sich auf in die sieben Verwaltungsämter sind Fatululic (Fatululik), Fatumean (Fatumea), Fohorem (Fohoren, Fuorém), Maucatar, Suai, Tilomar (Tilômar) und Zumalai (ehemals Mape-Zumalai). Zumalai im Osten kam erst 2003 durch eine Gebietsreform von Ainaro zu Cova Lima. An der Grenze zu Indonesien mündet der Masin (Mota Talas) in die Timorsee, zwischen Kap Tafara und Kap Suai der Tafara. Dann folgen Richtung Osten die Flüsse Camenaça, Raiketan, Foura, Loumea, Mola und schließlich der Belulik, der Grenzfluss zur Gemeinde Ainaro. Der Onu Laran im Süden von Beiseuc ist der größte See von Cova Lima.
Hauptstadt der Gemeinde ist Suai, nahe der Küste., abgerufen am 2. September 2012 Ihr Zentrum liegt im Suco Debos (Debus).
Entfernungen Entfernungen [km]Covalima em Numeros 2019, abgerufen am 12. Februar 2022. Ort Casabauc (Tilomar) Fatululic Fatumea Fohoren Ogues (Maucatar) Suai Tashilin (Zumalai) Casabauc (Tilomar) 48 31 25 33 17 47 Fatululic 48 79 64 15 31 61 Fatumea 31 79 78 64 48 78 Fohoren 25 64 78 49 33 63 Ogues (Maucatar) 33 15 64 49 16 46 Suai 17 31 48 33 16 30 Tashilin (Zumalai) 47 61 78 63 46 30
Suai liegt von der Landeshauptstadt Dili 138 Kilometer entfernt.
Klima mini|Überschwemmungen in Beco(März 2021)
Die Küstenebenen werden während der Regenzeit regelmäßig überschwemmt. Sie beginnt im Oktober mit zunehmenden Niederschlägen, die zwischen November und Mai kräftig ausfallen und sich manchmal bis in den Juni ausdehnen.GOVERNMENT OF TIMOR-LESTE, THROUGH THE SECRETARIA DE ESTADO DOS RECURSOS NATURAIS: Tasi Mane - Suai Supply Base EIA Terrestrial Flora and Fauna Technical Report, 23. März 2012. Die Temperaturen können in der Regenzeit bis auf 29 °C steigen, während sie in der Trockenzeit auf bis zu 12 °C sinken können. Abgesehen von gelegentlichem Regen ist die Zeit zwischen Juni und Oktober trocken, so dass Dürren drohen.Timor-Leste Portal Municipal: , abgerufen am 6. September 2020.
mini|Straßenbau durch den Wald zwischen Dato Tolu und Taroman
Vegetation Die ursprüngliche Vegetation der Ebenen aus dichtem Buschwerk wurde teilweise für die landwirtschaftliche Nutzung gerodet. An der Küste wechseln sich Sand- und Felsenstrände ab. An einigen Stellen finden sich Mangrovensümpfe. Die Bergregion ist schwer zugänglich und zum Teil von Wäldern bedeckt. Wo kein Wald steht, befinden sich Bergweiden. Der höchste Berg der Gemeinde ist mit der Foho Taroman im Verwaltungsamt Fatululic. Der Berg war früher ein Heiligtum des traditionellen Geisterglaubens.Cova Lima District Development Plan 2002/2003, S. 6.
Einwohner mini|Entwicklung der Einwohnerzahl in Cova Lima mini|links|Männer in traditioneller Tracht in Suai (2003)
Cova Lima ist mit 73.933 Menschen (2022, 2011: 62.465), abgerufen am 5. Mai 2013 eine der dünner besiedelten Gemeinden des Landes. Das Verwaltungsamt Suai ist am dichtesten, Fatumean am dünnsten besiedelt. Von Cova Limas Einwohnern sind 37.604 Männer und 36.329 Frauen. Auf 104 Männer kommen 100 Frauen. Im November 1998 lebten schätzungsweise knapp über 60.000 Menschen in Cova Lima. Doch wegen der Gewaltwelle während der indonesischen Operation Donner 1999 flohen allein 25 % der Bevölkerung nach Westtimor oder wurden dorthin zwangsdeportiert. Mehrere Tausend flohen in andere Regionen. Die Zunahme der Bevölkerung in den folgenden Jahren entstand daher neben dem natürlichen Wachstum auch durch Rückkehrer.Cova Lima District Development Plan 2002/2003, S. 7 Allein bis April 2001 kehrten knapp 29.000 Menschen nach Cova Lima zurück.Cova Lima District Development Plan 2002/2003, S. 57 Cova Lima hat, bezogen auf die Jahre 2015 bis 2022, ein jährliches Bevölkerungswachstum von 1,8 %, was etwa dem Landesdurchschnitt entspricht. Zwischen 1990 und 2004 wuchs die Zahl der Einwohner jährlich um 1,13 %. Der Altersdurchschnitt liegt bei 18,6 Jahren (2010). (PDF-Datei; 2,55 MB)
mini|Frauen mit Kaibauk auf dem Kopf und Babadok-Trommel (2019) mini|Traditionelle Tätowierungen bei einer Frau in Suai
Im damaligen Subdistrikt Fatululic hatte 2004 eine Frau durchschnittlich 8,75 Kinder. Damit stand er in Cova Lima an der Spitze, obwohl es in Fatululic einen deutlichen Frauenüberschuss gibt, während in den anderen Subdistrikten das Geschlechterverhältnis ausgeglichen war. In Zumalai hatte eine Frau durchschnittlich 7,79 Kinder, in Maucatar 7,21, in Fatumean 6,61, in Tilomar 6,58, in Fohorem 6,25 und in Suai 6,01 (Landesdurchschnitt 6,99). (PDF-Datei; 13,31 MB)
Die Kindersterblichkeit lag 2002 in Tilomar bei 71 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten (1996: 115), in Fatumean bei 77 (109), in Suai bei 97 (123), in Fohorem 115 (132), in Zumalai bei 126 (189) und in Maucatar bei 135 (126). Der Landesdurchschnitt betrug 98. Das Verwaltungsamt Tilomar kann somit landesweit auf einen der stärksten Rückgänge bei der Kindersterblichkeit verweisen, während Maucatar einer von 14 Verwaltungsämtern ist, in denen sie entgegen dem Landestrend anstieg. Maucatar gehört zu den acht Verwaltungsämtern mit der höchsten Kindersterblichkeit des Landes.
48,0 % der Bewohner Cova Limas (2015) sprechen als Muttersprache die Nationalsprache Bunak. Sie stellen in den Verwaltungsämtern Fatululic, Zumalai, Maucatar, im Großteil von Suai und im Nordosten von Fohorem die größte Bevölkerungsgruppe. Der Nordosten Cova Limas bildet mit dem Südosten Bobonaros das Kernland des Siedlungsgebiets der Bunak. In die Gebiete weiter nach Westen, Süden und Osten breiteten sich die Bunak erst später aus und assimilierten dort teilweise die dort ansässigen Tetum.Antoinette Schapper: , S. 163–186, in: Andrew McWilliam, Elizabeth G. Traube: Land and Life in Timor-Leste: Ethnographic Essays, 2011 46,3 % der Einwohner Cova Limas sprechen Tetum, zumeist Tetum Terik (39,7 %). Die Tetum sind in den Verwaltungsämtern Fatumean, Fohorem (hauptsächlich im Südwesten), Suai (Camenaça, Suai Loro und Gala) und Tilomar die größte Gruppe. In Maucatar spricht in Matai die Mehrheit Tetum Terik. 5,0 % sprechen in Cova Lima Kemak. Die Ethnie der Kemak bilden die Bevölkerungsmehrheit in Mape sowie große Gruppen in Ucecai und Lepo. 144 Einwohner sprechen Adabe, das sind mehr als die Hälfte aller Sprecher dieser Papuasprache. Berücksichtigt man auch die Zweitsprachen, so sprachen 2015 93,2 % Tetum, 43,7 % Bahasa Indonesia, 32,1 % Portugiesisch und 15,6 % Englisch.
Von den Einwohnern, die drei Jahre oder älter sind, besuchten 2015 39,2 % eine Schule. 32,6 % hatten die Schule verlassen. Nie eine Schule besucht haben 26,6 %, 2 % weniger als der Landesdurchschnitt. 4 % der Einwohner haben allerdings nur die Vorschule besucht, etwa ein Drittel die Grundschule. Weiterführende Schulen haben etwa ein weiteres Drittel der Einwohner abgeschlossen. Ein Diplom oder abgeschlossenes Studium können nur 3,7 % vorweisen; das entspricht der Hälfte des Landesdurchschnitts. Die Analphabetenrate betrug 2015 12,3 % (Frauen: 11,1 %; Männer: 13,5 %). 2004 lag sie noch bei 51,3 %.
Schulbildung Schulabschluss in der Schule Schule beendet nie in einer Schule Vorschule Grundschule Prä-Sekundär Sekundär Diplom/Fach-hochschule Universität Kein AbschlussFrauen 38,2 % 30,8 % 29,5 % 3,8 % 28,2 % 15,8 % 15,0 % 0,5 % 2,4 % 1,5 %Männer 40,3 % 34,5 % 23,8 % 4,1 % 31,8 % 14,3 % 17,1 % 0,8 % 3,8 % 1,2 %gesamt 39,2 % 32,6 % 26,6 % 4,0 % 30,0 % 15,1 % 16,1 % 0,6 % 3,1 % 1,4 %
1975 schätzte man den Anteil der Anhänger der traditionellen, animistischen Religion Timors noch auf etwa 60 % der gesamten Bewohner Portugiesisch-Timors. 1997 waren 93 % der Bewohner Cova Limas Katholiken, 3 % Hindu, 2 % Protestanten und 2 % Muslime. Animisten wurden von der indonesischen Besatzungsmacht nicht gezählt. Aufgrund der politischen Unruhen von 1999 und der folgenden Unabhängigkeit Osttimors verließen indonesische Beamte und andere indonesische Einwanderer das Land, weswegen die Anzahl von Muslimen und Hindus sank.Cova Lima District Development Plan 2002/2003, S. 10 2004 waren 99,8 % der Einwohner Katholiken, 0,1 % Animisten, 28 Personen Muslime, 15 Protestanten, neun Buddhisten und drei Hindu. (PDF-Datei; 12,39 MB) Bei der Volkszählung 2015 registrierte man 99,6 % Katholiken, 0,26 % Protestanten, 34 Muslime, zehn Animisten, sechs Buddhisten, einen Hinduisten und 53 andere. Der alte animistische Glauben hat trotzdem auch heute noch einen großen Einfluss im alltäglichen Leben.
Geschichte
Vorgeschichte und portugiesische Kolonialzeit mini|Karte Timors von Antonio Pigafetta (1521) mini|hochkant|Die Königin von Camenaça, 1910