Die Sechsaugenspinnen (Dysderidae), auch einfach Sechsaugen genannt, sind eine Familie der Echten Webspinnen und umfassen 24 Gattungen und 540 Arten. (Stand: Juni 2016)
Der Familienname sollte nicht mit der Bezeichnung für Spinnen mit sechs Augen verwechselt werden, zu denen auch z. B. die Zwergsechsaugenspinnen (Onopidae) gehören. Die meisten Webspinnen haben acht Augen. Bei einigen Familien werden ursprünglich 8 Augen angelegt, aber je 2 Augen verwachsen im Verlauf der Ontogenese, sodass es so aussieht als hätten sie von vorneherein sechs Augen. Nur wenige Familien haben tatsächlich nur drei Augenpaare.
Beschreibung Es sind sehr kleine bis mittelgroße (1,5 bis 15 mm) Spinnen mit walzenförmigem Hinterleib und zylindrischem Vorderkörper. Ihre sechs Augen stehen in einer nach vorne gerichteten Gruppe am Stirnrand. Sie verfügen über kräftige Cheliceren und kurze, kräftige Beine.
Lebensweise und Lebensraum Die meist nachtaktiven Jäger leben vorwiegend am Boden und in der Bodenstreu von Wäldern oder verstecken sich unter Baumrinde; die Wahl der Lebensräume ist teilweise (soweit bekannt) von der Baumart abhängig: Dasumia canestrinii bewohnt Eichen. Einige Sechsaugenspinnen bilden endemische Gattungen und Arten auf Inseln im Mittelmeer, was auch auf eine geringe Verbreitungstendenz hinweisen kann. Die Verbreitungen mit Schwerpunkt im Mittelmeerraum und Lebensräume zeigen übereinstimmend, dass sie klimatisch stenök an Trockenheit und Wärme angepasst sind; etliche Arten sind häufiger in Gebirgen als in der Ebene anzutreffen.
In Mitteleuropa sind 14 Arten aus 4 Gattungen der Familie der Sechsaugenspinnen heimisch. Sie werden selten gefunden. Die häufigsten Arten sind: Dysdera crocata , 1883 (Wälder, Sumpfgebiete, Gärten, Steinbrüche, Höhlen, Häuser, feuchte Keller) Dysdera erythrina (, 1802) (Eichenwälder, Magerrasen, Weinberge, steinige Ruderalfluren) Harpactea hombergi (, 1763) Harpactea lepida (, 1838) (Magerrasen und trockene Laubwälder) Harpactea rubicunda (, 1838) (wie H. lepida)
Systematik Der World Spider Catalog listet für die Sechsaugenspinnen aktuell 24 Gattungen und 540 Arten. (Stand: Juni 2016) Cryptoparachtes , 1992 Dasumia , 1875 Dysdera , 1804 Dysderella , 1992 Dysderocrates , 1988 Folkia , 1970 Harpactea , 1939 Harpactocrates , 1914 Holissus , 1882 Holissus unciger , 1882 Hygrocrates , 1988 Kaemis , 1993 Mesostalita , 1971 Minotauria , 1903 Parachtes , 1964 Parastalita , 1932 Parastalita stygia , 1882) Rhode , 1882 Rhodera , 1989 Rhodera hypogea , 1989 Sardostalita , 1999 Sardostalita patrizii , 1956) Speleoharpactea , 1982 Speleoharpactea levantina , 1982 Stalagtia , 1970 Stalita , 1847 Stalitella , 1932 Stalitella noseki , 1933 Stalitochara , 1913 Stalitochara kabiliana , 1913 Tedia , 1882
Weblinks
Dysderidae im Wiki der Arachnologischen Gesellschaft
Literatur Ambros Hänggi, Edi Stöckli, Wolfgang Nentwig: Lebensräume mitteleuropäischer Spinnen, Miscellanea faunistica Helvetiae. Centre suisse de cartographie de la faune, CH-2000 Neuchâtel 1995, ISBN 2-88414-008-5 Stefan Heimer, Wolfgang Nentwig: Spinnen Mitteleuropas, Paul Parey Verlag, Berlin 1991, ISBN 3-489-53534-0 Dick Jones: Der Kosmos-Spinnenführer, Franckh’sche Verlagshandlung, W. Keller, Stuttgart 1990, ISBN 3-440-06141-8 Kreuels, M. (2007): Die Sechsaugenspinne Dysdera erythrina.- Pest Control, 10(37): 21.
Einzelnachweise
Kategorie:Echte Webspinnen