Sudoku ist eine Gattung von Logikrätseln, die aus den lateinischen Quadraten entstand. In der üblichen Version ist es das Ziel, ein 9×9-Gitter mit den Ziffern 1 bis 9 so zu füllen, dass jede Ziffer in jeder Einheit (Spalte, Zeile, Block = 3×3-Unterquadrat) genau einmal vorkommt – und in jedem der 81 Felder exakt eine Ziffer vorkommt. Ausgangspunkt ist ein Gitter, in dem bereits mehrere Ziffern vorgegeben sind. In Zeitungen und Zeitschriften werden heute regelmäßig Sudokurätsel veröffentlicht; von diesen Rätseln wird allgemein verlangt, eindeutig lösbar zu sein.

Die moderne Form des Sudoku wurde von Howard Garns erfunden. Erstmals im Jahr 1979 unter dem Namen Number Place in einer Rätselzeitschrift in den Vereinigten Staaten veröffentlicht, wurde es erst ab 1984 zunächst in Japan populär, wo es auch seinen heutigen Namen Sudoku erhielt. Das Wort ist ein Akronym aus „Sūji wa dokushin ni kagiru“ (etwa: „Jede Zahl muss allein stehen“). mini|250px|Sudoku-Rätsel mit 20 Vorgaben … mini|250px|… mit allen verbliebenen Kandidaten … mini|250px|… und seiner (eindeutigen) Lösung

Ursprung Die frühesten Vorläufer des Sudoku waren die lateinischen Quadrate des Schweizer Mathematikers Leonhard Euler (1707–1783). Anders als Sudokus waren diese jedoch nicht in Blöcke (Unterquadrate) unterteilt. Dieser Annahme widerspricht jedoch die im 8. Jahrhundert durch Abu Abdullah Dschabir ibn Hayyan el-Sufi verschriftlichte islamische Version, das sogenannte „Buduh“.

Von 1892 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges publizierten die französischen Zeitungen Le Siècle und La France regelmäßig Rätselquadrate unter dem Titel „Carré magique diabolique“. Diese frühen Publikationen setzten sich auf Dauer nicht durch. Ihnen fehlte ebenfalls die Unterteilung in Unterblöcke.

Das heutige Sudoku mit Einbeziehung der Blöcke (neben Zeilen und Spalten) wurde erstmals im Jahr 1979 anonym von dem damals 74-jährigen Architekten und freischaffenden „Rätselonkel“ Howard GarnsHoward Garns: Number Place. In: Dell Pencil Puzzles & Word Games. Ausgabe 16, Mai 1979, New York, S. 6. in der Zeitschrift Dell Pencil Puzzles & Word Games (engl. Bleistifträtsel & Wortspiele) als „Number Place“ (engl. Zahlenplatz) veröffentlicht.

Die ersten Sudokus wurden in den Vereinigten Staaten publiziert, seinen Durchbruch erlebte das Zahlenrätsel jedoch zwischen 1984 und 1986, als die japanische Zeitschrift Nikoli es zunächst unter dem Namen „Sūji wa dokushin ni kagiru“ (deutsch etwa: „Isolieren Sie die Zahlen; die Zahlen dürfen nur einmal vorkommen“) regelmäßig abdruckte. Im Jahr 1986 wurde diese sperrige Bezeichnung vom Herausgeber Maki Kaji unter Beibehaltung der jeweils ersten Kanji-Zeichen zu „Sudoku“ (, sūdoku) verkürzt und als Marke registriert.Sudoku – History. Online auf Nikoli.co.jp (englisch), abgerufen am 11. Dezember 2016. Daher werden noch heute diese Rätsel in manchen japanischen Zeitschriften unter „Number Place“ oder seiner Entsprechung in Katakana abgedruckt; auch die Abkürzung „Nanpure/Nampure“ ist teilweise üblich.Ed Pegg Jr., Eric W. Weisstein: Sudoku. Online auf MathWorld (englisch), abgerufen am 11. Dezember 2016.

Der Neuseeländer Wayne Gould lernte Sudoku auf einer Japanreise kennen und entwickelte in sechs Jahren ein Programm, das neue Rätsel per Knopfdruck erzeugen konnte. Nun bot er sie der Times an. Die Londoner Tageszeitung druckte die ersten Sudoku-Rätsel im November 2004 ab und trug dadurch zu ihrer Verbreitung bei., abgerufen am 11. Dezember 2016.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz führte der regelmäßige Abdruck in Tageszeitungen und Fernsehzeitschriften seit Ende 2005 zu einer raschen Verbreitung. Das Prinzip des Rätsels unterliegt nicht dem Urheberrecht. Somit sind keine Gebühren an einen Lizenzgeber zu entrichten. Sudokus können jederzeit frei erstellt und veröffentlicht werden.

Seit Ende 2005 sind tragbare elektronische Sudoku-Geräte erhältlich. Des Weiteren gibt es Sudoku als einfaches Brettspiel, interaktiv im Internet sowie als Computerspiel. Das erste Spiel namens Digithunt wurde bereits 1989 von Softdisk unter dem Label Loadstar/Softdisk Publishing, Inc. für den C64 herausgebracht.

Varianten Im Folgenden werden Varianten für Sudokus mit ergänzten oder modifizierten Regeln beschrieben. Die Varianten können auch miteinander kombiniert werden.

Killer-Sudoku Eine Variante des Sudoku ist das Killer-Sudoku. Die meist 81 Felder sind in kleine Bereiche gruppiert, welche jeweils mit einer kleinen Zahl versehen sind. Diese gibt die Summe aller Zahlen in diesem Bereich an. Killer-Sudoku trainiert neben dem logischen Denkvermögen somit auch das Kopfrechnen.

X-Sudoku mini|X-Sudoku (Musterbeispiel) X-Sudoku (auch Diagonal- oder Magisches Sudoku) ist eine Variante, bei der (zusätzlich zu den Bedingungen des normalen Sudokus) auf jeder der beiden Hauptdiagonalen, die gemeinsam ein „X“ ergeben, jede Zahl nur einmal vorkommen darf. Sudoku- und andere Rätsel-Zeitschriften veröffentlichen regelmäßig X-Sudokus in verschiedenen Größen. Neben der Standardgröße 9×9 kommen auch andere Größen vor, etwa 8×8 (mit 2×4-Blöcken). Bei letzterem verfügen die beiden Diagonalen über kein gemeinsames Schnittfeld. Für X-Sudokus in der Standardgröße 9×9 ist die Bestimmung der Mindestanzahl vorbelegter Felder nicht gelöst. Man kennt eindeutig lösbare X-Sudokus mit 12 Vorbelegungen, doch es ist nicht bekannt, ob es auch welche mit 11 Vorbelegungen gibt.Beispielhaftes X-Sudoku mit 12 Vorbelegungen.

Hyper-Sudoku Eine weitere Variante ist das Hyper-Sudoku (auch „Fenstersudoku“). Ähnlich wie das X-Sudoku unterscheidet sich auch dieses vom normalen Sudoku durch zusätzliche Einheiten, in denen jede Zahl genau einmal vorkommen darf. Ein Hyper-Sudoku hat vier zusätzliche Blöcke, die mit einem Feld Abstand zum Rand und zueinander über den neun Blöcken des normalen Sudokus liegen. Dadurch ändert sich der Lösungsansatz etwas, da man verstärkt auf die Blöcke und weniger auf die Zeilen und Spalten achten muss.

Fudschijama Inzwischen gibt es auch Sudokus – meist als Fudschijama bezeichnet – mit 4×4 Blöcken und somit 256 (= 16×16) Feldern, in die je 16 verschiedene Zahlen, Buchstaben oder Symbole verteilt werden, sowie „erweiterte Sudokus“ mit 4×3 Blöcken und 144 (also jeweils 12×12) Feldern und „Mini-Sudokus“ für Einsteiger mit 2×3 Blöcken und 36 (also 6×6) Feldern. Auch andere Blockgrößen, wie z. B. 5×5 (625 Felder) oder gar 6×6 (1296 Felder) sind denkbar, die gelegentlich auch Jumbo-Sudoku heißen. Für Kinder gibt es 4×4-Sudokus (auch Mini-Sudoku genannt) mit einer Zweier-Kantenlänge pro Block, dabei werden also nur 4 Ziffern oder Bildsymbole eingetragen.

Allgemein kann ein Sudoku aus a×b Blöcken bestehen, die jeweils b×a Felder enthalten. Das Sudoku enthält insgesamt (a×b)×(a×b) Felder, in die a×b verschiedene Symbole einzutragen sind.

Multi-Sudoku Ein Multi-Sudoku besteht aus mehreren Sudokus, die sich in Teilbereichen überlappen. Charakteristisch hierfür ist, dass die dazugehörigen Sudokus jeweils für sich allein genommen nicht eindeutig lösbar sind, sondern erst die Kombination die Lösung eindeutig macht.

mini|links|Samurai Sudoku (Musterbeispiel) Ein Beispiel hierfür ist das „Samurai Sudoku“ oder „Gattai 5“, das Anfang 2006 aufkam. Fünf Standard-Sudokus sind teilweise überlappend X-förmig angeordnet – eines zentral und an jeder Ecke ein weiteres. Dabei teilt sich jedes dieser vier Eck-Sudokus genau einen der vier äußeren Eckblöcke des Zentral-Sudokus, dadurch ergeben sich insgesamt 369 Felder verteilt auf 41 Blöcke. Weitere Variationen setzen acht (Gattai 8), dreizehn (Gattai 13) oder mehr Sudokus zusammen. Diese Varianten werden als Monster-Samurai bezeichnet.

Nonomino-Sudoku mini|Ein Nonomino-Sudoku, erschienen im Sunday Telegraph Bei dieser Variante (auch bekannt als „Freiform-Sudoku“ oder „Chaos-Sudoku“) sind die Blöcke des Sudokus unregelmäßig geformt, bestehen aber nach wie vor aus neun Feldern (englisch Jigsaw Sudoku oder Nonomino Sudoku), sogenannten Nonominos. Ein Beispiel hierfür sind Sudokus mit treppenförmiger Begrenzung der Blöcke (englisch Stairstep Sudoku).

Als Erweiterung dieser Variante kann man „Torus-Sudoku“ verstehen. Hierbei setzen sich die unregelmäßigen Blöcke über den Rand des Sudokus hinaus auf die gegenüberliegende Seite fort. Der Name rührt daher, dass die Blöcke zusammenhängend werden, wenn man das Quadrat rollt und zu einem Torus zusammenklebt.

Roxdoku Eine weitere Variante ist dreidimensional und besteht in der Grundform aus 3×3×3 Würfeln als Felder. Hier darf nicht nur in Zeilen und Spalten, sondern auch in den Ebenen keine Zahl beziehungsweise Buchstabe doppelt sein. Außerdem ist es auch hier möglich, so wie in der 2D-Version mit 4×4×4 Würfeln oder gar noch mehr zu spielen. Roxdokus werden als Computerspiel angeboten, da hier die Möglichkeit besteht, das gesamte „Spielfeld“ in alle Richtungen zu drehen.

Even-Odd-Sudoku Bei einem Even-Odd-Sudoku ist für einzelne Felder vorgegeben, dass in diese nur gerade (englisch even) oder nur ungerade (englisch odd) Zahlen eingetragen werden dürfen.

Vergleichssudoku mini|Comparison Sudoku (Musterbeispiel) Ein Vergleichssudoku (englisch Comparison Sudoku) erschien in Österreich erstmals am 2. August 2006 in der Tageszeitung Der Standard unter LeichtSinn. In einem Vergleichssudoku werden keine Zahlen vorgegeben. Stattdessen sind die Grenzlinien aller Einzelfelder eines jeden Blocks mit einer Ein- beziehungsweise Ausbuchtung zu jedem Nachbarfeld versehen – im Sinne von < (kleiner als) oder > (größer als). Alle üblichen Sudokuregeln gelten auch hier, nur müssen bei dieser Variante alle Zahlen zusätzlich der Kleiner- beziehungsweise Größerregel folgen. Der französische Mathematiker Jean-Paul Delahaye beschreibt diese Sudoku-Variante in Les ancêtres français du sudoku (als Quelle wird die Zeitschrift Puzzler von 1999 genannt).Christian Boyer: (Deutsch: Die französische Ahnengalerie des Sudoku). In: Pour la Science. Nr. 344, Juni 2006, online auf PourLaScience.fr (französisch), abgerufen am 31. Dezember 2016.

Ähnlich mit der Anordnung der Zahlen operiert ein „Skyline-Sudoku“. Hierbei werden die einzutragenden Zahlen als Hochhäuser der entsprechenden Höhe interpretiert. Zur Vorgabe gehören Zahlen am Rand einer Zeile oder Spalte; diese geben an, wie viele Häuser man beim Blick in die Reihe sieht, wenn man sich vorstellt, dass kleinere Häuser (also Zahlen) von davorstehenden größeren verdeckt werden.

Buchstaben-, Silben- und Wörter-Sudoku Buchstaben-, Silben- und Wörter-Sudokus werden zum Lesen- und Schreibenlernen in der Grundschule eingesetzt. Durch das wiederholende Lesen und Schreiben der Buchstaben, Silben oder Wörter prägen sich die Schüler Laute, Lautgruppen, Buchstaben, Silben und Wörter ein.Bernd Wehren: Lesen- und Schreibenlernen mit Sudoku. Mildenberger Verlag, Offenburg 2007.

Rechen-Sudoku Rechen-Sudokus werden zum Rechnenlernen in der Grundschule eingesetzt. Erst durch das Ausrechnen der Plus-, Minus-, Mal- und Teilaufgaben in den Kästchen der 4×4-, 6×6- und 9×9-Sudokus erhält man die jeweiligen Sudoku-Startzahlen. Die so errechneten Sudoku-Startzahlen trägt man nach den üblichen Sudoku-Regeln in die leeren Kästchen des Sudoku-Feldes ein.Bernd Wehren: Rechnenlernen mit Sudoku. Brigg Pädagogik Verlag, Augsburg 2013.

Farben-Sudoku Bei Farben-Sudokus dürfen zusätzlich zu den bestehenden Regeln in allen Feldern gleicher Farbe keine Zahlen doppelt vorkommen.

Rechtschreib-Sudoku