Munisípiu Dili (tetum)Município de Díli (port.)150px|zentriert|Emblem der Presidência da Autoridade Municipal de Dili.png320px|Hügel von Dili DatenHauptstadtDiliFläche223,99 km²Direcção-Geral de Estatística: , abgerufen am 23. November 2016.Einwohnerzahl (2022)324.738Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022.Zahl der Haushalte (2022)57.266ISO 3166-2:TL-DIVerwaltungsämterEinwohner FlächeCristo Rei76.36980,62 km²Dom Aleixo165.79925,93 km²Metinaro7.16985,41 km²Nain Feto33.5286,12 km²Vera Cruz41.87325,92 km² Karte320px|Übersichtskarte der Gemeinde Dili, noch mit der Insel Atauro

Dili ist eine Gemeinde von Osttimor. Gemeindehauptstadt ist die Stadt Dili, die gleichzeitig Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum Osttimors ist.

Geographie mini|links|Die Seen von Tasitolu und die Insel Atauro im Hintergrund mini|links|Blick von Camea hinab auf die Bucht von Dili

Die Gemeinde Dili ist mit 223,99 km² die zweitkleinste des Landes. Sie liegt an der Nordküste Timors an der Sawusee und grenzt im Osten an Manatuto, im Süden an Aileu und im Westen an Liquiçá. Zur Gemeinde gehörte ursprünglich die Insel Atauro, 30 km nördlich der Landeshauptstadt. Seit dem 1. Januar 2022 ist sie eine eigenständige Gemeinde.Tatoli: [tatoli.tl/pt/2021/05/31/parlamento-nacional-aprova-proposta-de-lei-da-divisao-administrativa-do-territorio-na-final-global/ Parlamento Nacional aprova propostade lei da divisão administrativa do territorio na final global, 31. Mai 2021], abgerufen am 2. Juni 2021.

Die Gemeinde unterteilt sich in fünf Verwaltungsämter und 31 Sucos. Den Westen der Stadt bildet das Verwaltungsamt Dom Aleixo (Sucos: Bairro Pite, Bebonuk, Comoro, Fatuhada, Kampung Alor, Madohi, Manleuana), den Osten das Verwaltungsamt Cristo Rei (Sucos: Ailok, Balibar, Becora, Bidau Santana, Hera, Camea, Culu Hun (Kulu Hun), Meti Aut). Im Zentrum liegen die Verwaltungsämter Vera Cruz (Zentral-Dili; Sucos: Caicoli, Colmera, Dare, Lahane Ocidental, Mascarenhas, Motael, Vila Verde) und Nain Feto (Ost-Dili; Sucos: Acadiru Hun, Bemori, Bidau Lecidere, Gricenfor, Lahane Oriental, Santa Cruz). Östlich der Stadt befindet sich das ländliche Verwaltungsamt Metinaro (Sucos: Wenunuc, Mantelolão, Sabuli).

Der Verwaltungssitz der Gemeinde befindet sich in Caicoli. Die Stadt Dili erstreckt sich über mehrere Verwaltungsämter der Gemeinde. Weitere Siedlungen in der Gemeinde sind Dare (Verwaltungsamt Vera Cruz), Hera (Cristo Rei) und Metinaro (Verwaltungsamt Metinaro). Das Land steigt von der Küste her schnell an, so dass der Großteil der Landschaft bergig ist. Drei kleine Salzseen liegen in Tasitolu. Sie sind eine ausgewiesene Important Bird Area. Ebenso die Areia Branca am Ostende der Dilibucht. Die Important Bird Area Curi reicht von Osten her in die Gemeinde Dili rein. Nach zwei Stränden schließen sich östlich der Hauptstadt 30 Kilometer Lagunen und Mangroven an der Küste an, in der eine kleine Population von Leistenkrokodilen lebt, dem Nationaltier Osttimors.Tony Wheeler, Xanana Gusmao, Kristy Sword-Gusmao: East Timor. Lonely Planet, London 2004, ISBN 1-74059-644-7

Die Flüsse der Gemeinde, wie der Rio Comoro, führen während der Trockenzeit, wie die meisten anderen im Norden Timors, kein Wasser, während selbst die Hauptstadt Dili in der Regenzeit von Überflutungen betroffen ist.

Dilis Klima ist typisch für die Nordküste Osttimors. In der Trockenzeit werden Temperaturen bis über 35 °C erreicht, nachts sinkt das Thermometer auf 20 °C. In der Regenzeit liegt die Temperatur bei etwa 27 °C. Der Jahresdurchschnitt liegt bei 26,7 °C. Regen fällt fast nur in der Regenzeit von Ende November bis April. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 1000 mm.

Einwohner mini|Entwicklung der Einwohnerzahl in Dili

In der Gemeinde leben 324.738 Menschen (2022; 2011: 245.873 Menschen, abgerufen am 5. Mai 2013), mehr als in jeder anderen Gemeinde im Land. Von den Einwohnern sind 164.765 Männer und 159.973 Frauen. Auf 103 Männern kommen 100 Frauen 82,4 % der Bevölkerung leben in als urban definierten Sucos. Dicht besiedelt sind die Verwaltungsämter Nain Feto, Dom Aleixo, Cristo Rei und Vera Cruz, dünn dagegen Metinaro. Der Altersdurchschnitt liegt bei 20,8 Jahren (2010) und damit deutlich über dem Landesdurchschnitt von 18,8. (PDF; 2,7 MB)

Zwischen 2015 und 2022 lag das jährliche Bevölkerungswachstum bei 2,7 %. Der Landesdurchschnitt liegt bei 1,8 %. Zwischen 1990 und 2004 wuchs die Zahl der Einwohner jährlich um 2,53 %, zwischen 2001 und 2004 aufgrund der starken Zuwanderung aus den anderen Landesteilen sogar bei 12,58 %. Hatte in Dom Aleixo 2004 jede Frau durchschnittlich 4,51 Kinder (niedrigster Wert landesweit), stieg die Anzahl über 5,02 Kinder in Nain Feto, 5,04 in Vera Cruz und 7,02 Kinder in Metinaro, bis auf 7,16 Kinder pro Frau in Cristo Rei an (Landesdurchschnitt 6,99). Die Kindersterblichkeit lag 2002 in Metinaro bei 96 (111), in Nain Feto bei 69 (77), in Cristo Rei bei 68 (107), in Vera Cruz bei 66 (83) und in Dom Aleixo bei 56 (76). Der Landesdurchschnitt betrug 98.

mini|Kinder in Dili mini|Blick auf Dili

Die Zuwanderung aus anderen Landesteilen ist in Dili am stärksten. Nur 58 % der Bevölkerung sind in der Gemeinde geboren (2022). Dili ist ein Schmelztiegel, in dem sich alle Ethnien Osttimors treffen. So sprechen hier 0,5 % der Einwohner Baikeno, 1,1 % Bunak, 0,6 % Fataluku, 0,6 % Galoli, 0,8 % Kawaimina-Dialekte, 0,9 % Kemak, 0,2 % Makalero, 2,9 % Makasae, 0,2 % Tokodede und 0,1 % Idalaka-Dialekte neben Lolein. Die Gemeinde Dili hat die größte Gruppe von Einwohnern mit Bahasa Indonesia als Muttersprache in Osttimor (0,7 %). Außerdem leben hier die meisten aller Portugiesisch (0,4 %) und drei Viertel aller Chinesisch (0,2 %) als Muttersprache sprechenden Osttimoresen. Dazu kommen etwa 400 Englischmuttersprachler (0,1 %). Berücksichtigt man auch die Zweitsprachen, so sprachen 2015 96,8 % Tetum, 70,0 % Bahasa Indonesia, 51,4 % Portugiesisch und 36,0 % Englisch.

Während die Amtssprache Tetum die dominierende Sprache an der Küste ist (hier wird der als Amtssprache verwendete Dialekt Tetum Prasa gesprochen), wird im Landesinneren der Gemeinde und in Metinaro oft die Nationalsprache Mambai gesprochen, die im 18. Jahrhundert noch die dominierende Sprache der Region war. 83,4 % sprechen als Muttersprache Tetum, 4,0 % Mambai. In Hera und Becora Leten wird auch der Subdialekt Lolein verwendet (568 Einwohner, 0,2 %), der eine Variante des Isní ist. Er wurde dort im 19. Jahrhundert von Einwanderern aus Turiscai eingeführt.

2004 waren 93,3 % der Einwohner Katholiken, 4,5 % Protestanten, 1,1 % Muslime, 0,5 % Anhänger der traditionellen, animistischen Religion Timors, 0,2 % Buddhisten und 0,1 % Hindu. Bei der Volkszählung 2015 registrierte man 95,82 % Katholiken, 3,18 % Protestanten, 0,61 % Muslime, 0,13 % Buddhisten, 0,06 % Hinduisten und nur noch 0,05 % Animisten.

Von den Einwohnern, die drei Jahre oder älter sind, besuchten 2015 47,4 % eine Schule. 36,5 % hatten die Schule verlassen. Nie eine Schule besucht haben 14,9 %, was nur der Hälfte des Landesdurchschnitts entspricht. 3,5 % der Einwohner Dilis haben nur die Vorschule besucht, weniger als ein Viertel nur die Grundschule. Weiterführende Schulen haben 37 % der Einwohner abgeschlossen. Ein Diplom oder abgeschlossenes Studium können 18,4 % vorweisen; auch hier sind die Zahlen deutlich besser als im Landesdurchschnitts. Die Analphabetenrate betrug 2015 5,4 % (Frauen: 4,4 %; Männer: 5,3 %). 2004 lag sie noch bei 25,8 %. (PDF; 14 MB)

Schulbildung Schulabschluss in der Schule Schule beendet nie in einer Schule Vorschule Grundschule Prä-Sekundär Sekundär Diplom / Fach-hochschule Universität Kein Abschluss Frauen 47,0 % 35,4 % 16,3 % 3,4 % 22,5 % 12,6 % 25,5 % 1,0 % 16,2 % 0,6 % Männer 47,8 % 37,4 % 13,5 % 3,5 % 24,2 % 11,9 % 25,0 % 1,0 % 18,6 % 0,4 % gesamt 47,4 % 36,5 % 14,9 % 3,5 % 23,3 % 12,2 % 25,3 % 1,0 % 17,4 % 0,5 %

Geschichte

mini|links|Die Hauptkirche von Dili (bis 1933) mini|Historische Karte des Kreises Dili mit seinen Postos, deren Einwohnerzahlen und den dort gesprochenen Sprachen (Álbum Fontoura) mini|Australische INTERFET-Soldaten in Dili 2000

1520 gründeten die Portugiesen die Siedlung Dili in der gleichnamigen Bucht. Ab dem 10. Oktober 1769 wurde sie nach der Vertreibung der Portugiesen aus Lifau zur Hauptstadt der Kolonie. Während der Rebellion von 1861 wurde die Stadt von den aufständischen Timoresen bedroht. Die Angreifer konnten abgewehrt werden. Bei der Revolte der Moradores 1887 fiel die Stadt in totalen Terror. 1912 konnte ein weiterer Angriff auf Dili bei der großen Rebellion von Manufahi abgewehrt werden. (PDF; 824 kB)

Im Januar 1934Francisco da Costa Guterres: Elites and Prospects of Democracy in East Timor, Griffith University 2006. wurde mit den Verwaltungsbezirken () ein ziviles Verwaltungssystem für die Kolonie eingeführt.Monika Schlicher: Portugal in Osttimor. Eine kritische Untersuchung zur portugiesischen Kolonialgeschichte in Osttimor 1850 bis 1912. S. 134–136, Abera, Hamburg 1996, ISBN 3-931567-08-7, (Abera Network Asia-Pacific 4), (Zugleich: Heidelberg, Univ., Diss., 1994). Zum Verwaltungsamt Dili (ab 1940 zum Kreis erhoben)Government of Timor-Leste: Administrative Division (englisch). gehörte damals auch das Gebiet der heutigen Gemeinde Liquiçá.João Soares: Novo Atlas Escolar Português, 5. aktualisierte Auflage, Lisboa 1954.

In der Nacht vom 19. auf den 20. Februar 1942 landeten japanische Truppen in Dili und besetzten die neutrale Kolonie bis 1945.

1946 kam Liquiçá zum neuen Verwaltungsbezirk Ermera, während Suro das heutige Aileu an den Kreis Dili abgab.Diário do Governo, I(159). Quinta-feira, 18 de julho de 1946 In: Lúcio Sousa: A etnografia em concurso administrativo : a “monografia etnográfica” em Timor Português em 1948, abgerufen am 16. September 2024. Erst am 1. Juli 1973 wurde der eigenständige Kreis Aileu gegründet.Valentim Ximenes: REFORMA POLÍTICO-ADMINISTRATIVA EM TIMOR-LESTE ENQUANTO PROCESSO DE RETERRITORIALIZAÇÃO, S. 42, Doktorarbeit März 2016, Universität Coimbra.Ministério da Administração Estatal, República Democrática de Timor-Leste: MINISTRU ADMINISTRASAUN ESTATAL FO PARABÉNS BA POVU AILEU HODI KOMEMORA LORON KRIASAUN KONSELLU AILEU, 2. Juli 2022, abgerufen am 12. Juli 2022.

Nach der Nelkenrevolution 1974 sollte die Kolonie auf die Unabhängigkeit vorbereitet werden, doch als sich eine Dominanz der linksgerichteten FRETILIN abzeichnete, kam es 1975 in Dili zum Bürgerkrieg und Straßenkämpfen zwischen ihr und der konservativen UDT. Portugals letzter Gouverneur Mário Lemos Pires floh nach Atauro. Die FRETILIN ging aus den Kämpfen als Sieger vor, doch inzwischen hatte Indonesien begonnen nach und nach das Grenzland zu besetzen. Angesichts der Bedrohung hoffte die FRETILIN auf internationale Unterstützung und erklärte daher am 28. November 1975 Osttimor von Portugal unabhängig. Neun Tage später, am 7. Dezember, begannen indonesische Truppen offen mit der Invasion des Landes und besetzten das Festland Dilis. Atauro wurde erst am 30. Dezember von den Indonesiern besetzt. Es folgte ein jahrzehntelanger Guerillakrieg zwischen den Indonesiern und der timoresischen Widerstandsbewegung FALINTIL.

Während der indonesischen Besatzung teilte sich der Distrikt Dili in die beiden Subdistrikte Dili Timur (Ost-Dili) und Dili Barat (West-Dili). Im Westen wurde der Suco Comoro über den Rio Comoro hinaus bis zu den Seen von Tasitolu ausgedehnt.Maxibiano Soares: Istória Sidade Díli, Timor Lorosa’e, abgerufen am 13. Oktober 2023.

Am 10. Juni 1980 griffen FALINTIL-Einheiten einen Fernsehsender am Rande der Hauptstadt Dili an. Am 12. November 1991 forderte ein Massaker durch indonesische Soldaten nach einer Beerdigung auf dem Friedhof Santa Cruz über 200 Todesopfer.