mini|hochkant|Kirche St. Jakobus der Ältere in Hafenlohr

Hafenlohr ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart (Bayern).

Geografie Geografische Lage Der Ort Hafenlohr liegt in der Region Würzburg, etwa 3 km nördlich von Marktheidenfeld. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit nördlich vom Forsthaus Fürstenbrücke, der niedrigste liegt im Main auf .

Gemeindegliederung Es gibt acht Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Bahnbrückenmühle (Einöde) Diana (Einöde) Einsiedel (Weiler) Hafenlohr (Pfarrdorf) Hubertushöhe (Einöde) Lindenfurterhof (Einöde) Torhaus Breitfurt (Einöde) Windheim (Kirchdorf)

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Fürstlich Löwensteinscher Park (Gemarkungsteil 3), Hafenlohr und Windheim.

Gewässer Die Hafenlohr mündet in Hafenlohr in den Main.

Nachbargemeinden

Name Etymologie Ihren Namen hat die Gemeinde Hafenlohr vom gleichnamigen Fluss Hafenlohr, der dem Main im Gemeindegebiet zufließt. Der Fluss wurde aber erstmals, als Lara – nicht als Hafenlohr, in der Grenzbeschreibung des Klosters Neustadt am Main vom Jahr 772 erwähntKlaus Weyer: Vom Keltenheiligtum Locoritum zum karolingischen Missionskloster – Neustadt am Main. Königshausen & Neumann, Würzburg 2019, ISBN 978-3-8260-6740-2.

Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 1268 LareTheodor Ruf, Quellen und Erläuterungen zur Geschichte der Stadt Lohr am Main bis zum Jahr 1559, Seite 174 1324 Lare 1348 Niederlohre 1354 Niedern Löhr 1376 Hefnerlor 1470 Nydernlore 1494 Heffnerlore 1505 Hafnerlore 1516 Haffenlor 1800 Hafenlohr

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Erste urkundliche Erwähnung von Hafenlohr, ist im Jahr 1268, als villa Lare.

Als Teil des Oberamtes Rothenfels des Hochstiftes Würzburg fiel Hafenlohr bei der Säkularisation an die Grafen Löwenstein-Wertheim. Beide gehörten ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis. Durch die Mediatisierung 1806 kam es an das Fürstentum Aschaffenburg, mit welchem es 1814 an das Königreich Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Verwaltungsgeschichte Im Jahre 1862 wurde das Bezirksamt Marktheidenfeld gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Hafenlohr lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Hafenlohr war dann eine der 47 Gemeinden im Landkreis Marktheidenfeld. Mit der Auflösung des Landkreises Marktheidenfeld kam Hafenlohr am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Mittelmain, der zehn Monate später seinen endgültigen Namen Landkreis Main-Spessart erhielt.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1974 die Gemeinde Windheim eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1724 auf 1851 um 127 Einwohner bzw. um 7,4 %. 1961: 1634 Einwohner, davon in Windheim 467 1970: 1804 Einwohner, davon in Windheim 467 1987: 1721 Einwohner 1991: 1782 Einwohner 1995: 1850 Einwohner 2000: 1877 Einwohner 2005: 1833 Einwohner 2010: 1841 Einwohner 2015: 1860 Einwohner 2016: 1866 Einwohner 2024: 1755 Einwohner 2025: 1759 Einwohner

Religion Hafenlohr ist katholisch geprägt. Zum Dekanat Lohr (Bistum Würzburg) gehören die Pfarrei St. Jakobus der Ältere im Hauptort der Gemeinde und die Kuratie St. Cyriakus in Windheim.

Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld.

Gemeinderat Die Gemeinderatswahl 2020 erbrachte folgende Ergebnisse:

CSU: 48,63 %, 6 Sitze SPD/Bürgerliste: 13,26 %, 2 Sitze Freie Wählergemeinschaft Hafenlohr/Windheim 38,11 %, 4 Sitze

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2008 Thorsten Schwab (CSU); er wurde am 15. März 2020 mit 70,5 % der Stimmen wiedergewählt.

Steuereinnahmen Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 952.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 126.000 Euro.

Im Jahr 2008 betrugen die Steuereinnahmen rund 1,45 Millionen. Euro, darin enthalten waren 415.000 Euro Gewerbesteuer. Der Gesamthaushalt der Gemeinde Hafenlohr beträgt etwa 3,5 Millionen. Euro jährlich.

Wappen

Bildung und Kultur mini|hochkant|Kapelle bei Einsiedel Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018): Eine Kindertageseinrichtung mit 100 genehmigten Plätzen und 78 Kindern, davon 24 unter drei Jahren Eine Grundschule mit vier Klassen, fünf Lehrkräften und 88 Schülern

Öffentliche Einrichtungen Technisches Hilfswerk Ortsverband Marktheidenfeld Freiwillige Feuerwehren Hafenlohr und Windheim Stützpunkt der Straßenmeisterei Lohr am Main

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Arbeitsplätze 2017 gab es in der Gemeinde 493 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 784 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 291 Personen größer als die der Einpendler. 21 Einwohner waren arbeitslos.

Industrie Die Paidi Möbel GmbH, die Kindermöbel herstellt, hat ihren Sitz in Hafenlohr.

Landwirtschaft Im Jahr 2016 bestanden 7 landwirtschaftliche Betriebe.

Verkehr und Tourismus mini|In Deutschland selten: Mittellinie auf dem Fahrrad- und Wirtschaftsweg von Hafenlohr zur Mainbrücke Der Ort Hafenlohr liegt an der Mündung des bei Wanderern und Radtouristen beliebten Hafenlohrtals ins Maintal.

Wenige hundert Meter südlich des Kernortes verbindet die Brücke der Kreisstraße MSP 45 die Staatsstraßen 2315 und das Hafenlohrtal am rechten Mainufer mit der Staatsstraße 2299 und dem Main-Radweg auf dem linken Ufer.

Hafenlohr hatte einen Bahnhof an der 1976 für den Personenverkehr stillgelegten und inzwischen abgetragenen Bahnstrecke von Lohr nach Wertheim. mini|Der ehemalige Bahnhof in Hafenlohr, inzwischen in Privatbesitz

Persönlichkeiten In Hafenlohr wurden geboren: Lydia Westrich (* 1949), deutsche Politikerin (SPD) Dieter Flögel (1953–2022), Radrennfahrer

Weitere Persönlichkeiten: Ruprecht Polenz (* 1946), deutscher Politiker (CDU), wuchs in Hafenlohr auf

Weblinks

Gemeinde Hafenlohr

Einzelnachweise

Kategorie:Gemeindegründung 1818