Eichenbühl ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg.
Geographie Lage Die Gemeinde liegt in der Region Bayerischer Untermain am Nordostrand des Odenwaldes und am Südrand des Spessarts (Wertheimer Hochfläche). Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit am Gipfel der Guggenberger Höhe, der niedrigste liegt an der Erf auf . Durch Eichenbühl führt der Fränkische Marienweg.
Gemeindegliederung Es gibt 15 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Eichenbühl, Heppdiel, Riedern und Windischbuchen. Die Gemarkung Eichenbühl hat eine Fläche von 12,619 km². Sie ist in 5305 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2378,78 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Ebenheiderhof, Ottenmühle und Pfohlbach links des Baches.
Name Etymologie Der Name Eichenbühl setzt sich zusammen aus den mittelhochdeutschen Wörtern eichîn für Eichen und buohel im Sinne von Buckel, Hügel. Er bezeichnet einen mit Eichen bewachsenen Hügel.
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 1248 „Eichenbohel“ 1308 „Eichinbuhil“ 1344 „Eichenbuel“ 1357 „Eichenbüchel“ 1364 „Eychenbul“ 1379 „Eichinbohel“ 1395 „Eychenbuhel“ 1576 „Eichenbüell“ 1694 „Eychenbühl“ 1831 „Eichenbühl“
Ortsneckname Hauptnahrungsmittel zwischen Spessart und Odenwald waren die Kartoffeln (Krummbern). Sie werden „mitsammen der Montur“ (mit der Schale), als Schnitze, Brei und Suppe mit frischen Kräutern, püriert oder gewürfelt, aufgetischt. Der Ortsneckname „Krummbernsäck“ galt nicht nur für die Eichenbühler, sondern (im Dialekt unterschiedlich) in der ganzen Gegend.Werner Trost: Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer, Landkreis Miltenberg 2003
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Aus dem Gemeindeteil Riedern entstammt das gleichnamige lokale Adelsgeschlecht der von Riedern, deren Wappenmotiv einer roten Kanne auch heute noch ein Element des Gemeindewappens bildet. Der Ort im Erzstift Mainz wurde im Reichsdeputationshauptschluss 1803 den Fürsten von Leiningen zugesprochen, 1806 durch Baden mediatisiert und 1810 an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt abgetreten. Im Rezess Hessen/Bayern (Frankfurt 1816) fiel es schließlich an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Verwaltungsgeschichte Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Miltenberg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Eichenbühl lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Eichenbühl war nun eine Gemeinde im Altkreis Miltenberg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Miltenberg zusammen.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1974 die Gemeinden Riedern und Windischbuchen und am 1. Januar 1976 Heppdiel eingegliedert.
Einwohnerentwicklung 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2016 2252 2553 2680 2811 2760 2809 2715 2632 2545 2514
Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 2704 auf 2478 um 226 Einwohner bzw. um 8,4 %. 1992 zählte Eichenbühl 2858 Einwohner. Quelle: BayLfStat
Politik Bürgermeister und Gemeinderat Erster Bürgermeister ist seit 2026 Mathias Krischke (SPD/UWG). Er wurde am 08. März 2026 mit 50,1% der Stimmen für sechs Jahre gewählt.
Der Gemeinderat besteht nach der Wahl 2026 aus 14 Mitgliedern, die sich wie folgt aufteilen:Gemeinderatswahl 2020, abgerufen am 13. Juni 2020 CSU: 8 Sitze (57,27 %) SPD/UWG: 6 Sitze (42,73 %) UWG=Unabhängige Wählergemeinschaft
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bau- und Bodendenkmäler
mini|Romanische Kapelle St. Valentin St. Cäcilia (Eichenbühl) St. Valentin (Eichenbühl)
Sport Eichenbühl verfügt über zahlreiche sportliche Einrichtungen, einen Tennis- und Reitclub sowie den Golfclub Erftal e. V. Jährlich findet das Int. AvD/GAMSC Bergrennen Unterfranken statt. Das Bergrennen erfreut sich jedes Jahr großer Begeisterung. Die Bergrennstrecke Unterfranken ist 3,05 km lang und führt auf der Staatsstraße 507 von Eichenbühl nach Umpfenbach.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft 2017 gab es in der Gemeinde 299 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1033 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 734 Personen größer als die der Einpendler. 29 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 22 landwirtschaftliche Betriebe.
Erneuerbare Energien 2013 wurde in den Gemarkungen Heppdiel und Windischbuchen ein Windpark mit fünf Windkraftanlagen des Typs Nordex N117/2400 errichtet. Die Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 12 MW wurden im Oktober 2013 in Betrieb genommen und sollen nach Angaben des Projektentwicklers Green City Energy jährlich rund 30 Millionen Kilowattstunden Ökostrom erzeugen. Mit einer Nabenhöhe von 141 Metern Höhe und einem Rotordurchmesser von 117 Metern sind die Anlagen speziell für die Windbedingungen von Binnenlandstandorten ausgelegt. Der Windpark wurde teilweise über einen besonderen Bürgerbeteiligungsfonds finanziert. Dieser soll durch finanzielle Beteiligung der Bürger vor Ort die Wertschöpfung der Anlagen in der Region halten und so die Wirtschaft vor Ort stärken.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018): 2 Kindertageseinrichtungen mit 100 Plätzen und 75 Kindern 1 Volksschule mit 7 Klassen und 131 Schülern
Persönlichkeiten Joseph Reuß (1904–1986), katholischer Theologe
Literatur
Weblinks
Gemeinde Eichenbühl
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Miltenberg Kategorie:Weinort in Franken Kategorie:Gemeindegründung 1818
Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Miltenberg