Traitsching ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Cham. mini|Traitsching von Norden mini|Bei Obergoßzell mini|Kapelle in Traitsching
Geographie Geographische Lage Traitsching liegt in der Planungsregion 11 (Regensburg) im südlichen Landkreis Cham.
Gemeindegliederung
Es gibt 68 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es bestehen die Gemarkungen Atzenzell, Birnbrunn, Loifling, Obergoßzell, Sattelbogen, Sattelpeilnstein und Traitsching.
Geschichte Bis zum 20. Jahrhundert Im Jahr 1376 wird ze Draichsing erstmals urkundlich erwähnt.
Traitsching gehörte zum Rentamt Straubing und zum Landgericht Cham des Kurfürstentums Bayern. Ein großer Teil des heutigen Gemeindegebietes war ein Teil der Grundherrschaft Loifling und stand u. a. unter der Verwaltung der Poißl von Loifling. Nach dem Frieden von Preßburg gehörte Traitsching ab 1806 zum Königreich Bayern und ab 1871 zum Deutschen Reich. Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939–1945) wurden die Bewohner mit dem Freistaat Bayern Teil der Bundesrepublik Deutschland.
Auch im Landgericht Cham wurden infolge des Gemeindeedikts 1818 Gemeinden gebildet. Allerdings entstand die Gemeinde Traitsching erst 1821 bei einer Überprüfung durch Abtrennung aus der Gemeinde Thierling.Historischer Atlas von Bayern. Altbayern Reihe I Heft 8: Das Landgericht Cham. München 1955, S. 71
Auf Traitschinger Gemarkung, etwa 700 Meter südöstlich der Ortsmitte, befindet sich der Burgstall Schanzenberg auf dem Schanzenberg, heute ein sagenumwobenes Bodendenkmal, eine abgegangene Burganlage des Frühmittelalters aus dem 9. oder 10. Jahrhundert.Bernhard Ernst: Burgenbau in der südöstlichen Oberpfalz vom Frühmittelalter bis zur frühen Neuzeit, Band 2: Katalog. Verlag Dr. Faustus, Büchenbach 2003, ISBN 3-933474-20-5, S. 320 ff.
Eingemeindungen Im Jahr 1946 wurde Loifling in die Gemeinde eingegliedert. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 Sattelbogen (mit den 1946 eingemeindeten Orten Atzenzell und Obergoßzell) und Sattelpeilnstein (mit der 1946 eingemeindeten Ort Birnbrunn) eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3688 auf 4189 um 501 Einwohner bzw. um 13,6 %. 1961: 2585 Einwohner 1970: 2774 Einwohner 1987: 3666 Einwohner 1991: 3886 Einwohner 1995: 4022 Einwohner 2000: 4055 Einwohner 2005: 4085 Einwohner 2010: 4057 Einwohner 2015: 4105 Einwohner
Politik Gemeinderat und Bürgermeister Nach der Kommunalwahl 2026 setzt sich der 16-köpfige Gemeinderat aus neun Mitgliedern der CSU und sieben Mitgliedern der Freien Wähler zusammen. Gegenüber der vorherigen Sitzverteilung, bei der elf Sitze auf die CSU und fünf auf die Freien Wähler entfielen, verlor die CSU zwei Sitze, während die Freien Wähler zwei Sitze hinzugewinnen konnten.
Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2026 Markus Sölch (CSU). Bei der Kommunalwahl 2026 wurde er mit 54,2 % der Stimmen gegen seinen Herausforderer Bernd Bamberger (Freie Wähler) gewählt und folgte damit auf den langjährigen Bürgermeister Josef Marchl (CSU).
Gemeindefinanzen Im Jahr 2017 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 3.074.000 Euro, davon waren 938.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto) und 1.773.000 Euro Gemeindeanteil an der Einkommensteuer.
Partnergemeinden Die Gemeinde pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu: Altschwendt (Oberösterreich, seit 1973) Švihov (seit 2001)
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Sattelpeilnstein Baudenkmäler
Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul (Sattelpeilnstein) Katholische Filialkirche St. Nikolaus (Sattelbogen)
Wasserschloss Loifling Schloss Sattelpeilnstein
Bodendenkmäler
Natur Das Naturschutzgebiet Schlossberg von Sattelpeilnstein umfasst die bewaldete Granitkuppe mit Mauerresten der Burg Sattelpeilnstein.
Theater Die Theatergruppe Wilting ist eine der beliebtesten Laienspielbühnen des Landkreises Cham. Von Pfarrer Otto Böhm 1977 wieder zum Leben erweckt, werden jedes Jahr um Ostern hauptsächlich bayerische Volksstücke, aber neuzeitliche Inszenierungen, wie z. B. Stücke des Mundartdichters Toni Lauerer aufgeführt.
Vereine Der größte und erfolgreichste Verein in der Gemeinde Traitsching ist der SV Wilting, gegründet als reiner Fußballverein am 28. September 1968 durch einen Aufruf des damaligen Bürgermeisters Karl Sölch. Im Laufe der Jahrzehnte erweiterte sich das Sportangebot um eine Gymnastik-, Tennis-, Volleyball-, Badminton- und Skiabteilung sowie um eine Nordic-Walking- und Läufergruppe. Mittlerweile zählt der Verein über 800 Mitglieder. VdK-Ortsverband Traitsching
Wirtschaft Arbeitsplätze 2017 gab es in der Gemeinde 462 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1781 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 1319 Personen größer als die der Einpendler. 55 Einwohner waren arbeitslos.
Land- und Forstwirtschaft 2016 gab es 68 landwirtschaftliche Betriebe; von der Gemeindefläche waren 2.140 Hektar landwirtschaftlich genutzt und die Waldfläche betrug 1.570 Hektar.
Verkehr Die Bundesstraße 20 führt östlich unmittelbar am Hauptort vorbei. Bahnanschluss besteht in der etwa 9 km entfernt Kreisstadt Cham.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018): zwei Kindertageseinrichtungen mit 105 Kindergartenplätzen und 124 betreuten 100 Kindern die Leonhard-Stettner-Grundschule Wilting mit acht Lehrern und 153 Schülern (Schuljahr 2018/19) eine Außenstelle der Volkshochschule Cham
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Cham