Walderbach ist eine Gemeinde und ein Dorf im Oberpfälzer Landkreis Cham.

Geografie Lage Das Pfarrdorf Walderbach liegt am Fluss Regen, 28 Kilometer (Luftlinie) nordöstlich von Regensburg und 14 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Cham.

Gemeindegliederung Es gibt 25 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Dieberg, Haus, Katzenrohrbach, Kirchenrohrbach und Walderbach.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Um 1140 gründete Burggraf Otto I. von Riedenburg aus dem Haus der Babonen in Walderbach ein der Gottesmutter und dem Hl. Nikolaus geweihtes Augustiner-Chorherrenstift als Hauskloster und Familiengrablege. Das Kloster Walderbach wurde 1143 erstmals urkundlich erwähnt, als es in ein Zisterzienserkloster umgewandelt und dadurch vom Kloster Waldsassen aus besetzt wurde.

Im Zuge der von Ottheinrich 1556 eingeleiteten Reformation in der Oberen Pfalz wurde das Kloster in Walderbach aufgehoben und von weltlichen Administratoren verwaltet. Ende 1562 verließ das letzte Ordensmitglied das Kloster und 1563 wurde es offiziell aufgehoben.

Im Dreißigjährigen Krieg endete mit der Niederlage Friedrichs V. von der Pfalz die kurpfälzische Herrschaft über die Oberpfalz, als das Gebiet 1621 von bayerischen Truppen besetzt und Herzog Maximilian I. von Bayern als kaiserlicher Kommissar eingesetzt wurde. Ab 1628 kam das „Fürstentum der Oberen Pfalz“ offiziell zum bayerischen Staatsverband.

1669 besiedelten Zisterzienser aus Kloster Aldersbach das Kloster neu. Walderbach gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Wetterfeld des Kurfürstentums Bayern. Das Kloster Walderbach besaß hier eine offene Hofmark.

Das Zisterzienserkloster wurde im Zuge der Säkularisation 1803 aufgelöst. Die heutige Gemeinde entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818. Die Gemeinde zählte zum Landgericht Roding und später zum Bezirksamt Roding, dem Vorläufer des Landkreises Roding.

Eingemeindungen Im Jahr 1945 oder 1946 wurden die Gemeinde Katzenrohrbach und Teile der aufgelösten Gemeinde Buchendorf eingegliedert. Im Rahmen der Gemeindegebietsreform wurden am 1. Juli 1971 die umliegenden Gemeinden Abtsried, Dieberg, Haus und Kirchenrohrbach eingemeindet.

Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Roding im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst, Walderbach kam zum Landkreis Cham.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971

Mit der Nachbargemeinde Reichenbach bildet Walderbach eine Verwaltungsgemeinschaft, deren Sitz sich in Walderbach befindet. Zum 1. März 2005 wurde ein Teil des gemeindefreien Gebiets Einsiedler und Walderbacher Forst (die Gemarkung Sollbach) aus dem Landkreis Schwandorf eingemeindet. Mit der Auflösung dieses gemeindefreien Gebietes zum 1. November 2013 kam ein noch größeres Stück zum Gemeindegebiet hinzu.Amtsblatt Oberpfalz: , Am 1. Januar 2017 wurde ein Teil des ehemaligen gemeindefreien Gebiets Östlicher Neubäuer Forst eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 Einwohner 1511 1557 1731 1883 2011 2058 2098 2094 2088 Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1751 auf 2223 um 472 Einwohner bzw. um 27 %.

Politik Gemeinderat Dem Gemeinderat gehören 14 ehrenamtliche Mitglieder und der Erste Bürgermeister an. Die Gemeinderatswahl am 15. März 2020 führte zu folgendem Ergebnis:Gemeinderatswahl 2020, abgerufen am 24. August 2020Mitglieder des Gemeinderates, abgerufen am 24. August 2020 Partei Stimmenanteil Sitze CSU 24,74 % 3 Freie Wähler / Freie Wähler Walderbach 30,77 % 4 Freie Wähler im Regental 25,40 % 4 Unabhängige Wähler Walderbach 19,09 % 3

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Michael Schwarzfischer (Freie Wähler); dieser wurde am 15. März 2020 mit 68,1 % der gültigen Stimmen gewählt. Sein Vorgänger war von Mai 2008 bis April 2020 Josef Höcherl (Freie Wähler im Regental).

Zweiter Bürgermeister ist Andreas Rogalski, Dritte Bürgermeisterin ist Beate Fink.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=1.1|Kloster Walderbach am Regen Baudenkmäler

Kloster Walderbach

Bodendenkmäler

Burgstall Katzenrohrbach Burgstall Kirchenrohrbach

Natur Das Naturschutzgebiet Regentalhänge zwischen Kirchenrohrbach und Zenzing

Wirtschaft Es gab 2016 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 258 und im Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr 168 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 948. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe elf Betriebe. Im Jahr 2010 gab es 49 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 1144 ha, davon waren 679 ha Ackerfläche und 465 ha Dauergrünfläche.

Bildung Es gibt einen Kindergarten mit 80 Plätzen und 70 Kindern (Stand 2020).

In der Franz-Xaver-Witt-Grund- und Mittelschule Walderbach wurden 2018/2019 insgesamt 186 Schüler von zwölf hauptamtlichen Lehrkräften unterrichtet, davon in der Grundschule 141 Schüler durch neun Lehrer.

Medien Chamer Zeitung (Auflage: 10.215 gesamt) – Regionalausgabe des Straubinger Tagblattes / Landshuter Zeitung Bayerwald-Echo (Auflage: 16.170 gesamt) – Regionalausgabe der Mittelbayerischen Zeitung Regentalanzeiger Mitteilungsblatt der Gemeinde

Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Jakob Kress (1685–1728): Komponist, Violinist und Kapellmeister in Darmstadt Franz Xaver Witt (1834–1888): Kirchenmusiker, Komponist, Reformer, Gründer des Allgemeinen deutschen Cäcilienvereines

Literatur

Heribert Batzl: Walderbach. Aus der Geschichte eines oberpfälzischen Zisterzienserklosters. Walderbach 1988, Schriftenreihe Kreismuseum Walderbach – 5, .

Weblinks

Gemeinde Walderbach

landkreis-cham.de Kreismuseum im Kloster Luftaufnahmen Walderbach

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Cham Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)