mini|Leutnante der Luftwaffe auf der Luke Air Force Base (1982)

Ein Offizier der Bundeswehr ist ein deutscher Offizier und Soldat der Bundeswehr vom Dienstgrad eines Leutnants bis zum General. Er ist Führer, Ausbilder und Erzieher seiner unterstellten Soldaten. Dem Offizier kann Disziplinarbefugnis übertragen werden.

Ein Offizier hat einen Dienstgrad der Bundeswehr der Dienstgradgruppen der Leutnante, Hauptleute, Stabsoffiziere oder Generale. Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten Die Laufbahngruppe der Offiziere umfasst zehn Laufbahnen: die Laufbahn der Offiziere des Truppendienstes (OffzTrD), des Sanitätsdienstes (OffzSanDst), des Militärmusikdienstes, des Geoinformationsdienstes der Bundeswehr (MilGeoOffz) und des militärfachlichen Dienstes (OffzMilFD) sowie jeweils eine diesen Laufbahnen entsprechende Laufbahn für Offiziere der Reserve.

Am 1. Oktober 2022 waren 37.591 Planstellen für Offiziere besetzt,Haushaltsentwurf 2024 (BT-Drs. 20/7800, S. 2321) was einem Anteil von 21 Prozent der Soldaten entspricht.170.952 besetzte Stellen (Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit) am 1. Oktober 2022 zuzüglich 8.648 freiwillig Wehrdienstleistende (inkl. im Heimatschutz). (Personalzahlen der Bundeswehr am 31. August 2022)

Dienstgrade Die Dienstgrade der Offiziere der Bundeswehr sind:

Dienstgradgruppe Dienstgrade I Generale GeneralH&L, AdmiralM GeneralleutnantH&L, GeneraloberstabsarztH&L+, VizeadmiralM, AdmiraloberstabsarztM+ GeneralmajorH&L, GeneralstabsarztH&L+, KonteradmiralM, AdmiralstabsarztM+ BrigadegeneralH&L, GeneralarztH&L+, GeneralapothekerH&L+†, FlottillenadmiralM, AdmiralarztM+ II Stabsoffiziere OberstH&L, OberstarztH&L+, OberstapothekerH&L+, OberstveterinärH+, Kapitän zur SeeM, FlottenarztM+, FlottenapothekerM+ OberstleutnantH&L, OberfeldarztH&L+, OberfeldapothekerH&L+, OberfeldveterinärH+, FregattenkapitänM, FlottillenarztM+, FlottillenapothekerM+ MajorH&L, Oberstabsarzt+, Oberstabsapotheker+, OberstabsveterinärH+, KorvettenkapitänM III Hauptleute StabshauptmannH&L, StabskapitänleutnantM HauptmannH&L, Stabsarzt+, Stabsapotheker+, StabsveterinärH+, KapitänleutnantM IV Leutnante OberleutnantH&L, Oberleutnant zur SeeM LeutnantH&L, Leutnant zur SeeMH nur HeeresuniformträgerH&L nur Heeres- oder LuftwaffenuniformträgerM nur Marineuniformträger+ nur Sanitätsoffiziere (Bezeichnung „-arzt“ für Human- inklusive Zahnmediziner, „-apotheker“ für Apotheker, „-veterinär“ für Veterinäre)† In den Dienstgrad Generalapotheker werden zurzeit bis auf Weiteres keine Soldaten mehr ernannt, weil der Haushalt keine Neubeförderungen mehr vorsieht.H, H&L, M Wenn ein Dienstgrad weder mit einem hoch gestellten „H“, noch mit „H&L“ noch mit „M“ indiziert ist, dann findet sich der Dienstgrad in allen Uniformträgerbereichen.

Genannt sind zunächst jeweils die Dienstgrade für Heeres-Anmerkung: Uniformträger sind alle Soldaten der Bundeswehr, vgl. und Luftwaffenuniformträger, erst zuletzt ggf. die Dienstgradbezeichnungen der Marineuniformträger. Sind entsprechende Dienstgrade nur für Sanitätsoffiziere ausgewiesen, so werden diese gleich im Anschluss an die „normale“ Dienstgradbezeichnung des jeweiligen Uniformträgerbereichs genannt. Zunächst werden die Dienstgradbezeichnungen für Humanmediziner (entsprechen auch immer denen für Zahnärzte), dann die für Apotheker zuletzt ggf. die für Veterinäre aufgeführt. Sind die Dienstgradbezeichnungen in allen Uniformträgerbereichen identisch, wird auf eine erneute Aufzählung für Marineuniformträger verzichtet.

Gliederung

Neben der Gliederung in die vier Dienstgradgruppen, existieren weitere, teils auch nur informelle, Untergliederungen der Gruppe der Offiziere.

Nach ihrer Laufbahn oder Laufbahngruppe und ihrem Dienstverhältnis im Sinne der Soldatenlaufbahnverordnung und der Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) 20/7 kann unterschieden werden in: Beachte auch: ZDv 20/7 auf Grundlage der Soldatenlaufbahnverordnung ( ) Offiziere des Truppendienstes: Offiziere in einer der beiden Laufbahnen des Truppendienstes (auch Reserveoffiziere) Offiziere des militärfachlichen Dienstes (häufig auch Fachoffiziere): ehemalige Unteroffiziere mit und ohne Portepee in einer der beiden Laufbahnen des militärfachlichen Dienstes (auch Reserveoffiziere) Fachdienstoffiziere: Sanitätsoffiziere: Ärzte oder Apotheker in einer der beiden Laufbahnen des Sanitätsdienstes (auch Reserveoffiziere) Militärmusikoffiziere: Kapellmeister in einer der beiden Laufbahnen des Militärmusikdienstes (auch Reserveoffiziere) Offiziere des Geoinformationsdienstes: Offiziere in einer der beiden Laufbahnen der Offiziere des Geoinformationsdienstes der Bundeswehr (auch Reserveoffiziere) Reserveoffiziere: Offiziere in einer der fünf für Offiziere möglichen Laufbahnen für Reservisten Berufsoffiziere: Berufssoldaten in einem Offiziersdienstgrad Nach ihrer Verwendung kann man folgende Gruppen unterscheiden: Offiziere des Truppendienstes: Offiziere mit einer Verwendung als militärische Führer „in der Truppe“. Diese Gruppe ist nicht deckungsgleich mit der Gruppe der Offiziere des Truppendienstes im Sinne der Soldatenlaufbahnverordnung und der ZDv 20/7. Stabsoffiziere: Offiziere mit Verwendung in einer Stabsabteilung oder auf anderen Dienstposten „fern der Truppe“ ohne den Auftrag zum Führen eines klassisch-militärischen Verbandes oder entsprechender Einheiten. In diesem Sinn ist der Stabsoffizier das Gegenteil des Truppenoffiziers. In diesem Sinn entspricht diese Gruppe aber nicht der gleichnamigen Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere. Offiziere im Generalstabsdienst: Stabsoffiziere im oben genannten Sinn, die im Generalstabsdienst dienen. Fachoffiziere: Gruppe der Offiziere des militärfachlichen Dienstes, die nicht ähnlich wie Truppenoffiziere, sondern in einer Fachverwendung dienen.

Befehlsbefugnisse und Dienststellungen mini|Drei Offiziere des Truppendienstes in Afghanistan, darunter Generalmajor Markus Kneip

Offiziere können unabhängig von ihrem Dienstgrad auf Grundlage des § 4 („Vorgesetztenverhältnis auf Grund des Dienstgrades“) der Vorgesetztenverordnung innerhalb der dort gesetzten Grenzen Soldaten der Dienstgradgruppen Mannschaften, Unteroffiziere ohne Portepee und Unteroffiziere mit Portepee Befehle erteilen.

Offiziere sind auf allen Hierarchieebenen häufig Vorgesetzte der unterstellten Soldaten. Besonders auffällig ist dies im Falle der (Teil-) Einheitsführer, die ab der Ebene Kompaniechef ausschließlich durch Offiziere gestellt werden. In diesen Dienststellungen sind sie truppendienstlicher Vorgesetzter aller ihnen unterstellter Soldaten unabhängig von deren Dienstgrad. Junge Offiziere führen in seltenen Fällen ähnlich wie Unteroffiziere mit Portepee technische Gruppen, im allgemeinen Truppendienst Züge oder werden als Kompanieeinsatzoffizier, Wachoffizier oder Luftfahrzeugführer eingesetzt.

Erfahrenere Offiziere haben das Kommando über alle größeren Einheiten, Boote und Schiffe, (Groß-)Verbände wie Bataillone, Geschwader, Brigaden, Divisionen und Korps, Lehreinrichtungen (zum Beispiel die Schulen des Heeres) und alle Kommandobehörden. Sie füllen also Dienststellungen wie Zugführer, Kompaniechef, Kommandeur, Kommandierender General, Befehlshaber, Kommodore usw. aus.

Offiziere (insbesondere Offiziere der Fachdienste Sanitätsdienst, Geoinformationsdienst und Militärmusikdienst sowie die Offiziere des militärfachlichen Dienstes und Offiziere mit einem der Verwendung entsprechenden Studium wie Juristen und Ärzte) sind auf ihrem jeweiligen Fachgebiet besonders qualifiziert und sind entsprechend in fachlichen Angelegenheiten meist Fachvorgesetzte im Sinne der Vorgesetztenverordnung, häufig Vorgesetzter kraft Dienstgrad und meist Vorgesetzter kraft Dienststellung.

In allen höheren Stabsabteilungen der Großverbände, teils als Chef des Stabes oder stellvertretender Einheitsführer, sowie in Abteilungen und Referaten des Ministeriums, der Ämter, Lehreinrichtungen und höheren Kommandobehörden unterstützen Offiziere ihre Einheitsführer in der Truppenführung, sowie Fachvorgesetzte und das Ministerium in der Bearbeitung wichtiger Fachfragen. Besondere Bedeutung haben die Generalstabsoffiziere, die häufig die Führungsebene der Bundeswehr unmittelbar in besonders wichtigen Arbeitsbereichen unterstützen. Inspizienten, die Inspekteure und der Generalinspekteur und ihre Stellvertreter sind fachlich und/oder truppendienstlich die höchsten Positionen, die Offiziere innerhalb der Bundeswehr erreichen können. Daneben dienen höhere deutsche Offiziere in NATO-Stäben. Aufgrund der geschilderten und ähnlicher Dienststellungen können die allermeisten Offiziere in den in der Vorgesetztenverordnung aufgezählten Fällen allen dienstlich oder fachlich unterstellten Soldaten Befehle erteilen. Offiziere sind als Einheitsführer Disziplinarvorgesetzte der ihnen truppendienstlich unterstellten Soldaten gemäß Wehrdisziplinarordnung.

Ernennung Maßgebliche gesetzliche Grundlagen für die Ernennung in einen der Dienstgrade für Offiziere trifft die Soldatenlaufbahnverordnung (SLV) und ergänzend die Zentrale Dienstvorschrift (ZDv) 20/7. In einen entsprechenden Dienstgrad können Berufssoldaten, Zeitsoldaten und Reservisten ernannt werden. Voraussetzung ist die Zugehörigkeit zu einer der Laufbahnen der Laufbahngruppe der Offiziere. Eine Direkteinstellung mit einem Offiziersdienstgrad ist bei entsprechender Eignung möglich (vgl. unten). Die meisten Offiziere haben aber zuvor im Dienstgrad Oberfähnrich (Reservisten meist abweichend als Fähnrich, Offiziere des militärfachlichen Dienstes selten auch als Stabs- oder Oberstabsfeldwebel) gedient. Der Dienstgrad kann in diesem Fall in der Regel frühestens 36 Monate nach Eintritt in eine der Laufbahnen der Offiziere erreicht werden.Die Frist kann um bis zu zwei Jahre verkürzt werden, da Dienstzeiten in der Bundeswehr vor Beginn der Ausbildung zum Offizier (also in anderen Laufbahngruppen) begrenzt angerechnet werden können. An die zumindest anteilig in Wehrübungen abzuleistende Mindestdienstzeit der Reserveoffizieranwärter werden erheblich geringere Fristen als für andere Offizieranwärter geknüpft. Reservisten werden jedoch insoweit mit aktiven Soldaten gleichgestellt, dass die Ernennung zum Offizier nicht früher als bei entsprechenden aktiven Offizieranwärtern erfolgen kann. Vor Ernennung zum Leutnant muss eine Offizierprüfung mit Erfolg abgelegt werden. Mit der Ernennung zum Leutnant werden Offizieranwärter zu Offizieren. Dies gilt entsprechend ebenfalls für Offizieranwärter in den Laufbahnen des Sanitäts- und Militärmusikdienstes, die jedoch während der Zugehörigkeit zur Dienstgradgruppe der Leutnante Sanitäts- und Militärmusikoffizieranwärter bleiben.Der angehende Arzt oder Apotheker im Dienstgrad Leutnant ist also kein Offizieranwärter mehr, sondern ist Offizier im Sanitätsdienst. Er bleibt gleichwohl aber noch Sanitätsoffizieranwärter und wird erst mit der Beförderung in einen Dienstgrad der Dienstgradgruppe der Hauptleute Sanitätsoffizier Entsprechendes gilt für Militärmusikoffizieranwärter im Dienstgrad Leutnant und Oberleutnant, die erst mit Bestehen des Kapellmeisterexamens und der Ernennung zum Hauptmann zum Militärmusikoffizier werden.