mini|Cinecitta' bei Nacht mini|Luftaufnahme, 2009
Das Cinecitta in Nürnberg ist eines der größten Multiplex-Kinos in Deutschland. Es hat insgesamt 4.720 Plätze in 24 Kinosälen.
Geschichte 1970 eröffnete Wolfram Weber, zusammen mit seinen Brüdern Eckard und Frank, mit der Meisengeige sein erstes Kino in Nürnberg. Es folgten weitere Kinos im Stadtgebiet („Atrium Filmpalast“, „Casablanca“, „Metropolis“ und das „Manhattan“ im benachbarten Erlangen), bis Anfang der 90er die Planung für das Cinecitta'-Multiplexkino begann. Nachdem die Idee eines Neubaus der Stadtbibliothek Nürnberg mit integrierten Kinosälen aus Kostengründen von der Stadt verworfen worden waren, entschied sich Weber an dieser Stelle ein Multiplex-Kino zu bauen. Im Oktober 1995 fand die Eröffnung statt (Bauabschnitt 1) und das Cinecitta' entwickelte sich zum besucherstärksten Kino Deutschlands. 1997 wurde der zweite Bauabschnitt fertiggestellt. 1998 begann der Bau eines IMAX-Kinos, das 2001 eröffnet wurde. Daraufhin nannte sich Cinecitta' in „Megaplex-Kino“ um. Insgesamt kostete der Bau geschätzte 70 Millionen Euro.
Heute umfasst das Kino zwei Eingangshallen mit sechs Kassen, zehn reguläre Kinosäle von verschiedenen Größen (zwischen 103 und 547 Sitzplätze), drei Studio-Kinos, zehn sogenannte Premiumkinosäle, drei Restaurants, einem Laden und neun Bars. Weiterhin sind ein Open-Air-Kino und Außenbereiche auf verschiedenen Ebenen in den Bau integriert.
Konzept mini|Cinecitta'-Komplex an der Pegnitz Städtebauliches und Architektur Das Cinecitta' befindet sich am östlichen Rand der Nürnberger Altstadt an einer architektonisch schwierigen Stelle. Das Kino ist umgeben von historischer Bebauung, wie zum Beispiel dem mittelalterlichen Wall, dem Gewerbemuseum und der Ruine des Katharinenklosters. Daher ist der Bau, der vom Architekturbüro Detlev Schneider entworfen wurde, zurückhaltend gestaltet. Zu sehen sind nur die zwei gläsernen Eingangspavillons. Ein Großteil des ersten Bauabschnitts liegt hinter dem Gebäude des Bildungszentrums und ist nur von der anderen Flussseite der Pegnitz zu sehen. An dieser Stelle wurden eine eigene Flusspromenade und eine Brücke geschaffen. Vor dem ersten Eingang und zwischen Stadtbibliothek und dem Gebäude des ehemaligen Gewerbemuseums sind Plätze entstanden. Ein großer Teil des Gebäudes wurde unterirdisch angelegt, um das historische Stadtbild zu schonen. In direkter Nachbarschaft befinden sich drei Parkhäuser sowie gastronomische Betriebe.
Nach dem Betreten der ersten Kassenhalle wird der Besucher über eine geschwungene Rampe auf die tiefergelegene Ebene geführt. Danach wird eine zentrale Foyerhalle passiert, um in einen der Kinosäle zu gelangen. Das Cinecitta' ist frei zugänglich und zu allen Seiten durch gläserne Fassaden geöffnet. Das Cinecitta' verfügt in beiden Kassenhallen jeweils über eine Kaffeebar. Dazu kommen mehrere Foyerbars für Getränke und kleine Speisen. Neben den Bars gibt es drei Restaurants, von denen sich zwei in einem benachbarten Gebäude befinden.
Kinosäle Das Cinecitta' umfasst 17 reguläre Kinosäle mit steil ansteigenden, konkaven Sitzreihen. Die Leinwände sind gebogen und die sieben größten Säle sind THX-zertifiziert.
In drei Studio-Kinos, sehr kleinen Sälen, werden unter anderem Arthouse- und andere, weniger nachgefragte Filme gezeigt. Im Jahr 2013 wurde der bereits zuvor mit Dolby Atmos ausgerüstete Saal 16 in das erste Deluxe-Kino mit weniger, dafür elektrisch verstellbaren Sesseln und mit Getränke- und Snack-Service am Platz umgebaut. Ihm folgten die Säle 14 und 15. Bis 2014 existierte ein MAD („Maximale Adrenalin-Dosis“) genanntes Motion-Ride-Kino. Dort bewegen sich die einzelnen Sitzplätze simultan zum Film. Inzwischen wurde aus ihm der vierte Deluxe-Saal.
Das unterirdisch angelegte Cinemagnum 3D auf Rundkino.com verfügt über 524 Sitzplätze, eine 610 m² großen Leinwand sowie eine 840 m² großen Kuppelleinwand (Durchmesser 27 Meter). Die Kuppelleinwand wird auf Grund fehlender Filme und technisch schwer umsetzbarer Projektion jedoch nicht mehr genutzt. Der Bau hat ein Raumvolumen von ca. 20.000 m³ und eine Tiefe von mehr als 32 Metern. +NamePlätzeLeinwandTonProjektion3DSonderausstattungWeiteresCINEMAGNUM524ca. 610 m²7.1 & Dolby AtmosSony Quad 4kJaEhemaliges IMAX-KinoKino 1544ca. 109 m²7.1 & Dolby AtmosDigital Laser 4kJaD-Box-SitzeKino 2319ca. 82 m²7.1 & Dolby AtmosDigital 4kJaKino 3467ca. 109 m²7.1 & Dolby AtmosDigital 4kJaKino 4317ca. 72 m²7.1 & Dolby AtmosSony Dual 4KJaKino 5208ca. 38 m²7.1 - Dirac LiveDigital 4kJaKino 6105ca. 27 m²7.1 - Dirac LiveDigital 4kKino 7173ca. 34 m²7.1 - Dirac LiveDigital 4k SonyKino 8141ca. 27 m²7.1 - Dirac LiveDigital 4kKino 9139ca. 27 m²7.1 - Dirac LiveDigital 4kKino 10186ca. 38 m²7.1 & Dolby AtmosDigital 4kJaCINECITTA' Deluxe 1120ca. 75 m²7.1 & Dolby AtmosSony Dual 4kJaehem. Kino 16 (bis 2013)CINECITTA' Deluxe 2105ca. 64 m²7.1 & Dolby AtmosDigital 4kJaehem. Kino 14/15CINECITTA' Deluxe 349ca. 34 m²7.1 & Dolby AtmosDigital 4kJaehem. Kino 14/15CINECITTA' Deluxe 46355 m²7.1 & Dolby AtmosSamsung Onyx LEDehem. MADCINECITTA' Deluxe 53117 m²7.1 & Dolby AtmosDLP 4K LaserJaBlackbox in Cinemagnum Lobby (ab 2023)CINECITTA' Deluxe 6112ca. 50 m²7.1 & Dolby AtmosDigital 4kCINECITTA' Deluxe 760ca. 38 m²7.1 & Dolby AtmosDigital 4kehem. Kino 17 (bis 2024)CINECITTA' Deluxe 864ca. 34 m²7.1 & Dolby AtmosDigital 4kJaehem. Kino 12/13 (bis 2024)CINECITTA' Deluxe 964ca. 34 m²7.1 & Dolby AtmosDigital 4kJaehem. Kino 12/13 (bis 2024)CINECITTA' Deluxe 10162ca. 96 m²7.1 & Dolby AtmosDigital Laser 4kJaehem. Kino 11 (bis 2024)Studio-Kino 133ca. 18 m²7.1 - Dirac LiveDigital 2kStudio-Kino 247ca. 18 m²7.1 - Dirac LiveDigital 4kStudio-Kino 343ca. 12 m²7.1 - Dirac LiveDigital 4kJaOpen Air101ca. 24 m²7.1 - Dirac LiveDigital 2k
Auswirkungen auf die regionale Kinobranche mini|hochkant=0.75|Neubau des „Admiral-Filmpalasts“ von 2002 Das Cinecitta' hat zu Veränderungen des Besucherverhaltens in der Region Nürnberg geführt. Das Geschäft mit Mainstream-Filmen konzentriert sich heute sehr stark auf das Haus'. Knapp vier Jahre nach der Eröffnung musste das „Atlantik“-Kino schließen, und das seit 1908 bestehende „Admiral“-Kino in der Fußgängerzone Königstraße war zur Modernisierung gezwungen. Im Jahr 2000 wurde das alte Gebäude dieses Innenstadtkinos abgerissen, zwei Jahre später wurde der „Admiral-Filmpalast“ in einem Neubau an gleicher Stelle wiedereröffnet.
Auswirkungen hatte das Nürnberger Multiplexkino auch auf die Kinos im nahen Erlangen. Kinobesucher aus Erlangen und dem Umland fuhren vermehrt nach Nürnberg. Dieser Trend ebbte erst mit der Eröffnung eines Cinestar-Multiplexkinos in Erlangen ab. Durch die starke Konkurrenz der beiden großen Kinos veränderte sich die Erlanger Kinolandschaft, es schlossen die UFA-Kinos „Schauburg“ und „Glocken-Lichtspiele“, die „Lamm-Lichtspiele“ wechselten den Eigentümer und wurden zu einem Programmkino umfunktioniert. Lediglich Webers eigenes Kino, das „Manhattan“, wurde weitergeführt und mit „multiplex-ähnlicher Ausstattung“ versehen. Der Fokus der gezeigten Filme verschob sich in Richtung Programmkino. Zeitweise wurden auch digital projizierte Reisedokumentationen von DVD gezeigt.
mini|hochkant=0.75|Meisengeige mini|hochkant=0.75|Metropolis Wolfram Weber ist immer noch Betreiber der Programmkinos „Meisengeige“ und „Metropolis“. Das „Manhattan“ in Erlangen gab Weber im Oktober 2007 an den Betreiber des Programmkinos „Lamm-Lichtspiele“, Peter Zwingmann, ab. Der „Atrium-Filmpalast“ wurde am 9. Oktober 2008 und das „Casablanca“ am 26. März 2009 aufgrund rückläufiger Besucherzahlen geschlossen, das „Casablanca“ jedoch von einem Freundeskreis renoviert und nach einigen Monaten wieder eröffnet. Die beiden anderen Programmkinos, „Meisengeige“ und „Metropolis“, wurden im November 2008 auf digitale Kinoprojektion umgerüstet und sind weiterhin in Betrieb. Im Jahr 2017 wurde das „Manhattan“ erneut an das Cinecitta' vermietet, woraufhin Sanierung und Umbauten stattfanden, um dort drei Deluxekinosäle samt Café zu betreiben.
Nach der Eröffnung des Kinos stiegen die Kinobesuche an. Im Jahr 2004 gingen die Nürnberger im Durchschnitt 4,4-mal ins Kino, während der Bundesdurchschnitt bei 1,9 jährlichen Kinobesuchen lag. Von 2,2 Millionen jährlichen Kinobesuchen in Nürnberg entfallen etwa 1,8 Millionen auf das Cinecitta'. Davon sind ungefähr 270.000 Besuche dem IMAX am Cinecitta' zuzurechnen. Im Jahr 2001 begrüßte das Kinozentrum seinen 10-millionsten Kunden und sechs Jahre später, am 20. Januar 2007, den 20-millionsten. Am 10. Januar 2010 wurde der 25-millionste Besucher gezählt.
Filmfestivals Das Cinecitta' ist Austragungsort folgender internationaler Filmfestivals: Filmfestival Türkei/Deutschland Deutscher Menschenrechts-Filmpreis Fantasy Filmfest: Internationales Festival für Science Fiction, Horror und Thriller Mittelfränkisches Jugendfilmfestival Polnische Filmwoche QueerfilmfestivalKinos auf queerfilmfestival.net, abgerufen am 19. Juni 2022
Digitales Kino im Cinecitta' Zur Premiere des Films Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith im Jahr 2005 erhielt das das Cinecitta' als einziges Kino in Bayern und als eines von neun Kinos in Deutschland zwei digitale 2K-Projektoren der britischen Firma Christie und nahm am europäischen Testrollout des Films teil. Als sich am Eröffnungswochenende 93 % der Besucher für die digitale Fassung des Films entschieden, gab das Cinecitta' bekannt, weitere Projektoren zu kaufen. Die Einführung digitaler Projektion ging mit einer Preiserhöhung für digital projizierte Vorstellungen einher. Der Betreiber rechtfertigte dies mit den hohen Investitionskosten. Mitte 2008 wurden alle Kinosäle mit digitalen Projektoren ausgestattet, was das Cinecitta' zum ersten volldigitalen Multiplexkino in Deutschland machte.
Weblinks
Offizielle Website des Cinecitta'
Belege
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