mini|Evangelische Kirche St. Ägidius in Grub am Forst Grub am Forst (amtlich: Grub a.Forst) ist eine Gemeinde und deren Hauptort im oberfränkischen Landkreis Coburg sowie Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Grub am Forst.

Gemeindegliederung Es gibt sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Buscheller (Dorf) Forsthub (Dorf) Gleisenau (Einöde) Grub am Forst (Pfarrdorf) Rohrbach (Dorf) Roth am Forst (Dorf) Zeickhorn (Dorf)

Dialekt In Grub am Forst wird Itzgründisch, ein mainfränkischer Dialekt, gesprochen.

Geschichte Bis zum Wechsel nach Bayern Die erste urkundliche Erwähnung von Grub am Forst datiert aus dem Jahre 1288. Es ist die Schenkungsurkunde einer Mühlstätte an das Kloster Sonnefeld. Als Teil des ehemaligen Herzogtums Sachsen-Coburg kam Grub 1920 mit dem Freistaat Coburg nach einem Volksentscheid 1919 zu Bayern.

1772 gründeten die Gebrüder von Sandt die Blaufabrik in Grub am Forst, die erste chemische Fabrik in der Region Coburg. Die produzierte Farbe „Berlinerblau“ wurde vor allem für das Färben von Textilien und Papier verwendet. 1809 erwarb die Familie Holtzapfel das Unternehmen. 1972 stellte die chemische Fabrik Samuel Friedrich Holtzapfel die Produktion ein. 2016 folgte eine Sanierung der unversiegelten beziehungsweise nicht bebauten Flächen durch einen Bodenaustausch. Dabei wurden 11.000 Kubikmeter des hochbelasteten Bodens mit 70 Tonnen Cyanid entsorgt.Stefan Neumann, Tobias Sluka: Sanierung der ehemaligen Farbenfabrik Holtzapfel in Grub am Forst. In: GAB Kompakt, Magazin der Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern mbH, S. 1–4.

Am 1. Oktober 1891 wurde der Haltepunkt der Werrabahn eröffnet.

Eingemeindungen 1. Januar 1970: Roth am Forst 1. Januar 1971: Zeickhorn 1. April 1971: Rohrbach 1. Januar 1978: Forsthub und Gleisenau, Teile der Gemeinde Buch am Forst

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 2890 auf 2816 um 74 bzw. um 2,6 %. Ein Höchststand wurde am 31. Dezember 2000 mit 3141 Einwohnern erreicht.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat hat ab 2020 14 Mitglieder, zwei weniger als zuvor.

Die Kommunalwahl 2026 führte zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat (Vergleich zur Wahl 2020): CSU 2 Sitze (±0) SPD 2 Sitze (±0) Freie Wähler Grub am Forst 6 Sitze (+2) Gut für Grub 4 Sitze (−2)

Bürgermeister Seit dem 1. Mai 2026 ist André Dehler (Freie Wähler) Erster Bürgermeister. Sein Vorgänger war Jürgen Wittmann (Gut für Grub), der erstmals 2014 gewählt wurde. Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Museen mini|Reichenbach-Haus Heimatmuseum im Reichenbach-Haus

Musik Männergesangsverein Zeickhorn Sängerkranz Grub am Forst Sängerlust Rohrbach Musikverein Ebersdorf-Grub

Baudenkmäler

Reichenbach-Haus Pfarrkirche St. Ägidius Forsthaus Gleisenau im Gemeindeteil Forsthub

Bodendenkmäler

Naturdenkmäler Augustafelsen Grüber Stein Auengrund

Parks Freizeitgelände Auengrund

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab 2020 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 459 und im Bereich Handel und Verkehr 125 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1293. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 acht landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 472 Hektar, davon waren 362 Hektar Ackerfläche.

Verkehr Grub am Forst liegt direkt an der Bundesstraße 303 mit einer Anschlussstelle zur A 73 zwischen Grub am Forst und Ebersdorf bei Coburg. Grub besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Coburg – Lichtenfels.

Öffentliche Einrichtungen Gemeindebücherei Grub am Forst Haus der Begegnung

Bildung Grundschule Grub am Forst

Persönlichkeiten Ehrenbürger Erich Kolb (Ernennung am 2. Dezember 2005) Günther Kolb (Ernennung am 17. Juli 2005) Walter Lehnert

Ehrenmedaille der Gemeinde Grub am Forst Dieter Oetter (verliehen am 13. Februar 2006) Kurt Bernreuther (verliehen am 26. September 2007) Reinhold Schweidler (verliehen am 25. Januar 2010)

Literatur Walter Schneier: 700 Jahre Grub am Forst. Grub am Forst 1988 Günter Menzner: Zwischen Docke und Kiefer. Historische Aufnahmen aus Grub am Forst und seinen Ortsteilen mit einem Vorwort von Günter Dippold. Grub am Forst (Arbeitskreis Grüber Heimat) 1995 Günter Dippold (Hrsg.): Zwischen Heiligem Viertel und Hölle. Kirchengeschichte von Grub am Forst. Grub am Forst (Menzner Verlag) 1997, ISBN 3-932963-49-0

Weblinks

Gemeinde Grub am Forst (PDF, 1,66 MB)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Coburg Kategorie:Ersterwähnung 1288 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)