mini|300px|Gleiritsch, Ortskern mini|300px|Gleiritsch, Ortskern (1959)
Gleiritsch ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf.
Geografie Geografische Lage Gleiritsch liegt in der Region Oberpfalz-Nord im nordöstlichen Teil des Landkreises Schwandorf. Der Katzenstein () ist die höchste Erhebung im Gemeindegebiet. Nordwestlich von Gleiritsch fließt der im Tännesberger Wald entspringende Mühlbach bei Lampenricht in den aus Richtung Zeinried kommenden Bach Gleiritsch. Dieser fließt an der Kohlmühle sowie an Bernhof vorbei und mündet bei Trausnitz in die Pfreimd. Der Kroaubach entspringt östlich des Großen Kulms bei Trichenricht, fließt 500 Meter westlich von Gleiritsch an der Kroau vorbei und mündet bei der Kohlmühle in die Gleiritsch.
Der naturbelassene Weiher beim Zeltplatz in der Kroau ist im Besitz der Gemeinde Gleiritsch.
Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Tännesberg, Teunz, Guteneck, Pfreimd und Trausnitz.
Gemeindegliederung Die Gemeinde hat zwölf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt die Gemarkungen Bernhof, Gleiritsch und Lampenricht.
Geschichte Herkunft des Namens Gleiritsch Der Name kommt aus dem Slawischen und bedeutet Bodenerhöhung am Bach (glova = Bodenerhöhung, rěčica = Bächlein).Ernst Schwarz: Sprache und Siedlung in Nordostbayern. Nürnberg 1960, S. 312 Der Name Gleiritsch geht auf slawische Besiedlung zurück (wie die Ortsnamen TeunzAlois Köppl: Teunz. 2013, S. 5, Hohentreswitz, Köllitz, Söllitz – Trausnitz ist nachweislich nicht slawisch). Der Bach Gleiritsch fließt an dieser Bodenerhöhung, von Zeinried kommend, an Lampenricht, Sägmühle, Kohlmühle und Bernhof vorbei und mündet bei Trausnitz in den Fluss Pfreimd.
Erste Nennung im Jahre 1031 Die erste nachweisliche Nennung der Siedlung Gleiritsch erfolgte 1031.Paul Mai: Der St. Emmeramer Rotulus des Güterverzeichnissese von 1031. VHVO 106, Regensburg 1966, Seite 87–101. Unter der Bezeichnung „Gloureizi“ tauchte der Name im Güterverzeichnis des Regensburger Benediktinerklosters St. Emmeram auf. Bei dieser Aufzeichnung handelt es sich um einen Rotulus, der urbarielle Eintragungen des Klosters enthält. Man konnte das Original, das bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München verwahrt wurde, nicht mehr auffinden. Doch eine Abschrift des Schriftstückes aus dem Jahre 1921 liegt noch vor, so dass die Güterbeschreibung unter dem Abt Burkhard von St. Emmeram erhalten blieb. Der Vermerk in der Schriftenrolle berichtet von drei Feldstücken in „Gloureizi“, für die Abgaben entrichtet wurden („… 91 Ad Gloureizi sunt tria rura, ab his dantur III solidi“).Paul Mai: Der St. Emmeramer Rotulus des Güterverzeichnissese von 1031. VHVO 106, Regensburg 1966, Seite 100.
Gleurast, Hachenberger, Zenger, Losnitzer und Warperger Rund 160 Jahre dauerte es, bis weitere Belege in Form von Kaufverträgen und anderen Nennungen Hinweise auf Gleiritsch lieferten. Um 1194 sind Quadalric und Marquard von GleurastBayerisches Hauptstaatsarchiv München, Bestand: Kloster Reichenbach, Nr. 1 und Monumenta Boica. XXVII, S. 40. urkundlich belegt. Von 1282 bis 1397 ist das Adelsgeschlecht der ZellerJosef Plaß: Der oberpfälzische Adel. Donauwörth 1880, S. 227. Lehnsherr auf Gleiritsch. Anschließend folgten die HachenbergerBayerisches Hauptstaatsarchiv München, Bestand: Bamberger Urkunden, Nr. 4556., Muracher, Zenger, Losnitzer und Warperger.Regesta sive rerum boicarum autographa, Band 13, S. 88.
Die Plassenberger Spätestens im Jahre 1550 bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts folgten die Plassenberger den Gleissenthalern nach. Grabplatten und ein Epitaph im Innenraum der Kirche in Gleiritsch zeugen von diesem Adelsgeschlecht. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts (1498) wurde Götz von Plassenberg Hauptmann und Pfleger in Neunburg vorm Wald und Christoph von Plassenberg erhielt 1556 die Stelle eines Landrichters in Amberg. In Biedermann, Geschlechtsregister, Band 5, Tafel 342 wird Lorenz von Plassenberg als Landsasse auf „Glayritz“ genannt. Daneben hatte er weitere Güter in Eckersdorf (Markgraftum Bayreuth) und St. Gilgenberg. Der Besitz des Lorenz von Plassenberg, der neben zwei Töchtern, Margaretha und Sybilla von Plassenberg, vier Söhne hatte, wurde auf seine Erben Georg Leo, Paulus Lorenz, Götz Siegemund und Christoph Jacob von Plassenberg aufgeteilt. Den letztgenannten „Christoff Jacob von Plassenberg zu Gleuratsch“Karl-Otto Ambronn: Die Landsassen des Fürstentums der Obern Pfalz, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe II, Heft 3, München 1982, S. 77. erwähnte erstmals 1550 ein Landsassenregister. Am 25. September 1559 belehnte ihn Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz „mit dem burklein Plassenberg und näher bezeichneten dazugehörigen Gütern“.Jakob Wille: Die Deutschen Pfälzer Handschriften des 16. und 17. Jahrhunderts der Universitäts-Bibliothek in Heidelberg, I. Codices Palatini Germanici 486. Heidelberg 1903, S. 61
Das Rittergut Gleiritsch ging von Christoph Jacob von Plassenberg auf dessen Sohn Hans Lorenz von Plassenberg über, der es bis 1582 besaß. Im Jahre 1582 empfing „Hans Christoph von Plassenberg zu Eckersdorf, St. Gilgenberg, Glayritz und Bettendorf“ Gleiritsch zum Lehen. Am 16. März 1607 bat Hans Christoph von Plassenberg in einem Brief an „Den Durchlauchtigen Hochgeborenen Fürsten und Herrn, Herrn Christiano, Fürsten zu Anhalt …, Der Obern Churfürstlichen Pfalz in Bayern Statthalter“Staatsarchiv Amberg, Bestand: Amt Nabburg, Faszikel 50, Nr. 330. darum, sein „Rittergut und Hofmargs Gleyritsch im Ambt Nabburg gelegen“ seinem Sohn Hans Melchior von Plassenberg übergeben zu dürfen. Hans Melchior war von 1607 bis 1651 auf Gleiritsch. Unter den Auswirkungen verschiedener politischer Ereignisse (Dreißigjähriger Krieg 1618–1648) und religiöser Umbrüche, eingeleitet durch die Reformation, stand das Gut Gleiritsch vor dem Ruin.
Portner, Laminger, Brandt und die Grafen von Kreuth Im Jahre 1651 übernahm mit Heinrich Sigmund Portner, einem Enkelkind des 1652 verstorbenen Hans Melchior von Plassenberg, die Gutsherrschaft Gleiritsch.Staatsarchiv Amberg, Bestand: Standbuch Nr. 351, fol. 232. Auf die PortnerStaatsarchiv Amberg, Bestand: Landsassen, Nr. 49. und LamingerStaatsarchiv Amberg, Bestand: Landsassen, Nr. 134. folgten die Brandt.Staatsarchiv Amberg, Bestand: Oberpfälzer Religions- und Reformationsakten, Nr. 783. 1688 kaufte „Johann Friedrich von Kreith“Bavaria, Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern, zweiter Band, erste Abtheilung, Oberpfalz und Regensburg, München 1863, S. 531. die Hofmark Gleiritsch. Da dieser Kaufvertrag von einem Johann Melchior von Plassenberg ausgefertigt wurde, ist anzunehmen, dass Gleiritsch zwischenzeitlich wieder an die Plassenberger zurückgefallen war. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark der Grafen von Kreuth.
Burg Gleiritsch Die Burg Gleiritsch stand zwei Kilometer östlich von Gleiritsch an der heutigen Gemeindeverbindungsstraße von Gleiritsch nach Schömersdorf in der Waldabteilung Weider des so genannten Plassenberges. In einem Kaufvertrag, datiert vom 31. Januar 1397, tauchte erstmals die Nennung einer Burg auf. „Frau Elspet Zellaer“, verkaufte die halbe Veste und das halbe Dorf zu „Glaweretsch“.Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Bestand Bamberger Urkunden: Nr 4556 Am 25. September 1559 belehnte Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz „Christoff Jacob von Plassenberg zu Gleuratsch“Ambronn, Karl-Otto, Die Landsassen des Fürstentums der Obern Pfalz, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe II, Heft 3, München 1982, S. 77. „mit dem burklein Plassenberg und näher bezeichneten dazugehörigen Gütern“.Jakob Wille: Die Deutschen Pfälzer Handschriften des 16. und 17. Jahrhunderts der Universitäts-Bibliothek in Heidelberg. I. Codices Palatini Germanici 486, Heidelberg 1903, S. 61 Nach dem Verfall wurde die Burgruine als Steinbruch benutzt. Heute ist sie vollständig abgetragen, vereinzelte Fundamentreste geben einen Überblick über die Größe der Anlage.
Schloss Gleiritsch Das abgegangene Schloss Gleiritsch befand sich in der Ortschaft Gleiritsch. 1845 schrieb Benedikt ZehentmeierBenedikt Zehentmeier: Gleiritsch. Manuskript beim Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg, O357, 1845 (1844–1850 Lehrer in GleiritschAlois Köppl: Aus der Geschichte der Gemeinde Gleiritsch. Gleiritsch 1988, S. 180): „die Burg Plassenberg wurde gebrochen, und in Gleiritsch selbst entstand ein herrschaftliches Schlößlein, das ganz der damaligen Bauart entsprechend, engförmig sich auf den heutigen Tag von zwei Familien bewohnt erhalten hat.“
Gemeinden Gleiritsch und Bernhof Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Gleiritsch. Die Ortschaft Bernhof und die Weiler Boxmühle, Zieglhäuser, Heilinghäusl und Oberpierlhof bildeten die Gemeinde Bernhof.
Im Jahre 1946 wurde die Gemeinde Bernhof aufgelöst. Die Gemeindeteile Bernhof, Boxmühle, Zieglhäuser und Heilinghäusl wurden in die Gemeinde Gleiritsch eingegliedert. Oberpierlhof kam zur Gemeinde Trausnitz. Seit 1974 ist Gleiritsch an die Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach angeschlossen, der die Gemeinden Teunz, Niedermurach, Winklarn und Gleiritsch angehören.
Einwohnerentwicklung Im Jahre 1946 erfolgte die Auflösung der Gemeinde Bernhof. Die Gemeindeteile Bernhof, Boxmühle, Zieglhäuser und Heilinghäusl wurden in die Gemeinde Gleiritsch eingegliedert. Innerhalb von 30 Jahren (1995 bis 2025) sank die Einwohnerzahl um 16,8 %. Volkszählung bzw. Zensus Einwohner 1. Dezember 1840 648 1. Dezember 1871 644 1. Dezember 1900 602 16. Juni 1925 647 17. Mai 1939 635 13. September 1950 655 6. Juni 1961 621 27. Mai 1970 653 25. Mai 1987 693 9. Mai 2011 653 15. Mai 2022 643 Jahr(31. Dezember) Einwohner 1990 727 1995 749 2000 683 2005 660 2010 646 2015 660 2020 635 2025 623 Kirchengeschichte miniatur|Innenansicht der Expositurkirche Maria Magdalena (2010)
Die Kirchengeschichte von Gleiritsch lässt sich bis in das Jahr 1286 zurückverfolgen. „Im Jahre 1286 wird in einem der ältesten Pfarreienverzeichnisse des Bistums Regensburg erstmals die Pfarrei Gleiritsch erwähnt“.Siegfried Burger, Alois Köppl, Stephan Zimmerer: Gleiritsch. S. 100, ISBN 978-3-00-041242-4 Die zunächst eigenständige Pfarrei Gleiritsch wurde nach den Wirren des Dreißigjährigen Krieges und dem religiösen Wandel, ausgelöst durch die Reformation, von Nabburg, Hohentreswitz oder Weidenthal aus betreut.
Auf Drängen der Gutsherren von Guteneck, der Grafen von Kreith, entstand 1691 unter Graf Johann Friedrich von Kreith die Pfarrei Weidenthal. Von Weidenthal aus wurde Gleiritsch durch einen Hilfspriester seelsorgerisch betreut. Bis in das 19. Jahrhundert hinein führte die Pfarrei den Doppelnamen Weidenthal-Gleiritsch.
Im Jahre 1688 kauften die Grafen von Kreith die Hofmark Gleiritsch und den Hebenhof. Guteneck blieb aus diesem Grunde Hauptsitz der Pfarrei, die ehemals eigenständige Pfarrei Gleiritsch wurde Filiale. In Gleiritsch wurde 1899 eine Expositur errichtet. Eine ausführliche Beschreibung der Kirchen- und Baugeschichte von Gleiritsch befindet sich im Artikel Maria Magdalena (Gleiritsch).
Politik mini|left|hochkant=0.7|Verwaltungsgebäude (2019) Bürgermeister seit 1876
Quelle:Geschichte der Gemeinde Gleiritsch auf www.vg-oberviechtach.de23:33
Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach, die von den Gemeinden Gleiritsch, Niedermurach, Teunz und Winklarn gebildet wird. Die Stadt Oberviechtach ist eine eigene Verwaltungseinheit.
Bürgermeister 2020 wurde Josef Pretzl junior (Freie Wähler Gleiritsch) zum Ersten Bürgermeister gewählt, der den seit 2001Homepage der Gemeinde Gleiritsch amtierenden Ersten Bürgermeister Hubert Zwack (CSU) ablöste.
Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus acht Personen.
Die Gemeinderatswahl 2020 ergab folgende Stimmenanteile und Sitzverteilung: