mini|300px|Dieterskirchen (2017)
Dieterskirchen ist eine Gemeinde im Landkreis Schwandorf im bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald.
Geographie Die Gemeinde liegt in der Region Oberpfalz-Mitte zwischen Neunburg vorm Wald und Oberviechtach im Aschatal.
Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Oberviechtach, Winklarn, Thanstein, Neunburg vorm Wald, Schwarzhofen und Niedermurach.
Gemeindegliederung Es gibt 27 Gemeindeteile: das Pfarrdorf Dieterskirchen, die Dörfer Bach, Pottenhof, Prackendorf und Weislitz, die Weiler Stegen und Weichelau, die Einöden Bruckmühl, Frauenhäusl, Hauserlohhof, Hirmerhof, Hohenthal, Holzhaus, Katharinenthal, Kieselmühle, Kolmhof, Kuppelhof, Neuhaus, Ödgartenhof, Pottenhofermühle, Saggau, Seugenhof, Silbermühle, Tradhof und Unterneuhaus, die Wüstungen Wellenthal und Ziegelhütte.
Es gibt die Gemarkungen Bach, Dieterskirchen, Prackendorf, Weislitz und Pottenhof.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Name des Ortes wurde zum ersten Mal in der Zeit von 1130 bis 1140 als „Diethoheschierchen“ urkundlich erwähnt.Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz. München 2006, Seite 58. Um etwa 1144 wurde er als „Dithoheskirgin“ bezeichnet, 1207 bis 1211 als „Diethohskirchen“, 1301 als „Dietholtschirchen“, 1313 bis 1340 als „Dieterchochirchen“, 1326 als „Diet(ri)chsschirchen“, 1387 als „Dyeterschirchen“, 1438 als „Dietreichskirchen“, 1472 als „Dyeterßkirchen“ und 1518 in der heute gültigen Schreibweise des Ortsnamens. Das Grundwort des Ortsnamens geht auf den mittelhochdeutschen Begriff kirche bzw. kiriche zurück, der Kirche, Kirchengebäude bedeutet. Das Bestimmungswort wurde vom Personennamen Diethoh abgeleitet.
Dieterskirchen gehörte zum Kurfürstentum Bayern und war Sitz einer geschlossenen Hofmark der Freiherren Horneck von Hornberg. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die damalige Gemeinde Dieterskirchen.
Eingemeindungen Im Jahr 1946 wurden Bruckmühl, Neuhaus und Weislitz der aufgelösten Gemeinde Weislitz eingegliedert. Die Gemeinden Bach und Prackendorf wurden am 1. Juli 1975 anlässlich der Gemeindegebietsreform in Bayern eingegliedert. 1981 wurde der Gemeindeteil Holzhaus aus der Gemeinde Thanstein nach Dieterskirchen umgegliedert.
Einwohnerentwicklung Einwohnerentwicklung der Gemeinde Dieterskirchen seit 1840 Jahr Einwohner 1840 1177 1871 1214 1900 1176 1925 1149 1939 1017 1950 1083 1961 898 1970 882 Jahr Einwohner 1987 995 2010 1015 2011 1004 2012 1010 2013 1020 2014 1016 2015 1011 2016 994 Jahr Einwohner 2017 1006 2018 999 2019 996 2020 994 2022 991
Politik
Verwaltungsgemeinschaft Am 1. Mai 1976 haben sich im Zuge der Gebietsreform die Gemeinden Dieterskirchen, Neukirchen-Balbini, Thanstein und Schwarzhofen zur Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald zusammengeschlossen.
Gemeinderat Nach der Kommunalwahl am 8. März 2026 ergab sich diese Sitzverteilung:
FWGCSU 6 Sitze 6 Sitze
Bürgermeisterin Erste Bürgermeisterin ist seit Mai 2020 Anita Forster (CSU).
Wappen
Gemeindepartnerschaften Seit 2005 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit Neufmanil (Frankreich).
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab im Jahr 2020 nach der amtlichen Statistik 98 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort, die nicht näher nach Branche differenziert wurden. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 422. Im verarbeitenden Gewerbe und im Bauhauptgewerbe gab es je einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 2016 30 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1044 ha, davon waren 744 ha Ackerfläche und 300 ha Dauergrünfläche.
Bildung Es gibt folgende Bildungseinrichtungen in Dieterskirchen (Stand 2021):
eine Kindertageseinrichtung: 62 genehmigte Betreuungsplätze, 59 betreute Kinder eine Grundschule: 2 Lehrkräfte, 44 Schülerinnen und Schüler
Kultur und Sehenswürdigkeiten Burgstall Bach Schloss Dieterskirchen Schloss Pottenhof Volkssternwarte mit Planetarium Dieterskirchen Katholische Pfarrkirche St. Ulrich mit gotischem Ostchor und Langhaus aus dem 18. Jahrhundert.
Literatur Karl-Otto Ambronn: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe II, Heft 3, Landsassen und Landsassengüter des Fürstentums der Oberen Pfalz im 16. Jahrhundert, München 1982, ISBN 3-7696-9932-7. Georg Hager: Die Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, Oberpfalz und Regensburg. Band II, Einzelband 7: Bezirksamt Oberviechtach. München 1906, Nachdruck ISBN 3-486-50437-1.
Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9.
Weblinks
Gemeinde Dieterskirchen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Schwandorf Kategorie:Ersterwähnung 1130 Kategorie:Gemeindegründung 1818
Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)