Die Schwarzfersenantilope oder Impala (Aepyceros melampus) ist eine Art aus der Gattung der Impalas innerhalb der Familie der Hornträger. Sie kommt im östlichen und südlichen Afrika vor, wo sie vorwiegend offene Savannenlandschaften und Buschgebiete bewohnt. Es handelt sich um eine mittelgroße Antilope. Besondere Kennzeichen finden sich in dem grazilen Körperbau mit schlanken Gliedmaßen und geradem Rückenverlauf sowie in der schwarzen Fellzeichnung an den Hinterfüßen, letzteres Kennzeichen begründet den deutschen Trivialnamen. Hörner werden außerdem nur von männlichen Individuen getragen. Die Tiere leben in einem komplexen Sozialsystem. Weibchen formen gemeinsam mit ihrem Nachwuchs Herden, deren Größe regional variiert. Männliche Tiere leben in Junggesellengruppen oder vermischen sich teilweise mit den Herden. Dominante Männchen zeigen vor allem während der Fortpflanzungsphase territoriales Verhalten und begründen eigene Reviere. Sie kämpfen dann um das Paarungsvorrecht. In der Regel bringt ein Weibchen ein Junges zur Welt, die Geburten sind innerhalb einer Gruppe und Region zum Teil synchronisiert. Die Aufzucht erfolgt in der Herde, allerdings versteckt das Muttertier anfangs das Neugeborene phasenweise vor der Gruppe. Die Nahrung besteht aus härteren Gräsern und weicheren Blättern und Zweigen. Die jeweilige Zusammensetzung richtet sich nach der jahreszeitlichen Verfügbarkeit. Die Art wurde im Jahr 1812 wissenschaftlich eingeführt. Sie galt mitunter als einziger Vertreter ihrer Gattung, wogegen jedoch genetische Untersuchungen sprechen. Fossil trat sie möglicherweise schon im Altpleistozän auf. Der Bestand wird momentan als nicht gefährdet eingestuft.

Merkmale Habitus mini|hochkant|Weibliche Schwarzfersenantilope Die Schwarzfersenantilope gehört zu den mittelgroßen Antilopen. Ermittelt anhand von Individuen aus dem Sambesi-Gebiet beträgt die Kopf-Rumpf-Länge 117 bis 151 cm, zuzüglich eines 21 bis 34 cm langen Schwanzes. Das Gewicht liegt bei 23 bis 62 kg. Für Tiere aus der Serengeti wird eine Schulterhöhe von 79 bis 93 cm angegeben bei einem nahezu identischen Körpergewicht. Der Sexualdimorphismus ist deutlich ausgeprägt mit größeren männlichen im Vergleich zu weiblichen Tieren. Charakteristisch sind der generell schlanke Körperbau mit gerader Rückenlinie, die langen, schlanken Beine und der gestreckte Kopf. Das Körperfell besitzt am Rücken, Nacken und an den oberen Seiten eine rotbraune Färbung mit teils auffälligem Glanz. Die unteren Seiten und die Beinaußenseiten sind heller gefärbt. Der Bauch und die Beininnenseiten erscheinen dagegen weißlich. Die Haare liegen dicht am Körper an und werden auf dem Rücken durchschnittlich 1,2 cm, am Bauch 1,5 cm lang. Ihre Basen sind weißlich, der breitere oberer Teil ist rötlichbraun gefärbt. Der Kopf zeigt sich ebenfalls rötlichbraun, jedoch treten oberhalb der Augen, am Maul und an der Kehle weißliche Flecken auf. Die Ohren erreichen eine Länge von 13 bis 16 cm, die Innenseiten heben sich durch ihre weißliche Färbung von den schwarzen Spitzen ab. Abweichend von der nahe verwandten Schwarznasenimpala (Aepyceros petersi) fehlt der Schwarzfersenantilope weitgehend die auffallende schwarze Gesichtszeichnung. Auf beiden Seiten des Gesäßes zieht sich jeweils ein schwarzer Streifen entlang, der sich teilweise auf dem Oberschenkel fortsetzt. Zusätzliche dunklere Flecken finden sich an den Beininnenseiten. Ein auffallendes und namensgebendes Merkmal bilden die dunklen Haarbüschel an den Fersen, die eine Drüse, die sogenannte Metatarsaldrüse, bedecken. Die Einzelhaare werden hier bis zu 2,5 cm lang. Die schwarzen Hufe sind bei ausgewachsenen Tieren 4,0 bis 5,2 cm lang und setzen sich manchmal durch ein schmales helleres Band ab. Die Schwanzspitze ist schwarz, die dunkle Färbung zieht sich über die Rückseite des Schwanzes bis zur Wurzel. Die Unterseite bildet mit ihren weißlichen, mitunter 5 bis 10 cm langen Haaren einen deutlichen Kontrast dazu. Gelegentlich treten Individuen mit schwarzer Rückenfärbung auf. Diese Farbvariante wird durch eine Mutation des ASIP-Gens hervorgerufen, welches die Färbung des Fellkleids bei einigen Säugetieren codiert.

Hörner kommen nur bei männlichen Individuen vor. Sie sind stark geriffelt, lediglich die Spitzen zeigen sie sich auf rund 10 cm Länge glatt. Sie steigen am Kopf steil auf, schwingen dann seit- sowie rückwärts und sind an den Spitzen wieder aufwärts gerichtet, so dass die Form insgesamt an eine Leier erinnert. Je nach Population können die Spitzen nach außen oder innen gerichtet sein oder parallel stehen. Die Länge variiert von 37 bis 86 cm Länge, das längste bekannte Horn maß knapp 92 cm und stammt von einem Tier aus der Masai Mara in Kenia. Weibliche Tiere besitzen zwei Paar Zitzen in der Leistengegend.

Schädel- und Gebissmerkmale Der Schädel ist durchschnittlich 26 cm lang und an den Hornansätzen 8,9 cm breit. Auffallend sind das Fehlen der Voraugengrube (Fossa praeorbitalis) und das Auftreten einer Lücke zwischen dem Mittelkieferknochen und dem Oberkiefer. Letzteres ist ebenfalls bei den Böckchen (Nesotragus) belegt und entstand wohl durch die Streckung des Gesichtsschädels. Im Stirnbein treten große Hohlkammern auf. Die Zahnformel lautet: , das Gebiss setzt sich demzufolge aus 32 Zähnen zusammen. Die jeweils äußeren beiden unteren Schneidezähne und der Eckzahn sind jeweils nadel- bis stiftartig geformt und bilden so einen Zahnkamm. Die Backenzähne sind generell hochkronig (hypsodont).

Verbreitung und Lebensraum mini|hochkant|Verbreitungsgebiet der beiden Arten der Impalas: Die Schwarzfersenantilope ist im östlichen und südlichen Afrika verbreitet. Ihr Vorkommen reicht im Norden vom zentralen Kenia und dem südwestlichen Uganda südlich bis nach Mosambik und in das nördliche Südafrika sowie westlich bis in das nordöstliche Namibia und das südöstliche Angola. Hier im südwestlichen Bereich des natürlichen Auftretens der Schwarzfersenantilope trennt der über 300 km breite Streifen des Ovambolands die Antilopenart von ihrer Schwesterform, der Schwarznasenimpala. In einzelnen Regionen wie in Burundi wurden die lokalen Bestände der Schwarzfersenantilope ausgerottet, über den Status der Population im äußersten Südosten der Demokratischen Republik Kongo liegen keine Informationen vor. Die Tiere bewohnen Savannenlandschaften durchsetzt mit leichtem Baumbestand sowie lichte Waldgebiete, die jeweils Zugang zu Wasserquellen bieten. Häufig bevorzugen sie Habitate mit Akazienbeständen auf nährstoffreichem Boden, die qualitativ hochwertige Gräser und vor allem in der Trockenzeit auch weiche Pflanzennahrung zur Verfügung stellen. Im südlichen Afrika tritt die Schwarzfersenantilope auch in Regionen mit Mopane-Pflanzengesellschaften auf. Nachweise liegen, wenn auch seltener, zudem aus Gebieten mit Langfäden und Myrobalanen sowie mit Baikiaea vor. Häufig nutzt sie kurzgrasige Landschaften in Gewässernähe, teilweise auch Brandrodungsflächen mit frischem Grasbewuchs oder Übergangsregionen zwischen offenen Savannen und Waldsavannen. Da die Schwarzfersenantilope weniger gut an trockenheiße Klimate angepasst ist, sind schattige Baumkronen und vor allem von Gewässern Voraussetzung für die Anwesenheit der Tiere, vollständig offene Gebiete meiden die Tiere weitgehend. In der Regel halten sie sich nicht weiter als zwei bis fünf Kilometer zur nächsten Süßwasserquelle auf. Wüstenartige Regionen kann die Schwarzfersenantilope nur bei permanent zugänglichen Wasserquellen bewohnen. In Gebirgslandschaften ist die Art weitgehend abwesend. Am Kilimandscharo beträgt die maximale Höhenverbreitung rund 1700 m über den Meeresspiegel in KwaZulu-Natal rund 1400 m. Die Populationsdichte variiert beträchtlich und reicht von einem Individuum je Quadratkilometer im Mkomazi-Nationalpark in Tansania über 7 im Kruger-Nationalpark in Südafrika und 53 im Lake-Mburo-Nationalpark in Uganda bis zu 214 Tieren auf einer vergleichbar großen Fläche im Akagera-Nationalpark in Ruanda. Die Daten für letzteren beziehen sich auf die 1970er Jahre, in den 1990er Jahren kam es hier zu einem dramatischen Einbruch der Bestandszahlen um rund 75 bis 80 %.

Lebensweise Territorialverhalten mini|Herde von Schwarzfersenantilopen Die Schwarzfersenantilope lebt in einem komplexen Sozialsystem. Weibliche Tiere und deren Nachwuchs formen Herden, die je nach Landschaft und Jahreszeit unterschiedlich groß sind. Im Hwange-Nationalpark in Simbabwe bestehen die Herden aus 4 bis 150 Individuen, die durchschnittliche Gruppengröße in offenen Savannenlandschaften beträgt hier zwischen 12,2 und 15,4 Tieren, in mehr geschlossenen Buschregionen verringert sie sich auf etwa 7,3. Die größten Herden treten während der Regenzeit und im Übergang zur Trockenzeit im Januar auf, wenn durchschnittlich 23,4 Individuen eine Gruppe formen. In der Trockenzeit im November setzt sich eine Gruppe aus durchschnittlich weniger als 10 Tieren zusammen. Generell ist die Bindung in den Herden relativ groß, eine erkennbare Rangordnung besteht nicht. Männliche Tiere können als territoriale Einzelgänger, in Junggesellengruppen oder innerhalb der Herden auftreten. Die Junggesellengruppe bestehen aus Individuen unterschiedlichen Alters (junge Tiere und ausgewachsene Alttiere) mit altersbezogener Hierarchie. Allerdings ist die Bindung zwischen den einzelnen Mitgliedern hier weniger stark ausgeprägt als bei den Herden. Dies betrifft hauptsächlich die Fortpflanzungsphase, wenn einzelne Individuen territorial und aggressiv werden. Nach der Paarungszeit vermischen sich Junggesellengruppen teilweise mit den Herden. Über das Jahr gesehen kommt es somit häufig zu einem Wechsel innerhalb der Herdenstruktur, so dass sich die Gruppengröße mitunter täglich ändert. Auch wandern vereinzelt Tiere zu benachbarten Herden ab oder stoßen von diesen hinzu.

Ausgesprochene Territorialität herrscht unter Männchen während der Fortpflanzungsphase vor. Dominante Individuen verlassen dann die Junggesellengruppen und etablieren Reviere. Häufig werden die Territorien in Gebieten mit qualitativ hochwertiger Nahrung angelegt, während Wasserstellen zumeist neutrales Gelände darstellen. Ihre Grenzen sind weitgehend stabil. Sie werden mit Sekreten aus den Drüsen am Vorderkopf durch Reiben an der Vegetation markiert. Urin- und Kotmarken spielen dem gegenüber nur eine untergeordnete Rolle. Ein Revieranspruch wird außerdem durch ein lautes und sehr auffälliges Röhren ausgedrückt, das bis zu 2 km weit hörbar erschallt, wodurch die Schwarzfersenantilope zu den lautesten Antilopen der afrikanischen Savannen gehört. Es besteht aus einer Serie von Schnaub- und Blöklauten in kurzen Wiederholungen. Währenddessen halten die Tiere den Schwanz erhoben und stehen oder laufen beziehungsweise galoppieren herum. Die Anzahl territorialer Tiere ist zu Beginn der Fortpflanzungsphase höher als zum Ende hin. Mit verantwortlich dafür ist eine zunehmend schlechtere Kondition unter den Männchen im Verlauf der Paarungszeit infolge einer geringeren Nahrungsaufnahme. Dies führt auch dazu, dass die einzelnen Territorien anfänglich kleiner sind. Allerdings ist die Größe der Reviere zusätzlich abhängig von der Populationsdichte einer Region. So nehmen sie in der Sengwa-Region in Simbabwe mit seiner hohen Anzahl an Schwarzfersenantilopen 8,5 bis 11 ha ein, in der weniger dicht besiedelten Serengeti in Tansania hingegen rund 17 ha. Im Vergleich dazu beanspruchen territoriale Männchen in Limpopo ein Areal von etwa 21 ha. Die Territorien werden hier zwischen 7 und 99 Tage gehalten.