mini|Luftbild des Po di Venezia und des Po di Pila in der Nähe der Mündung bei der Punta Maistra
Der Fluss Po (, deutsch veraltet auch Pfad aus mittelhochdeutsch Phât oder Pfât) entspringt den Cottischen Alpen im an der italienisch-französischen Grenze gelegenen Valle Po und mündet nahe bei Adria (Venetien) in die Adria. Mit einer Länge von 652 km ist er der längste Fluss Italiens. Das Einzugsgebiet umfasst eine Fläche von etwa 75.000 km².
Auf weiter Strecke fließt der Fluss durch die Po-Ebene (), die wichtigste Landwirtschafts- und Industrieregion Italiens. 1852 wurde die Po-Schifffahrt vom Österreichischen Lloyd übernommen und neu organisiert.
Der Po hat ein ausgedehntes Delta von etwa 380 km², dessen Fläche sich ständig vergrößert. Fünf der wichtigsten Arme sind Po di Maestra, Po di Pila, Po delle Tolle, Po della Donzella und Po di Goro. Im Delta wurde ein Naturpark eingerichtet, der Parco regionale del Delta del Po.
Der Fluss ist von der Mündung des Ticino bei Pavia bis zur Adria schiffbar. In der Antike geben Polybios (2.16, 6–12) und Plinius der Ältere (Naturalis historia 3.123) – letzterer nennt Augusta TaurinorumChristina Wawrzinek: In portum navigare. Römische Häfen an Flüssen und Seen, Walter de Gruyter, 2014. – verschiedene Stellen an, ab denen der Po mit Schiffen befahren wurde. Sidonius wiederum berichtet, dass in Brescello die aus Cremona durch Frachtführer aus der Emilia ersetzt wurden. Über den Lambro wiederum war Mailand an den Po angebunden. Der Ostgotenkönig Theoderich ließ in Ostiglia eine Anlegestelle einrichten, wie Cassiodor (Variae 2,31) berichtet.
Historischer Name In römischer Zeit trug der Fluss den Namen und war namensgebend für die Aufteilung der Gallia cisalpina in die Regionen Gallia cispadana („Gallien diesseits des Po“, etwa der heutigen Emilia entsprechend) und Gallia transpadana („Gallien jenseits des Po“). Der Oberlauf trug bis zur Einmündung des (heute der Tanaro) noch bis in den Anfang der Kaiserzeit den Namen , „der Grundlose“.
Im 10. Jahrhundert trug der Fluss den lateinischen Namen (von ; vergleiche Eridanus in der Mythologie). Der Cremoneser Bischof Liutprand (962–970/972) beantwortet in seinem Gesandtschaftsbericht die Frage des byzantinischen Kaisers Nikephoros II. Phokas, wo denn die Stadt liege, in der er Bischof sei: „Cremona, sage ich, (ist) dem Eridanus, dem König der Flüsse Italiens, recht nahe.“ (Lateinischer Originaltext: )Liutprand von Cremona: Die Gesandtschaft an Kaiser Nikephoros Phokas in Konstantinopel, in: Albert Bauer (Bearb.): Quellen zur Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. 5. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2002, ISBN 3-534-01416-2.
Nebenflüsse, Städte und Regionen Der Po hat insgesamt 141 Zuflüsse.
Schematische Darstellung Diese Darstellung zeigt die Regionen, durch die der Po fließt, die wichtigsten Zuflüsse sowie die bedeutendsten Städte (dunkel unterlegt).
rechts links Piemont Bulè P Croesto O Ghiandone Pellice Varaita Dora Riparia Turin Stura di Lanzo Dora Baltea Sesia Tanaro Lombardei Scrivia Agogna Ticino Olona Emilia-Romagna Tidone Lambro Trebbia Piacenza Nure Adda Arda Cremona Taro Parma (Fluss) Enza Oglio Mincio SecchiaP Panaroo Venetien Idrovia Ferrarese Ferrarad. Po di GoroV Po di Levantee Po della Donzellanez Po di Maistrai Po delle Tollea Po di Pila
Wasserqualität Der Po wurde bei der Umweltkatastrophe am Lambro 2010 verschmutzt. Die Täter leiteten mutwillig aus einer stillgelegten Raffinerie 2.600 Tonnen Öl in den Nebenfluss Lambro ab, das nicht aufgehalten werden konnte.
Siehe auch Padanien
Literatur Giovanna Cera: Römerzeitliche Anlegeplätze und Häfen für die Binnenschifffahrt in Norditalien, in: Gianni Ciurletti, Nicoletta Pisu (Hrsg.): I territori della Via Claudia Augusta. Incontri di archeologia, Trient 2005, S. 425–442. Paolo Rumiz: Die Seele des Flusses. Auf dem Po durch ein unbekanntes Italien. Aus dem Ital. von Karin Fleischanderl. Wien/Bozen: Folio Verlag 2018. Tobias Jones: The Po : an elegy for Italy's longest river, London : Head of Zeus, 2022, ISBN 978-1-78669-739-4
Einzelnachweise
Weblinks
Hochwasser Katastrophe in Italien 1951
Kategorie:Fluss in der Lombardei Kategorie:Fluss in der Emilia-Romagna